„Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte“ gegen „Gemeinsame Erklärung 2018“

Und wieder mal wird in Deutschland eine freie Debatte durch die Mainstream-Medien verhindert.

Veröffentlicht: | Kategorien: Blogs - Empfohlen | Schlagworte: Gemeinsame Erklärung 2018, Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte, Migration, Medienkritik, Hilfe, Islamisierung, Aufklärung
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Vera Lengsfeld initiierte am 15. 03. 2018 die „Gemeinsame Erklärung 2018“. Sie wurde bis heute von über 100000 Menschen unterschrieben. Sie lautet:

„Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.“

Die Erklärung und ihre Unterzeichner werden von den deutschen Mainstream-Medien als „rechts“, „konservativ“, „neurechts“ und „rechtspopulistisch“ bezeichnet. Das ist die übliche Methode dieser regierungstreuen Medien. Kritiker der Merkel-Politik werden in die rechte Ecke gestellt, diffamiert und mundtot gemacht. Auf diese Weise wird eine medial faire Debatte zwischen den Befürwortern und Kritikern der herrschenden Migrations- und Entwicklungspolitik verunmöglicht.

In Wirklichkeit sind viele der Unterzeichner der Erklärung weder rechts noch konservativ, beispielsweise Prof. Bassam Tibi, ein Schüler von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, der den Idealen der Aufklärung verpflichtet ist und auf die weltweite Einhaltung von universellen Menschenrechten pocht, oder der marxistische Wirtschaftswissenschaftler Prof. Günter Buchholz, der ebenfalls in der Tradition der Aufklärung steht und auf die Rückgängigmachung der Errungenschaften der Aufklärung und der säkularen Gesellschaft durch die fortschreitende Islamisierung Deutschlands aufmerksam macht.

Die „Gemeinsame Erklärung 2018“ haben Menschen unterschiedlicher politischer Ausrichtung unterschrieben. Sie spiegelt die breite Palette des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Deutschland wider.

Übrigens gibt es seit dem Jahr 2017 eine von dem marxistischen Denker Hartmut Krauss initiierte Erklärung „Gegen die Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur in Europa“. Sie wurde von linken Kritikern der herrschenden Migrationspolitik unterschrieben.

Seit einigen Tagen kursiert im Internet eine Gegenerklärung zur „Gemeinsamen Erklärung 2018“. Sie nennt sich „Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte“ und lautet:

„Die Menschenrechte enden an keiner Grenze dieser Welt. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut in unserem Land Zuflucht suchen, und wenden uns gegen jede Ausgrenzung.“

Von den deutschen Mainstream-Medien wird für diese Gegenerklärung wie erwartet die Werbetrommel geschlagen, denn ihre Unterzeichner sind die Guten, die der „Gemeinsamen Erklärung 2018“ die Bösen.

Es erschließt sich nicht sofort, worin das Gegen der Gegenerklärung besteht, denn auch die „Gemeinsame Erklärung 2018“ spricht sich für die Einhaltung von Menschenrechten, genauer: vom Menschenrecht auf freies und ungehindertes Demonstrieren aus. Bürger, die gegen die Merkel-Politik demonstrieren, werden von den deutschen Mainstream-Medien in die rechte Ecke gestellt und diffamiert. Viele Bürger haben Angst, an regierungskritischen Demonstrationen teilzunehmen; sie fürchten, von der sog. Antifa mit Steinen beworfen oder zusammengeschlagen zu werden. Das stellt eine Einschränkung des Menschenrechts auf freies und ungehindertes Demonstrieren dar.

Die Unterzeichner der Gegenerklärung „Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte“ möchten offensichtlich zum Ausdruck bringen, dass sie Menschen, die in Not geraten sind, helfen möchten, indem sie sie in Deutschland dauerhaft aufnehmen. Doch wahre Hilfe sieht ganz anders aus. Sie besteht darin, Menschen vor Ort zu helfen.

Zum Beispiel könnte in Afghanistan die Infrastruktur verbessert werden, Krankenhäuser gebaut, ja ein funktionierendes Gesundheitssystem errichtet werden, ferner Schulen, Universitäten und andere Ausbildungsstätten für junge Leute gebaut werden. Die afghanische Wirtschaft könnte mit einem neuen Marshall-Plan angekurbelt werden.

