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Katholische Krankenhäuser?

18. Januar 2013, 09:28 | Kategorien: Lebenswelt | Schlagworte:

Zwei katholische Krankenhäuser weisen Frauen in Not ab - was geschieht da?

 

Frauen, die mit K.O.-Tropfen bewusstlos gemacht und möglicherweise vergewaltigt wurden, wurden von zwei katholischen Krankenhäusern abgewiesen.

Für einen Katholiken ist das in der Tat kau fassbar. Verwaltungsrechtlich mag die Erklärung eines Missverständnisses in Ordnung sein. Menschlich und katholisch betrachtet ist das katastrophal.

Katholiken stehen überall unter Druck. Viele knicken ein, treffen falsche Entscheidungen, halten sich zurück. Menschlich verständlich, der Sache aber schädlich.

Dabei ist es eigentlich nicht schwer: unabhängig von Alter, Zustand, Geschlecht, Hautfarbet etc. immer und überall für Nächstenliebe eintreten und so handeln. Standhaft die Werte vertreten, die für die Menschheit überlebenswichtig sind. Ohne die Auffassung, dass jeder Mensch in jedem Zustand exakt dieselbe Würde hat, sind der Willkür und der Ausuferung in Bereichen wie Abtreibung, PID, Euthanasie und der “Hilfe” zum Selbstmord Tür und Tor geöffnet. Dieses umfassende menschliche Konzept hat schon vor zweitausend Jahren die Menschen fasziniert.

Ja, dafür muss man sich Kritik anhören. Die Pille danach kann man nicht verabreichen, weil sie zu einem hohen Prozentsatz Frühabtreibungen verursacht. Das fügt einer vergewaltigten Frau außerdem in vielen Fällen ihrem ersten Trauma ein zweites hinzu. Das jedenfalls ist die Erfahrung von Frauen, die das durchmachen mussten. Ein katholisches Krankenhaus kann, wenn es katholisch handelt und nicht nur nach Vorschrift, hier eine seelische und menschliche Hilfe anbieten, die andere Institutionen nicht bieten können.
Und es kann medizinisch klären, ob eine Schwangerschaft überhaupt möglich war und man sich über eine solch schwerwiegende Entscheidung überhaupt Gedanken machen muss. Es gibt also weder einen Grund noch eine Rechtfertigung dafür, hier Hilfe zu verweigern, ganz im Gegenteil.

Das eigentliche Problem aber liegt woanders: Dass es solch frauenverachtende Taten gibt. Dass junge Frauen mehr und mehr erleben müssen, wie Sexobjekte behandelt und angesehen zu werden, weil das in der Öffentlichkeit und Werbung vorgelebt wird. Dass junge Frauen ihren Lebenssinn darin sehen sollen, in Prostitutionssendungen demütig hinter einem Rosenverteiler herzuhecheln, statt sich ein selbstbewusstes und selbständiges Leben mit einem echten Partner aufzubauen.

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3 Kommentare auf "Katholische Krankenhäuser?"

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