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Das Schweigen der Männer - Eckhard Kuhla
Weitere Themen: Allgemein, Reformen, Familie



In Zeiten des überall gegenwärtigen Gender Mainstreaming sind Fragen zur Gleichstellung, Geschlechterdiskriminierung und Rollenverteilung aktuell wie nie zuvor.  FreieWelt.net sprach daher mit Eckhard Kuhla, einem der Gründer der Arbeitsgemeinschaft "AGENS e.V.", die sich die Verwirklichung der Geschlechterdemokratie und die Wiederentdeckung des Mannes durch sich selbst zum Ziel gesetzt hat.

FreieWelt.net: Was sind die Ziele der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft „AGENS e.V.“?

Eckhard Kuhla: Wir haben AGENS  gegründet, weil schlicht und ergreifend das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes im Artikel 3 in Politik und in den Medien  zunehmend missachtet wird. Unsere Gesellschaft hat inzwischen die Opferrolle und die Diskriminierung der Frauen als rituellen Empörungszwang verinnerlicht. Und der Mann? Werden Männer lächerlich gemacht, lachen Frau  UND Mann! Werden Männer diskriminiert, empört sich weder Frau noch Mann! .Wo bleibt denn da die Empörung der Männer? Empörung ist die erste Stufe zur Auflehnung, meinte Adorno.

Wir wollen uns empören! Und zwar bundespolitisch. Das ist unser Agens! Das Schweigen der Männer und das Fehlen einer zentralen, männerpolitischen Präsenz, war auch ein  Anlass, AGENS zu gründen. Unter männerpolitischen Präsenz meinen wir das Initiieren und Betreiben  einer eigenständigen Männerpolitik. Um  auf der bundespolitischen Ebene tätig zu werden, bedarf es geistigen Rüstzeugs. Und damit bin ich auf einer anderen Ebene, auf der sich bisher Männergruppen noch nicht tummeln: Die Männerforschung! Unser Rüstzeug dazu war das Buch der Gründungsmitglieder „Befreiungsbewegung für Männer“, ein Sammelband, der aus Beiträgen von anerkannten Psychologen, Pädagogen, Sozialwissenschaftlern, von Männern wie Frauen, besteht. Ein Kernsatz daraus ist, ich zitiere: „Nur der Mann, der erkennt, wie eingeengt und riskant seine tradierten Rollenprägungen einerseits und die feministischen Rollenzuweisungen andererseits ihn selbst und seines gleichen schaden, kann für die Männeremanzipation handlungsfähig sein“. Das ist in meinen Worten: die „Wiederentdeckung des Mannes durch sich selbst“, indem er ab und zu mal, bildlich gesprochen, aus seinem Hamsterrad aussteigt und innere Einkehr hält.  Also die Defizite wie  aktive Bundespolitik und Männerforschung waren die Treiber für AGENS. Als  Ziel formulierten wir dann die Bildung einer „Arbeitsgemeinschaft zur Verwirklichung der Geschlechterdemokratie“. Unter Geschlechterdemokratie verstehen wir  einen „New Deal“ im Dialog der mündigen Frau mit dem mündigen Mann. Die derzeitige „Maskulist gegen Feminist“ Diskurs im Internet zeigt das glatte Gegenteil zu dem, was wir wollen, nämlich das fast zwanghafte Abgrenzen verschiedener Männergruppen gegeneinander. Wir streiten für das Miteinander der Männer UND das Miteinander von Frau und Mann! Unser Mission Statement haben wir auf unserer Webseite im „Berliner MANNifest“ formuliert.

FreieWelt.net: Wieso gründen Sie eine neue Arbeitsgemeinschaft statt sich einer der bestehenden Männerinitiativen anzuschließen?

