Bedroht die "zinslose Inflation" unsere Altersvorsorge? Der Wirtschaftsjournalist Oskar H. Metzger (Handelsblatt, Wirtschaftswoche) hat ein Phänomen untersucht, das unsere Aufmerksamkeit verdient. Die Rede ist von der negativen Zinsentwicklung bei Spareinlagen. Liegt doch der Guthabenzins seit längerem schon signifikant unter der Inflationsrate. Die Folge: Wer "spart", verliert in Wahrheit Geld durch Kaufkraftverlust!
Am 2. Januar 2002 betrug die Umlaufrendite für Bundeswertpapiere noch 4,69 Prozent. Der deutsche Sparer, der diese Rendite noch gewöhnt ist, wird seinen "Ohren nicht trauen", wenn er bei der Finanzagentur des Bundes nach der heutigen Rendite fragt, schreibt Metzger. "Die Tagesanleihe des Bundes 'rentiert' mit 0,00 % und der berühmte Bundesschatzbrief startet im ersten Jahr mit 0,0001 %. Wer ins Kursblatt schaut, findet eine Umlaufrendite von 1,02 % und einen Sparbuchzins, der im Mittelwert von 51 Banken 0,57 % beträgt," so Metzger.
Vergleicht man diese Zahlen mit der von der europäischen Statistikbehörde Eurostat gemeldeten Inflationsrate, weiß man, was unter "zinsloser Inflation" zu verstehen ist. Die Rate lag nämlich bei 2,40 Prozent. Das bedeutet, wer sein Geld in vermeintlich sichere Anlagen wie Bundesschatzbriefe investiert oder auf einem Tagesgeldkonto anlegt, entwertet im Endeffekt sein Vermögen.
Metzger weist auf den Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Jörg Fürstenwerth, hin. Dieser sagte, die durch die Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) verschaffte Atempause für die europäischen Schuldenstaaten sei teuer erkauft, denn sie gehe zu Lasten der Altersvorsorge.
Auch Lebensversicherungen können hier keine Abhilfe schaffen. "Eine weiter anhaltende Niedrigzinspolitik wird sich zunehmend auf die Leistungen der Lebensversicherungen auswirken", warnt die deutsche Versicherungswirtschaft. Metzger zieht aus dieser Situation folgenden Schluss: "Der Bürger steht also nicht nur mit seinen Steuergeldern, sondern auch mit seinem Ersparten für die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise ein."
Der Blog im Internet: oskar-metzger.de
Bedroht die "zinslose Inflation" unsere Altersvorsorge? Der Wirtschaftsjournalist Oskar H. Metzger (Handelsblatt, Wirtschaftswoche) hat ein Phänomen untersucht, das unsere Aufmerksamkeit verdient. Die Rede ist von der negativen Zinsentwicklung bei Spareinlagen. Liegt doch der Guthabenzins seit längerem schon signifikant unter der Inflationsrate. Die Folge: Wer "spart", verliert in Wahrheit Geld durch Kaufkraftverlust!
Am 2. Januar 2002 betrug die Umlaufrendite für Bundeswertpapiere noch 4,69 Prozent. Der deutsche Sparer, der diese Rendite noch gewöhnt ist, wird seinen "Ohren nicht trauen", wenn er bei der Finanzagentur des Bundes nach der heutigen Rendite fragt, schreibt Metzger. "Die Tagesanleihe des Bundes 'rentiert' mit 0,00 % und der berühmte Bundesschatzbrief startet im ersten Jahr mit 0,0001 %. Wer ins Kursblatt schaut, findet eine Umlaufrendite von 1,02 % und einen Sparbuchzins, der im Mittelwert von 51 Banken 0,57 % beträgt," so Metzger.
Vergleicht man diese Zahlen mit der von der europäischen Statistikbehörde Eurostat gemeldeten Inflationsrate, weiß man, was unter "zinsloser Inflation" zu verstehen ist. Die Rate lag nämlich bei 2,40 Prozent. Das bedeutet, wer sein Geld in vermeintlich sichere Anlagen wie Bundesschatzbriefe investiert oder auf einem Tagesgeldkonto anlegt, entwertet im Endeffekt sein Vermögen.
Metzger weist auf den Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, Jörg Fürstenwerth, hin. Dieser sagte, die durch die Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) verschaffte Atempause für die europäischen Schuldenstaaten sei teuer erkauft, denn sie gehe zu Lasten der Altersvorsorge.
Auch Lebensversicherungen können hier keine Abhilfe schaffen. "Eine weiter anhaltende Niedrigzinspolitik wird sich zunehmend auf die Leistungen der Lebensversicherungen auswirken", warnt die deutsche Versicherungswirtschaft. Metzger zieht aus dieser Situation folgenden Schluss: "Der Bürger steht also nicht nur mit seinen Steuergeldern, sondern auch mit seinem Ersparten für die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise ein."
Der Blog im Internet: oskar-metzger.de