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11.02.2012
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Homeschooling: Interview mit Dagmar Neubronner
Weitere Themen: Familie



Wieso ist Homeschooling ein Menschenrecht?
Die Schule ist in vielen Familien das Problemthema Nr. 1.
Dagmar Neubronner, Mutter der prominentesten „Schulverweigerer“ Deutschlands, im  Gespräch mit FreieWelt.Net

Freie Welt: Frau Neubronner – dass die USA der Homeschooler-Familie Romeike  politisches Asyl gewähren, macht in Deutschland viele Menschen betroffen. Wieso konnte der US-Richter das Recht auf Homeschooling als grundlegendes Menschenrecht bezeichnen?

Dagmar Neubronner: Auch die norwegische Bildungsministerin hat Homeschooling als Menschenrecht bezeichnet, und die Vereinten Nationen haben Deutschland wegen der deutschen Sonderregelung („Schulzwang“) ebenfalls schon ermahnt.
Das Recht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen und die eigenen Werte an sie weiterzugeben, ist ein sogenanntes Naturrecht, das heißt, es steht vor allem staatlichen Recht und existierte schon immer. Es wird durch Artikel 6 des Grundgesetzes lediglich aufgeführt und benannt, aber nicht neu begründet.
Wir leben ja in einer Zeit, in der die staatlichen Eingriffe in die freiheitlichen Rechte des Einzelnen immer massiver werden. Meist wird dies mit Gefahrenabwehr begründet – hundertprozentige Sicherheit kann es natürlich nicht geben, aber für die Illusion der Sicherheit lassen wir uns immer mehr in unseren Freiheiten einschränken. So auch beim Homeschooling: Da die Leistungen freilernender Kinder denen von Schulkindern deutlich überlegen sind, hat man sich darauf verlegt, mit der Sozialisation zu argumentieren.

Freie Welt: Ja, wie ist es denn mit der Sozialisation? Brauchen Kinder denn nicht die Gruppe der Gleichaltrigen, um sich normal zu entwickeln?

Dagmar Neubronner: Das ist eines der zentralen Dogmen der derzeitigen Pädagogik, wodurch es nicht richtiger wird. Die moderne Lern- und Bindungsforschung von Neurologen, Gehirnforschern und Entwicklungspsychologen zeigt klar, dass Kinder keineswegs darauf angewiesen sind, sich viele Stunden täglich in nach Jahrgängen geordneten großen Gruppen zu bewegen. Das ist ja auch historisch erst seit ganz kurzer Zeit so. Im Gegenteil, der menschliche Bindungsinstinkt ist auf die Verhältnisse abgestimmt, wie sie in der Menschheit von Anbeginn bis vor einigen Jahrzehnten herrschten: Die Familie, die Großfamilie, die Sippe, das unmittelbare dörfliche Umfeld. In solchen altersgemischten, stabilen und eng verbundenen Gruppen lernen Kinder ganz natürlich von den Menschen, an die sie gebunden sind. Kinder haben sogar einen instinktiven Widerstand dagegen, von Menschen zu lernen, zu denen keine Bindung besteht.
In der großen Gruppe Gleichaltriger, in der Schulkinder ihre Tage verbringen, lernen die Allermeisten hauptsächlich, sich anzupassen, nicht aufzufallen oder sich rüde durchzusetzen. Das ist zwar eine Sozialisation, aber nicht die, die wir uns wünschen. Umfassende Studien im Ausland zeigen, dass Homeschooler später als Erwachsene öfter wählen gehen, sich öfter ehrenamtlich betätigen, beruflich erfolgreich sind und vor allem: Sie sind zufriedener mit ihrem Leben, und die Allermeisten möchten ihre eigenen Kinder auch wieder als Freilerner erziehen.

Freie Welt: Sie sprechen mal von Homeschooling, dann wieder vom Freilernen. Was ist der Unterschied?

