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19.05.2013
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"Abtreibung ist noch ein Tabuthema"
Weitere Themen: Familie



Weltweit werden jedes Jahr über 40 Millionen Kinder abgetrieben. In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Geschäft Abtreibung“ enthüllt die Übersetzerin und Moderatorin Alexandra Maria Linder den kommerziellen Nutzen der gängigen Abtreibungspraxis. FreieWelt.Net sprach mit der dreifachen Mutter und stellvertretenden Vorsitzenden der "Aktion Leben für alle" (ALfA) über das Geschäft mit der Abtreibung, Schwangerschaftskonfliktberatung und den Einsatz der Lebensschützer.

FreieWelt.Net: In Ihrem Mitte September erschienenen Buch „Geschäft Abtreibung“ enthüllen Sie die wirtschaftlichen Interessen an der Tötung von jährlich ca. 200.000 ungeborenen Kinder. Wer sind die Profiteure dieser Tötungspraxis?

Alexandra Maria Linder:
Die von Ihnen genannte Zahl bezieht sich auf Deutschland. Weltweit ist Abtreibung die häufigste nicht- natürliche Todesursache, jedes Jahr sterben über 40 Millionen Kinder daran.
Wer ganz offensichtlich zunächst daran verdient, sind diejenigen, die die Abtreibung vornehmen. Bei einem ungefähren Preis von 430,- Euro pro Abtreibung kann man sich den Umsatz leicht selbst ausrechnen. Aber viel mehr profitieren ganz andere Branchen davon, die man auf den ersten Blick nicht erkennt. Dazu gehören vor allem Pharmakonzerne, aber auch Firmen aus der Kosmetikbranche, daneben Transplantations-, Forschungs- oder Anti-Aging-Einrichtungen. Der Markt ist unglaublich groß und sehr unübersichtlich.

FreieWelt.Net: Wie funktioniert das „Geschäft Abtreibung“?

Alexandra Maria Linder:
Mit jeder Abtreibung ist "Material" vorhanden, das gewinnbringend verwertet werden kann. Während man in Deutschland meistens noch davon ausgehen kann, dass die toten Kinder ordnungsgemäß mit dem Klinikmüll verbrannt werden, haben sich in anderen Staaten ziemlich professionelle Verwertungsketten gebildet. Von der Abtreibung in einem Raum zur Ausschlachtung gleich nebenan. Zellen und Organe werden danach gleich an die Abnehmer geliefert. Diese Abläufe betreffen zwar auch im Ausland glücklicherweise bisher nur einen kleineren Teil der abgetriebenen Kinder, aber alles deutet auf eine immer stärkere Ausweitung dieses Geschäftes hin.


FreieWelt.Net: In welcher finanziellen Dimension bewegt sich das Geschäft mit der Abtreibung Ihren Recherchen nach?

Alexandra Maria Linder:
Bei Impfstoffen geht es immer um mindestens dreistellige Millionenbeträge. Einen Impfstoff zu entwickeln und zu testen, kostet viel Geld. Das lohnt sich für die Konzerne nur bei entsprechenden Umsatzaussichten. Ein weltweit zugelassener kombinierter Impfstoff gegen Masern-Mumps-Röteln bringt über 20 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Seit Jahrzehnten stellen Unternehmen Impfstoffe auch mit Zellen von drei abgetriebenen Kindern her. Hier geht es nicht um eine große Menge an toten Kindern, sondern um die grundsätzliche Frage der ethischen Vertretbarkeit, aus solchen Zellen Medizin herzustellen. Auch die Frage, ob die Kinder damals zu diesem Zweck getötet wurden (sie wurden es nicht), ist meiner Ansicht nach unerheblich.
Bei den Transplantationen, bei denen die Menge der Kinder dagegen eine sehr große Rolle spielt, sind wir erst am Anfang, hier wird an der Behandlung von Parkinson, Alzheimer, Rückenmarkserkrankungen oder Multipler Sklerose geforscht. Wenn man jeden Parkinson-Patienten in Deutschland behandeln wollte und man davon ausgehen muss, dass für jeden Patienten die Hirnzellen von mindestens 6 abgetriebenen Kindern benötigt werden, reichen die Abtreibungen in Deutschland rein zahlenmäßig nicht aus, um einen solchen "Markt" zu bedienen. Mit derart aufwendigen und damit teuren Behandlungen tun sich für die Interessenten neue langfristige Perspektiven im Milliardenbereich auf.
Ein großer Komplex sind pharmakologische Abtreibungs- und Verhütungsmittel (Pille und Spirale), die man wegen ihrer frühabtreibenden Wirkung auch in diesen Bereich zählen muss. Ein Beispiel: bisher etwa eine Million Anwenderinnen der RU 486, einer Abtreibungspille, in den USA brachten dem Hersteller 270 Millionen US-Dollar Umsatz.