Das gilt auch für Syrien. Der Krieg dort fand in einigen Regionen des Landes statt. Ein Großteil des Landes war vom Krieg gar nicht betroffen. Dort hätte die humanitäre Hilfe und die wirtschaftliche Hilfe geleistet werden können. Ein Video zeigt, dass Syrien beim Wiederaufbau dringend Arbeitskräfte, vor allem Fachkräfte benötigt.

Übrigens war die Entwicklungspolitik der kommunistischen Staaten wesentlich vernünftiger, humaner und verantwortungsvoller als die Entwicklungspolitik der derzeitigen Bundesregierung und der EU. Die kommunistischen Staaten haben Menschen aus der Dritten Welt bei sich aufgenommen (allerdings waren es nicht Millionen, sondern ein paar Tausend) und sie ausgebildet. Diese Menschen sind nach ihrer Ausbildung in ihre Ursprungsländer zurückgekehrt und haben dort geholfen, diese Länder aufzubauen.

Ich betone: Wahre Hilfe besteht darin, Menschen vor Ort zu helfen. Sie besteht nicht darin, Millionen von Menschen nach Deutschland zu holen, damit dem deutschen Bürgertum, darunter auch den Unterzeichnern der Gegenerklärung „Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte“, billige Arbeitskräfte, d.h. billige Putzfrauen, Müllmänner, Straßenkehrer, Pizzazulieferer usw., zur Verfügung stehen.

Und so entpuppt sich die Gegenerklärung der Guten als nichts Gutes. Die Unterzeichner dieser Gegenerklärung möchten in Not geratenen Menschen nicht wirklich helfen; sie möchten die Ursachen der Massenmigration nicht bekämpfen. Außerdem erkennen sie nicht die Folgen der Massenmigration von Menschen aus islamischen, also vormodernen Gesellschaften; sie erkennen nicht die Ausbreitung von islamischen Denk- und Herrschftsstrukturen und somit die Rückgängigmachung der Errungenschaft der Aufklärung und der säkularen Gesellschaft.

Hinweise:

Krzysztof Zanussi, einer der renommiertesten Regisseure und eine der größten moralischen Autoritäten Polens, hebt in einem kurzen Youtube-Interview hervor, dass wahre Hilfe für die Syrer nur Hilfe vor Ort sein kann:

https://www.youtube.com/watch?v=nwxixui6REg

Über die Errungenschaften der europäischen Aufklärung:

Alexander Ulfig, Wege aus der Beliebigkeit. Alternativen zu Nihilismus, Postmoderne und Gender-Mainstreaming, Deutscher Wissenschaftsverlag, Baden-Baden 2016.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Thomas Rießler

Die Polarisierung der Gesellschaft soll ja bekanntlich eine Vorstufe des Bürgerkriegs sein und wenn sozusagen die Scheiße den Ventilator trifft, wird es keine Guten oder Bösen, Rechten oder Linken mehr geben.

Außerdem ist der Begriff „Aufklärung“ ein Euphemismus und kaschiert viele der gesellschaftlichen Fehlentwicklungen.

Gravatar: Horst Joachim

In Ungarn hat Orban klar die Wahlen gewonnen . und unsere Medien schweigen .

Gravatar: Adorján Kovács

Der Autor übersieht den wichtigsten Punkt: Nimmt man die "Gegenerklärung", übrigens nur ein schlaffes Plagiat der echten "Gemeinsamen Erklärung", beim Wort, so fordert sie etwa 4 Milliarden Menschen, die "vor Armut Zuflucht suchen", auf, nach Deutschland zu kommen. Der Irrsinn braucht keinen weiteren Kommentar, die (sehr wenigen) Unterstützer richten sich selbst.

