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21.05.2013
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Experten: Mädchenmangel in Asien eine Gefahr
Weitere Themen: International, Familie, Kultur


Bild: Thomas Weiss/pixelio.de

Angesichts der großen Bevölkerungszahlen in China und Indien gewinnt die demografische Verschiebung zwischen den Geschlechtern eine weltweite Dimension, sagen Experten. Normalerweise kommen auf 100 weibliche Neugeborene 105 männliche, doch in den besagten Ländern hat die vorgeburtliche Geschlechtsdiagnostik zu deutlich ungünstigeren Verhältnissen geführt.

In Indien kommen auf 100 Mädchen 112 Jungen, in China 121 – und in manchen Regionen sogar 150 oder gar 176. Die fehlenden Mädchen werden bereits vor der Geburt abgetrieben, weil die Eltern Jungen ausschließlich als Nachwuchs wünschen. Die Folgen dieses Ungleichgewichts sind gravierend: »Wo Frauen knapp sind und Männer zwangsläufig unverheiratet bleiben, das zeigen die Statistiken, steigen Gewaltbereitschaft und Kriminalität«, heißt es in der Welt.

Von einem Verbot vorgeburtlicher Geschlechtsbestimmung lassen sich weder Eltern noch Ärzte abhalten. Dabei handelt es sich durchaus um ein Mittelschichtsphänomen, weil wohlhabende Familien ohnehin weniger Kinder bekommen. Die Regierungen stehen dem Teufelskreis aus wachsendem Wohlstand und voranschreitender Selektion offensichtlich machtlos gegenüber. »Was nützt der materielle Wohlstand, wenn man keinen Sohn hat, dem man ihn vererben kann«, denken viele indische und chinesische Eltern.

Ob die Asymmetrie jemals wieder ausgeglichen werden kann, steht dahin. Dazu müsste sich ein grundstürzender Mentalitätswandel vollziehen. Einstweilen geht der »weibliche Fetizid«, die »Maskulinisierung« ungebremst weiter.

 

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Redaktion (oe), 29.01.2013 12:54 | Kommentare (0)




 
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