Vierter Akt: Dejavumokratie

Parteien-Demokratie:
Ein Nekrolog in sieben Akten

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Seit Monaten behelligt uns eine antikatholische Kampagne der Staatsmedien über teilweise mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegende Verfehlungen von Kirchenvertretern.

Wenden wir uns nun den durch die Ersatzreligion des Humanismus geprägten Demokraten zu und schauen ebenfalls ein paar Jahre zurück.

Griechische Antike

Demokratie ist ein immer einmal wieder zu Versuchszwecken aus der Asservatenkammer antiker Staaten hervorgeholtes Gesellschaftsmodell, das seit 2.500 Jahren zuverlässig in Anarchie und Terror des entfesselten Mobs mündet. Deshalb verwirft schon Aristoteles die Demokratie und bezeichnet sie als Herrschaft des Pöbels. Diese entartete Staatsform würde nicht das Wohl der Allgemeinheit, sondern nur das Wohl des herrschenden Teils der ungebildeten Massen verfolgen. Schon Aristoteles’ Lehrer Platon lehnte die Demokratie strikt ab. Platons Lehrer Sokrates wurde nach der Eroberung Athens durch die Spartaner und der Restauration der Demokratie im Jahre 399 vor Christus der Prozess gemacht. Er wurde wegen antidemokratischen Widerstands verurteilt und hingerichtet.

Ist es Ironie oder Fügung, dass ausgerechnet Griechenlands Demokratie heute als erste dem freiheitlichen Steuerpatriotismus seiner Bürger zum Opfer fällt? Selbstverständlich werden die europäischen Brudervölker den Griechen zu Hilfe eilen, wenn die Regierung Truppen einlädt, um die bewährte Ordnung zu retten.

Die abendländische Philosophie basiert auf einer Kultur der Freiheit des Geistes und der Religion. Wenn die griechischen Denker in weiser Überzeugung Antidemokraten waren, bedeutet im Umkehrschluss Demokratie den Untergang des Abendlandes. Womit wir bei Oswald Spengler wären, der das ganz genau so sah. In seinem letzten Werk: „Jahre der Entscheidung“ (1933); welches auf familienwehr.de frei heruntergeladen werden kann, beschreibt er eindringlich die Weimarer Verhältnisse vor der demokratischen Wahl der National-Sozialisten. Die Parallelen zur heutigen Situation sind erschütternd.

Rom

Die wohl bedeutendste demokratische Entscheidung nach Christi Geburt war die Forderung des „Volkes“, Jesus Christus zu kreuzigen und an seiner statt Barrabas, den Rudi Dutschke der Antike, zu verschonen. Das Volk zieht stets den Populisten dem Erleuchteten vor.

Dass im frühen Christentum Prozess und Tod des Sokrates als Analogie zur Kreuzigung Jesu galten, weist darauf hin, dass das Christentum damals schon jahrhundertelange Erfahrungen mit der Demokratie verinnerlicht hatte. Christen gehen von der Ungleichheit der Menschen (vor Gott) aus, nicht zufällig ist das Papsttum undemokratisch und monarchistisch – eine vertikale Gesellschaftsordnung, die historisch gewachsen ist.

Mittelalter

In Europa haben sich Formen der direkten Demokratie ursprünglich vor allem in Gebirgsregionen mit sehr kleinen politischen Einheiten gebildet und gehalten, nicht aber in Reichs- und Handelsstädten mit ihren komplexen arbeitsteiligen Strukturen.

 Der Bauernkrieg von 1524/1525 war der größte deutsche Volksaufstand, welcher in diesem Zusammenhang angeführt werden muss, trägt er doch bereits die Züge kommender Gemetzel im Namen der Gleichheit und Gerechtigkeit unter der Führung sich religiös überhöhender Sozialrevolutionäre (Thomas Müntzer).

