Weltweiter Handel ist unser Trumpf

Ein lieber Freund rief mich heute morgen an, der vor einigen Monaten nach Hongkong gezogen ist.

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Via Skype, also vis-a-vis, unterhielten wir uns ein wenig über sein neues Leben in der schillernden Metropole auf der anderen Seite der Welt. Dann ging er mit seiner Kamera von Zimmer zu Zimmer, um mir das schicke Appartment und den atemberaubenden Ausblick von dort auf Kowloon zu zeigen. Phantastisch! Er zeigte mir auch die Küche und verschiedene andere Elektroinstallationen in seinen vier Wänden. Sie alle waren von der deutschen Firma Miele. Und er erzählte mir, dass es vom Haus nur zehn Minuten zu Fuß bis zum „Bitburger Treff“ sind, wo deutsches Bier ausgeschenkt wird. Deutschland, unser Wohlstand, basiert auf der Qualität der Produkte, die wir entwickeln und produzieren. Und auf der Fähigkeit, effektiv und gewinnbringend weltweiten Handel zu betreiben. Wie man, wenn man es gut mit Deutschland und seinen Interessen meint, ernsthaft gegen freien Handel und damit auch einen Vertrag wie TTIP sein kann, werde ich nie verstehen. Klar, wenn bei dem Vertrag etwas nachzubessern ist – und das ist es – muss man es machen. Aber das wir mit zig Ländern auf der Welt Freihandelsabkommen bereits haben, uns aber selbst einen besseren Zugang zum wirtschaftsstärksten Markt der Welt verbauen wollen, erscheint mir höchst surreal.

Beitrag erschien auch auf: denkenerwuenscht.com

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Stephan Achner

Bei TTIP geht es doch gar nicht um freien Handel. Für eine Förderung des Freihandels z.B. durch Abbau von Zöllen braucht man das in der Diskussion stehende TTIP überhaupt nicht. Das ginge ohne TTIP viel einfacher und schneller. Außerdem: Die USA als der wirtschaftsstärkste Raum der Welt? Da haben sie leider die wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen 10-20 Jahren verschlafen. Der wirtschaftsstärkste Raum der Welt ist heute und künftig der gesamte eurasische Raum, der sich in großen Teilen (China, Indien, Russland) bereits in der BRICS-Organisation zusammengeschlossen hat. Gegen den eurasischen Raum sind die USA ein wirtschaftlicher Zwerg. Und übrigens: Ich kenne Hongkong ganz gut. Es ist ein Ort mit miserablem Stadt-Klima, zu laut, zu voll und zu teuer. Da hilft auch die deutsche Miele-Küche nicht viel.

Gravatar: Karl Brenner

Dieser Wohlstand ist massiv gefährdet.

Weil die Menschen, welche diese "Kultur" weiter entwickeln und aufrecht erhalten, fehlen werden.
Das ist nicht mit Einwanderung zu erledigen.

Und mit den Vorgaben der Politik und der Medien (ARD, ZDF) kann es nur abwärts gehen. Man muss sich nur mal anschauen, was aus Nokia geworden ist, nachdem die die Frauenquote durchsetzen müssen.

Aber auch die Abschaffung des Diploms an den Hochschulen ist nicht besser als der Euro.

Gravatar: Freigeist

Sie haben erkannt, dass es Reiche auf der Welt geben muss, die sich die deutschen Produkte leisten können.

Gravatar: Ralle

Hat Ihnen Cecilia Malmström den Kommentar diktiert?

TTIP, CETA und TISA sind Ermächtigungsgesetze für eine skrupellose Wirtschaft. Anwaltskanzleien werden die Reste deutschen Unternehmertums zerfleischen, Massenarbeitslosigkeit und eine Art von Halbsklaverei, eingeleitet von Schröder/Fischer mit der Agenda 2010, werden Menschen in Europa zu billigen, rechtlosen Menschen machen.

Nehmen Sie die rosarote Brille ab und lesen Sie "Der amerikanische (Alb-)Traum" von Willy Wimmer.

Man hat den Eindruck, dass dies hier eine Lobbyarbeit für TTIP ist.

