März 2007 enthaltene Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass "Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit" ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn er sich in den Medien oft so oder ähnlich findet. Wir haben die Rede daher aus dem Netz genommen und danken Ihnen für diesen Hinweis.“
FreieWelt.net:
Welche Auswirkungen haben Quotenregelungen auf die Qualifikation und Motivation der Arbeitnehmer in den Bereichen, in denen sie gelten, und auf die Qualität der dort geleisteten Arbeit?
Eugen Maus: Es geht bei Quotenreglungen ja immer um Vorteilspositionen, bislang auch nur im öffentlichen Bereich. Mitnichten werden Frauenquoten für die 25 gefährlichsten Jobs verlangt, wo Männer das zweifelhafte Privileg genießen, die weit überwiegende Zahl an tödlichen Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen zu stellen.
Die Quotenforderung hat überhaupt wenig mit dem Fußvolk zu tun. Selbst für die breite Masse der Frauen fällt da wenig ab. Insofern engt sich die Frage nach den Auswirkungen schon mal auf Bereiche ein, in denen die Leistung nicht gerade mit der Stoppuhr ermittelt wird. Letztlich ist diese Forderung nur ein Dauerargument in der öffentlichen Debatte, mit der Politfeministinnen ihre Existenzberechtigung sichern wollen. In Norwegen, so schwärmen sie, müssen börsennotierte Unternehmen eine Frauenquote in den Aufsichtsräten erfüllen. Die Ambitionen von ein paar hundert Karrieristinnen werden uns als großes gesellschaftliches Problem verkauft. Eine Auswirkungen auf Profitabilität und Kursentwicklung hatte das jedoch nicht, wie Untersuchungen der Universität Agder 2006 ergaben. Wie auch? Man mag dazu stehen wie man will, aber Aktiengesellschaften sollen Gewinne erzielen, im Interesse der Beschäftigten und der Anleger, aber nicht für Politfeministinnen.
FreieWelt.net: Haben Frauen ohne Quotenregelungen überhaupt eine Chance?
Eugen Maus: Wir fragen uns natürlich viel mehr, ob Männer mit oder ohne Quoten überhaupt eine Chance haben. Es gibt die Quotenreglung zu Gunsten von Frauen ja längst im gesamten öffentlichen und quasi-öffentlichen Sektor. Sie wird durchgesetzt und überwacht von einem Staat im Staate, einem riesigen Netzwerk von zehntausenden so genannter Gleichstellungsbeauftragter, Frauenreferentinnen, Frauenministerinnen, auf allen administrativen, politischen, gewerkschaftlichen, universitären und sonstigen Ebenen. Dieses Netzwerk ist nicht etwa ein informelles, es ist vielmehr ausdrücklich gesetzlich gestützt und bestens finanziell alimentiert. Es hat nichts anderes zu tun, als vermeintliche oder tatsächliche Benachteiligungen von Frauen zu beklagen. Die viel beschworenen Männerseilschaften in den Führungsetagen nehmen sich dagegen aus, wie ein Kindergarten.
Damit ist die feministische Lobby jedoch nicht zufrieden. Es geht um grundlegende Systemveränderung, getreu dem Spruch von Jutta Limbach (Ex Bundesverfassungsgerichtspräsidentin): „Was wir wollen, ist Macht für Frauen“ Und die letzte Bastion ist die freie Wirtschaft. Da gibt es einen seltsamen Schulterschluss zwischen Gewerkschafterinnen, Unternehmerinnen und Politikerinnen jeglicher Couleur, um grundlegende Prinzipen der Vertragsfreiheit außer Kraft zu setzen. Spitzenpositionen und Gehälter werden dort bekanntlich frei verhandelt, warum also auch nicht auch von Frauen? Aber mit gesetzlichem Diktat und mit Quoten in Spitzenpositionen avancieren zu wollen, ist doch reichlich unsportlich, nicht wahr?
FreieWelt.net: Was wäre für Sie eine familienfreundliche Politik?
Eugen Maus: Eine familienfreundliche Politik ist sicher keine, die Männer mit einem Elterngeld ködern oder vielmehr umerziehen will, mehr „reproduktive Arbeit“ zu leisten. Der Pferdefuß dabei ist nämlich, dass keineswegs im gleichen Zuge die Rechte der Väter ausgebaut werden. Die Praxis der Familiengerichte, nach einer Scheidung weit überwiegend den Müttern alle Rechte die Kinder betreffend zuzusprechen, legt von vornherein fest, wer Gewinnerin und wer Verlierer ist. Das ist eine Einladung an Frauen zu Scheidung und Kindesentzug - beides nicht gerade familienfreundlich. Einerseits verlangt man von Vätern, dass sie sich vermehrt um die Kinder kümmern sollen, aber nach einer Trennung werden darunter offenbar nur regelmäßige Unterhaltszahlungen oder gar gesteigerte Erwerbsobliegenheit des Mannes verstanden und sonst nichts. Eine familienfreundliche Politik muss darin bestehen, beiden Eltern gleiche Rechte zu geben und gleiche Pflichten abzuverlangen. Nur so wäre sichergestellt, das Kinder nicht zum Instrument und zu Verlierern in Scheidungskriegen werden.
FreieWelt.net: Auf welchem Weg wollen Sie Ihre Ziele erreichen?
Eugen Maus: Der wichtigste Weg ist natürlich Aufklärung. Viele Leute glauben inzwischen an die feministischen Mythen von der Lohndiskriminierung der Frauen, von massenhaft gewalttätigen Männern, von verantwortungslosen Vätern. Keine andere gesellschaftliche Gruppe muss sich hierzulande dermaßen diffamieren lassen. Aber viele Männer belächeln unsere Forderungen. Sie fühlen sich nicht benachteiligt. Erst wenn sie nach Hause kommen und die Wohnung leer ist bis auf einen Zettel mit einer Kontonummer für den Unterhalt, oder wenn sie sich um eine Stelle beworben haben, und ihnen beschieden wird, zum Ausgleich der „strukturellen Benachteiligung der Frau“ müsse ihnen eine Frau vorgezogen werden, dann dämmert ihnen vielleicht etwas.
Das gesellschaftliche Gleichgewicht ist ein dynamisches. Nichts bleibt wie es ist, wenn eine Partei einfach nichts tut!
zur Internetseite von "MANNdat"
Das Interview führte Fabian Heinzel
(Foto: E. Maus)