Dagmar Neubronner: Streng genommen bezeichnen die beiden Begriffe ganz unterschiedliche Bildungsformen. In dem ZDF-Film 37 Grad zum Thema  sind beide Formen angedeutet. Homeschooling ist eine Art Familien-Zwergschule zu Hause, bei der die Eltern als Lehrer fungieren und den Kindern einen festen Lehrplan vorgeben.
Bei dem von unseren Söhnen praktizierten Freilernen folgen die Kinder ihren eigenen Entwicklungsimpulsen und entwickeln bzw. behalten selbst die Verantwortung für das, was sie tun wollen. Und sie wollen nicht abstrakt „lernen“, sondern handelnd leben. Wir Eltern unterstützen sie dabei in einer beratenden Funktion, sorgen für Material, geben Tipps und Anregungen, stehen für Erklärungen, Gespräche etc zur Verfügung, bieten Unternehmungen an und ermöglichen unseren Kindern den Alltag in der „realen“ Welt (auf die Schule ja nur vorbereiten soll), vertrauen aber ansonsten der „intrinsischen Lernmotivation“ unserer Kinder.
In den meisten sogenannten Homeschool-Familien wird eine Mischform aus diesen beiden Polen gelebt. Viele starten mit stark strukturiertem Homeschooling und landen nach und nach beim Freilernen, weil die Eltern merken, wie stark der Impuls, die Welt zu erforschen bei ihren Kindern natürlicherweise ist. Kinder wollen kreativ sein und sich aktiv einbringen, besonders wenn sie sich von der  Schulerfahrung, die auf viele eher lähmend wirkt, erholt haben.

Freie Welt: Wie ist denn die Situation der Homeschooler in Deutschland, und wie ist Ihre persönliche Situation?

Dagmar Neubronner: Viele Homeschool-Eltern mogeln sich ja einfach geschickt durch und leben unbehelligt mitten in Deutschland. Manche kämpfen aber auch einen verzweifelten Kampf, leben mit ihren Kindern quasi im Untergrund und werden von den Behörden regelrecht gejagt. Dabei werden diese meist sehr bildungsnahen und geordneten Familien in einer Weise behandelt, die wirklich traumatisierend wirkt – wenn plötzlich 15 Polizisten das Haus umstellen, um drei Grundschulkinder in die Schule zu zwingen, fragt man sich schon, in was für einem Land wir eigentlich leben.

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Wir selbst wollten in typisch deutscher Weise unbedingt eine Genehmigung haben für das, was wir tun und natürlich auch mehr Freiheit für alle erreichen. Deswegen haben wir für unsere Kinder die Genehmigung für diese Form der Bildung beantragt und, als man uns diese Genehmigung verweigerte, gegen unser Bundesland Bremen geklagt. Bisher haben wir in allen Instanzen bis hin zum Bundesverwaltungsgericht glatt verloren, und unser Anwalt  bereitet jetzt die juristische Auseinandersetzung auf EU-Ebene vor. Insofern war unsere Klage juristisch (und finanziell) ein Desaster, aber durch die Medienaufmerksamkeit, die wir (und etliche andere Homeschool-Familien) mit solchen Prozessen erhielten, ist es heute überhaupt in Deutschland bekannt, dass es diese Bildungsalternative gibt und dass wir praktisch das einzige entwickelte Land sind, wo sie (seit 1938) kriminalisiert wird.
Parallel zu unseren Prozessen wurden uns Zwangsgelder bis 7.500 € auferlegt, der Gerichtsvollzieher kam, um diese Gelder zu pfänden, man drohte mit Erzwingungshaft, sperrte uns sämtliche Konten (für uns als Selbstständige besonders schlimm) und legte uns nahe, doch endlich ins Ausland zu verschwinden. Zu diesem Schritt entschlossen haben wir uns dann aber vor allem aufgrund des Damoklesschwerts eines Sorgerechtsentzugs, wie er immer wieder gegen Homeschool-Eltern ausgesprochen und vom Bundesverfassungsgericht und Ende 2007 auch vom Bundesgerichtshof ausdrücklich als angemessen legitimiert worden ist. Seit Januar 2008 leben wir überwiegend im EU-Ausland (vor allem Frankreich und Spanien, siehe auch den kürzlich ausgestrahlten ZDF-Film). Das ist für uns ein beträchtliches Opfer, denn wir möchten viel lieber ganzjährig in unserer Heimatstadt leben, wo unsere Verwandten und Freunde sind. Aber wir sind sicher, dass sich der deutsche Sonderweg nicht mehr lange halten wird.  Schade ist nur, dass derzeit so viele bildungsnahe, stabile Familien mit wunderbaren Kindern jedes Jahr Deutschland verlassen, um ihren Kindern eine Bildung in Freiheit zu ermöglichen.

Freie Welt: Traut der Staat den Eltern zuwenig zu?