Gravatar: Ralle

Selbst die FAZ ist hier inzwischen weiter:

Niemand hört den Widerstand gegen TTIP

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wie-widerstand-gegen-ttip-laecherlich-gemacht-wird-13713896.html

Bester Kommentar dazu:

"Historisch mühsam erkämpfte Selbstbestimmungsrechte der Bürger werden mit einem einfachen Kniff ausgehebelt: ... Was Konzerne (innerstaatlich) mit demokratischen Mitteln nicht durchsetzen können, wird kurzerhand in zwischenstaatliche Vereinbarungen gepackt ... Die lobbyistisch im Hinterzimmer ausgekungelten Absprachen haben anschließend als "Völkerrecht" Vorrang vor nationalem Recht ... Zementiert wird die Entmündigung der Bürger und demokratischen Institutionen mit Unumkehrbarkeits-Klauseln ... Schmackhaft gemacht wird den Bürgern der Ausverkauf von Demokratie und Selbstbestimmung mit allerlei Werbeversprechen. Historisch vergleichbar sind diese Verheißungen mit den funkelnden Glasperlen, mit denen einst Kolonialherren ganze Völker um ihre Freiheit betrogen."

euractiv.de teilte mit, dass Bundestagsabgeordnete keinen Einblick in die TTiP-Verhandlungen erhalten. Der "amerikanische Leseraum" bleibt ihnen verschlossen.

http://www.euractiv.de/sections/eu-aussenpolitik/bundestagsabgeordnete-koennen-ttip-dokumente-weiterhin-nicht-einsehen

Die Katze wird im Sack gekauft.

Wenn man dann noch liest, dass die Universität Princeton den USA bescheinigt keine Demokratie mehr zu sein (Quelle: BBC)

http://www.bbc.com/news/blogs-echochambers-27074746

wird es haarig.

Dann kann man auch noch sogar die "Sueddeutsche" anführen

Ex-Verfassungsrichter geißelt geplante TTIP-Schiedsgerichte

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geplante-freihandelsabkommen-ex-verfassungsrichter-geisselt-geplante-ttip-schiedsgerichte-1.2310403

und dann noch die geleakten Dokumente unter

http://www.foodwatch.org/de/informieren/freihandelsabkommen/aktuelle-nachrichten/geleaktes-dokument-gefahr-der-entmachtung-der-parlamente/

wo u. a. steht,

" ... der Völkerrechtler Dr. Till Holterhus vom Göttinger Institut für Völkerrecht und Europarecht hierzu: „Legt man die bekannten Formulierungen im Entwurf des Freihandelsabkommens CETA zwischen Kanada und der EU und das nun bekannt gewordene interne TTIP-Verhandlungsdokument zu Grunde, so kann nach heutigem Stand nicht ausgeschlossen werden, dass im Rahmen der regulatorischen Kooperation in einigen Bereichen völkerrechtlich verbindliche Bestimmungen – etwa durch die Änderung von Annexen – begründet oder geändert werden können, ohne dass es einer erneuten Ratifikation und damit der Zustimmung des Europäischen Parlamentes sowie im Regelfall der mitgliedstaatlichen Parlamente bedürfte.“

Stimmt also, was ein bestens informierter Leser der FAZ geschrieben hat.

Die Verträge können "geändert" werden ohne, dass die Parlamente noch einmal zustimmen müssten.
Das eröffnet schier grenzenlose Möglichkeiten.

Der "liebe" Freund sollte mehr lesen. Aber wir haben ja nur Angst vor dem Chlorhühnchen.

Gravatar: KritischeStimme

Bester Klaus Kelle,
Im Prinzip hast du Recht,internationaler Handel ist gut fuer Deutschland+Europa................wenn der Handelspartner es gut meint,aufrichtig ist,nichts verbirgt.Fuer USA muss man Folgendes bedenken:
US-Kriege,Unterwanderungen,Spionage gehen nicht zu Ende,nur die Taktiken haben sich vervielfaeltigt.Einstellung von USA ist :“American Dream“,es muss Amerika gutgehen,egal wie,ob mit Krieg,ob (Betriebs)Spionage,ob Betrug,ob Stelle des Dollars i/d Finanzwelt,ob Kriegsdrohung,ob Sanktionen,ob Korruption,ob Spekulation auf Kosten der Anderen,ob Finanzbetrug (Wirtschaftskrise 2008),ob Machtmissbrauch (Kuba+Israel), obKontinenten wie Eueropa ihren Willen auferlegen ueber die Nato+mit Hilfe von Marionetten,ob Revolutionen schueren ueber NSA-Instrumente oder mit Soeldner,ob Kriegsverbrechen in Konflikten,wenn der Kampf nicht gewonnen werden kann.Alles ist erlaubt um den Lebensstil der Amis aufrechtzuerhalten,man geht buchstaeblich ueber Leichen.Das ist in der ganzen USA-Gesellschaft eingekoerpert.Das ist der Grund fuer eine starke Armee,weil geht es nicht gutwillig,dann kommt die Gewalt