Eckhard Kuhla: „Anschließen“ heißt ja, sich den Zielen und den Wegen der Anderen an zu schließen. Mir steht es hier nicht an, die anderen Männer - Gruppierungen zu bewerten. Ich kann hier nur das wiedergeben, was ich von den unerwartet vielen Frauen und Männern höre, die sich in den letzten Wochen nach der Gründung für uns interessieren und bei uns mitarbeiten(!) wollen. Es sind Aussagen wie:  Endlich mal eine Gruppe, die Männer und Frauen aufnimmt und sich für den Geschlechterausgleich einsetzt! Mit anderen Worten: es bestand  wohl  ein latenter Bedarf für eine solche Gruppierung wie AGENS...
Das erste Auftreten unserer  Autorengruppe mit dem „Niersteiner Kreis“, dem Vorläufer von AGENS, im letzten Frühjahr zeigte in den Internetforen: Wir sind mit unseren ersten Leitsätzen in ein Wespennest gestoßen. Mit der Folge, dass – wenn überhaupt – die Feministen uns schlicht in die konservative Ecke stellten, oder - noch irritierender –  sich   über uns lächerlich machten

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Die Feministinnen schwiegen, ein für sie in solchen Fällen übliches Verhalten.

Und, wenn ich noch einen persönlichen  Grund anführen darf: ich initiiere und bewege gerne selber solche Aktionen, bin gerne selber ein Agens….

FreieWelt.net: Laut Eigenaussage wollen Sie Männer „aus tradierten Rollenkäfigen befreien“.  Will  genau das nicht auch das von Ihnen kritisierte Konzept des Gender Mainstreaming?

Eckhard Kuhla: Eine spannende Frage! Ja, es ist richtig, AGENS und Gender Mainstreaming wollen die Männer aus ihren tradierten Rollen befreien. Der entscheidende Unterschied liegt allerdings im Menschenbild:
Dem Menschenbild von AGENS liegt die unveränderbare Differenzierung Mann und Frau zugrunde. Auf dieser Basis haben sich Rollenbilder und werden sich Rollenbilder in einem iterativen Prozess verändern.

Gender Mainstreaming geht von einem veränderbaren Geschlecht, pardon,  „Gender“ aus. Oder mit anderen Worten: „Mann“ und „Frau“ sind kulturell - gesellschaftliche Produkte. Daraus folgt logischerweise: Ich kann die Rolle des Mannes  und der Frau politisch verändern. Ihre Rollen sind  in ihrem gesellschaftlichen Wirken  sogar austauschbar, wie z.B. Mutter und Vater. Auf Basis dieser  wissenschaftlich unbewiesenen Annahmen  kann ich eine Gesellschaft  „umerziehen“, so titelte der „Spiegel“  letztes Jahr.  „Männlichkeit“ und  „Weiblichkeit“ werden in diesem Kontext  allmählich zu Tabuthemen, da diese Zuschreibungen den „tradierten“  Rollenbildern zugerechnet werden.                                              

Somit ist Gender Mainstreaming in der Lage sich das Ziel zu setzen, auf allen Ebenen in Politik, Wirtschaft und Politik die Geschlechtergerechtigkeit nach dem Gleichheitsprinzip durchzusetzen. Dazu bedient es sich vernetzter Strukturen, wie  Institutionen zur Gleichstellung, Verordnungen, Checklisten und vieles mehr. Allerdings ist der Trend zur Frauenförderung in allen Bereichen klar erkennbar.

Solcherlei Ziele und Festlegungen brauchen wir nicht. Wir betrachten Mann und Frau als selbst bestimmte  Wesen und lehnen deswegen staatliche Rollenzuweisungen ab. Eine Männerbefreiung, eine Männerbewegung kann nur als ein Prozess von unten gesehen werden. Wir sind der Meinung, dass nur selbst bestimmte Bürger einen Dialog auf Augenhöhe hin zu einer Geschlechterdemokratie führen können.                                                                                                                                                                          

Unser Weg unterscheidet sich also erheblich von dem des Gender Mainstreaming. Interessanterweise  einigte sich die Regierung im Koalitionsvertrag eine „eigenständigen Männerpolitik“ zu entwickeln“. Wir hoffen, dass dieses Vorhaben im politischen Folgeprozess zu einem Dialog aller relevanten Männergruppen führen wird. Wir fühlen uns jedenfalls eingeladen.

FreieWelt.net: Sehen Sie nicht die Gefahr, dass jetzt ergänzend zu Frauen- und/oder Gleichstellungsbeauftragten Posten für Männerbeauftragte geschaffen werden und Probleme so instutionalisiert, aber nicht gelöst werden?

