Interview mit Beatrix von Storch zu den Syrien-Kriegsvorbereitungen

Beatrix von Storch: Friedenspolitik ist das Gebot der Stunde

»Wir brauchen eine Vermittlung zwischen den USA und Russland, um die Lage zu entschärfen und einen Krieg zu verhindern. Eine aktive Friedenspolitik ist jetzt das Gebot der Stunde.«

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Freie Welt: Frau von Storch, warum will Trump Syrien angreifen?

Beatrix von Storch: Es ist nicht nur Trump. Trump ist mit dem Versprechen angetreten, Militärinterventionen wie die in den Irak zu beenden und das Verhältnis zu Russland zu verbessern. Das war richtig, dafür haben wir ihn gelobt. Aber andere haben ihn seit seiner Wahl deshalb unter Dauerfeuer gesetzt. Die politischen Falken, das Establishment, das FBI, der Kongress, die westlichen Medien. Viele seiner wichtigen Mitarbeiter aus der Anfangszeit wurden aus dem Amt gedrängt. Jetzt haben sie ihn weich gekocht. Auch in Deutschland wird ohne Unterlass der Propagandatrommel für den Konflikt gegen Russland und für den Militäreinsatz in Syrien gerührt. Frankreichs Präsident Macron ist ein Scharfmacher. Er droht schon lange mit einem Militärschlag.

Freie Welt: Was bedeutet ein Militäreinsatz in Syrien?

Beatrix von Storch: Eine Katastrophe. In einen regionalen Bürgerkrieg hinein zu intervenieren, bedeutet ein Streichholz und ein Lager mit Dynamit zu werfen. Die Folgen sind unabsehbar. Schon der Irakkrieg hat die gesamte Region destabilisiert, mit einer Million Toten, der fundamentalistische Iran ist zum dominanten Spieler aufgestiegen und der IS konnte dadurch erst entstehen. Ein Militäreinsatz in Syrien kann nicht nur das Land noch weiter ins Chaos stürzen, es führt auch zu einer direkten Konfrontation zwischen den Atommächten.

Freie Welt: Finden Sie es richtig, dass Angela Merkel erklärt hat, dass Deutschland sich militärisch nicht beteiligen wird?

Beatrix von Storch: Ja, aber das reicht nicht aus. Merkel sagt zwar, dass Deutschland sich nicht beteiligt, sie unterstützt aber politisch den Konfrontationskurs. Sie hat mitgeholfen, die Stimmung zu schaffen, die uns bis zu diesem Punkt gebracht hat. Die Bundesregierung muss sich aktiv dafür einsetzen, den Militäreinsatz  zu verhindern und auch in der EU und NATO auf eine friedliche Lösung hinwirken. Merkel darf sich nicht wie beim Euro von Macron mit hineinziehen lassen. Wir brauchen eine Vermittlung zwischen den USA und Russland, um die Lage zu entschärfen und einen Krieg abzuwenden. Eine aktive Friedenspolitik ist jetzt das Gebot der Stunde.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Öko-Theosoph

Sehr richtig. Diese Kriege, die nur aus Machtgier geführt werden, müssen endlich aufhören. Dann kommen auch weniger Flüchtlinge nach Deutschland. Die AfD sollte aber nicht dieselbe Politik machen wie die FPÖ, die fälschlicherweise an der Wehrpflicht festhält. Wir brauchen eine öko-konservative Politik. Zudem einen Bezug zu einem (im Sinne der nicht-trinitarischen Pfingstbewegung) reformierten Christentum. Mehr dazu auf meiner Internetseite (wegen der Adresse bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

Gravatar: Karl Nappp

Wie Recht sie haben, Frau von Storch. Leider hört die deutsche politische und mediale Elite nicht auf Sie. Sogar der sonst von mir sehr geschätzte Satiriker Nuhr hat sich in seiner neuen, gestrigen Veranstaltung nicht entblödet, übel und wahrheitswidrig über Sie herzuziehen. Muß er sich so demontieren und auf ein so niedriges Niveau begeben, um beim Staatssender ARD einen hochbezahlten Auftritt zu bekommen?

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Beatrix von Storch: Es ist nicht nur Trump. Trump ist mit dem Versprechen angetreten, Militärinterventionen wie die
in den Irak zu beenden und das Verhältnis zu Russland zu verbessern. … Jetzt haben sie ihn weich gekocht.“ …

Meint jetzt dazu gezwungen und etwa deshalb legitimiert zu sein, zur Beseitigung derer, welche nicht nach dem Pfeife der
´tatsächlich herrschenden EU-Eliten` tanzen - ganze Völker auszurotten und dies als Kollateralschaden deklarieren zu dürfen?

Ähnlich wie einst ein Mann mit Schnauzbart? Hätte der Hitler den 2. Weltkrieg ohne die Hilfe auch seiner US-Freunde überhaupt führen können? https://www.wallstreet-online.de/diskussion/500-beitraege/787382-1-500/hitlers-amerikanische-geschaeftsfreunde-us-konzerne-verdienten-am-krieg

Eskalierte nicht auch der 2. Weltkrieg besonders wegen des nicht zu stillenden finanziellen Hungers der US- und britischen Eliten(?) wie beschrieben??? https://weltkrieg2.de/wieso-griff-hitler-russland-an/

Ich stimme der Beatrix von ganzem Herzen zu:

„´Friedenspolitik` ist das Gebot der Stunde“!!!