Gravatar: Humbug-Buster

Man bekommt einen schnellen Puls, wenn man diese Niedermacher-Kommentare zum TTIP liest. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. A) China rüstet in einem so hohen Ausmass und in einem derart hohen Tempo auf, dass den USA gar nichts anderes übrigbleibt, als dafür zu sorgen, dass sie aus puren Sicherheitsgründen technologisch immer einen Zwei-Generationen-Vorsprung vor China behalten. Während unser Aussenhandel für uns – je nach Bundesland – ein Viertel bis über die Hälfte (Bayern) der Gesamtproduktion ausmacht, sind es in den USA knapp ein Zehntel (und in Japan übrigens auch kaum mehr). Da bleibt kein Raum, um sich speziell für uns in der Weise zu interessieren, dass man uns zu erobern wünscht. Warum sich als USA dafür Mühe machen, wo man doch gerade Europa gegenüber als Innovations-Nation, als Nobelpreis-Nation und in der Wirtschaftsleistung pro Einwohner so uneinholbar weit vorne liegt?!. B) Unter den besten 20 Universitäten der Welt sind nur ganze vier ausserhalb der USA gelegen: Cambridge, Oxford, die Zürcher ETH (an 19. Stelle) und das University College London (an 20.); an 21. Stelle folgt bereits Tokyo und an 26. Stelle Kyoto. Die deutschen Universitäten folgen erst als 49. (Heidelberg und die LMU gleichauf), und erst an 53. Stelle folgt die vielgelobte TUM. Bonn als nächste kommt gar nur auf Platz 94. C) Den Titel “Exportweltmeister“, um den wir uns immer mit Japan gestritten hatten, haben haben wir längst an China verloren, und zwar massiv. Die Chinesen bauen auch die grössten Containerschiffe und besitzen die umschlagsstärksten Tiefseehäfen der Welt. Shanghai schlägt im Jahr im neugebauten Tiefseehafen mehr Container um als Hamburg und Antwerpen zusammen, ja sogar Dubai am Golf ist inzwischen grösser als diese beiden. Ja, wo leben denn diese Kommentatoren?! D) Wer als Firma ein Computernetzwerk einrichtet, muss sich, wenn er überleben will, überlegen, wie er es gegen Dateiabgriffe von aussen und gegen Hacker-Einbrüche nach innen schützt. Als Guglielmo Marconi, dem wir die ganze praktische Funk-Elektronik verdanken, 1897 im schweizerischen Salvan (im Kanton Wallis) die erste drahtlose Morse-Funkübertragung auf eine Meile (1700 Meter) Entfernung vorführte, da war klar – oder es hätte jedem Fachman klar werden müssen –, dass es einen Schutz gegen das Mithören von Funkwellen niemals würde geben können, es sei denn durch Massnahmen auf der Seite des Senders. Der “Vorgeschobene Beobachter“ der Feldartillerie 1914-18 gab seine Beobachtungen per Telefon und eben nicht per Funk nach rückwärts weiter. Als 1903 Edward VII. in England und Präsident Theodore Roosevelt an der Ostküste der USA per Funk und Morsecode über den Atlantik hinweg miteinander plauderten, hätte jeder, z. B. die neugierige Presse, mithören können. E) Zu greinen “Ach, das dürfen die doch nicht" wäre zwar sehr kontinental-europäisch gewesen, aber eben lediglich Ausfluss des europäischen Denkens , das immer schon die europäische Staatsraison, ausgeübt durch allerlei arrogante Nichtfachleute, über den Erfinder- und Entdeckergeist der Angelsachsen – und notabene seit einigen Jahrzehnten über den unbändigen, unbändigbaren Innovationsgeist der Ostasiaten – stellte. Oder stammt Ihr TV etwa nicht aus Südkorea? Die Uhr aus Thailand? Die Hi-Fi-Anlage aus Taiwan? Die Kamera samt Spitzenoptik aus Japan? F) Es geht bei uns – mit Ausnahme der Periode des stolzen Neoliberalen (wie er sich selber nannte) Ludwig Erhard – noch genau so zu wie in den “Karlsbader Beschlüssen“ des Fürsten Metternich: Auf uns nichts anderes als Befehlsdruck von oben.

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