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Kein Konsens über globale Erwärmung - Interview mit Prof. Singer
Weitere Themen: Allgemein, Bildung



Prof. S. Fred Singer ist Physiker und Klimawissenschaftler an der University of Virginia. Er war Chef des US Weather Satellite Service und IPCC-Reviewer. Er gilt als einer der meist-respektierten und am häufigsten veröffentlichten Klimaexperten. Singer leitete das Science and Environmental Policy Project (SEPP), welches er 1990 gegründet hat.

FreieWelt.Net sprach mit Prof. Singer darüber, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens über globale Erwärmung gibt, die Klimaforschung und Ursachen für Klimaschwankungen.

FreieWelt.Net: Professor Singer, Sie waren einer von 160 Physikern der American Physical Scociety, die kürzlich einen offenen Brief an den Senat unterschrieben haben, in welchem sie erklären dass es einen Konsens zur globalen Erwärmung unter Wissenschaftlern nicht gibt. Sind das 160 Außenseitermeinungen?

Fred Singer:
Nein. Die Zahl ist inzwischen sogar auf 210 angewachsen. Unter den Unterzeichnern sind viele Mitglieder der National Academy – und ein Nobelpreisträger

FreieWelt.Net: Warum spielen Meinungen von Wissenschaftlern, die anderer Auffassung sind als vom Weltklimarat (IPCC) vertreten, in der öffentlichen Debatte fast keine Rolle?

Fred Singer:
Ganz einfach: Die öffentlichen Medien scheinen unwillig zu sein, darüber zu berichten

FreieWelt.Net: In der Presse liest man immer wieder von mehr als 4000 Klimawissenschaftlern, die am IPCC Report mitgearbeitet haben. Wie viele Wissenschaftler waren denn tatsächlich an den entscheidenden Passagen beteiligt?

Fred Singer:
Nach Angaben des Britischen Met Office haben 150+ Wissenschaftler tatsächlich am IPCC-Report zur Klimawissenschaft geschrieben. Es gab 600 Mitwirkende und Reviewer, viele von ihnen widersprachen dem IPCC. Und nur 9 Autoren haben das entscheidende Chapter 9 ("Attribution") verfasst, in welchem behauptet wird, dass der Mensch die Ursache für die globale Erwärmung ist.

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FreieWelt.Net: Wenn sich skeptische Wissenschaftler zu Wort melden, hört man vielfach die Erwiderung, es handele sich bei diesen ja nicht um „richtige Klimawissenschaftler“. Was ist denn genau die Definition eines Klimawissenschaftlers?

Fred Singer:
Aus meiner Sicht muss ein Klimawissenschaftler vor allem fundiertes Wissen der Physik, der Strömungslehre und des Strahlentransports haben.

FreieWelt.Net: In dem Brief an den Senat steht auch, dass natürliche Faktoren wie der Einfluss der Sonne oder der von zyklischen Ozeanströmungen bislang zu wenig Beachtung finden. Wie viel wissen wir denn bisher über natürliche Einflussfaktoren auf das Klima?

Fred Singer:
Geologische Belege natürlicher Klimaschwankungen sind im Überfluss vorhanden. Am meisten überzeugend ist dabei die Sonnenaktivität als Hauptursache für Klimaschwankungen.

FreieWelt.Net: Der deutsche Klimaforscher Mojib Latif hat im September auf einer Klimakonferenz in Genf davon gesprochen, dass die globale Erwärmung eine Pause eingelegt habe, die noch 20 Jahre andauern könnte. Begründet hat er dies mit natürlichen Einflussfaktoren wie den Ozeanströmungen. Latif war ja bislang als Hardliner bekannt, der den Einfluss von CO2 als absolut dominierend angesehen hat. Sind das erste Anzeichen für einen Richtungswechsel in der „etablierten Klimaforschung“?

Fred Singer:
Ja, das stimmt. Und was dieser Richtungswechsel noch zeigt ist, dass Klimamodelle nicht geeignet sind, die Entwicklung für die Zukunft vorherzusagen. Politiker sollten ihre Entscheidungen nicht von ihnen abhängig machen.