Gravatar: Rasio Brelugi

Gegenerklärung: "...und wenden uns gegen jede Ausgrenzung.“

Ha, ha! Die sollen sich mal ihre Autohaftpflicht ansehen, was da passiert, wenn irgendwelche Armen von irgendwo aus der Welt Leistungen von ihrer Versicherung verlangen, ohne Beiträge bezahlt zu haben: Die werden ausgegrenzt! Ausgegrenzt, ihr "Gutmenschen"! Die bekommen keine Leistungen aus eurer Autoversicherung! Sollen die Gutmenschen doch mal dort anfangen und von ihrer Versicherung verlangen, dass die keinen "ausgrenzen"! Aber da müssten sie horrende Beitragszahlungen leisten (und die Versicherung wäre trotzdem bald pleite).

Und unsere Sozialversicherungen funktionieren ganz genau so! Aber da, wo sie die Kosten auf andere verteilen können, da lässt es sich billig "Gutmensch" sein und billig fordern, dass niemand ausgegrenzt wird!

Diese Heuchler!

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Die Erklärung und ihre Unterzeichner werden von den deutschen Mainstream-Medien als „rechts“, „konservativ“, „neurechts“ und „rechtspopulistisch“ bezeichnet.“ …

Wie aber nennt man Personen, welche die Nazis in der Ukraine nicht nur mit Waffen und Geld der deutschen Steuerzahler aktivst unterstützen – wobei sie mit Hilfe des Mainstreams scheinbar grundsätzlich ´für jeden` völkerrechtswidrig geführten US- und Nato-Krieg
„lügen, dass sich die Balken biegen“??? https://www.rubikon.news/artikel/lugen-fur-den-krieg

Gravatar: Werner N.

Werter Herr Dr. Ulfig, mit Ihrem pauschalen, unkritischen Eintreten für die „Aufklärung“ und einer ebensolchen Ablehnung der „Postmoderne“ schaden Sie der Sache der „Neuen Rechten“. Da Sie überdies „Qualia“ verwerfen (auch ein aufklärerisches Relikt), halte ich Ihre Methodik zumindest in Teilen für pseudowissenschaftlich.

Horkheimer, Adorno, Sloterdijk u.A. kritisierten die Prinzipien der „Aufklärung“ fundamental, sahen sie eher als Methode der „Verdunkelung“ denn Erhellung. Das Scheitern der ursprünglichen Ideologie rührt nicht nur aus ihrer Prämisse des reduktiven, eindimensionalen Denkens, dessen negative Folgen H. Marcuse so treffend beschrieb. Mittlerweile verkam sie zu einer „Vulgäraufklärung“. Mit dem alten Begriff wird meist Propaganda und Täuschung kaschiert. Wie sehr, zeigt sich bei erklärten „Aufklärern“, etwa der Bundeskanzlerin. Wer bei deren notorisch nichts sagenden Allgemeinplätzen, dem Verschweigen in Serie, dem Netzwerk-Gesetz oder den Klausuren der „Grenzenlosen“ hinter dicken Klostermauern keine Widersprüche erkennt, liegt falsch. Irgendwann müsste auch gefragt werden, welche „Vernunft“ zugrunde liegt, wenn „Aufgeklärte“ massenhafte Einwanderung von mittelalterlichen Anti–Aufklärern forcieren und diese mit zig. Milliarden Steuergeldern alimentieren.

Die „Aufklärung“ des 18. Jhdts. hatte ihre epochale Bedeutung und Berechtigung. Nach Meinung heutiger Wissenschaftler geht es aber nicht um ein ..„Rückgängigmachen von Aufklärung“.., sondern um eine „Aufklärung von heute“ (Prof. Helmut Seidl, 1999; Prof. Konrad P. Lissmann, 2017). (Man sollte noch ergänzen: Und um die „von Morgen“). ..“Es meint vielmehr die notwendige Kritik an einer Weltanschauung und ihren Folgen, die für wesentliche Fehlentwicklungen der Gegenwart verantwortlich ist“.. (Karlheinz Weißmann, >GegenAufklärung< 2016). Um die Katastrophen rationalistischer „Aufklärung“ und „Moderne“ zu korrigieren, werden Aufklärungskritik und postmoderne Perspektiven für die Zukunft unabdingbar.

