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26.05.2013
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Größtmögliche Wahlfreiheit für Familien - Interview Dorothee Bär
Weitere Themen: Allgemein, Familie



Dorothee Bär ist Mitglied im CSU-Parteivorstand und Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2002. Die Obfrau der CDU/CSU-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss ist verheiratet und hat eine Tochter. FreieWelt.Net sprach mit ihr über das für 2013 geplante Betreuungsgeld.

FreieWelt.Net: Die Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre kleinen Kinder daheim erziehen, ist für 2013 in Höhe von 150 Euro beschlossen worden. Vor allem die CSU hat sich für ein Betreuungsgeld eingesetzt. Warum braucht es ein Betreuungsgeld?

Dorothee Bär: Für mich gilt in der Familienpolitik der Grundsatz: Jede Familie sollte größtmögliche Wahlfreiheit bei der Gestaltung ihres Lebens haben und selbst entscheiden, ob ihre Kinder zu Hause oder durch Dritte betreut werden - sprich, ob die Mutter und der Vater einer Arbeit nachgehen, oder einer der beiden sich für die Erziehungsarbeit zu Hause entscheidet. Ich habe vor beiden Entscheidungen persönlich großen Respekt und finde es richtig, wenn die Erziehungsarbeit zu Hause durch ein Betreuungsgeld honoriert wird.

FreieWelt.Net: Schon jetzt mangelt es nicht an heftiger Kritik am Betreuungsgeld. Das Geld würde von den Eltern „versoffen“ und nicht bei den Kindern ankommen. Was antworten Sie den Kritikern?

Dorothee Bär: Die Kritik kam vor allem vom Neuköllner SPD-Bezirksbürgermeister Buschkowsky, der sich zweifelsohne in der Wortwahl vergriffen hat. Folgt man seinen Formulierungen, wären die Eltern in Deutschland verantwortungslose Säufer, die einer staatlichen Bevormundung bedürften, damit ihre Kinder überhaupt eine Chance im Leben haben. Das ist absurd und stellt die Eltern unter einen unerträglichen Generalverdacht. Das Betreuungsgeld dient dazu, die wichtige und aufopferungsvolle Erziehungsarbeit der Eltern anzuerkennen. Die Entscheidung, Kinder nicht durch Dritte betreuen zu lassen, verdient genauso viel Respekt wie jene, Kinder und Beruf zu vereinbaren. 

FreieWelt.Net: Was kann der Staat Ihrer Meinung nach tun, um Missbrauch bei staatlichen Zuwendungen durch die Eltern zu vermeiden?

Dorothee Bär: In erster Linie sollte den Eltern in Deutschland so viel Verantwortungsbewusstsein attestiert werden, dass wir so wenig staatliche Kontrolle wie nur möglich leisten müssen. Die allermeisten Eltern kümmern sich liebevoll und sorgfältig um ihre Kinder. Alle Eltern unter Pauschalverdacht zu stellen, ist beleidigend. Um einen Missbrauch zu verhindern, könnte die Zahlung des Betreuungsgeldes zum Beispiel daran geknüpft werden, dass die Kinder zu den turnusgemäßen Vorsorgeuntersuchungen erscheinen.

 

Foto: www.dorothee-baer.de

 

Das Interview führte Kerstin Schneider

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Redaktion FreieWelt.Net, 06.11.2009 16:16 | Kommentare (4)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (4)

Rebell, 28.11.2009 04:37
Die Alimentierung von staatlichen Kinderaufbewahrungs- und Gehirnwäscheinstitutionen wie Kindergrippe, Kindergarten und Schule muß endlich und gänzlich abgeschafft werden. Wer sein Kind schon in diese furchtbaren Institutionen abschiebt, soll auch aus eigener Tasche dafür zahlen, und zwar den reellen Preis. Wer dagegen sein Kind zuhause mit Liebe und Fürsorge betreut und unterrichtet, sollte gefördert werden, denn nur das kann zu einer gesunden Entwicklung des Kindes führen, wobei spätestens ab dem 3. Lebensjahr der Vater die führende Rolle übernehmen sollte.

ajk, 26.11.2009 09:30
Ich teile die Auffassung nicht. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, also der Steuerzahler andere Familien finanziell zu unterstützen. Weg mit dem Kindergeld, weg mit den Familiengeld, weg mit dem Betreuungsunterhalt. Dafür Steuern runter und Behördenaufwand reduzieren.
Es ist ebensowenig nicht die Aufgabe des Staates die im Hause verweilende Person irgendwie dafür zu "bezahlen" das Kinder auf die Welt kommen.