Eckhard Kuhla: Das ist so! Deswegen macht ein Männerbeauftragter nur Sinn, wenn er neben einer Frauenbeauftragten in einer „Gleichstellungsstelle“ gestellt wird. Beide würden dann Hand in Hand arbeiten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die jetzigen Gleichstellungsbeauftragten  überwiegend nur Frauen vertreten. Ein Grund dafür ist, dass Männer nach dem Gleichstellungsgesetz weder ein aktives noch ein passives Wahlrecht haben! Dieses Gesetz wurde übrigens mit männlicher Mehrheit verabschiedet!  Für mich ein völlig unverständlicher Vorgang!

FreieWelt.net: Auf welchem Weg wollen Sie Ihre Ziele erreichen?

Eckhard Kuhla: AGENS wird auf zwei Ebenen tätig werden: Aufklärung und Aktion. Die Frauenbewegung ist uns da um viele  Jahre voraus, was Informationen und Aufklärung über die Situation der Frau in Politik und Gesellschaft anbelangt. Als erstes müssen wir öffentliche Aufmerksamkeit  erzeugen. Das werden wir professionell mit einer PR-Agentur angehen.                                                                                                              

Unter Aufklärung verstehen wir Information der Männer über ihre Rolle im  „Hamsterrad“, sowie generell  die Situation des Mannes in  der heutigen Gesellschaft, die zusehends von den tradierten Rollenvorstellungen der meisten Männer abweicht.                                                                

Hinsichtlich einzelner Aktionen  denken wir z.B. an einen Brief für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. Die breite Öffentlichkeit werden wir mit Vortragsveranstaltungen, Seminaren etc. zentral in Berlin und in der Region informieren. Themen werden unter anderem sein: Jungensarbeit, Männergesundheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Väter. Und AGENS wird besonders  die Rolle eines „Wadlbeißers“ wahrnehmen. Das heißt wir werden in Fällen von Verfassungsbrüchen auch Verfassungsklagen initiieren. Eine Verfassungsklage ist bereits aktuell in Vorbereitung. Geplant ist auch eine Buchreihe „Männerforschung“. Mehr können wir noch nicht verraten. Wir hoffen, dass wir durch unsere Aktionen auch das unsägliche Lächerlichmachen des Mannes nicht mehr zum guten Ton gehört!                                                                                                                                        

Unser erstes große Event planen wir für  2011: das „Symposium 2011“  in Berlin mit geplanten 2000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Unser Motto wird sein „Freude, Feiern, Familie“! Sie sehen, Geschlechterpolitik kann auch Spaß machen!

Das Interview führte Fabian Heinzel

(Foto: Eckhard Kuhla)



Redaktion, 21.12.2009 10:35 | Kommentare (8)

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  Kommentare (8)

Gockeline, 07.02.2010 10:56
Männer haben ihre Entwicklung zu lange verschlafen,weil sie nicht erkannten was mit ihnen geschieht.Zuerst waren alle Männer zu richten Männer getrimmt worden,was man auch darunter alles verstehen mag. Dann kam die Frauenbewegung mit ihren radikalen Feministinnen die die Männer vollends aus den Angeln gehoben haben.Nun wurden Männer zu Anhängsel von Frauen.Frauen benutzen Männer wie Marionetten.Sie waren stets bemüht den Frauen zu gefallen.Sie gaben sich selber auf und wurde zu besseren Frauen und Mütter erzogen.In der Schulen waren sie früher einmal die Bevorzugten.Das drehte sich schnell nach der Frauenbewegung.Heute sind Jungen die Benachteiligten in den Schulen.Frauen sind heute dabei, Männer ständig zu erziehen um sie aushalten zu können.Zufriedener wurden sie nicht dabei.Heute werden Jungen von alleinerziehenden Frauen erzogen nach Frauenideale, um später von ihren Partnerinnen weiter erzogen zu werden.
Das ist heute Männerschicksal.Frauen machen heute Politik nur für Frauen und ihre Ideale.Sie ist nicht förderlich für die ganze Gesellschaft.Frauen sind auch nicht einsichtig.Zur Not setzen sie dann ihren Sexus ein.


