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25.05.2013
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Spätfolgen der Krippenbetreuung sind ein Tabu
Weitere Themen: Bildung, Familie


Foto: Maria Steuer/privat

Vor sieben Jahren hat die Kinderärztin und Familientherapeutin Maria Steuer, selbst Mutter von 3 Kindern, das Familiennetzwerk gegründet, eine Lobbyorganisation für die Bedürfnisse von Kleinkindern. Morgen wird sie als Expertin vor dem Familienausschuß zum Betreuungsgeld sprechen. Im Interview mit FreieWelt.net zeigt Steuer, wie wichtig eine enge Elternbindung für Kinder vor allem in den ersten Jahren ist und fordert ein Betreuungsgeld in Höhe der derzeitigen Krippensubvention.

FreieWelt.net: Frau Steuer, Sie engagieren sich seit vielen Jahren für eine bessere Anerkennung elterlicher Erziehungsarbeit und sind eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet. Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach das Betreuungsgeld in der familienpolitischen Gesamtstrategie der Bundesrepublik?

Maria Steuer: Das Betreuungsgeld spielt eigentlich keine Rolle, denn es wird ja mit den übelsten Unwörtern belegt. Offensichtlich kommt kaum ein Politiker seiner ureigensten Aufgabe nach, nämlich sich zu informieren, was es bedeutet, wenn wir die Bedürfnisse von Kleinstkindern politischen und wirtschaftlichen Interessen opfern und sie mit einer „Kitapflicht“ täglich mindestens acht Stunden liebestechnisch unterversorgen.

FreieWelt.net: In der Tat stößt das Betreuungsgeldprojekt auf sehr viel Gegenwind. Bei kaum einem anderen Thema wird derzeit derart hitzig gestritten. Insbesondere wird von den Gegnern immer wieder betont, daß Kinder von frühkindlicher Bildung ferngehalten würden, wenn Sie daheim bei den Eltern und nicht in einer Kinderkrippe betreut würden. Was halten Sie von diesem Einwand?

Maria Steuer: Die frühkindliche Bildung besteht daraus, Liebe, Nähe, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit von Mama und Papa zu erfahren. Dieses ist in Einrichtungen nicht möglich. Gerne wird übersehen, daß die Wissenschaft belegt, daß sich selbst Kinder aus bildungsfernen Familien in der Einrichtung verschlechtern. Um diesen Kindern einen besseren Start zu ermöglichen, sollten wir die 1.500€ Subvention in die Hand nehmen und eine individuelle Familienunterstützung, einschl. evtl. nötiger therapeutischer Begleitung organisieren. Überhaupt ist es doch einen Gedanken wert, daß es mit der pro-Kind-Subvention des Staates möglich wäre, jedem Kind sein privates Kindermädchen zu bezahlen, was in Muttererreichbarkeit das Kind betreuen könnte: das wäre Qualität!!!

FreieWelt.net: Welchen Belastungen sind Kinder unter drei Jahren in außerfamiliärer Betreuung ausgesetzt?

Maria Steuer: Sie erleben täglich ein Liebesleck, was nie wieder im Leben zu stopfen ist. Äußerlich funktionieren sie als Kinder, wie auch als Erwachsene – die Spätfolgen zu diskutieren ist zur Zeit noch tabu.

Und: sie erleben den Verlust ihrer Selbstwirksamkeit. Wenn ein Kind mehrmals am Tag versucht, in irgendeiner Form seiner Betreuerin klar zu machen, daß es zu seiner Mama will, diese das Kind aber nicht versteht (es kann ja noch nicht reden) und auch dem Wunsch nicht nachkommen kann (die Mutter ist weit weg) und dies fünf Tage die Woche erlebt, entsteht das Gefühl, ich kann machen was ich will, es ändert sich nichts. Ich habe keinen Einfluß, Dinge zu verändern. Das wird dann zum Lebensgefühl!

FreieWelt.net: Aber damit Eltern sich frei dafür entscheiden können, ihre Kinder selbst betreuen zu können, d.h. auf einen Teil des Erwerbseinkommens längerfristig zu verzichten, sind 150 € im Monat doch viel zu wenig – oder?

