“Sport vermittelt Einsatzfreude” – Interview mit Klaus Riegert

02. Juli 2010, 09:51 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: | von
Redaktion

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Riegert (CDU) ist der Kapitän der fraktionsübergreifenden Fußballmannschaft FC Bundestag und außerdem Vorsitzender Arbeitsgruppe "Sport und Ehrenamt".  Im Interview mit FreieWelt.net spricht er jetzt über Fußball, Ehrenamt und Politik.

FreieWelt.net: Was ist der Zweck des „FC Bundestag“?

Klaus Riegert: Natürlich Fußball spielen. Darüber hinaus bietet unser Sport stets eine willkommene Möglichkeit abseits der Regularien des parlamentarischen Alltags Kontakte zu knüpfen, Freundschaften aufzubauen oder zu pflegen, sowie Gedanken und Erfahrungen auch über den Sportbereich hinaus auszutauschen. Wir sind „Botschafter des Parlaments“.

FreieWelt.net: Wie oft wird trainiert?

Klaus Riegert: Im Winter einmal die Woche, Frühjahr bis Herbst wird „nur“ gespielt.

FreieWelt.net: Eigentlich soll die Politik ja beim FC Bundestag keine Rolle spielen, aber funktioniert das wirklich? Immerhin kennt ja jeder die Fraktionszugehörigkeit der Anderen?

Klaus Riegert: Ja, es funktioniert. Wenn man gemeinsam unter der Dusche steht, dann kann man auch über die Parteigrenzen hinaus gut zusammenarbeiten. Das Tolle ist doch, dass es keinen SPD- und CDU-Sport gibt. Klar, bestimmte Themen werden kontrovers diskutiert und es gibt verschiedene Positionen. Oft kämpft der Sportausschuss aber auf einer Seite. Ähnlich wie die Fußball-Elf des Bundestages.

FreieWelt.net: Auf welche Leistung des FC Bundestag sind Sie besonders stolz?

Klaus Riegert: Die gute Kameradschaft, die wir seit über 40 Jahren pflegen. Und, die Mitglieder des „FC Bundestag“ engagieren sich für soziale Projekte. Die Erlöse unserer Benefiz- Spiele und Turniere kommen Kranken, Behinderten, sozial schwächeren Menschen zugute, aber auch Hilfsprojekten in Eritrea.

FreieWelt.net: Sie sind auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Sport und Ehrenamt“ der CDU/CSU-Fraktion . Welche gesellschaftliche Bedeutung haben Sport und Ehrenamt ihrer Ansicht nach?

Klaus Riegert: Sport vermittelt Einsatzfreude, Ausdauer, Selbstdisziplin, Fairness, Toleranz, Gemeinsinn und Demokratieverständnis. Werte und Tugenden, die für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. “Sport für alle” und “Sport als Lebenshilfe”, das sind Kurzformeln für die soziale Offensive des Sports. Sie kennzeichnen den ideellen und gemeinnützigen Charakter des Sports. Sport integriert. In Ehrenamtlichkeit, Selbstorganisation und Eigenleistung findet er seine zentralen Grundlagen.
Ehrenamtliches Engagement folgt dem Gedanken der Subsidiarität. Ehrenamtliche Mitarbeit lässt Bürger aller Altersgruppen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Sie weckt Eigeninitiative und Solidarität. Ohne solche sozialen Tugenden gibt es keine Gemeinschaft. Sie bilden die Ethik des Selbstverständlichen, von der die Demokratie lebt.

Ich bin wirklich froh, dass ich meine Begeisterung für den Sport und das bürgerschaftliche Engagement mit meiner jetzigen Arbeit als Politiker verbinden kann.

Das Interview führte Fabian Heinzel

(Foto: Klaus Riegert)

 

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