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Prof. Schachtschneider zum Urteil des BVerfG zu Lissabon
Weitere Themen: Allgemein, Justiz



"Aufgrund der Vertragsentwicklung kann man nicht mehr sagen, daß Deutschland noch eine Demokratie ist, daß Deutschland noch ein Rechtsstaat ist, daß Deutschland noch ein Sozialstaat ist. Auch der Grundrechtsschutz leidet in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland Not. Das Subsidiaritätsprinzip hat in der Praxis keine Wirkung gezeigt.  Diese Kritik war die Grundlage der Prozesse. Die Strukturprinzipien, welche die Identität der Verfassung ausmachen, stehen nicht zur Disposition der Politik. Die  deutschen Verfassungsorgane und damit auch das Bundesverfassungsgericht gestehen die Verletzung der Strukturprinzipien und damit die der existentiellen Staatlichkeit Deutschlands nicht zu." - Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider

In seinem Kommentar "Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30.

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Juni zum Vertrag von Lissabon" kommt Professor Schachtschneider dazu, daß der größte Legitimationsmangel der deutschen Integrationspolitik im Ausbleiben der Befragung der Wähler liegt.

Das BVerfG habe bereits im Maastricht-Prozeß im grundrechtlich geschützten Wahlrecht das Recht jedes Bürgers anerkannt, im Rahmen der Unabänderlichkeitsklausel des Art. 79 Abs. 3 GG die elementaren demokratischen Grundprinzipien, jedenfalls das Recht auf substantielle Gesetzgebungsbefugnisse des Deutschen Bundestages, zu verteidigen.

Laut Schachtschneider hat das Bundesverfassungsgericht im Lissabon-Urteil dieses Grundrecht vertieft und erweitert. Man kann, so der Professor weiter, aufgrund dieses Grundrechts, das die Bundesregierung und der Bundestag im letzten Verfahren erneut hart bekämpft hätten, fordern, daß nicht nur das Parlament substantielle politische Befugnisse behält, sondern auch, daß die Verfassungsidentität Deutschlands gewahrt bleibt, weil diese durchgehend demokratische Relevanz hat. Das, so Professor Schachtschneider, ist das Grundrecht auf Demokratie.

Verschiedene Aufsätze von Prof. Schachtschneider zur Europäischen Union kann man auf seiner Internetseite KASchachtschneider.de herunterladen

Foto: Jörg Koch/ddp



Redaktion FreieWelt.Net, 11.09.2009 14:24 | Kommentare (3)


Nachricht zum Thema auf FreieWelt.net



 
  Kommentare (3)

pager7, 18.09.2009 07:19
Seit 4 Wochen befasse ich mich mit Politik.

Man kommt leider nicht mehr drum herum. :)

Ich schätze alle, die noch wissen, Recht von Unrecht zu unterscheiden. -
Nur leider gibt es da noch ein Problem.
Ich (bzw. das Volk) wissen nichts von Euch.

Kommunikation ist alles!
Darum schreibt allgemeinverständlich!
Schmückt Euch nicht mit Fremdworten!

Und dann verbreitet Euer Wissen!
Ihr verliert doch nichts, im Gegenteil.


JL, 13.09.2009 20:28
One would need to be blind in more than one eye not to realize that this website is following a particular agenda. At least, the contributor's names sake knew what the French were up to.

Is that the Bible or the Basic Law the learned professor is holding? One way or the other, he has it back to front.

Nice suit though!


Horatio Nelson, 11.09.2009 17:04
Die verfassungsrechtlichen Klagen, die Professor Schachtschneider in bezug auf die politische Entwicklung auf diesem europäischen Kontinent ausgearbeitet, vorgelegt und vertreten hat haben mich seit Anfang der 90er Jahre fasziniert. Von damals Maastricht, über die Einführung des "Euro" als dritte (aber völlig unnötige) Währungsreform, und weiter über den österriechischen Beitritt zur EU, bis hin zur Klage gegen "Lissabon" habe ich seine "Kämpfe" miterleben können. Er hat die Verfassungsblindheit, EU-Untertänigkeit und Charakterschwäche der mutmaßlichen Bundesregierungen entlarvt und zur öffentlichen Schau gestellt. Maßgeblich durch seine Arbeit ist die Öffentlichkeit über die Eidbrüchigkeit (Art. 56 & 79 GG) und die anmaßende Haltung der Regierung sowie über den wahren Charakter der EU aufmerksam gemacht und informiert worden. Was den Rechtsstaat anbetrifft ist ihm viel zu verdanken und es ist nicht nur für Deutschland zu wünschen und zu hoffen, daß Professor Schachtschneider seine Bemühungen noch lange fortsetzt.
Grüße
Horatio Nelson



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