Französische Revolution 1789

Die sadistischen Exzesse der Jakobiner während der Französischen Revolution 1789 erzeugten einen Blutrausch, der seinesgleichen sucht. Das grausige Initiationsinstrument der demokratischen Verheißung war die Guillotine, eine industrielle Tötungsmaschine, die bei kleinstmöglicher Investition von Zeit und Mühe die größtmögliche Anzahl von Menschen ins Jenseits befördern konnte. Das war der Beginn der Anbetung der bloßen Arithmetik, wie sie die Demokratie bis heute pflegt. Dem unvorstellbaren Grauen und der grenzenlosen Barbarei zum Trotz feiern die Demokraten heute unverdrossen Jahrestage und Jubiläen dieses Aufstands gegen jede Menschlichkeit.

1918 ff.

Seit 1918 hat das Abendland Kulturverluste nicht zu erfassenden Ausmaßes erlitten. Einer kurzen demokratischen Aufgleisung folgte in Russland der mörderische Bolschewismus.

Die Weimarer Republik wurde abgelöst durch die absolute Volksherrschaft der National-Sozialisten. Auch die Nasozis waren nach Jahren einer Regierung, die sich nur noch auf Notverordnungen stützte, durch eine satte demokratische Mehrheitsentscheidung an die Macht gekommen, um dann auf eine beispiellose Weise illiberale Politik zu betreiben. Sie blieben demokratisch legitimiert, solange gesiegt wurde. Danach hat sich das Volk den neuen Siegern zugewandt. Das Volk steht immer auf der Seite der Sieger, denn es ist opportunistisch, und die Demokratie der Sieger hat in Deutschland den Opportunismus zur Staatsdoktrin erhoben.

Die Deutschen sind heute – wie von den Siegern beabsichtigt – dabei, ihre eigenen, lebensnotwendigen Anliegen zu vergessen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Susanne

Welcher Organisation gehört der Verfasser an oder würde er gern angehören? Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. So so, die Nazis waren also demokratisch legitimiert. Hängt sicher davon ab, wie der Verfasser "demokratisch" definiert. Und die Siegermächte haben den Opportunismus zur Staatsdoktrin erhoben. Das hängt wohl davon ab, wie der Verfasser die Begriffe Opportunismus und Staatsdokrtin sowie bestimmte Prozesse definiert. Das kann sich der Leser selbst zusammenreimen. Der Verfasser hintelässt hier eine Bringeschuld. An einem Stammtisch braucht man keine Belege. Dort genügt es, polternde Phrasen zu dreschen und den Eindruck zu erwecken, man sei der allwissende Oberlehrer. So werden Lehren verbreitet und Heilserwartungen geweckt. Führer befiehl, wir folgen dir? Auf die Fortsetzung darf man gespannt sein.

Gravatar: Thomas

Susanne kann nur Nazikeule.
Arme Susanne.

Gravatar: Ben

Warum überrascht es mich nicht sonderlich, dass ich hier auf einem "Liberalen" Blog offene Hetze gegen die Demokratie lese? Ach ja, ich weiß es: Weil das nicht das erste mal ist, dass mir diese Demokratieverachtung auffällt. Die Schweiz ist eben Scheiße, nicht wahr?

Gravatar: Roland Woldag

@ Ben.
Die Schweiz ist das Modell, von dem in Europa noch Hoffnung ausgeht, welches jedoch leider unter Räder der internen Schweizer Parteiinteressen zu geraten droht und das unter massivem Anpassungsdruck der europäischen Zentralregierung steht.
Das Wort "Hetze" ist ist ein Totschlagwort gegen Systemkritik - in der DDR hieß es "antisozialistische Hetzte", wenn jemand die "sozialistische Demokratie" infrage stellte. Genau so verhält es sich mit dem antrainierten Reflex, alles was nicht links ist, mit den braunen Sozialisten in Verbindung zu bringen. Man fürchtet offensichtlich die Konkurrenz aus dem eigenen proletarischen Lager.

Gravatar: Ben

@Roland Woldag:

Sie sind einfach nur jemand, der die unter den "Liberalen" vorherrschende Verachtung der Demokratie und der Bürger offen ausspricht, von daher gebührt Ihnen eigentlich sogar Dank.

Schon klar, ich "hetze", während natürlich in Wirklichkeit jemand wie sie der geborene Führer wäre, und viel besser geeignet, als diese weinerlichen Demokratien. Oder soll es doch lieber ein "liberales Expertengremium" sein?

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