Maria Steuer: Auf jeden Fall, da braucht man nur einen Finger um sich das abzuzählen!

FreieWelt.net: Wird die Einführung des Betreuungsgeldes einen familienpolitisch relevanten Effekt haben?

Maria Steuer: Nein, nur, wenn die Diskussion weiter geht, das Betreuungsgeld in gleicher Höhe wie die Krippensubventionierung bezahlt wird. Oder umgekehrt: Familien in dieser Gesellschaft wieder den Wert bekommen, der ihnen zusteht.

FreieWelt.net: Welche familienpolitischen Baustellen sollten Ihrer Meinung nach als nächstes angegangen werden?

Maria Steuer: Familienernährer/innen müssen einen Kündigungsschutz ab dem 2. Kind bekommen, Ganztagsangebote dürfen nur freiwillig sein, die Rentenanerkennung für Kinderzeiten wie in der Schweiz gerechnet werden und in der Zeit der „Kinderaufzucht“ sollten Familien finanziell in die Lage versetzt werden, mit einer Familiengesamtarbeitszeit von 40 Stunden ausreichendes Einkommen zu haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

www.familie-ist-zukunft.de

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Redaktion FreieWelt.net, 14.06.2012 13:15 | Kommentare (27)




 
  Kommentare (27)

Melanie Sch., 10.10.2012 11:49
@kri
Ich habe extra von Ein- und Zweijährigen geschrieben, weil ich schon weiß, dass Sie aus Krippenkindern immer wieder Dreijährige machen.
Im Übrigen bilde ich mir über vieles eine Meinung, das ich nicht selbst in Augenschein genommen habe, z.B. über die Lage der Menschen in Griechenland, über Formen der Massentierhaltung oder auch über verschiedene Schularten. Machen Sie das nicht?


kri, 08.10.2012 14:02
@ Melanie Sch.\\r\\n\\r\\nso ein Quatsch. Natürlich gehen auch Dreijährige in die Krippe. Der Übertritt in den Kindergarten ist meist im Herbst, Kinder die davor schon drei werden sind drei. Kein Kind das ich kenne kam mit zwei in den Kindergarten, somit sind ALLE Krippenkinder irgendwann Drei. Wissen Sie überhaupt worüber Sie reden?\\r\\n\\r\\nUnd was sind dann die Erfahrungen des "echten Vaters"? Jemals eine Krippe von Innen gesehen oder zitieren Sie ihr GROSSES Wissen aus Interviews, die Studien zitieren?

echter Vater, 07.10.2012 09:25
@Kri
Ihre Worte: "...keine Sorge ich weiß, wovon ich rede."
Offenbar wissen Sie das nicht! Was Sie über Kinder und Krippen erzählen, ist ein einziger Humbug und hat mit Realität nicht das Geringste zu tun.


Ursula Prasuhn, 05.10.2012 13:18
Werter Herr kri,
Sie schreiben über die Krippe Ihrer Kinder:

1) "Eine zweite Fremdsprache wird ansatzweise eingeführt."

2) "...da lernen die Kinder vermutlich ähnliches Zeugs über München, nämlich, wo ist der Stachus, wo geht die Strassenbahn hin und wie kommen wir zum Spielplatz oder Museum."

Allmählich frage ich mich, ob Sie überhaupt wissen, wie alt Krippenkinder sind und woher Ihre Erfahrungen als Vater stammen.
Eine zweite Fremdsprache für Ein- bis Zweijährige - also zum großen Teil Kinder, die noch Windeln tragen?
Und der Weg zum Museum wird diesen Winzlingen auch schon gezeigt?
Ich bezweifle, dass diese überhaupt begreifen, was ein Museum ist - geschweige denn, sich für den Weg dorthin interessieren.

Ich fürchte, in Ihrem Bestreben, die Krippenbetreuung schmackhaft zu machen, schießen Sie so weit übers Ziel hinaus, dass jeder sich fragen muss: Und was ist mit jenen Werbeanstrengungen, die geschickter – weil glaubwürdiger – inszeniert sind?


