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ESM verabschiedet: "Finanzielles Ermächtigungsgesetz eine Schande"
Weitere Themen: Finanzkrisen, Allgemein, Justiz


Foto: Maja Hitij/dapd

Am Freitag den 29. Juni 2012 stimmten 15 von 16 Bundesländern dem Fiskalpakt und dem ESM im Bundesrat zu. Bereits zuvor gab es im Bundestag eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Fiskalpakt und ESM. Damit hat sich der "Bundestag ... mit seiner mehrheitlichen Zustimmung zum ESM selbst entleibt" so Klaus Peter Krause in seinem Beitrag für FreieWelt.net. Nun ist das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe an der Reihe über die Verfassunsgmäßigkeit des ESM zu entscheiden. "Eine Schande" nennt auch Hans Olaf Henkel das "finanzielle Ermächtigungsgesetz" und einen "schweren Schlag für die Demokratie". Gegenüber FreieWelt.net erklärte Henkel: „Es ist eine Schande, dass sich der Bundestag für ein solch finanzielles Ermächtigungsgesetz entschieden hat. Die Abgeordneten haben unserer Demokratie einen schweren Schlag versetzt, denn mit diesem Instrument wird das Königsrecht des Parlaments, das Budgetrecht, ausgehöhlt."

Weiterhin sagte der ehemalige BDI-Chef: "Es ist auch eine Blamage für die Abgeordneten, denn den wenigsten von ihnen war wirklich klar, für was sie sich da entschieden haben.  Jetzt ruht die Hoffnung auf dem Bundesverfassungsgericht. Aber darauf sollten wir uns nicht verlassen, denn wenn der Bundestag in so eklatanter Weise gegen den dokumentierten Volkswillen entscheidet, hilft nur noch die außerparlamentarische Opposition; solange bis solche Parteien im Bundestag einziehen, die sich für eine alternative Europolitik und ein föderales Europa und damit für die Mehrheit des Volkswillens einsetzen."

Bundespräsident Joachim Gauck, der laut Plan von Angela Merkel noch am Freitag das Gesetz unterschreiben sollte, hat nun zuächst dem BverfG Zeit zur Prüfung der vielen Klagen gegen den ESM eingeräumt. Die Richter in Karlsruhe sind nun am Zuge.

Lesen Sie mehr auf Zeit Online ("Satte Mehrheit, vieleZweifel")

Faz.net ("Karlsruhe prüft Klagen")

Spiegel Online ("Klagen gegen Rettungsschirm")

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Redaktion FreieWelt.net, 30.06.2012 11:16 | Kommentare (5)




 
  Kommentare (5)

O.O., 01.07.2012 11:00
Meine ganze Hoffnung setze ich jetzt auf Karlsruhe. So viel Kartell und Korruption kann und darf es doch nicht geben, dass man auch hier Verrat begeht.

FDominicus, 01.07.2012 08:26
In der Tat, es ist eine Schande für die Demokraten aber mit der Selbstentleibung haben Sie ja genügend Erfahrung.

Ihr Verhalten ist genauso niederträchtig und gemein wie beim ersten Ermächtigungsgesetz.

Insgesamt haben Sie aber wieder mal nur alle Urteile über Sie bestätigt. Es schert Sie nur ein und das ist offensichtlich: Irgendwie dabei zu sein und sei es nur dabei einem "Führer" zu folgen.

Auch damit haben wir ja "allerbeste" Erfahrungen.


Karin Weber, 30.06.2012 14:14
Warum wohl erinnert mich das so an das Ermächtigungsgesetz der Nazis und deren Machtergreifung? "Der Schoß ist frucht bar noch ...." und viele Menschen werden das wieder bitter bezahlen müssen. Denen, die daran sattsam verdienen, sind diese Menschen egal.

DAS IST DAS WAHRE GESICHT VON GROSS-EUROPA!


LietIbmaSad, 30.06.2012 12:21
Es werden niemals Parteien, die sich für die Mehrheit des Volkes einsetzen, in den Bundestag einziehen. Warum? Weil das nicht ihre Aufgabe ist und das Parteiensystem diesen Zweck auch gar nicht erfüllen soll. Die sogenannte repräsentative Demokratie und das Parteiensystem muss man endlich als das sehen, was es ist: Die effizienteste Form einer Diktatur.

Arminius, 30.06.2012 11:50
Der Endsieg des Euros ist nahe. Wir müssen nur bereit sein, unseren letzten Cent dem Wohle Europas zu opfern.

Für Merkel, Baroso und Euroland!



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