Falsche Voraussetzungen für Urteile des BundesverfassungsgerichtesIm Zuge der deutschen Wiedervereinigung behauptete Bundeskanzler Helmut Kohl, die Sowjetunion habe die Nichtrückgabe der 1945-1949 durch die sowjetische Besatzungsmacht konfiszierten Vermögenswerte zur Vorbedingung für die Gewährung der Deutschen Einheit gemacht. Dies war eine machtpolitische Lüge der Regierung Kohl, die sich die erheblichen Vermögenswerte der Betroffenen aneignen wollte, um damit kostenneutral die Deutsche Einheit finanzieren zu können. Das Bundesverfassungsgericht ging in seinen beiden "Bodenreformurteilen" von 1991 und 1996 von der Richtigkeit der Kohlschen Behauptung aus und kam so zu rechtsstaatswidrigen Entscheidungen, mit denen die betroffenen Bürger aus der Rechtsgemeinschaft ausgeschlossen wurden.
Gorbatschow und Kohl selbst widersprachen sowjetischer Bedingung1998 widersprach Michail Gorbatschow selbst in einer öffentlichen Rede der Behauptung, die Sowjetunion hätte eine derartige Bedingung zur Deutschen Einheit gestellt.(sehen Sie einen Film mit der Rede Gorbatschows bei
youtube.com)
Auch Bundeskanzler Kohl selbst widersprach nach einem Bericht des "Spiegels" (2004) seiner ursprünglichen Version, als er im Rahmen des Krone-Ellwanger Kreises vor über 200 Anwesenden erklärte, die sowjetische Bedingung habe nie existiert.
Obwohl Gorbatschow und Kohl die historische Wahrheit mitteilten, ist es bis heute bei den falschen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts geblieben, die von unzutreffenden Voraussetzungen ausgingen.
Viele Zeitungen kritisierten diesen Umgang mit der Wahrheit. Für den "Zeit"-Herausgeber Michael Naumann ist der Umgang mit den Betroffenen ein Verfassungsbruch und das "Watergate der Deutschen Politik" (lesen Sie den Artikel Naumanns bei
Zeit Online)
Rund 600.000 Betroffene in Deutschland
Es gibt heute rund 600.000 Betroffene in Deutschland, die mittel- oder unmittelbar Opfer der damaligen politischen Verfolgung durch die ostdeutschen Kommunisten geworden sind. In der Besatzungszeit wurden zigtausende Betriebe aus Handel, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft entschädigungslos enteignet. Die Eigentümer wurden als Klassenfeinde verfolgt, inhaftiert, vertrieben, mißhandelt und häufig auch umgebracht. Bis heute gibt es keine angemessene Wiedergutmachung für die Betroffenen.
Foto: Kaveh Rostamkhani/ddp