Julia R., 05.10.2012 10:50
Wenn es stimmt, was "kri" von sich behauptet, dass er Vater von zwei Kindern ist, welche in der Krippe waren, dann muss er diese Form der Betreuung doch gut heißen. Alles andere würde das Herz schwer machen.
Ist er nicht, was er behauptet, dann gibt es auch dafür taktische Gründe.


Klaus Kolbe, 04.10.2012 19:17
@ kri, 04.10.2012 16:12

Der Sozialismus hat viele Formen, das nur nebenbei bemerkt.
Wem der gesunde Menschenverstand fehlt, dem hilft anscheinend der Sozialismus, der immer recht hat und der von den Menschen nur immer nie richtig umgesetzt wurde/wird – stets die alte Leier, ewig neu aufgelegt
Zum Glück gibt es noch genug Menschen, die ihren Verstand noch zum selbständigen Denken benutzen.

Wenn ich Ihre Passage:

»… gab es Vorbehalte. Aber die waren schnell weg, als klar wurde, dass hier die individuelle Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt steht.«

lese, fällt mir nichts mehr ein. „Individuelle Entwicklung des Kindes“ - und das in staatlichen Aufbewahrungsanstalten! Da lachen ja die Hühner. Von was träumen Sie eigentlich nachts …?


Ursula Prasuhn, 04.10.2012 18:19
@kri
Ich habe mir schon gedacht, dass Sie hier einhaken.
Aber noch einmal: Die Natur ist vielfältig, nicht aber die Gleichmacherei der Menschen, bei der scheinbar alles erlaubt ist - nur nicht das Wichtigste, dass man nämlich eine eigene Identität hat, sie auslebt und abweichen darf von der Rolle, welche die Gender- Prediger als einzig wahre und gesellschaftsfähige ansehen.
Wer sagt denn, dass KKK (Kinder, Küche, Kirche) die Frauen reduziert? Wissen Sie denn so genau, was alle Frauen wünschen? Sie und Ihresgleichen malen doch nur ein zweckdienliches Bild von dem, was Frauen wollen oder besser gesagt: wollen sollen. Dabei kommt es Ihnen vermutlich weniger auf die unterschiedlichen Interessen an als viel mehr auf deren Beschneidung und gewaltsame Anpassung an eine Schablone.
Klappt es damit nicht, ist es aus mit der angeblichen Freiheit und Toleranz. Dann gibt es Spott und Häme für nicht erwünschte Vorlieben und Lebensformen. Man sehe nur, wie Sie sich ins Zeug legen, um Kinder, Küche und Kirche lächerlich zu machen und als altbackene – folglich auch minderwertige – Interessen darzustellen. Nein, Herr kri, mir verkaufen Sie keine ideologisch begründeten Zwänge als neue und fortschrittliche Form der Freiheit.


Klaus Kolbe, 30.09.2012 09:26
@ Klaus Kolbe, 29.09.2012 13:09

Korrektur
Umgekehrt ist es richtig: „alter Wein in neuen Schläuchen“


Leonie, 28.09.2012 10:42
Sagt nicht jedem der gesunde Menschenverstand und auch das gesunde Gefühl, dass Krippen ein perverses Konstrukt sind?
Ich kapiere nicht, wie alle Welt auf Opern und Märchen herreinfallen kann, nur weil sie ständig wiederholt werden.
So etwas nennt man gehirnerweicht und fremdgesteuert.


krippenkz, 24.09.2012 18:33
die leutz die unbedingt das maul aufreißen müssen für krippenplätze bei kindern vor dem kiga-alter, die haben keinerlei dunst von psychologie, plappern dem mainstream alles nach und sie haben meißt keine eigenen kinder- und wenn doch, gibt es sicherlich eine familieninterne dauerkrise;-))



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Am 14. Mai veranstaltete die Initiative vor zahlreich erschienenem Publikum in Berlin-Mitte das erste Forum Familie, auf dem vor allem eines sehr deutlich wurde: Die Zeit ist reif für eine echte Familienrevolution!

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