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23.05.2013
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Entschiedener Einsatz für unsere Werte - Interview Michael Ragg
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Der Journalist, Moderator und Unternehmer Michael Ragg war Redaktionsleiter der Zeitschriften "Lebenszeichen" und "Lebensforum", Ressortleiter bei der "Tagespost" und Pressesprecher des deutschen Zweiges des weltweiten katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT.  Seit diesem Jahr leitet er die Domspatz-Agentur, die sich zum Ziel gesetzt, die christliche Kultur durch Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen zu fördern.  FreieWelt.net sprach mit Michael Ragg über seine Erfahrungen und Überzeugungen. 

FreieWelt.net:  Sie waren elf Jahre lang Pressesprecher des deutschen Zweiges von KIRCHE IN NOT.  Welche Erfahrungen aus dieser Zeit haben Sie besonders beeindruckt?

Michael Ragg: Tapfere Ordensfrauen, die sich in Rio oder Sao Paolo um Viertel kümmern, in die sich schon lange keine Polizei mehr hinein traut; ein alter chinesischer Priester, der nach zwanzig Jahren Schlägen und Hunger in Maos Gulag als heiterer, warmherziger Diener Gottes den Menschen das Antlitz Christi zeigt; eine Rentnerin aus Berlin, die sich nicht damit abfinden will, dass im Zentrum der Hauptstadt eine katholische Kirche aufgegeben wird; viele einfache Menschen, die sich von dem Päckchen, das sie selbst zu tragen haben, nicht abhalten lassen, Päckchen für andere zu packen, denen es schlechter geht.

Generell ist meine Erfahrung, dass wir im deutschen Sprachraum immer noch auf einer Insel der Seligen leben und ganz zu Unrecht glauben, wir könnten diesen Status durch moralische Beliebigkeit und ohne entschiedenen Einsatz für unsere Werte aufrechterhalten.

FreieWelt.net:  Wo ist die Not der Kirche am Größten?

Michael Ragg: Geistlich gesehen ist die Not am größten in Westeuropa, wo längst unterhöhlte Strukturen verdecken, dass Klerus und Gläubige noch nicht entfernt auf die kommende Auseinandersetzung um die Zukunft des christlich geprägten Europas vorbereitet sind. Dabei brauchte es ja hier nur etwas mehr gesundes Selbstbewusstsein und Zivilcourage, um denen Rückhalt zu geben, die unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt erhalten wollen.  Anderswo leidet die Kirche unter Verfolgung, am schlimmsten in Nordkorea und in
Saudi-Arabien. Die meisten Todesopfer sind derzeit wohl im Norden Nigerias zu beklagen.

In China erleben wir gerade, wie aus den Opfern Zigtausender Märtyrer das Christentum
kraftvoll aufersteht – stärker denn je in der chinesischen Geschichte. Dort ist für mich derzeit der Ort der größten Hoffnung für die Kirche.


FreieWelt.net:  Was hat Sie bewogen, sich mit der Domspatz-Agentur für Öffentlichkeitsarbeit selbstständig zu machen?

Michael Ragg: Der Wunsch, noch freier zu sein, um meine Kenntnisse, Erfahrungen und Beziehungen
dort einzusetzen, wo es nottut.

FreieWelt.net:  In welcher Form beeinflusst Ihr christlicher Glaube Ihr unternehmerisches Handeln?

Michael Ragg: Mein Glaube gibt mir den Maßstab, zu entscheiden, welche Projekte mein Unternehmen vorrangig anpacken soll: Wert-volles zu tun ist wichtiger als die materielle Werte anzuhäufen. Das aus Erfahrung gewonnene Vertrauen in Gottes Nähe und Führung gibt mir Gelassenheit und den Mut, neue Wege zu gehen. Bei Rückschlägen vertraue ich erst recht auf Gottes Führung und versuche, den Sinn hinter allem zu entdecken.

Michael Ragg bei Kathpedia.com

Das Interview führte Fabian Heinzel

(Foto: Michael Ragg/kathpedia.com )

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Redaktion, 27.10.2009 11:06 | Kommentare (2)




 
  Kommentare (2)

Michael Ragg, 10.11.2009 16:24
Grüß Gott, Herr Gehlen,

Sie haben ganz recht: Mit Appeasement ist den Christen nicht geholfen und Christen müssen wieder lernen, dass "gesunde Härte" im Christentum durchaus ihren Platz hat (vgl. Joh 2, 13-22).

Beim Kongress von KIRCHE IN NOT habe ich - unter Polizeischutz und falschem Namen - muslimische Konvertiten sprechen lassen. Dazu braucht man heute schon Mut - mitten in Deutschland ...

Gruß Michael Ragg


Lars-Michael Lehmann, 27.10.2009 15:28
Danke für diesen Beitrag! Es spricht mir aus den Herzen...


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Bild: Podium beim Forum Familie
Bild: Podium beim Forum Familie

Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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