Dagmar Neubronner: Die meisten Eltern trauen sich leider selbst zu wenig zu, obwohl sie ja in der Regel das Schulsystem durchlaufen haben, also nach staatlicher Logik topfit sein sollten. Auch im Grundgesetz heißt es ja eindeutig, dass den Eltern „zuvörderst“ die Sorge für die Erziehung der Kinder obliegt – und dem Staat nur ein Wächteramt. Der deutsche Staat behauptet aber einen (im Grundgesetz nicht vorgesehenen und bürgerrechtlich sehr zweifelhaften) „staatlichen Erziehungsauftrag“, Olaf Scholz (SPD) spricht sogar von der „Lufthoheit über den Kinderbetten“, die der Staat haben müsse.
Und die Begründung? Der offensichtliche Bildungserfolg beim Homeschooling wurde in vielen Studien zweifelsfrei nachgewiesen - und zwar auch und gerade für Kinder aus bildungsfernen oder Migrantenfamilien!  Angesichts der katastrophalen Bildungsergebnisse unseres Schulsystems steht  daher das Argument von der fehlenden Bildungskompetenz der Eltern nicht im Vordergrund. Stattdessen behauptet der Staat allen Ernstes, Kinder könnten im heimischen Umfeld nicht zu demokratiefähigen, toleranten Bürgern heranwachsen. Das passt zu der Diskriminierung der Lebensform Familie in vielen Medien.

Freie Welt: Kommen wir zur Familie Romeike, die jetzt gerade in den USA politisches Asyl erhalten hat, weil das US-Gericht in ihr Angehörige einer verfolgten gesellschaftlichen Gruppe sieht. Die Familie betont, streng religiös zu sein. Ist es nicht gefährlich, wenn Kinder mit einseitigen  Werten erzogen werden?

Dagmar Neubronner: Gefährlich finde ich es, wenn der Staat sich anmaßt, darüber zu befinden, was die richtigen Werte sind. Unter dem Vorwand, alle Kinder müssten viele Werte kennenlernen, damit sie Toleranz leben, wird die Möglichkeit, Werte zu vermitteln und individuell Lebensentwürfe umzusetzen, abgeschafft. Genauso wie ein holländisches Gericht befunden hat, eine Dreizehnjährige dürfe nicht allein um die Welt segeln, und zwar deswegen nicht, weil sie die Gesellschaft Gleichaltriger brauche. Was ist das für eine Anmaßung? Menschen sind doch unterschiedlich!
Gefährlich finde ich auch, wenn wir Bürger uns dafür rechtfertigen müssen, in welcher Form wir unseren Kindern Bildung ermöglichen wollen. Alle anderen entwickelten Demokratien gestehen ihren Bürgern das Recht zu, ihre Lebensform selbst zu wählen – sind Ihnen aus Österreich, Dänemark, Skandinavien, England, Irland, USA, Kanada, Südafrika, Australien, Neuseeland usw. bereits Berichte über die immer wieder durch Kriminalität auffälligen Homeschooler zu Ohren gekommen? Die gibt es nicht.

Freie Welt: Aber was ist mit den sozial schwachen Familien? Würden die nicht massenhaft ihre Kinder zu Hause behalten, wenn die Schulpflicht fallen würde? Was ist mit radikalen Moslems?

Dagmar Neubronner: Schauen Sie sich doch bei uns in Deutschland um: Die Kinder der „sozial Schwachen“ schwänzen bereits heute so massenhaft die Schule, trotz Schulzwang, dass die Behörden praktisch machtlos sind. Diese Eltern beantragen nicht die Erlaubnis, ihre Kinder selbst unterrichten zu dürfen, sondern bleiben einfach im Bett liegen. Eine Legalisierung des Hausunterrichts würde sie in keiner Weise berühren. Und religiöse Fundamentalisten, ob Moslems oder Christen, überlassen die Indoktrinierung ihrer Kinder nicht irgendwelchen einzelnen Muttis und Papis, sondern gründen weltanschaulich gebundene Schulen. Die wiederum sind vom Grundgesetz im Rahmen der Religionsfreiheit ausdrücklich vorgesehen. Nein, die Homeschoolfamilien, die ich kenne, sind Individualisten und Nonkonformisten und äußerst engagiert für das Wohl und die Bildung ihrer Kinder.

Freie Welt: Warum ist man denn dann in Deutschland so eisern?