FreieWelt.Net: Der deutsche Physiker Professor Lüdecke bezeichnete in seinem Buch „Klimafakten“ die Größe der Klimasensitivität, also um wie viele °C sich die Erde bei einer Verdopplung des atmosphärischen CO2- Gehalts erwärmt, als die Eintausend Milliarden Euro Frage. Wie genau kann die Wissenschaft diese Schlüsselfrage zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt beantworten?

Fred Singer:
Da hat er absolut Recht. Aktuelle Klimadaten lassen übrigens eher den Schluss zu , dass die Klimasensitivität nur ein Zehntel des Wertes beträgt, den das IPCC angibt.

FreieWelt.Net: Die Herausforderung, den Klimawandel durch die Einschränkung der CO2-Emissionen zu beeinflussen, wird vielfach mit der Rettung der Ozonschicht durch das FCKW-Verbot verglichen. Damals hätte die Welt an einem Strang gezogen und so eine mögliche Katastrophe abgewendet...

Fred Singer:
Das sind zwei völlig unterschiedliche Probleme. Sowohl aus wissenschaftlicher Sicht, als auch in Bezug auf die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Ich habe übrigens niemals bestritten, dass (anthropogenes) FCKW einen signifikanten Einfluss auf die Ozonschicht haben kann. Der Effekt von weiterem CO2 hingegen auf das Klima ist unbedeutend.


FreieWelt.Net: Erwarten Sie, dass in Kopenhagen ein globales Abkommen mit verbindlichen Emissionszielen unterzeichnet wird?

Fred Singer:
Nein. In Kopenhagen wird entschieden werden, dass der Temperaturanstieg auf 2 °C begrenzt werden muss. Wie das erreicht werden soll, werden sie nicht sagen.

Prof. Fred Singer ist Vortragender auf der Klimakonferenz des Instituts für Unternehmerische Freiheit am 4. Dezember in Berlin. Zum Programm

Mehr über Prof. Singer finden Sie hier.

Das Interview führte Michael Limburg, EIKE. Übersetzung aus dem Englischen Rainer Feldhaus

Foto: IUF-Berlin.Org/F.Singer



Redaktion FreieWelt.net, 12.11.2009 11:04 | Kommentare (6)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (6)

Josef Kowatsch, 21.03.2010 18:32
Der angebliche Konsens der Wissenschaftler bei der Behauptung:
Der Mensch und das C02 sind an der neuzeitlichen Klimaerwärmung schuld.

Von Treibhausforschern wird als Argument für die Richtigkeit ihrer Theorie gern das Argument genannt, dass unter den Wissenschaftlern ein hoher Konsens in der Erklärung der Klimaerwärmung besteht. Das ist eine Falschaussage. Diesen Konsens gibt es nicht.
Es besteht unter den Naturwissenschaftlern lediglich ein hoher Konsens darüber, dass C02 Infrarotstrahlen absorbieren kann.

Jedoch bei der Frage, ob ein bisschen mehr C02 in der Atmosphäre ausreicht, um die Erde zu erwärmen, besteht überhaupt kein Konsens mehr unter den Wissenschaftlern. Da kein einziger Versuch eine Erwärmung bei Verdopplung oder Verdreifachung des C02-gehaltes beweisen kann, müssen Wissenschaftler die angebliche Erwärmung berechnen. Und genau bei diesen Modellrechnungen scheiden sich die Geister der Wissenschaft. Jeder errechnet das, was er will.

Je nachdem, welche Vormeinung der betreffende Treibhausforscher hat, errechnen die Leute eine Klimasensitivität bei C02 von 0,1 bis 7 Grad (Schellnhuber). Der Weltklimarat schätzt 2,5 bis 4 Grad.
Erg:1) Die Klimasensitivität von C02 kann man durch keinen Versuch ermitteln, nur errechnen.
2) Selbst bei der Errechnung der Klimasensitivität von C02 besteht überhaupt kein Konsens.

Ich habe verschiedene Modellrechnungen bei Eike (Europäisches Institut für Klima) nachvollzogen. Selbst wenn alle Energievorräte der Erde auf einen Schlag verbrannt würden, kam es bei der Rechnung nur zu einer Erhöhung um 0,7 Grad. Die Erwärmung würde aber gleich wieder zusammenbrechen, da das freigesetzte C02 sofort wieder abgebaut würde.

