"Wir brauchen den Mut zu sagen, was ist!"

Ehrlich, ich finde einfach unglaublich, was unsere spitzen Politiker uns an Falschheit und hohlen Worten zumuten. Ausgerechnet Steinmeier stellt in seiner Dankesrede anlässlich seiner Wahl zum Bundespräsidenten einen solchen Satz in den Mittelpunkt seiner Rede.

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Rückblende. Donnerstag, der 2.6. 2016:

Der Bundestag stimmt über eine von Union, der SPD und den Grünen eingebrachten Resolution über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich vor hundert Jahren ab.

Wer bei der Abstimmung neben der Kanzlerin und dem SPD-Chef Gabriel auf der Regierungsbank fehlt, ist der, in dessen Resort die ganze Angelegenheit fällt: Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier.

Der es übrigens auch nach der Abstimmung, die immerhin  von seiner eigenen Partei mit initiiert worden war, vermied, den Genozid an den Armeniern einen Völkermord zu nennen.

Wahrheit ist wohl zu viel verlangt.

Man muss ja mit Erdogan im Gespräch bleiben. Der Mann ist es wert und wichtiger als ein paar ermordete Armenier.

Dass man diesen mit einem solchen Verhalten nochmals ins Gesicht schlägt, ist wohl okay und angesichts unserer Geschichte ohnehin ganz besonders nachvollziehbar . . .

Dass ausgerechnet dieser Mann aber nun die Chuzpe hat zu sagen:

Wir brauchen den Mut zu sagen, was ist.

Unfassbar.

Ich ertrage sie nicht mehr, diese aalglatten Zeitgeist-Politiker à la Oppermann, Steinmeier, Altmaier, Kauder und wie sie alle heißen.

Hätte sich unter 80 Millionen Deutschen nicht ein Bundespräsident finden lassen, der Rückgrat hat und um den Wert eines wahren Wortes weiß?

Nachtrag am Montagvormittag:

Ich habe Steinmeiers ungewohnt deutliche Trumpkritik - er bezeichnete ihn als "Hassprediger" - nie als Zeichen von Mut gesehen. Vielmehr glaube ich, dass bei ihm - psychologisch formuliert - ein Schattenaspekt durchgeschlagen hat: Da erlaubt sich einer, immer wieder zu sagen, was er wirklich denkt.

Für Steinmeiner ein rotes Tuch, das ihn seine ganze so diplomatisch gute Kinderstube vergessen ließ, denn normalerweise kann er selbst unverblümt nicht reden.

Heute bezeichnet er Trump als schwierigen Partner. Offensichtlich merkt er gar nicht, wie beleidigend und überheblich das ist. Putin darf sich diese Charakterisierung ja auch an die Brust heften. 

Was auch immer ihn seine Redenschreiber zukünftig sagen lassen werden: Aus der Tiefe des Raums, wie weiland Günter Netzer es tat, kommt bei Steinmeier für mich nichts. Es ist wie auf den SPD-Parteitagen: Selbst wo er emotional wird, ist es kalkuliert. Es sei denn, einer ist so wenig pflegeleicht und unverblümt wie Trump. Dann gerät bei Steinmeier schon mal was außer Kontrolle.

Irgendwie hat alles dieses Niveau der Postenkungelei à la Berlin: Schiebst Du mir den Bundespräsidenten rüber, schieb ich Dir den Außenminister rüber.

Gerade den Cicero vom 18.2. zur Versteinmeierung der Politik gelesen:

Steinmeier als Narkosearzt und Produkt Merkelscher Alternativlosigkeit sowie deutscher Konsensdemokratie mit der Aufgabe, sich öffnende Gräben mit allerlei Floskelgeröll zuzuschütten. - Empfehlenswert!

Zitat: "Sein „Lasst uns mutig sein!“klang wie das Pfeifen im dunklen Keller. Was er meinte, war nicht der Mut zum Aufbruch und zur Veränderung, sondern der Mut, ruhig weiterzuschlafen.

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Karl Brenner

Steinmeier ist ein eiskalter Technokrat. War er jedenfalls bisher so. Und er wird auch (wie all die anderen incl. Schulz) den Türkeibeitritt weiter verfolgen, wenn es wieder geht.
Und wenn es notwendig ist, dann unterschreibt so ein Bundespräsident auch den Marschbefehl um auf Moskau zu marschieren.
Wer beim Belgrad-Bombing mitgemacht hat, ist auch zu anderen Schandtaten in der Lagen.