Sandra, 27.01.2010 11:12
@Pauline: Das Problem ist, dass dies gar niemand wirklich wissen will. Denn als Konsequenz müsste man ja darüber nachdenken, ob das Geld sinnvoll angelegt ist. Und genau da beginnt dann die Schwierigkeit bei dem Thema, denn jeder, der Gelder für Gleichstellung oder gar Frauen-"Arbeit" streichen will, begibt sich sofort in die frauenfeindliche Ecke und ein rationales debattieren wird sofort unmöglich.

helga müller, 25.01.2010 10:15
Vergessen Sie bitte nicht, daß mittels dieser unsäglichen Gendermainstreambewegung auch die politische Einflußnahme in nichtwestlichen Ländern versucht wird.
Gendermainstream ist zur Ideologie gemacht worden. Allein in Deutschland werden Lehrstühle dafür vergeben (Frau T.Wobbe z.B. in Erfurt).
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung Ihres Vereins.
Freundliche Grüße aus Thüringen von Helga Müller


Martin, 22.01.2010 00:58
Zu diesem Thema empfehle ich den Aufsatz von Prof. Dr. jur. Karl-Abrecht Schachtschneider, "Rechtsproblem Familie",
http://www.kaschachtschneider.de/Schriften/Dokumente-herunterladen/Familie-Ver_ffentl-1.pdf


Alpha-Zyniker, 12.01.2010 08:03
Wenn Herr Kuhla sagt "Wir streiten für das Miteinander der Männer UND das Miteinander von Frau und Mann!" dann verkennt er die Situation vollständig.

Für beide Miteinanders ist es längst zu spät. Jeder einigermaßen normale Mann hat sich längst damit abgefunden, dass er dulden muss, von jeder Frau in jeder Form (d.h. ausdrücklich auch unter Gebrauch der Fäkalsprache) beschimpft zu werden. Weil er aber i.d.R. doch noch etwas zu verlieren hat, und sei es nur der Wochenendkontakt zu seinen Trennungskindern, hat er sich in der Folge aus gesellschaftlichen Engagements in die innere Kündigung zurückgezogen und erwartet von dieser Gesellschaft nichts Gutes mehr.

Die sog. Männerbewegung wird hingegen zumindest verbal von jenen dominiert, die entweder nichts mehr zu verlieren haben oder die ganz andere Ziele als nun ausgerechnet Gleichberechtigung haben. Ob nun gescheiterte Existenzen von einer natürlichen Hierachie der Geschlechter schwadronieren, Homophobe ihre Neurosen ausleben oder religiöse Fanatiker Anhänger rekrutieren wollen: Dort ist der einigermaßen normale Mann etwa ebenso gut aufgehoben wie in der Redaktion einer bekannten Kölner Frauenzeitschrift.

In dieser Situation kann der besagte einigermaßen normale Mann, der 1980 noch größte Sympathien für die Frauenbewegung hatte, nur noch schweigend auf den baldigen Zusammenbruch dieser Gesellschaft ala DDR hoffen und solange in Deckung bleiben.


Jacob, 11.01.2010 17:45
In den beiden Kommentaren sind einige wichtige Fragen angeschnitten worden: In der Tar, Gender Mainstreaming kostet viel Geld und hebelt das Leistungsprinzip aus (oder hebt es ganz auf) und ist somit eine direkte Ingerenz in die freie Marktwirtschaft (in extremo in Norwegen, wo Privatunternehmen durch den Staat dichtgemacht werden könne, wenn die 40% Frauenquote nicht einhalten). Man hat schon das Recht und die Pflicht zu fragen, was das kostet, kurzfristig und langfristig.