Fazit: Nur ein kleiner Teil der Klimawissenschaftler (1.Treibhausgläubige) begründet die neuzeitliche Erwärmung nach der Kleinen Eiszeit ausschließlich mit dem anthropogenen Treibhauseffekt. Sie machen durch ständige Katastrophenmeldungen auf sich aufmerksam. Sie leugnen die Temperaturabkühlung seit 10 Jahren und fälschen sogar Daten („Climate-gate“)
Der größere Teil der Naturwissenschaftler leugnet den Treibhauseffekt nicht, aber diese Wissenschaftler stufen die Erwärmung durch das zusätzliche C02 entweder als eine Ursache von vielen oder sogar als völlig unbedeutend ein. (2. Klimarealisten)

Es handelt sich also um eine schweigende Mehrheit, für die der Treibhauseffekt nur ein Argument unter vielen für den ständigen Klimawandel auf der Erde ist. Diese große Mehrheit widerspricht den wenigen Katastrophentrommlern aber meist nicht ausdrücklich. Auch produzieren sie keine Katastrophenmeldungen. Deswegen nehmen die Medien auch keine Notiz von ihnen. Diese Gruppe nennt sich selbst Klimarealisten.

Jedoch gibt es auch eine erheblich große Gruppe an Naturwissenschaftlern, die zwar die IR-Absorption bestätigen, sonst aber lehren, dass C02 überhaupt keine Erwärmung bewirken kann, da eine Erwärmung dem 2. Hauptsatz der Wärmelehre widersprechen würde. Dafür stehen die beiden Physikdozenten Gerlich/Tscheuschner und andere Klimawissenschaftler. (Thüne, Kramm, Dlugi, Zelger, Ermecke, Beck, Svendsmark) Diese Gruppe bezeichnet sich auch als Klimarealisten, sie werden von den „Treibhäuslern“ aber als Klimaskeptiker beschimpft. Diese Gruppe erhält momentan starken Zulauf und gewinnt an Einfluss, auch in der Öffentlichkeit (3. Klimaskeptiker)

In der russischen Akademie der Wissenschaften gibt es Wissenschaftler um Oleg Sorochtin, die behaupten: C02 wirkt kühlend. Für diese C02-Abkühlungstheorie gibt es im Osten Europas erstaunlich viele Befürworter. Sie sagen im Gegensatz zu den „Treibhäuslern“ des Westens eine Abkühlung voraus. Die Abkühlungstheorie für C02 wird in Deutschland totgeschwiegen. (4. Abkühlungswissenschaftler)

Frage: Wo ist der angeblich weltweite Konsens der Wissenschaft?


ABer, 29.11.2009 13:42
>>Die Presse ist unwillig über die Meinung der Skeptiker zu berichten

ABer, 29.11.2009 11:35
>>Die Presse ist unwillig über die Meinung der Skeptiker zu berichten

ABer, 29.11.2009 10:34
>>Die Presse ist unwillig über die Meinung der Skeptiker zu berichten

H. Bachmann, 29.11.2009 10:13
Prof. Singer errichtete bereits in den 60-ern unter Eisenhower das 1. Wetter-Satelliten-System. Dessen Ergebnisse passten nie in das Programm vom IPCC. Es wird meistens vergessen, bzw. unterschlagen, dss das IPCC nie eine wissenschaftliche Institution war oder werden sollte. Dem IPCC wurde vor Geburt bestimmt, dass es eine zweiteilige politische Funktion zu übernehmen habe:
1. Feststellung, dass die Erde einer Klimakatastrophe entgegengeht,
2. Feststellung, dass diese Katastrophe (anthropogen) Mensch-gemacht sei.


Freigeist, 17.11.2009 23:21
Hallo,
Prof. Singer sagt somit, dass die Wissenschaft die Zusammenhänge noch nicht verstanden hat.
Wenn diese Klima-Zusammenhänge nicht verstanden werden, wie wenig versteht man denn die Zusammenhänge der Bevölkerungsexplosion?
China scheint dies als erster Staat der Erde verstanden zu haben und ist in diesem Bereich Vorbild, der "Babyhimmel" ist teils versperrt, seit ca. 1979. China mal Vorbild - wer hätte das gedacht?
Grüße
Freigeist



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