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24.05.2013
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Mit der CSU wird es keine Kindergartenpflicht geben
Weitere Themen: Bildung, Familie, Wahlen



Daniela Raab ist CSU-Abgeordnete des Deutschen Bundestages und kandidiert im Wahlkreis Rosenheim. Sie hat gegenüber MEDRUM Antwort auf Fragen zur Kindergartenpflicht und Familienpolitik gegeben.

MEDRUM: Sehr geehrte Frau Raab, es wird gegenwärtig wieder die Frage gestellt, ob mit einer Kindergartenpflicht gerechnet werden muß. Wie stehen Sie dazu?

Image Raab:
Mit der CSU wird es keine „Kindergartenpflicht" geben. Im Gegenteil. Die CSU steht für Wahlfreiheit. Jede Familie soll sich frei entscheiden können, wie sie sich um ihre Kinder kümmert. Das bedeutet, ein Erziehen zuhause muss genauso möglich und anerkannt sein, wie die Nutzung eines Kindergartens. Es muss die Möglichkeit für beides gegeben werden. Wir schaffen die Voraussetzungen. Die Union will zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter verbessern, damit Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Gefragt sind familiengerechte Arbeitsplätze und nicht arbeitsplatzgerechte Familien.

MEDRUM: Welche Wege sehen Sie dafür?

Raab: Dazu gibt es viele Wege: Familienbedingte Teilzeit, abgestufte Teilzeit nach Erziehungsfreistellung, Kinder-Bonuszeit, Zeitkonten, Telearbeitsplätze, Familienphasen für Mütter und Väter für die Betreuung der Kinder, aber auch von Pflegebedürftigen. Die bisher dominierende starre Ausrichtung der Arbeitswelt auf Vollzeitstrukturen lässt zu wenig Raum, die berufliche Entwicklung von Vätern und Müttern mit einer Familienphase zu verbinden. Wir wollen Unternehmen Anreize geben, mit regelmäßigen und umfassenden Audit-Verfahren (selbst gewählte Prüfungsverfahren) die Entwicklung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen voranzubringen. Dabei muss der Öffentliche Dienst beispielgebend vorangehen. Zudem sorgen wir für mehr und bessere Betreuungsangebote für alle Kinder. Für Kinder unter drei Jahren wird bis 2013 mit Unterstützung des Bundes durch Länder, Kommunen und freie Träger ein bedarfsgerechtes Angebot geschaffen. Danach gilt ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr. Aber keiner soll dazu gezwungen werden, sein Kind in die Krippe oder den Kindergarten zu geben.

MEDRUM: Die Betreuung der Kinder in den ersten Lebensjahren wird von Experten als besonders wichtige Lebensphase angesehen. Es gibt deshalb auch viele Gegner, Kinder ab dem ersten Lebensjahr in eine Kinderkrippe zu geben. Viele Eltern und Alleinerziehende sind andererseits auf die Betreuung angewiesen. Wie soll man damit umgehen?

Raab: Die frühe Kindheit ist eine Zeit der Prägung, die genutzt werden soll. Zugleich ist es aus Sicht der Kinder eine Zeit der Entwicklung und der spielerischen Entfaltung, die nicht mit Ansprüchen überfrachtet werden darf. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter und -väter dem gerecht werden, wenn sie sich dafür entschieden haben. Wir wollen die Qualität in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der pädagogischen Kräfte, in der pädagogischen Konzeption und auch in der Zusammenarbeit mit den Eltern fördern. Unser Ziel ist es, diese Inhalte für Fachkräfte in der Kinderbetreuung gemeinsam mit Ländern und Kommunen praktisch und alltagstauglich zu machen. Wir wollen zwischen Bund, Ländern und den Tarifpartnern konkrete Schritte verabreden, um gut qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen und zu halten.

MEDRUM: Das Geld ist bei vielen Familien knapp. Die Betreuung der Kinder bringt weitere finanzielle Belastungen mit sich. Sehen Sie die Notwendigkeit, die finanzielle Unterstützung zu verbessern?

