Verfassungsreferendum in Italien: Es ist völlig egal, wie abgestimmt wird

Hält man sich an die Prognosen, wird am 4. Dezember eine Mehrheit der Italiener das Referendum über die Verfassungsreform ablehnen. Radikale EUzis sehen für diesen Fall DEN UNTERGANG, aber auch ein Ja wäre keine Lösung.

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Um zu verstehen, was die Italiener stört, muss man sich die dortigen Mentalitäten anschauen. Anders als die treudoofen Merkel-Teutschen, erleben viele Italiener einen Staat, der sie mit immer neuen Steuern drangsaliert, ohne eine erkennbare Gegenleistung zu erbringen, als Plage. Für viele Menschen außerhalb des Merkelregimes ist es unangenehm, wenn sie versklavt sind. Egal wie sich die Italiener am Sonntag entscheiden: Das Land wird auch am Montag eine herbe Bankenkrise haben.

Weder die Banken des Landes noch die Unternehmen hängen unmittelbar vom Verbleib Renzis im Amt des Ministerpräsidenten ab. Heute kauft allein das Eurosystem monatlich bis zu 12 Milliarden Euro italienische Anleihen. So wird die Zahlungsfähigkeit des Landes sichergestellt. Die geplante Verfassungsreform ändert hieran im Prinzip überhaupt nichts. Italienische Banken sitzen auf notleidenden Krediten von rund 360 Milliarden Euro, wovon 200 Milliarden Euro als unwiederbringlich verloren gelten.

Italien ist für viele zu groß und zu wichtig, um im Euro scheitern zu dürfen. Italien ist der Staat mit der fünftgrößten Industrie weltweit. Und mit über zwei Milliarden Euro einer der wichtigsten Nettozahler der EU. Italiens Aktien-Leitindex FTSE MIB 40 hat in diesem Jahr mit über 20 Prozent so deutlich verloren wie keine andere Börse in Europa. Somit ist ein Großteil des Wahlausgangs bereits in den Märkten eingepreist. Der Risikoaufschlag bei italienischen Staatsanleihen ist so hoch wie zuletzt 2014. Am Montag könnte es an den Märkten kurz wild werden, doch irgendwann werden sich die Märkte auf die wahren (ungelösten) Probleme stürzen.

Pressespiegel:

Zuerst hier veröffentlicht: https://pinksliberal.wordpress.com/

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hans Meier

Draghi druckt Geld wie Heu, nimmt wertlose Papiere als Anleihen an, für manche Leute in der Politik ist das Ok, sie werden ja beteiligt, siehe http://www.rp-online.de/wirtschaft/wirtschaftskolumnen/die-oekonomin/wenn-banken-sich-abschaffen-aid-1.5945035#comment-list
Nun, erstens triumphieren RP-Redakteure, weil sie mir die Kommentar-Funktion entzogen haben, aber hihi…
die bleiben weiter die Dummen, müssen schon Werbeartikel für die tolle Kanzlerin drucken und können doch nur verlieren.

Zurück zum Thema, wenn man sich die Verschuldung der Geschäfts- und Staats-Banken betrachtet, wird es ernst.
Jeder Privatkunde kann eine solche Verschuldung, „nie in the Leben“ erreichen, macht einfach keine Bank – aus Prinzip!

Also wer sind denn dann die Schuldner die bei den Banken Kredite ohne Ende gezogen haben und noch immer weiter ziehen, schon um angebliche Tilgungen zu bedienen?
Es können nur staatliche Körperschaften sein!
So, und wofür haben die diese Kredite verwendet?
In der Infrastruktur ist nichts zu entdecken, investiert wurde also nichts!
Das ganze Geld wurde also für kommunale „Konsum-Ausgaben“ verwendet und es wurden so Viele, sogar mit den „Konsumierungs-Hilfen angelockt“ das Bischöfe im Amts-Rock herum tanzten, und noch größere Löffel, „zum Brei-Schaufeln“, erwarteten!

Nun hoffen „die Konsumenten-Anloker“, ihre Taktik ginge auf, sie könnten sich in politische Funktionen wählen lassen, und dann Multi-Millionäre, so wie Martin Schulz oder Claude Juncker, samt Merkel & Co. werden.
Aber noch ist nicht aller Tage Abend.

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