Eine unerwartete Rückendeckung kam gestern für gesetzlich Krankenversicherte, deren Krankenkassen in Zukunft acht Euro und mehr pro Monat als sogenannten Zusatzbeitrag kassieren wollen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) warf den Kassen vor, dank Rabattverträgen mit der Pharmaindustrie pro Jahr rund eine Milliarde Euro einzusparen, dies aber zu verschleiern und damit steigende Verwaltungskosten auszugleichen. "Mit dem Geld könnten Millionen Versicherte entlastet werden, die jetzt von Zusatzbeiträgen bedroht sind", erklärte DAV-Chef Fritz Becker.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, man müsse sich "die Ausgabenseite angucken" und die Kassen zum Sparen anleiten, ohne die Leistungen zu verringern. Die Lohnzusatzkosten dürften in keinem Falle über 40 Prozent gehen. Zu der von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geforderten einkommensunabhängigen Kopfpauschale bekannte sich die Kanzlerin nicht. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) betonte sogar, die Beiträge zur Krankenversicherung würden "immer am Einkommen orientiert“ bleiben.
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Foto: Steffi Loos/ddp
Eine unerwartete Rückendeckung kam gestern für gesetzlich Krankenversicherte, deren Krankenkassen in Zukunft acht Euro und mehr pro Monat als sogenannten Zusatzbeitrag kassieren wollen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) warf den Kassen vor, dank Rabattverträgen mit der Pharmaindustrie pro Jahr rund eine Milliarde Euro einzusparen, dies aber zu verschleiern und damit steigende Verwaltungskosten auszugleichen. "Mit dem Geld könnten Millionen Versicherte entlastet werden, die jetzt von Zusatzbeiträgen bedroht sind", erklärte DAV-Chef Fritz Becker.