Beim zweiten Kommentar handelt es sich um eine Vernebelung des Themas. Vielleicht zu viel und zu lange in den Kategorien von Strukturen, Quoten und Gesellschaftsziel Gleichmacherei gedacht (oder gewirkt?) und zu wenig (wenn überhaupt) Platz für freie Entscheidungen von mündigen Individuuen nach ihren Präferenzen gelassen - genannt Demokratie. ich weiß nicht, ob Frauen und ihre Selbstachtung gut bedient sind, wenn sie ihre Position nicht "erkämpfen" sondern vom Staat Staat zugewiesen bekommen. Das gab es schon in einer ganz anderen Gesellschaftsordnung. Gender Mainstreaming macht in der Realität und angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse (und nicht unbewiesener oder widerlegter a priori-Annahmen) schlicht keinen Sinn und entsprechend fallen auch die beobachteten Konsequenzen seiner Anwendung aus. Die Frage der Frauen- oder der Männerbewegung ist davon zu trennen. In der Tat ist eine Gesellschaft ohne Frauenbewegung denkbar, aber das wird im Artikel nirgendwo postuliert. Meine Beobachtung ist, daß die Mehrheit der Männer - im Gegensatz zu dem, was kurioserweise immer noch in manchen feministischen Köpfen herumschwirrt und unhinterfragt fortgeschleppt wird - weder etwas gegen die Frauenbewegung haben noch gar eine Restauration von etwas Vergangenem wollen. Die Frauenbewegung ist eine gut etablierte Tatsache und der Ausgangspunkt, den man nicht ungeschehen machen odet vernachlässigen kann. DAS ist der Grund für die Entstehung der Männerbewegung, die Vorstellung der Männeremanzipation ist letztlich eine Antwort auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und Jahre. Was die Geschlechterpolitik im engeren Sinne angeht, gibt es logisch zwei Möglichkeiten: entweder gehört die gesamte gegenwärtige von oben aufgezwungene und verfassungswidrige Gleichstellungspolitik abgeschafft, die Stellen ersatzlos gestrichen und das Geld der Entwicklung des Wohlstandes für alle zugeführt. Oder man beginnt mit einer Gleichstellungspolitik, die diesen Namen verdient, das heißt in der nicht nur einseitig die Interessen einer schmalen Berufsfeministinnenlobby bedient werden, sondern auch die Interessen der Männer gleich stark artikuliert und gefördert und in der Frauen wie Männer denselben Einfluß, Möglichkeiten, Finanzmittel, paritätische personelle Ausstattung und so weiter haben. Alles andere wäre ungerecht und unzeitgemäß und letztlich undemokratisch. Vielleicht könnte man so irgendwann genau diese Paranoia, daß man bestimmte Gruppen auf Kosten anderer durch wachsame Kommissarsstellen "fördern" muß überwinden und zum gegenseitigen gesellschaftlichen Zuhören und Dialog zwischen den Geschlechtern übergehen. Die Bürokratisierung des Geschlechterdialogs muß entweder streng gerecht gestaltet, oder durch weniger rigide Formen des Dialogs und Rücksichtnahme ersetzt werden. Wir sollten mehr Demokratie und gegensetigen Respekt wagen. Scheinheilig, oder einfach bequem ist höchstens einerseits die gegenwärtigen Privileggierungs- und Diskriminierungsstrukturen voll auskosten und andererseits die erstarkende Männerbewegung mit anachronistischen oder gedankenlosen Argumenten zu beschimpfen.


maromano, 03.01.2010 20:42
Wenn man bei Agens „Mann und Frau als selbst bestimmte Wesen“ betrachtet und „deswegen staatliche Rollenzuweisungen ab(lehnt)“, ignoriert man gesellschaftliche Strukturen. Genau darum gibt es ja Quoten, weil eine Angleichung ‚von allein’ viel zu lange dauern würde und (strukturell bedingte)Ungerechtigkeiten dann noch viel länger bestehen würden. Und wenn man schon der Meinung ist, eine Frauenbewegung oder das Gender Mainstreaming seinen unnütz bis schädlich und die Frauen hätten doch lieber eigenständig und „ohne staatliche Rollenzuweisung“ Positionen erkämpfen sollen – wozu braucht man denn dann eine „Männerbewegung“? Diese würde letzten Endes ja auch wieder zu Gesetzen bzw. Regulierungen „von oben“ führen – schließlich fühlt man sich ja bereits eingeladen zu Gesprächen über eine „Männerpolitik.“ Das ist doch genau dasselbe Prinzip. Es ist scheinheilig, dieses für Männer gern in Anspruch zu nehmen und für Frauen zu verteufeln.

Pauline, 01.01.2010 19:49
Gender Mainstreaming.
Haben wir Steuerzahler nicht das Recht, zu erfahren, was dieser Bürowust kostet, und vor allem, was dabei bisher heraus gekommen ist?



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