FreieWelt.Net: Die offizielle Statistik weist einen leichten Rückgang der Abtreibungen auf. Warum mahnen Sie dennoch zu Skepsis gegenüber der Schwangerschaftskonfliktberatung und dem Erfolg des Lebensschutzes an?

Alexandra Maria Linder:
Der Rückgang liegt nicht daran, dass weniger abgetrieben wird, sondern vor allem daran, dass die Zahl der Frauen, die überhaupt schwanger werden können, in Deutschland stetig sinkt, und daran, dass es keine saubere Statistik gibt, die die weiteren etwa 80.000 Abtreibungen erfasst, was Fachleute seriös errechnet haben. Fragen Sie Frauen, warum sie abtreiben, sagt fast niemand: "Ich habe keine Lust auf das Kind." Wer so denkt, muss sich einfach damit abfinden, dass das Recht auf Leben höherwertig ist als das Recht auf Selbstbestimmung. Alle anderen Frauen möchten ihre Kinder bekommen, sagen aber, sie können sie nicht haben. Da frage ich mich dann, warum man nicht die Probleme dieser Mütter und Familien löst, damit sie ihre Kinder bekommen können – das ist doch die einzige Lösung, die die Kinder rettet, dem Willen der Frauen entspricht und damit Emanzipation im besten Sinne darstellt.

FreieWelt.Net: Der kürzlich von Lebensschützern organisierte „Der Marsch für das Leben“ in Berlin fand kaum mediale Begleitung, dafür gab es verschiedene Störversuche. Im politischen Diskurs wird das Thema möglichst vermieden. Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Lebensschutz wieder stärker ins öffentliche Bewußtsein zu bringen?

Alexandra Maria Linder:
Abtreibung ist noch ein Tabuthema, das von der Politik und den meisten Medien gerne unter den Teppich gekehrt wird. Sonst müsste man zugeben, dass in den letzten 30 Jahren in dieser Beziehung alles schief gelaufen ist, auf Kosten von ca. 8 Millionen toten Kindern und deren Angehörigen allein bei uns.
Zu den Störversuchen ...... man hätte in Berlin einfach dabei sein müssen: wenn Sie einmal gesehen haben, mit welchem Hass diese Leute ihre Parolen schleudern, wie sie Kondome an Kreuze gehängt, Kreuze in die Spree und mir eine brennende Bibel direkt vor die Füße geworfen haben, müsste das eigentlich genügen, um auch den tiefsten Tabuschläfer zu wecken. Stellen Sie sich vor, dasselbe wäre mit Davidstern oder Koran passiert! Die Empörung wäre zu Recht weltweit gewesen – es ist bedenklich, dass man mit christlichen Symbolen offenbar ungestraft so umgehen kann. Aber das Verhalten zeigt auch, dass sich in diesen Kreisen Verzweiflung breit macht, weil sie sehen, dass ihre Zeit gerade zu Ende geht.

FreieWelt.Net: Was hat Sie dazu bewogen, sich für den Lebensschutz ungeborener Kinder stark zu machen?

Alexandra Maria Linder:
Ich wollte mich irgendwo politisch engagieren, aber nicht in der Politik (die hätte mich damals wegen meiner Staatsbürgerschaft gar nicht genommen). Anfang der 90er Jahre war an der Kölner Universität in Sachen Emanzipationsbewegung viel los. Die Unsachlichkeit, die ideologische Verlogenheit und die Aggressivität, die ich bei dieser Thematik dort immer erlebte, haben mich zum Lebensschutz gebracht. Jetzt zu sehen, dass der Tiefpunkt durchschritten ist und sich gesellschaftlich etwas tut, ermutigt zum Weitermachen.