Dagmar Neubronner: Erstens sind wir Deutschen sehr stolz darauf, die Schulpflicht erfunden zu haben, und trennen uns ungern von diesem Verdienst.
Zweitens gibt es in Deutschland, vielleicht aufgrund des Nazi-Traumas, ein generelles Misstrauen gegen die Bildungs- und Demokratiekompetenz der Bürger – man möchte alles unter Kontrolle haben, um „Parallelwelten“ vorzubeugen und sieht jede Weitergabe individueller Werte mit Misstrauen. Man will alle Kinder im demokratischen Geist erziehen und sieht nicht, dass Demokratie Vielfalt und Freiheit und das Recht auf individuelle Lösungen und Experimente braucht, wenn man nicht zerstören will, was man zu schützen vorgibt.
Drittens hängen viele Deutsche der Illusion nach, Schule könne Chancengleichheit herstellen oder gar Integration z.B. von Immigranten garantieren. In Wirklichkeit sortiert  sie Kinder nach Wohngegend und Sozialstatus, gerade in Deutschland  so erbarmungslos wie in kaum einem anderen Land. Integration geschieht dort, wo Kinder freiwillig gemeinsamen Interessen nachgehen, z.B. beim Sport oder in der Musik.
Viertens handelt es sich, glaube ich, einfach um das normale Beharrungsvermögen und die Massenträgheit einer riesigen Bürokratiemaschine, die sich einfach schwer tut mit neuartigen, noch dazu vielfältigen und individuellen Modellen. In vielen Fällen herrscht außerdem, leider nicht nur in Bildungsministerien, sondern auch bei den Richtern aller Instanzen und bei den Gesetzgebern, eine große Unwissenheit über die Möglichkeiten und Forschungsergebnisse zum freien Lernen weltweit. Diese Unwissenheit wird verschwinden, wenn in den Behörden und Gerichten ein Generationenwechsel stattgefunden hat, die meisten jungen Menschen machen ja heute spätestens im Studium Auslandserfahrungen.

Freie Welt: Was wünschen Sie sich?

Dagmar Neubronner: Ich wünsche mir, dass häuslicher Unterricht neben staatlichen und privaten Schulen als eine gleichberechtigte Bildungsform zugelassen wird. Dafür müsste in der Schulgesetzgebung der Bundesländer einfach nur ein Halbsatz eingefügt werden an den Stellen, wo jeweils definiert wird, wie die Schulpflicht erfüllt werden kann bzw. welche Ausnahmen es gibt. Denn Kindern von Eltern mit reisenden Berufen dürfen ja bereits jetzt „zu Hause“ lernen, auch deutsche Kinder, die im Ausland leben, sowie Kinder, die im deutschen Schulsystem bereits nachhaltig und hoffnungslos gescheitert sind, da gibt es besondere Fernschulen. In Österreich werden zu Hause lernende Kinder einmal jährlich überprüft und legen ganz normal als „Externe“ ihre Abschlussprüfungen ab. Andere Länder kommen ganz ohne Kontrollen aus und sind damit genauso erfolgreich.
Im Grunde würde es schon reichen, wenn Betreuungsschulen für frei lernende Kinder, wie die Clonlara-Schule in Deutschland, mit der auch wir zusammenarbeiten, als Ersatzschulen anerkannt werden.

Freie Welt: Wie wollen Sie das erreichen?

Dagmar Neubronner: Indem wir über dieses Thema aufklären. Schon jetzt steigt die Zahl der ratsuchenden Eltern beständig. Angesichts der allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Schulsystem wird bald der Punkt kommen, wo so vielen Eltern der Kragen platzt, dass Politiker Lust bekommen, sich für Bildungsfreiheit einzusetzen. Ich glaube nicht, dass wir dieses Problem noch lange haben werden. Und dann werden auch die Schulen besser werden – weil ihnen sonst die Kinder wegbleiben.

Freie Welt: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Mehr:

Die Freilerner - Unser Leben ohne Schule
Die Schule ist in vielen Familien das Problemthema Nr. 1. Dagmar Neubronner, Mutter der prominentesten ›Schulverweigerer‹ Deutschlands, schildert spannend und anschaulich, wie es kam, dass sie und ihr Mann trotz großer Bedenken den beiden Söhnen Moritz und Thomas
erlaubten, frei zu lernen - ohne Schule und mittlerweile ohne jeglichen Pflichtunterricht.
Wie funktioniert freies Lernen, und wie muss sich Schule verändern, damit es auch dort funktioniert?
Was können Eltern und Lehrer tun? Mit ausführlichem Anhang zu pädagogischen und juristischen Fragen.

Dipl. biol. Dagmar Neubronner hat über den Bildungsweg ihrer Kinder ein Buch geschrieben: "Die Freilerner. Unser Leben ohne Schule", Genius Verlag.

Mehr unter: Netzwerk Bildungsfreiheit

Foto: Netzwerk Bildungsfreiheit



Redaktion FreieWelt.Net, 30.01.2010 19:15 | Kommentare (30)




 
  Kommentare (30)

AKKU MENSCH, 10.09.2011 23:27
Die Schule, die das ganze Leben dauert und in der das praktische und berufliche Handeln integriert sind, ist das, was ich anstrebe. Die Inhalte der Lehrpläne sind nur ein kleiner Teil eines grundsätzlicheren Problems: wie organisiere ich mein eigenes frei-Leben oder auch nur eine stinknormale nicht inhalts- nicht einkommensfixierte Karriere mit der täglichen Pflicht, die Kinder immer für eine vorgeschriebene Zeit an ein fixes Ziel zu bringen, ungeachtet dessen, ob diese da gut und gern lernen?