Gravatar: Anton

Wenigstens haben Sie Mut, aufzuzeigen, was die
Polit-Schwindler für Schachzüge praktizieren, um sich
am Trog zu halten!
Steinmeier´s Ernennung ist ein reiner Betrug am Volk,
ein noch nie dagewesenes Marionetten-Theater!
Dieser Schachzug war anscheinend erforderlich, denn
Steinmeier´s Aussagen und Kritik gegen den neuen
US-Präsidenten Trump, seine Verweigerung ihm schon
aus diplomatischen Gründen zu gratulieren, haben ihn
auf dem diplomatischen Parkett disqualifiziert!
Aber auch als Bundespräsident waren seine ersten Sprüche gegen Trump!
Die deutsche Politik muß auf der Hut sein, solche Fauxpas
nicht zur Gewohnheit werden zu lassen!

Gravatar: Heinz Becker

Nein. Wer in diesem Land mit einer grün-linken Meinungsdiktatur den Mut hat, Tacheles zu reden, wird sofort als Nazi beschimpft und von den Schmierenblättern fertig gemacht. Steinmeier ist nicht mehr als ein Grüß-August, und Merkel wird sich denken: "Ist mir doch egal, wer unter mir Bundespräsident ist!"

Gravatar: Ralle

Zu den wenigen Aufrechten scheint, neben Erika Steinbach, Angelika Barbe, Bürgerrechtlerin in der DDR, zu gehören. Sie schreibt einen offenen Brief an "ihre" CDU. Abgedruckt im Cicero:

Offener Brief von CDU-Dissidentin
„Nicht mehr mit mir!“

http://cicero.de/berliner-republik/Offener-Brief-von%20CDU-Dissidentin-Nicht-mehr-mit-mir

Das Fazit kann eigentlich nur noch lauten, dass die sog. Eliten so oft gehirngewaschen wurden das nur noch Phrasen geblubbert werden können.

Der alte Spruch, wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand, ist längst nicht mehr gültig.

Gravatar: Thomas Rießler

Wenn sie an das glauben würden, was in der Bibel steht, dann wären sie nicht so überrascht, dass Pseudochristen wie Steinmeier mit der Wahrheit auf Kriegsfuß stehen und sie müssten sich auch nicht so sehr darüber aufregen, dass dies so ist, sondern könnten der Sache etwas gelassener gegenüberstehen.

„Bibelworte, die ihm besonders viel bedeuten, sind Jesu Zusage „Selig sind, die Frieden stiften“ (Matthäus 5,9) und „Unter den Übermütigen ist immer Streit“ (Sprüche 13,10).“ (http://www.kath.net/news/24009).

„Als Student war Frank-Walter Steinmeier Redakteur der linken Zeitschrift „Demokratie und Recht“. Unter Beobachtung des Verfassungsschutz stehend forderte er eine „Diskussion über eine linke Verfassungsinterpretation“. Viele von seinen Mitstreitern bekleiden heute hohe Ämter.“ (http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/steinmeiers-jugend-was-nicht-zusammengehoert-1694853.html).

Gravatar: Hans-Peter Klein

Aber liegt nicht genau darin die Chance für die AfD?

Chance ist natürlich auch keine Gewähr, dass unter der AfD alles besser, richtiger, ehrlicher usw. wird.

Aber ein Schritt in die richtige Richtung wäre doch auf jeden Fall kontroverse Diskussion innerparteilich zu zulassen und bestimmte Themenfelder neu und ergebnisoffen anzudenken.

Genau das machte die Grünen vor 30 Jahren zu authentisch: Der innere Streit unter dem neuen gemeinsamen Dach:
Ökologie,
während die Alt- Etablierten sich schon damals sich hinter ihren traditionellen, selektiven "Wahrheiten" verschanzten.
.
Selbst aus der Entwicklung der Grünen über die letzten 30 Jahre könnte die AfD viel lernen, eventuell sogar Honig daraus saugen.
Unter Honig saugen meine ich natürlich nicht rein opportunistische Rosinen-Pickerei, sondern den neuen, guten Kern heraus arbeiten und auskristallisieren.

Und dieser neuen gute Kern wäre nach m. M. eine neue, zeitgemäß moderne Auffassung von Patriotismus auf allen Politikfeldern zu entwickeln und zu repräsentieren, genau das was Grüne, Linke und links-Angestrichene regelrecht verabscheuen und:
Sich genau dadurch immer unbeliebter machen.

Aber genau das ist die auch eine Riesen-Chance der AfD:
Eine Neu-Formation aus Altparteien-Wählern und Nicht-Wählern unter dem gemeinsamen, neuen Dach:

Zeitgemäß moderner Patriotismus,

dafür brauch man Mut, viel Mut in der gegenwärtigen Situation.