„Konservative“ könnten sich damit vom Blick nur in die Vergangenheit und dem bloßen Bewahren lösen, den reaktionären Vorwurf der „Neuen Linken“ entkräften. Insbesondere die bundesdeutsche „Neue Rechte“ müsste dann noch ihren Unterschied zum „Nationalsozialismus“ erklären, statt an der „Erinnerungskultur“ zu schrauben. Wo bleibt deren langfristiges „Manifest“? Der gemeine Bürger könnte dann besser erkennen, wohin der Weg gehen soll. Die Zunahme der AfD–Wählerstimmen würde auch im Westen weniger zäh verlaufen.

Gravatar: Rudolf Pirching

Im Kampf um die Meinunghoheit wird auch nichts ausgelassen.
Nach Lengsfeld jetzt diese klägliche Erklärung mit mittelmäßigen Erfolg.
Hier die "Guten", die Menschenfreunde, die Blauäugig -da, die "Bösen", die Solidaritätsverweigerer, die Rechtsradikalen und Neonazis.
Nur leider spiegelt es nicht die Wirklichkeit wieder.
Der Zuzug von zig Tausender, Mengen die eine Kleinstadt füllen würden, ohne Plan. Wo sind die Wohnungen, die Kindergärten, Schulen, Straßenanbindungen, soziale Einrichtungen u.s.w.?
Wenn mir das einer nachvollziehbar erklärt, lösche ich meine Zustimmung der Lengsfeld-Erklärung 2018.

Gravatar: Thomas Rießler

Im Zweifelsfall sind die Aufgeklärten die Guten und das Bundesverfassungsgericht entscheidet, wer das ist.

Marxisten sollten in der zivilisierten Welt eigentlich nicht zu den Guten gehören und auch nicht selbstverständlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens sein. Die haben als die Guten schon lange genug Menschen drangsaliert. Das könnten auch mal die Aufgeklärten zur Kenntnis nehmen.

Gravatar: Adorján Kovács

@Werner N.
In meinem Buch "Die Verwirrung der öffentlichen Vernunft" (Gerhard Hess Verlag 2017) habe ich definiert: "Konservativ zu sein bedeutet [...] aktuell Rückkehr zur Rationalität und für einen nicht-katastrophischen Wandel der Gesellschaft einzutreten, der einzig fortschrittlich genannt zu werden verdient."
Konservative blicken nicht in die Vergangenheit, sondern orientieren sich beim Fortschritt immer an dem, was ewig gilt, anstatt, wie die Katastrophe der Aufklärung und der aus ihr hervorgegangenen Atheismen zeigt, alles niederzureißen.

Gravatar: Dr. Alexander Ulfig

@Adorján Kovács

Ich bewundere und beneide Sie um Ihre Fähigkeit, das, "was ewig gilt", zu erkennen. Ich selbst vermag es, obgleich ich danach seit 40 Jahren suche.

Gravatar: Dr. Alexander Ulfig

@Adorján Kovács

Es soll heißen: "Ich selbst vermag es nicht ... "

Gravatar: Zwiedenk

@Adorján Kovács, @Dr. Alexander Ulfig

Nun ja, 'ewig' ist ein großes Wort. Wenn Kant richtig liegt, dürften die Grenzen der menschlichen Vernunft absolut sein und daher aus erkenntnistheoretischer Sicht Ewigkeitswert besitzen. Praktisch stoßen wir sogar jeden Tag aufs Neue mit dem Kopf an diese Grenze, wie man an der 'Antwort 2018' unschwer erkennen kann.

Aber auch, wenn man den Menschen als einen Dreiklang aus Natur, Kultur & Erfahrung begreift, so ist zwar keines dieser 3 Elemente unveränderlich, doch sie wandeln sich in sehr unterschieldlichen Geschwindigkeiten. Die Natur im Rhythmus der Evolution, die Kultur in dem der Jahrhunderte und die Erfahrung von Tag zu Tag. Diese Tempi gilt es in einem Menschen und in einer Gesellschaft unter einen Hut zu bringen. Zumindest im (kurzen) Leben eines Menschen bzw. einer Gesellschaft ein Projekt von ewigem Widerstreit! ;)

http://zwiedenk.de/vom-urvertrauen-zum-weltbuergertum/

Gravatar: Adorján Kovács

@Dr. Ulfig
Das ist nicht nur Ihr Problem, sondern das Problem Deutschlands, ja, der westlichen Welt.
Vielleicht kann die Lektüre Nicolás G. Dávilas eine Brücke sein.