Sie finden das Buch unter anderem hier.

Das Interview führte Kerstin Schneider

Foto: Alexander Maria Linder

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Redaktion FreieWelt.net, 06.10.2009 09:38 | Kommentare (14)




 
  Kommentare (14)

claudia, 12.03.2010 22:31
Das schlimste ist das die Kinder Schmerzen haben,und dieser schmerzhafte Mord ist vom Gesetz her erlaubt aber nicht vor Gott.Obwohl es bewiesen ist das die Kinder Schmerzen haben werden die Abtreibungen nicht verboten.Dafür habe ich kein Verständnis.

rudolf, 23.01.2010 18:40
Sie gestehen dem befruchteten Ei dieselben Rechte zu wie der Mutter (Menschenrechte). Demnach ist es für sie moralisch verwerflich ein Kind abzutreiben, wenn dieses Kind durch eine Vergewaltigung entstanden ist???

Christa, 26.10.2009 23:02
Ich habe erst heute von dem Buch gehört und werde es mir kaufen. Endlich einmal traut sich jemand das auszusprechen, was ich schon lange vermutete und womit ich aber nur allzuoft angeeckt bin.
Am allermeisten stört mich an unserere Gesellschaft, dass wir uns "christlich" nennen, aber nicht so handeln. Alles scheint nur noch rein komerziell zu funktionieren, besonders dann, wenn es um Familienplanung geht. Die Emanzipation der Frau ist teilweise eine pure Scheinemanzipation. Wir diskutieren viel über Muslime und die Frauenunterdrückung in deren Kultur, sehen aber nicht mehr, was in unserer eigenen christlichen Kultur schief läuft. Wir erkennen zwar den Stachel im Auge unseres Bruders, bemerken jedoch das Brett vor unserem eigenen Kopf nicht (Zitat Jesus) . Sogar die katholische Kirche zieht mit, indem sie Kondome verteufelt, obwohl in der Bibel kein einziges Wort darüber verloren wird, dass Verhütung vor Gott verboten sei.
Es gibt sicherlich Frauen, die in NOtlagen geraten, dennoch wird viel zu wenig in die Schwangerenberatung investiert und geholfen. Das alles auf Kosten einer hochbezahlten Industrie. Die Perversion an der ganzen GEschichte ist noch die, dass sich die meisten Frauen, die sie evtl. nicht einmal ein Kind leisten können auch kaum das Geld für teure Kosmetika haben.
AUch die unchristliche Erziehung und die viel zu frühe und freie Sexualmoral spielen eine große Rolle bei der Zahl der Abtreibungen. Spricht man diese Dinge an, wird man nicht selten als Verklemmt bezeichnet.
Manchmal kotzt mich diese verlogene Gesellschaft echt an.....


Redaktion, 16.10.2009 10:19
@Gabriela
Aus Gründen des Persönlichkeitssschutzes wurden alle Kommentare des Users ebenso wie sich darauf beziehenden Kommentare gelöscht. Wir bitten, dies zu respektieren.
- Ihre Redaktion


Gabriela, 11.10.2009 11:30
Ach ja, die Wahrheit........

Nikolai, 10.10.2009 22:21
@Noah

Sie haben beim Aufzählen der Teilnahmeberechtigten die betroffenen Kinder vergessen! Die können zwar noch nicht sprechen, leben aber schon.

Es gibt - ob man es wahrhaben will oder nicht - eine Hierarchie an Werten (und Rechten). Das zweifelsohne vorhandene Recht auf Selbstbestimmung der Frau muss sich dem Recht auf Leben des Kindes unterordnen. Wem das Recht auf Leben nicht irgendwann mal gewährt wurde, der kann später auch kein Recht auf Selbstbestimmung ausüben.


