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Gefahr durch Glühlampen?

30. August 2012, 08:14 | Kategorien: Politik | Schlagworte:

Mehr Europa. Demnächst steht es in Form von Glühbirnen-Inspektoren im Baumarkt und haut den unbotmäßigen Verbrauchern auf die Finger. Oettinger sei Dank!

Als wolle er die Europaverdrossenheit mit allen Mitteln fördern, hat sich EU-Kommissar Oettinger kürzlich zu Wort gemeldet mit der Forderung nach Kontrollen, ob das Glühlampenverbot, das ab dem 1. September gilt, strikt eingehalten wird. Die gute alte Glühlampe, deren voll ausgereifte Technik seit über einem Jahrhundert auf der ganzen Welt unverzichtbare Dienste leistete, wurde von unbekannten EU-Bürokraten zum „Energiefresser“ erklärt und per  ordre du mufti durch die unausgereifte „Energiesparlampe“ ersetzt. Um die Energiesparlampe überhaupt für marktfähig zu erklären, musste das von der EU verhängte Quecksilberverbot in Privathaushalten, dem alle Quecksilberthermometer zum Opfer fielen, weil sie eine potentielle Gefährdung der Gesundheit darstellten, sollten sie zerbrechen, ausgehöhlt werden. In den Energiesparlampen befindet sich nämlich eine nicht unbeträchtliche Menge Quecksilber. In jedem Haushalt gibt es ein, höchstens zwei Fieberthermometer.

Energiesparlampen dagegen dürfte es dutzende in jeder Wohnung geben, sollten alle Glühlampen ersetzt worden sein. Die Gefahr, dass so eine Leuchte beim Auswechseln aus der Hand rutscht und zerbricht, ist um ein Vielfaches höher, als dass ein Thermometer entzwei geht. Welche dramatischen Folgen eine zerbrochne Energiesparlampe für die Gesundheit eines Kindes haben kann, ist seit einigen Wochen in unseren Programmkinos zu sehen. Im Film „Bulb fiction“ werden alle Argumente gegen die Energiesparlampe eindrücklich zusammengefasst.
Jede Wohnung wird durch Energiesparlampen zur Sondermülldeponie. Besondere Probleme macht die Entsorgung, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die ausgediente Leuchte im Hausmüll landet. Wenn nicht, muss der Sondermüll in der Handtasche zur nächsten Drogerie getragen werden, wo Spezialbehälter stehen, die wiederum gesondert entsorgt werden müssen. Ein nicht unwesentlicher Aspekt ist das kalte Licht, das die Energiesparlampe verbreitet, wenn sie nach drei Minuten endlich ihre volle Leuchtkraft entfaltet hat. Die Frage, welche Langzeitwirkungen die Dauerbestrahlung mit diesem kalten Licht haben wird, ist bisher nicht gestellt worden. Vor allem die Aussicht, eines Tages diesem unwirtlichen Schein alternativlos ausgesetzt zu sein, hat viele Deutsche veranlasst, sich wie die Hamster in Not, Vorräte an Glühlampen anzulegen. Beruhigend ist auch, das in China und anderswo die Glühbirne weiter produziert wird. Das eröffnete dem Markt die Möglichkeit, ein Schlupfloch zu nutzen, das die EU-Bürokratie gelassen hatte. Als „Speziallampen“ für Handwerk und Bergbau dürfen die Glühlampen weiter vertrieben werden, wenn auch  deutlich teuerer als zuvor.

Das macht unserem EU-Kommissar Oettinger anscheinend erhebliche Kopfschmerzen. Er will deshalb  flächendeckend Kontrolleure zur Überwachung einsetzen, damit die „Speziallampen“, die in einem Extraregal angeboten werden müssen, mit dem sichtbaren Hinweis, dass sie nicht in Privathaushalten eingesetzt werden dürfen, nicht doch dort landen. Die Bürokraten reagierten wie zu erwarten war, begeistert, Berlin und Brandenburg, die ohnehin bis über die Halskrause verschuldet sind, haben bereits den Bedarf an neuen Stellen angemeldet. Ob die Bürger auch erfreut sein werden, ist mehr als zweifelhaft.

Wie soll am sich den Einsatz der Kontrolleure vorstellen? Steht zukünftig ein gestrenger Herr neben der Kasse im Lampenladen und fordert vom Kunden den Nachweis, wo er die eben gekaufte Speziallampe einsetzen will? Oder streicht eine Kontrollstreife bei Nacht um die Häuser, um einen verdächtigen warmen Schein aufzuspüren, der durch die sorgfältig geschlossenen Vorhänge schimmert? Steht die Streife dann, wie heute die Typen von der GEZ , auf der Matte und verlangt Zutritt zur Wohnung, um zu überprüfen, dass sich kein Gefahrgut mit Leuchtfaden in der Lampenfassung befindet? Was passiert, wenn eine Übertretung festgestellt wird? Ist dann ein Strafgeld fällig?
Fest steht nur, dass diese Schnapsidee von Oettinger leider keine Lachnummer ist, sondern bitterer Ernst, der demnächst in unserem Land exekutiert werden soll. Das wäre ein weiterer Verlust von Freiheit, die ohnehin immer mehr eingeschränkt wird.

Fast täglich kommen Vorschläge von Politikern, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären: Finanzminister Schäuble brachte die Abschaffung von Bargeld ins Spiel, angeblich um Geldwäsche wirksam bekämpfen zu können. Tatsächlich läuft dieser Vorschlag auf eine Totalkontrolle aller Bürger heraus. Die Deutschen haben es bereits widerspruchslos geduldet, dass der Staat jederzeit in ihre Konten blicken kann. Ein Bankgeheimnis gibt es nicht mehr.

Mit viel Propaganda und staatlichem Preisdiktat wird so genannter Biosprit in unsere Tanks gepresst. Wenn die Bevölkerung trotzdem nicht will, drohen Strafgelder für die Tankwarte, die ihr Absatzsoll an Biosprit nicht erfüllen. Der Wahnsinn wird fortgesetzt, obwohl spätestens die diesjährige Dürre und die rasant gestiegenen Getreidepreise bewirken, dass den Armen dieser Welt die dringend benötigten Nahrungsmittel streitig gemacht werden, weil sie in Europa durch den Tank gejagt werden soll.

Gefahr droht Europa nicht durch die Glühlampe, sondern durch eine Bürokratie, die abgehobene, ideologische Entscheidungen trifft. Es ist hohe  Zeit, diese Fehlentwicklungen umzukehren.

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