MfG, HPK

Gravatar: ropow

Die Scheinheiligkeit in der Rede Steinmeiers lässt einen tatsächlich „fast sprachlos zurück, mit der im grellen Licht der Öffentlichkeit Fakten verbogen und abgestritten werden, (...) ja schlicht gelogen wird.“ (Steinmeier am 4.11.2016 in der FAZ)

Dass dieses Deutschland „für viele auf der Welt ein Anker der Hoffnung geworden ist“, wird besonders den ehemaligen Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz sprachlos machen, dessen, im Oktober 2002 von den USA angebotene Freilassung Steinmeier als Kanzleramtschef hintertrieben hatte.

Für ihn ist auch Gauck, der Deutschland in Hell- und Dunkeldeutschland eingeteilt und seine Bevölkerung als das eigentliche Problem genannt hatte, „ein Bundespräsident, der diesem Amt und unserem Land gut getan hat.“

„Wir brauchen den Mut, einander zuzuhören“ sagt er - nur nicht der AfD, diesem „Brandsatz“, der irgendwann Flüchtlingsheime in Brand setze und dem die SPD erst vor Kurzem noch den Zutritt zu einem Gedankenaustausch mit Steinmeier im Brandenburgischen Landtag verwehrte.

Und er sagt auch, „Wir brauchen den Mut, zu sagen, was ist – und was nicht ist!“ - aber eine Statistik der Fachhochschule Münster, wonach die unter 6-Jährigen mit Migrationshintergrund in den größeren Städten Westdeutschlands bereits 55-70% ausmachen, erklärt er kurzerhand zu einem Märchen, mit dem nur Stimmung gemacht werden soll.

https://www.youtube.com/watch?v=5uWgzUsIsmE

Auch dass eigentlich 147 Staaten der Genfer Flüchtlingskonvention beigetreten sind, verschweigt er geflissentlich, wenn er ausschließlich die osteuropäischen Länder zur Aufnahme von Flüchtlingen zwingen will. Und die nach dem Putschversuch von Erdoğan angestrebte Wiedereinführung der Todesstrafe bei Aufstand und Aufruhr lehnt Steinmeier vehement ab - ohne dazu zu sagen, dass diese Form der Todesstrafe in der EU durch den Lissabonner Vertrag schon längst etabliert ist, nachzulesen in den Erläuterungen 2007/C 303/02 zur Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

Nach diesem Auftakt wird Steinmeier Gauck wohl mühelos in den Schatten stellen - und nicht einmal Senilität wird noch als Ausrede herhalten können.

Gravatar: Lorbas Habedank

NICHT MEIN PRÄSIDENT!

Einer, der nicht gewählt wurde (schon gar nicht vom Volk), sondern von handverlesenen Vertretern der Politiker-Kaste per Akklamation bestimmt wurde. Eine tragisch-komische Show, die fast schon surreale Züge trägt, inszeniert von einem Staat, der seit 1945 keine eigene Souveränität mehr besitzt (Originalton Schäuble). Nur auf diesem Wege können es solche Kandidaten in die "Ämter" schaffen.

Dem Deutschen Volk wird einmal mehr das unwürdige Schauspiel von einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft vorgegaukelt. Auch dieser "Präsident" hat wie alle seine Vorgänger keine rechtsstaatliche Legitimation.

Gravatar: Lupo

der zirkus merkel hat sich am 12.02.2016 mit seiner größten clownparade der welt gezeigt wie gefakte demokratie vollzogen wird - eine königskrönung ist dagegen ein flohzirkus.

Gravatar: Franz Horste

Ja, den Mut haben zu sagen, was ist, das dürfen nur die einen, die anderen nicht. Also, wer mit auf der Mainstreamwelle schwimmt, darf das auch laut heraus schreien. Wer anderer Meinung ist, und dies sachlich äußert, ist ein postfaktischer Hetzer und ein böser Populist, dem man die Welt, wie sie den "Guten" gefällt, erst mal richtig erklären muss. Denn, wer was anderes will als die, die nicht-selbst-verdientes Geld mit vollen Händen für Menschen ausgeben, die nur im Sinn haben uns zu ermorden, der hat ja bloß nichts verstanden. Vielleicht, weil alle jene, die ihr Studium nicht abgebrochen haben, nicht bei Grünen und Linken im Parlament sitzen.
http://wort-woche.blogspot.de/2017/01/generalverdacht-gegen-alle.html

Gravatar: Taraxacum

Lieber Herr Klinkmöller, das wagt doch keine(r): zu sagen,
was ist. Die Ächtung in der Nachbarschaft und im Beruf
- sogar in einem beamteten - ist einer/einem sicher. Das
kalkulieren Politik und Großkirchen ein.

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