Wie wird solchen Eltern, die auch gern mal verreisen, um Lebensgemeinschaften zu gründen, Seminare zu geben und teilzunehmen und deren Kinder dabei wertvollste Lebenserfahrungen machen, entgegengekommen?
Richtig, es geht nur mit Schummelei durch betreffende Lehrer, Lügenkonstrukte, viel Geld, die Kinder fremdbetreuen zu lassen und damit aus der Erwachsenenwelt "wegzudelegieren".
Dass jemand abends einen Babysitter braucht oder das Kind vor der Glotze lässt, weil er von einem ELTERNABEND erst zu spät nach Haus komme, dass der ganze Konflikt zwischen Berufs- und Privatleben erst so stark entbrennt, das finde ich nicht normal!

Kinder gehören dazu und haben ihre Bedürfnisse. Das ist eine Herausforderung für uns als die, die sie gewollt haben und als Nachfolger und Erben haben möchten. Aber das heißt nicht, dass wir uns selbst und ihnen starre Formregeln geben, die sie und uns künstlich und zusätzlich belasten.
Selbst ein mehrheitlich gefordertes "Pflichtgrundwissen" kann effektiver in kürzerer Zeit vermittelt werden als durch das Absitzen einer vorgegeben Unterrichtszeit.

Das "Hereinreden" der Staatsgewalt ist an sich etwas perverses.
Eltern, die einfach mal einen Tag länger irgendwo mit den Kinder bleiben wollen, müssen sich der SChulpflicht beugen. Die ganze Spontanität, die man vielleicht gerade als Erwachsener im eigenen Entschulungsprozess gewonnen hat, wird gebremst durch die Schulpflicht der eigenen Kinder, die sich meiner Meinung noch stärker in der pflichteinhaltung eines vorgegebenen Rhythmus zeigt als im Durchprügeln eines Programms.
Das ist doch ungesund und mit ein Grund, warum so viele alternativ eingestellt Menschen gar nicht über Kinder nachdenken! Wie trampt man mit einem 10jährigen durch Südamerika?
Wieso muss ein hochbegabter Schüler um Erlaubnis bitten, sich freizunehmen für eine Veranstaltung, wo er älteren Schülern was beibringt? Der Grund zu fehlen ist tausendmal sinnvoller als Krankheit (mitunter leiden ja sogar Grundschüler an psych. Krankheiten oder erkranken psychosomatisch, wenn sie mit dem Rhythmus, Leistungsdruck oder Mobbing nicht mehr zurechtkommen).
Auch für politische Aktivitäten sollte sich ein Schulpflichtiger nicht freistellen lassen müssen. Er geht da hin, weil er was verändern will.
Er macht einfach Demo anstelle von langweiligem passiven Schulschwänzen und zeigt in der Öffentlichkeit, dass er mehr lernt außerhalb seiner Schule, wo er ggf. nur gemobbt wird.
Was würde wohl das Jugendamt oder die Schulordnung sagen, wenn eine Mutter ihr Kind lieber zu einer Sitzblockade oder Baumankettung mitnimmt, anstatt es zum Absitzen von 3 Fehlstunden und dem Mobbing auf dem Schulhof am selben Tag in die Schule zu schicken? Wir leben in einer Zeit, in der wir uns solche besonders im Fall von Kindern verklausulierten Regeln nicht mehr leisten können, um grundlegend das Miteinander zu verändern!

Und noch ein wichtiger Punkt
Das freundliche Beobachten und Begleiten ohne jugendamtlichen "Sanktionscharakter", also externe Bezugspersonen, die bei der Unterstützung eines Kindes helfen, das sich kulturell oder menschlich in die Enge getrieben sieht, halte ich für um so wichtiger! Dem KIND muss das Recht eingeräumt werden, sich bei der Durchsetzung seiner Interessen Hilfe zu holen (etwa wenn eine kleine Muslima gern schwimmen lernen will gegen den Willen der Eltern oder konservativ-christliche Kinder Sexualkunde lernen mögen etc...)

Von daher plädiere ich für eine Ergänzung der Schulformen. ANGEBOT der
Kinderbetreuung, offenen Jugendarbeit und kompetenten Begleitung aller Kinder durch ö...