Gravatar: k.becker

Vollkommen richtig!
Zivilisierte Menschen verhalten sich nicht, wie die Kriegstreiber/Brandstifter in unserer Regierung, GB, F, EU, Nato und AMI.
Im Kindergarten bei uns wurde früher den Kindern ein Verhalten beigebracht, wie Konflikte lösbar sind.
Zum Glück verhält sich Rußland besonnen.
Aber, unserer Regierung, GB, F, EU, Nato und AMI.
arbeitet daran, daß Rußland irgendwann reagieren muß, da sie sonst ihr Gesicht verlieren.
Es ist das Kalkül der Aufgezählten.
Siehe alle westlichen Aktivitäten der letzten Jahre, bei denen versucht wird, von Rußland Gebiete und Einflußzonen, dem Westen einzuverleiben.
Die Methoden dazu sind meist menschenverachtend.

Gravatar: karlheinz gampe

@Ekkehardt Fritz Beyer

Als ich meinen Vater nach dem warum Russlandfeldzug fragte, da hat der mir das wieder gegeben, was in ihrem 2. ten Link steht. Hitler war sogar Englandfreund meinte er, deshalb hat er die Engländer auch nicht im Kessel von Dünkirchen vernichtet wie die Generäle es wollten. Hitler glaubte nach einem Sieg über Russland würde England auf seine Seite kommen. Ähnlichen Fehler haben die Römer auch schon einmal begangen.

Gravatar: egon samu

Effektive Friedenspolitik macht nur Uschi von den Flinten. Sie sorgt dafür, daß die Bundeswehr verschwult wird und die Waffen nicht mehr einsetzbar sind.
Dafür gibt es Schwangerschaftskostüm auch für Männinnen...

Gravatar: H.M.

Ganz richtig. Nichts wäre vermutlich fataler, als in den laufenden Bürgerkrieg einzugreifen, wobei man natürlich hinterher immer schlauer (oder tot) ist. Vielleicht ist der Militärschlag ja gut und gerechtfertigt, 100%-ig weiß man es nicht, wobei ich das für unwahrscheinlich halte.

Es zeigt sich einmal mehr, dass es nicht nur einen neuen Regierungschef für eine andere Politik braucht, sondern dass auch noch andere Faktoren mit hineinspielen: Langfristige Ziele und Interessen von außenpolitischen Think Tanks und der Industrie, Medien und Vordenker, Mitarbeiter in Behörden.

@Öko-Theosoph: Der Link zu ihrem Blog funktioniert nicht (http//www.theosophie343.wordpress.com), ohne „www.“ hingegen geht es (https://theosophie343.wordpress.com).
Die Grundlage jeder christlichen Erneuerung kann nur die Heilige Schrift sein, die für die Lehre im Glauben völlig ausreicht und wirksam ist (https://www.bucer.de/fileadmin/user_upload/1Irrtumslosigkeit3.pdf). Die Komplexität und Finalität der Welt deuten auf einen Schöpfergott hin, der nur ein persönlicher Gott (Theismus, biblischer Monotheismus) sein kann, da Gott nicht primitiver als seine Geschöpfe sein kann (wie in manchen heidnischen Religionen) und auch von seinem Wesen her nicht identisch mit der materiellen Welt sein kann (wie etwa im Monismus oder Pantheismus). Die christliche Lehre von der Trinität bringt sehr gut zum Ausdruck, dass die Heilige Schrift Vater, Sohn und Heiligen Geist als Gott beschreibt. Hier ist es immer gut, sich an den Glaubensvätern aus 2.000 Jahren christlicher Tradition zu orientieren (http://www.serk-heidelberg.de/unser-glaube/die-altkirchlichen-bekenntnisschriften/). Für Themenbereiche, die von der Bibel nicht abgedeckt werden, ist das Konzept der Natürlichen Theologie evtl. hilfreich, sodass man in bestimmten Fragen nicht einem Biblizismus verfällt, sondern sich mit Hilfe der Vernunft orientieren kann. Das betrifft etwa auch Fragen moderner Technik zu.

Für eine Wehrpflicht spricht, dass es für Männer gut ist, ihrem Gemeinwesen und Vaterland zu dienen, wenn es sein muss auch an der Waffe. Das kann manchmal notwendig sein. Ein reiner Pazifismus ist ein moralisch nicht haltbares Konzept, wobei ich Ihnen nicht unterstellen möchte, Pazifist zu sein. Ein Staat kann und muss eine Armee haben, für Christen ist dies auch kein Problem, sofern sie ein gesundes Konzept einer Zwei-Reiche-Lehre (o.ä.) haben.

Gravatar: Peter S.

@Öko-Theosoph
Die Wehrpflicht hatte sich bewährt als demokratische Kontrolle der Bundeswehr. So konnte das Abdriften der Bundeswehr in den Tiefen Staat erfolgreich verhindert werden. Diesen Kontrollmechanismus gibt es leider nicht mehr, so dass sich das herrschende Establishment der
Bundeswehr nach Lust und Laune bedienen kann. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Einsätze im Inneren legitimiert werden. Das BVvG wurde ja schon von der CDU gekapert. Diese Partei hat sich mit Hilfe der Medien den Staat zum Untertan gemacht.

Gravatar: w.woitaschek

Warum zieht der Westen und Russland nicht ihre Truppen
aus diesen Gebieten ab,liefert keine Waffen mehr?Über-
lässt man diese Menschen ihre grundmoslemischen Pro-
bleme allein zu lösen würde auf Grund fehlender Kampf-
mittel das Abschlachten in grossen Stil nachlassen und
auf Dauer würde es friedlicher sein,vielleicht sogar ein
Miteinander möglich sein.
Das Problem ist das viele Geld das man mit Waffen
machen kann und die Machtgeilheit einzelner Staaten,vorwiegend die USA.
PÖLITIKER;PFUI TEUFEL !!!

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