Raab: Den Kindergartenbesuch wollen wir langfristig beitragsfrei ermöglichen. Voraussetzung ist eine solide und nachhaltige Finanzierung. Darüber hinaus wollen wir das Elterngeld weiterentwickeln und Mütter und Väter sowie Betriebe durch die Einführung eines Teilelterngeldes unterstützen: Eltern können wählen, ob sie einen vollen oder einen halben Elterngeldmonat nutzen. Teilelterngeld kann dann bis zu 28 Monate bezogen werden. Väter oder Mütter arbeiten reduziert, erhalten für das ausfallende Einkommen Teilelterngeld und können sich Zeit für ihr Neugeborenes nehmen."

MEDRUM: Wir danken Ihnen im Namen unserer Leser für Ihre Antworten.

Das Gespräch führte Kurt J. Heinz

Daniela Raab (34) hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Rechtswissenschaften studiert und als Diplom-Juristin Univ. abgeschlossen. Sie ist Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises "Stadt Rosenheim und Landkreis Rosenheim". Im Bundestag arbeitet sie unter anderm mit als Ordentliches Mitglied im Rechtsausschuss, als Obfrau im Rechtsausschuss und damit stellvertretende Rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie als Stellvertretende Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie ist zugleich stellv. Landesvorsitzende der Frauen-Union Bayern und nimmt eine Vielzahl von ehrenamtlichen Aufgaben war.

Weitere Information: http://www.daniela-raab.de

Die Übernahme des Interviews erfolgte mit freundlicher Genehmigung durch Medrum.de

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Redaktion, 25.09.2009 14:00 | Kommentare (2)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (2)

Tanja, 27.09.2009 14:32
Immer diese Diskussion über die Kindergartenpflicht! Ich finde, das letzte Jahr im Kindergarten ist so wichtig, gerade was die Sprachförderung angeht. Das kann kein Elternteil zu Hause leisten, der sich nicht wirklich damit befasst. Oder wären Sie schonmal auf die Idee gekommen, Silben zu klatschen oder haben mit Ihren Kindern Reime oder Zungenbrecher gemacht?
In der Schule brauchen die Kinder das so dringend. Sie rudern mit Ihrer Aussage zurück und mindern den Wert der Kita - in meinen Augen. Ihnen, liebe Frau Raab, ist nicht bewußt, welcher Leistungsdruck schon in der ersten Klasse auf den kleinen lastet. Daher ist es um so wichtiger, Kindergärten als das anzusehen, was sie sind. Bildungseinrichtungen!
Für was hätte es dann eine BeP-Kommission gebraucht? Die wie in einem Lehrplan festgelegt haben, mit welchen Kernkompetenzen die Kinder in den Schulalltag enlassen werden? Ich bin so sauer, über so eine Aussage!
Tanja - Mutter - Kind in 2. Klasse


Marie Luise Schellen, 25.09.2009 22:20
Sehr geehrte Frau Raab,
53 Prozent der Mütter bekommen im Schnitt 12 Monate lang 1000,--¤.
12000,--¤ jährlich auf 28 Monate verteilt sind 429,--¤ monatlich!!!!
46 Prozent der Mütter bekommen als Geringverdiener 12 Monate lang 3oo,--¤.
3600,--¤ jährlich auf 28 Monate verteilt
sind 128,--¤ monatlich !!!!!
Das Elterngeld ist ungerecht.
Diese Mütter haben keine Wahlfreiheit!!!



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Bild: Podium beim Forum Familie
Bild: Podium beim Forum Familie

Die familienpolitischen Diskussionen in Medien, Politik und Verwaltung laufen immer stärker auf eine Zerschlagung und Vergesellschaftung der Familien hinaus. Oft wird beispielsweise auch in der Union angenommen, dass für die Aufzucht von Kindern nicht die Familie der beste Ort sei, sondern eine staatliche Kinderbetreuungseinrichtung.

Gegen diesen Trend hat sich die Initiative Familienschutz mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde kurz vor der Wahl zum Bundestag 2009 gegründet mit dem Ziel, Familien in der Politik eine Stimme zu geben. Sie sollten nicht mehr nur Objekt von mehr oder (meist) weniger wohlwollendem politischem Handeln sein, sondern selber mitmischen und ihre Interessen zur Geltung bringen.

Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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