Kramer plädierte für direkte Gespräche zwischen Zentralrat und dem Papst.
Die Freie Welt dokumentiert an dieser Stelle auch die wenigen Stimmen in der deutschen Medienlandschaft, die die Situation in einem etwas differenzierteren Licht darstellen:
Der
Tagesspiegel fragt, ob es überhaupt Aufgabe einer deutschen Bundeskanzlerin und CDU-Parteivorsitzenden sei, sich vom Papst, immerhin Oberhaupt einer weltweiten Glaubensgemeinschaft, zu distanzieren und Klarstellung von ihm zu fordern, als ob er der "Leiter des Goethe-Instituts in Rom" sei.
Der Chefredakteur der Welt, Thomas Schmid, fragt in seinem
Kommentar, ob Merkels Forderung nach einer "Klarstellung" an den Papst nicht angesichts ihrer eigenen Unentschiedenheit und der Profillosigkeit ihres politischen Kurses verfehlt sei.
Malte Lehming wundert sich im
Tagesspiegel, warum "ein katholischer Geistlicher auf keinen Fall die in Auschwitz Ermordeten verhöhnen" darf, "während in vielen Freitagspredigten in der muslimisch-arabischen Welt die "Lüge vom Judenmord" und das "Märchen von den Gaskammern" gängige Metaphern sind", ohne daß dies einen Skandal verursache.
André F. Lichtschlag von
eigentümlich frei begreift die Medienberichterstattung als Kampagne gegen den Papst als "letzte(n) Hoffnungsträger der Abwehr einer ins Totalitäre gehenden Politischen Korrektheit, die keinerlei Anstand und Erbarmen mehr kennt."
Die jugendlichen Papstanhänger der "Generation Benedikt" erklären in einer
Pressemitteilung, dass Benedikt XVI. "durch sein Zugehen auf innerkirchliche Kritiker einen offenen, fairen und ernsthaft respektvollen Dialog ermöglicht", der ausdrücklich begrüßenswert sei. Es zeuge "von gedanklicher Jugend und Modernität, im Fall der Pius-Bruderschaft nicht um jeden Preis an bestehenden Regelungen festzuhalten, sondern die Einheit der Kirche im Blick eine Einladung zur Wiederaufnahme auszusprechen." Dabei handele es sich bei der Aufhebung der Exkommunikation in jedem Fall nur um den "Startpunkt eines langen Weges der Pius-Bruderschaft zurück in die Kirche". Der Papst könne nicht für die Äußerungen einzelner Mitglieder der Kirche verantwortlich gemacht werden. An einem Austausch oder gar einer Eingliederung von Ideen wie denen des Bischofs Williamson sei Papst Benedikt XVI. nicht interessiert. Er selbst verurteile diese aufs Schärfste, "wie es für jeden wirklich Interessierten und wahrhaftig und fair arbeitenden Journalisten nachzulesen" sei.
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Foto: John MacDougall/ AFP/ ddp; Joerg Koch/ ddp