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Die Inflation des Abiturs

20. Januar 2013, 12:24 | Kategorien: Lebenswelt, Politik | Schlagworte: , , ,

Der Streit um die G8-Reform verdeckt die wahren Probleme des deutschen Schulsystems. Eine desorientierte Politik und vulgärökonomistische Ideologen ruinieren das Bildungsniveau der Abiturienten.

Schulen sind zum Experimentierfeld der Bildungspolitik geworden. Gerade erst hatten alle Bundesländer außer Rheinland-Pfalz die Umstellung auf “G8″, also das achtjährige Gymnasium mit dem Abitur nach 12 statt wie bislang 13 Schuljahren, beschlossen. Nach den ersten Erfahrungen und harscher Kritik von Schülern, Eltern und Lehrern – eine Emnid-Umfrage zeigt, dass neun von zehn Müttern oder Vätern gar nichts vom “Turbo-Abi” halten – rücken viele Länder zumindest teilweise wieder davon ab. In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits einige Modellschulen, an denen G9 wieder eingeführt wurde, ähnliches gilt für Schleswig-Holstein. Baden-Württemberg will seinen Schulen die Entscheidung überlassen, Bayern erlaubt Schülern, freiwillig ein Jahr länger zu bleiben.

Tatsächlich ist allerdings die heiß laufende Debatte über G8 weniger interessant und weniger bedeutsam als die Flut von Artikeln darüber unterstellen. Hinter der Fassade des Streits um das Turbo-Abi geschehen an unserem Schulsystem nämlich Veränderungen, die einschneidender sind, als die Frage nach dem pro oder contra für ein Schuljahr, das in der Realität ohnehin eher ein halbes als ein ganzes Unterrichtsjahr war und ist. Nicht wann oder wie lange unsere Schüler lernen, ist entscheidend, sondern was und ob sie mit einem Abiturzeugnis tatsächlich “hochschulreif” sind. Letzteres ist für immer mehr Abiturienten zweifelhaft, wie jenseits offizieller Verlautbarungen viele Lehrer und Universitätsdozenten beklagen.

Den vollständigen Text lesen Sie hier

 

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