Matthias Wolf, 11.05.2010 02:41
An alle Lernende, Lehrende, Eltern, Erwachsenenbildner!

Mit diesem Forumseintrag möchte ich Sie über die von mir eingereichte Petition im Bundestag: "Schulwesen - Hausunterricht straffrei stellen" informieren. Für die Mitzeichnung bis zum 16.06.2010 ist es vorher allerdings notwendig einen Account zu erstellen:

epetitionen.bundestag.de

Im Anschluß haben Sie die Möglichkeit, sich an vielen engagierten Bürgerpetitionen im Bundestag zu beteiligen.
Abgesehen von der Petition "Schulwesen - Hausunterricht straffrei stellen" findet auch ein reger und informativer Forumsblog statt.
Sie sind herzlich eingeladen! Über Ihre Mitzeichnung würde ich mich freuen!

Kurztext

Der Deutsche Bundestag möge beschließen ...das häusliche Lernen bzw. den Hausunterricht zu erlauben und straffrei zu stellen.

Begründung

Hausunterricht oder Homeschooling wird in allen EU Ländern und englisch sprachigen Ländern bereits schon länger mit großem Erfolg praktiziert und erweist sich immer mehr als der Bildungsweg der Zukunft. In Deutschland ist es eine noch weitgehend unbekannte und mit zahlreichen Vorurteilen behaftete Form des Lernens. Die unzureichende Vermittlung von ethischen und moralischen Grundwerten an öffentlichen Schulen, Gewalt und Mobbing, negative Sozialisation der Kinder, fehlende Lernfreude, sinkendes Bildungsniveau, die Unfähigkeit vieler Schulen Kinder individuell zu fördern und ihrem persönlichen Begabungsprofil zu bilden, haben dazu geführt, dass immer mehr Eltern sich Alternativen im bestehenden Bildungssystem wünschen. Bis dato existiert die Schulpflicht in Deutschland, statt einer sinnvolleren Lernpflicht. Schule wird somit in Deutschland direktiv verordnet. Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten wollen, müssen mit staatlichen Strafmaßnahmen wie Bußgeldern rechnen und werden somit unnötig kriminalisiert. Es sollte mündigen Bürgern frei gestellt sein, wo sie ihren Kindern Bildung zukommen lassen. Alle staatlichen Sanktionsmaßnahmen gegen Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten, sollten aufgehoben werden.

Freundlicher Gruß

Matthias Wolf - Vater von 2 Kindern - Referendariatsanwärter


Ulrich Behrenz, 24.02.2010 20:23
gehe mit Frau Neubronners Ansichten absolut konform. Die Einschränkungen freiheitlichen Handelns werden staatlicherseits zunehmend eingeschränkt und dürfen einfach nicht hin genommen werden.

Mich stört lediglich der Ausdruck "Homeschooling". Warum nicht "Hausunterricht"? Meine englische Frau ist immer amüsiert, wenn Deutsche sich mit der vielfach auch fehlerhaften Verwendung von Anglizismen den Anschein von Weltoffenheit geben wollen.


Franz Mehring, 19.02.2010 23:20
Werter insider,
glauben Sie eigentlich an den Irrsinn, den Sie hier immer wieder vorbringen,
oder macht es Ihnen nur einfach Spass, die Provokation zu suchen?
Wir leben im Jahre 2010 und ich sehe, der Begriff "ewig Gestriger" bekommt für Ihre Peron eine ganz eigene, eine neue Bedeutung. Woher kommt dieser Hass auf dieses Land?


insider, 18.02.2010 12:22
Die Homeschooler in Deutschland kritisieren zu Recht die Herkunft des Schulzwanges, der nicht gleichzusetzen ist mit der Schulpflicht. Homeschooler haben gegen eine Schulpflicht sicherlich nichts einzuwenden, wenn sich diese durch Homeschooling quasi lösen lässt.

Hier zwei Zitate maßgeblicher Personen des Dritten Reiches, in deren Geiste der Schulzwang gesetzlich normiert wurde:

1.
5. Januar 1943, der Reichsjustizminister Dr. Thierack:

"Das innere Gesetz des Rechtswahrers ( Richters ) sei der Nationalsozialismus. Das geschriebene Gesetz sei nur die Hilfe zur Auslegung der nationalsozialistischen Idee."