Siri, 09.10.2009 15:22
Frau Linder hat völlig Recht, wenn sie sich fragt, warum nicht die Probleme der schwangeren Frauen gelöst werden. Die staatlichen Beratungsstellen tun genau das nämlich häufig nicht. Dies kann ich leider aus eigener Erfahrung sagen. Es gibt aber, Gott sei Dank, noch andere Ansätze. Beispielhaft hierfür ist das Projekt 1000plus. Die Beraterinnen, die dafür arbeiten versuchen nämlich, den ungewollt Schwangeren konkret zu helfen. Ihre Erfahrung zeigt, dass sich die Mehrheit der Frauen im Konflikt für das Kind entscheidet – vorausgesetzt ihre Probleme werden gelöst. Wenn deren Arbeit mehr unterstützt würde, müssten wir uns nicht mehr darüber aufregen, dass Abtreibung ein Geschäft ist und abgetriebene Kinder verzweckt werden.

Horatio Nelson, 08.10.2009 22:37
Der Mensch wird nicht erst allmählich Mensch, sondern er ist es von Anfang an. Er ist das Geschöpf Gottes, nicht ein billiges Stück Wegwerfmaterie. Trotzdem werden an jedem Werktag in Deutschland anscheinend etwa 575 Kleinstkinder mittels "Schwangerschaftsabbruch" getötet. Bei der am häufigsten angewandten Methode, dringt der Abtreiber mit einem Gerät mit der vielfachen Kraft eines Staubsaugers in die Fruchtblase. Dem Kind werden Arme und Beine ausgerissen und der Kopf wird mit der Geburtszange wie eine Nuß geknackt. Von Hamburg bis Bodensee müßte es somit alle 7 Meter ein Grab für jedes in der BRD jährlich abgetriebene Kind geben. Von seiner Haltung zur Abtreibung und seiner Personalpolitik her zu beurteilen befürwortet die Kultfigur der „Liberalen“ (= US-Sozialisten) Obama die Spätabtreibung mittels des grausamen Vorgangs bei dem das Kind soweit aus dem Mutterleib herausgeschleppt und das Babyhirn einfach durch ein Bohrloch abgesaugt wird bis das Kind stirbt. Jeder Steuerzahler ist zwangsweise an der Finanzierung von Abtreibungstötungen beteiligt: Die Krankenkassen erhalten 40 Millionen Euro vom Staat jährlich als Abtreibungsgeld. Wir zahlen der EU in einen Gesundheitsfond 25 Millionen Euro im Jahr für Abtreibungen in aller Welt. 30 Millionen Euro bekommt jährlich der Bevölkerungsfonds der UNO wovon 10 Millionen für Abtreibungen in der Dritten Welt verwendet werden. Insgesamt kommen wir auf ca. "stolze" 42 Millionen Abtreibungen weltweit pro Jahr. Im Gegensatz zum Ungeborenen Leben wird das Lebensrecht eines bereits geborenen Menschen in unserer „Zivilisation“ noch geschätzt und geschützt. Hiermit kreieren wir eine Zweiklassengesellschaft von Geborenen und Ungeborenen. Unbeschreibliche „Zivilisation“ in unserem ach so fortschrittlichen 21. Jahrhundert. Ob in 30 Jahren junge Leute uns fragen, warum wir dieses Töten kampflos zugelassen haben? Da möchte ich von ihnen in dieser Frage nicht schuldig gesprochen werden.
Grüße
Horatio Nelson.


Freigeist, 07.10.2009 17:52
Hallo,
warum sind eigentlich westliche Religionsgemeinschaften früher so vehement gegen Onanie zu Felde gezogen?
Grüße
Freigeist


Elmar Oberdörffer, 07.10.2009 11:04
Als Anhänger der Darwinschen Evolutionslehre überrascht es mich schon, daß ich jetzt ein Kreationost genannt werde, nur weil ich die Abtreibung ethisch nicht für vertretbar halte. Daß ich "ewig gestriger Fanatiker" genannt werde, weil ich das Lebensrecht für unteilbar halte, damit hatte ich ja schon gerechnet. Aber mir zu unterstellen, ich wolle auch empfängnisverhütende Mittel verbieten lassen, das wird doch in meinen Beitrag mit Gewalt hineininterpretiert. Im Gegenteil, der konsequente Gebrauch dieser Mittel verhindert doch gerade, daß eine Frau ungeplant schwanger wird und dann möglicherweise versucht ist oder gar von außen unter Druck gesetzt wird, abzutreiben.
Aber Frau Linder hat schon recht: eine vernünftige, sachliche Diskussion scheint mit Befürwortern der Abtreibung nicht möglich zu sein.




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