Das einzige was passiert ist, das arme Menschen Kinder bekommen um das Geld zu erhalten. Dies kann man schon jetzt in den Statistiken nachforschen, und zwar das die Armen mehr Kinder bekommen als die "Bildungsbürger".

Es ist die Aufgabe der Eltern dafür zu sorgen das sie sich eine Familie leisten können. Und Kinder zeugen ist kein Spiel, kein Konsum um anzugeben sondern die Verantwortung für ein Leben auf sich nehmen, eine neue Generation seiner Familie auf die Welt zu bringen - und dafür zu sorgen das diese überlebt.

Allein dieser Vorgang macht reif und erwachsen. Die Konfrontation mit dieser Herausforderung bildet die Menschen hervor, die man für eine gesunde Bevölkerung braucht.

Der Weg der Alimentierung ist falsch! Er fördert Staatsüchtige und bringt den Staat noch einen Schritt näher an den Abgrund der Pleite.

/ajk


steff, 10.11.2009 10:16
Herzlichen Dank an Frau Bär, dass sie den Mut hat, sich dem Mainstream entgegenzustellen. Hoffentlich hat sie häufig Gelegenheit, bei ihren Parlamentskollegen Überzeugungsarbeit zu leisten.
Immer wieder erschreckt mich die Absurdität der Argumente auf Seiten der Betreuungsgeld-Gegner.
Wenn man mit Recht davon ausgehen müsste, dass ein maßgeblicher Teil der Eltern nicht in der Lage ist, ihr 0-3-jähriges Kind altersgerecht mit allem zu versorgen, was es braucht (Liebe, Geborgenheit, Nahrung, Anregung), in welchem erbärmlichen Zustand befindet sich dann unsere Gesellschaft. Ist sie noch demokratiefähig?
Die gleichen Eltern aber, sobald sie ihre kleinen Kinder, ob die nun wollen oder nicht, in der KiTa abgeben, bekommen offenbar genug Vernunft und Verstand zugesprochen, um einem mehr oder weniger einträglichen Beruf nachzugehen.
Oder stellt etwa gerade diese Entscheidung ihren Vernunft und Verstand unter Beweis, während die Entscheidung für die häusliche Betreuung das Gegenteil erweist? Wie konnte es dann jemals zu einem Art. 6 GG kommen?
Diese Denken ist einfach absurd. Insbesondere aber geht es völlig über die individuellen Bedürfnisse eines Kindes hinweg, die sich keineswegs im "Recht auf Bildung" erschöpfen. Aber das interessiert ja keinen.

P.S. Wetten, dass allzu viele Kinder, die in ihrer Familie zu wenig Wurzeln fassen und menschliche Nähe erfahren konnten, wiederum Eltern werden, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder angemessen zu begleiten? Wenn sie überhaupt Eltern werden. Noch so eine Absurdidät.


René, 07.11.2009 12:28
War man bis eben noch ein Bürger, dem man zutraute, wichtige Entscheidungen eigenverantwortlich und nachhaltig zu treffen, ändert sich das schlagartig, wenn man sein Kind selbst betreuen möchte: dann ist man sofort zum unfähigen Säufer mutiert, der eine widerliche Gefahr für sein Kind darstellt. Es ist ein unglaubliches Armutszeugnis für unser Land, das die Debatte um das Betreuungsgeld mit einer solchen Häme geführt wird; und ich bewundere Frau Bär dafür, dass sie klare Worte findet, die für ihren politischen Werdegang durchaus zur Gefahr werden können.


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Bild: Podium beim Forum Familie
Bild: Podium beim Forum Familie

Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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