2.
Der Reichsjustizminister Dr. Thierack, vorher Präsident des Volksgerichtshofes, an seinen Nachfolger dort, nämlich Freisler in einem Brief:

"Im allgemeinen muß sich der Richter des Volksgerichtshofes daran gewöhnen, die Ideen und Absichten der Staatsführung als das Primäre zu sehen, das Menschenschicksal, das davon abhängt, als das Sekundäre..." Zitatende

Recherchen zeigen, dass eine Vielzahl aus dem Dunstkreis dieser Fanatiker des nationalsozialistischen Gedankengutes bis heute auch in Deutschland ihr Unwesen treiben, besonders in der vollziehenden Gewalt und den Gerichten aber auch Scheins in der Hochschullehre. Namen von Kommentatoren des Bonner Grundgesetzes weisen darauf hin: von Mangoldt, Maunz, Dürig, Schmitt, Herzog, Papier...

So lange sich die Bevölkerung nicht selbst kümmert, wird sich der Geist der Freiheit, so wie er im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland für jedermann verbürgt ist, nicht frei entfalten können.


Friedemann, 16.02.2010 20:22
Habe kürzlich Frau Neubronner in einem Interview im Radio gehört und mich vollends von ihren Argumenten überzeugen lassen, die ich kurz aufzählen möchte: deshalb dieser verspätete Kommentar:
1. Es steht hinter der Entscheidung keine Ideologie, sondern die Erkenntnis, dass in dem individuellen Fall eine Beschulung in einer öffentlichen Schule zu Problemen geführt hatte, eine Beschulung zu Hause hingegen zu besseren Ergebnissen führte und der Unterrichtsstoff erheblich schneller als in der Schule bewältigt wurde,
2. Außer in Deutschland gibt es überall in der Welt die Möglichkeit des Homeschoolings, in Russland wird es sogar finanziell unterstützt.
3. Eliteuniversitäten wie Harvard nehmen bevorzugt Homeschooler auf, weil sie von den vorzüglichen Voraussetzungen überzeugt sind.


Freigeistin, 09.02.2010 17:05
Liebe Frau Neubronner! Vielen Dank für ihr informatives und reflektiert arkumentiertes Interview!
Ich wünschen Ihnen, Ihren Kindern sowie allen anderen Freilernen in Deutschland, dass sie ihren alternativen Bildungsweg bald frei und in Frieden leben dürfen!
Ich habe mir den von Ihnen im Interview empfohlenen ZDF-Film "37 Grad" zum Thema angesehen. Ich finde es großartig von Ihnen wie unbeirrt und stark sie sich für die Freiheit einsetzen. Traurig nur, dass der unreflektierte Widerstand so heftig sein muss. Für Ihren nächsten Schritt viel Glück!!! Mit Dank für ihr Engangement! Freigeistin


Franz Josef Neffe, 08.02.2010 14:51
Der letzte Meister in der Schule ist der Hausmeister. Die alten Schulmeister sind längst perfekt instruierten Unterrichtsvollzugsbeamten gewichen, die sich zu Hause nicht nur ihre "pädagogischen Deutimpulse" auf Papier festschreiben sondern dazu auch noch die möglichen vorgesehenen Schülerantworten. Der weisungsbefugte Herr Schulamtsdirektor würde sonst DRUCK machen, wenn sie das vernachlässigen.
Unsere Schulen sind also de facto sowieso keine Schulen. Schule kommt von griech. SCHOLAE und das von ECHEIN = HABEN. Wenn die alten Griechen so im Stress waren, dass sie nicht mehr alle (fünf Sinne beisammen) hatten, gönnten sie sich SCHOLAE: eine Pause, um wieder zu sich zu kommen und wieder mit sich eins zu werden. Das versuche heute mal in der Lehrplanvollstreckungsanstalt, die wir Schule nennen!
Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es das Natürlichste von der Welt, dass man vor dieser "Schule" flüchtet und sich in Sicherheit zu bringen trachtet, zumindest sie schwänzt.
Als ich in der Sonderschule zur Prüfung antrat, hatte ich Ramona in der 7.Klasse. Mein Schulleiter sagte, ob ich ein guter Lehrer sei, könne er an den Fehltagen von Ramona ablesen. Sie hatte jedes Jahr wenigstens das halbe Jahr an sinnvolleren Orten verbracht. Bei mir fehlte sie in der Kennenlernphase 10 Tage, dann kam sie immer, auch wenn sie krank war. Ich habe es ihr nicht leicht gemacht. Aber ich habe sie geachtet. Meine Schule ist die neue Ich-kann-Schule, und da kommt immer grundsätzlich zuerst der Mensch.
Wenn unsere Schulen nicht grundsätzlich das krasse Gegenteil eines HOMEs wären, bräuchte Homeschooling womöglich kein Thema sein. Wenn unsere Schulen nicht ständig das Lernen pervertierten, wäre Freilernen nicht akut.
Was sagt denn unsere "Schule" und der politische Überbau zu einer konkreten Problemlösung? Sie sagen immer gepeinigter: "Ich kann nicht."
Man kann kein Problem auf dieser Welt dadurch lösen, dass sich alle Welt nach den dümmsten und egozentrischsten Neurotikern richtet und unter dem Niveau ihres Ich-kann-nicht scheinlebt.
Da Dummheit irgendwann auch wehtut, wird sich das Problem füher oder später von selbst lösen. Schaumermal!
Franz Josef Neffe


