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Gesundheitssystem der USA besser als behauptet

21. August 2012, 01:48 | Kategorien: Politik | Schlagworte: ,

Das Gesundheitssystem der USA wird immer wieder als schlechtes Beispiel genannt. Teuer, ungerecht und schlechte Qualität lautet das Verdikt seiner Kritiker.

Doch die Statistik trügt, wie Scott Atlas, Senior Fellow at Stanford University’s Hoover Institution, in einem Gespräch mit Russel Roberts bei Econtalk über sein Buch In Excellent Health erläutert. Korrigiert man nämlich das Ranking der durchschnittlichen Lebenserwartung der OECD-Staaten um Selbstmordopfer und unmittelbar bei Verkehrsunfällen getötete Menschen, steigt die USA von Platz 37 auf Platz 1 auf. Und das obwohl die für die mittlere statistische Lebenserwartung sehr wichtige Säuglingssterblichkeit in diesem Land so hoch ist, weil die amtliche Statistik anders als in anderen Industrieländern  Fehlgeburten sehr schnell als Todesfälle erfasst. In keinem anderen Land der Welt ist die Überlebensdauer schwerer Krebserkrankungen so hoch wie in den USA. Besonders häufig wird beklagt, dass in den USA so vielen menschen ein Versicherungsschutz fehlt. Vielen Kritikern ist jedoch nicht bewusst, dass der allergrößte Teil der Nichtversicherten eigentlich anspruchsberechtigt  auf Medicaid, dem staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramm für Einkommensschwache, ist, jedoch am Papierkram bei der Beantragung scheitert. Zweifelsohne hat das amerikanische Gesundheitssystem ein Bürokratie- und Kostenproblem, denn allzu oft werden eigentlich unnötige Behandlungen mit geringer Wirkung vorgenommen, weil auf dem überregulierten Gesundheitsmarkt zu wenig Anreize zur Kostenkontrolle bestehen. Doch der von Gesundheitsplanern allzu gern instrumentalisierte Vorwurf von Ungerechtigkeit und schlechter Qualität gehört eindeutig ins Reich der politisch opportunen Mythen.

liberalesinstitut.wordpress.com

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2 Kommentare auf "Gesundheitssystem der USA besser als behauptet"

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