justinusfebronius, 06.02.2010 16:36
Man muss sicher den Homeschooling-Eltern zugestehen, daß sie nur das Beste und Richtige für ihre Kinder wollen. Reichlich lächerlich ist es aber, wenn sie sich gleichzeitig darüber beklagen, daß die Schulen bzw. das staatliche Schulsystem genau dies für sich beanspruchen.
Wo sind denn bitte die Eltern objektiver als das staatliche Schulsystem? Sicher geht dieses von bestimmten Werten und Annahmen aus, die nicht immer ganz nachvollziehbar sind. Aber was tun denn die Eltern? Genau das Gleiche! Wenn man der staatlichen Schule vorwirft, der Sexualkundeunterricht diene ja nur der Vermittlung der Ideologie des Gender-Mainstreaming, dann fragt man sich doch ernsthaft, ob ein Verzicht darauf aus fundamentalchristlicher Überzeugung denn weniger ideologisch motiviert ist.
Und: Wenn die Kinder einen staatlichen Schulabschluß erhalten sollen, dann müssen sie auch eine entsprechende Prüfung absolvieren- und in der werden dann die von den Eltern verschwiegenen und abgelehnten Inhalte abgefragt....
Also fällt das Kind entweder durch oder es tritt gar nicht erst zur Prüfung an. Folge: Ohne einen Schulabschluß steht es da und der Erfolg auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt wird sich in Grenzen halten...
Außerdem: Wer verdient denn das Geld für die Familie, wenn die Eltern damit beschäftigt sind, ihre Kinder zu unterrichten? Muß ihnen das der Staat geben, weil Homeschooling ja ein Menschrecht ist? Oder ist das Ganze nicht nur einfach ein Luxusproblem einiger durchgeknallter Oberschichtler die Langeweile haben und sich bei der Erziehung ihrer Kinder selbst verwirklichen wollen (man entschuldige die etwas polemische Formulierung!!!)?
Kurz: Das Problem ist weniger einfach als es seine Befürworter gerne hätten.
(Und noch etwas: Gegen die Schulpflicht nur einzuwenden, daß sie ja im Dritten Reich eingeführt wurde- na, das ist mal wieder ein schönes Totschlagargument mit dem man der Frage nach Sinn und Unsinn geschickt aus dem Weg gehen will....)


Noah, 02.02.2010 20:35
@insider
Eine wirklich lustige Sequenz habe ich in Ihrem letzten Kommentar ja glatt überlesen!
"...aber Noah hat offensichtlich einen anderen Auftrag hier, welchen, wir(d) er sicherlich nicht nennen wollen..."
Wer sich diesen Satz mal auf der Zunge zergehen läßt, wird ohne Boshaftigkeit einräumen müssen, dass an meiner Einschätzung, Sie seien paranoid und würden hier Verschwörungstheorien verbreiten, etwas dran sein könnte.

Viel Spaß noch beim künftig von mir unbehelligten kommentieren und ... Tabletten nicht vergessen!




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Baden-Württemberg erwägt Klage gegen Länderfinanzausgleich
Athens Umschuldung kostet Deutschland Milliarden
Familie
Seelisch-Moralische Unversehrtheit der Kinder bewahren! Interview Hedwig von Beverfoerde
Lebensschützer demonstrieren in Washington
Familienschutz fordert Prüfung der Lehrinhalte zur Sexualerziehung in Berlin
Autoindustrie
Daimler fährt Rekordgewinn ein
Sprit so teuer wie nie
Aral hält Bezinpreis künstlich hoch
Wahlen
FDP bleibt im Umfragetief
Santorum gewinnt drei Vorwahlen
Merkel nach Sarkozy-Interview in der Kritik
1945-49/Verfassungsbruch1990
Ein politisch tatsächlich bedeutsames Plagiat: Der Verfassungsbruch von 1991
Demonstrative Einigkeit um Zentrum für Vertriebene
Deutscher Richter: Bananenrepublik in Sichtweite
Justiz
Umstrittenes EU-Urheberschutzgesetz blockiert
Europarat gegen Euthanasie
Weiter Streit um Vorratsdatenspeicherung

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