Gravatar: Werner N.

@Adorján Kovács. Ja, wir haben eine ..„Verwirrung der Vernunft“.. Ein Beharren auf dem Rationalismus der "Moderne" scheint mir jedoch nicht die geeignete Methode, denn gerade die positivistisch EIN-seitige Hinwendung zum Rationalismus und die Ablehnung alles Irrationalen führ(t)en zu den „katastrophischen“ Entwicklungen und der allseitig nivellierenden Dekadenz. Manche Autoren sagen, dass dieser den gegenwärtigen „rationalen Irrationalismus“ bewirke.

Konservative sollten durchaus auch in die Vergangenheit blicken und das zu Bewahrende klar benennen. Ebenso wichtig ist jedoch das (frühe) Erkennen von Fehlentwicklungen in der Gegenwart; leider benötigt der „mündige“ Verstand dafür i.d.R. den Bankrott als Faktum. Ferner sollte der avantgardistische Blick in die Zukunft nicht vernachlässigt werden. Das verlangt ein holistisches „Denken“ und Handeln. Es bedeutet nicht ein Aufgeben der Ratio, sondern deren EIN-dimensionalität. Notwendig wären „Trans–Perspektiven“ für heutige humane, naturwissenschaftliche, technische und gesellschaftliche Probleme. In dieser Welt hat nichts ewigen Bestand; das vom Menschen Erdachte und Geschaffene bleibt zeitlich, relativ und prozessual – Eigenschaften, die der statische Verstand meidet. Sicher muss auch die theistische, geistige Ewigkeit wieder einbezogen werden – wegen der Transzendenz. Auch diesbezüglich geht der Weg in die der „Aufklärung“ entgegengesetzte Richtung. Aber das ist ein anderes Thema.

Prof. Wolfgang Welsch sieht es m.E. richtig: ..“Die hehren Modelle der älteren und neueren Moderne haben sich, gelinde ausgedrückt, nicht als zielführend erwiesen. Ein Kurswechsel ist fällig. (...) Dieser Befund legt den Gedanken nahe, dass wir nicht einer Fortschreibung oder Erneuerung oder einer Ergänzung und Detailverbesserung der modernen Programmatik bedürfen, sondern eines tieferen Wandels, einer radikalen Umstellung“.. (S. 177). (W. Welsch >Blickwechsel<, Reclam 2012).

Gravatar: Werner N.

@Dr. Alexander Ulfig – Mit der traditionellen Aufklärung ..„geht in der Tat keine Gegenaufklärung einher“.., sondern seit 250 Jahren eine „Aufklärungskritik“ in einzelnen Punkten. Diese wird vom intellektuellen Establishment bislang weitgehend missachtet.

Auch im Vorwort der »Dialektik der Aufklärung« (1944) fällt der Begriff „Gegenaufklärung“ nicht und m.W. fehlt er im gesamten Buch. Horkheimer und Adorno äußerten auch keinen „GeneralVERDACHT“ gegen die „Aufklärung“, sondern eine philosophisch begründete „GeneralKRITIK“. Diese allerdings lässt den Schluss einer notwendigen alternativen „Gegenaufklärung“ zu. Sowohl ideologisch als auch gesellschaftlich blieb die „Kritische Theorie“ eine solche jedoch schuldig. Nicht wenige Wissenschaftler rätseln darüber. Im Vorwort der „Dialektik“ wird gesagt: ..“Der Aporie, der wir uns bei der Arbeit gegenüber fanden, erwies sich somit als der erste Gegenstand, den wir zu untersuchen hatten: Die Selbstzerstörung der Aufklärung. Wir hegen keinen Zweifel – und darin liegt unsere petitio principi – dass die Freiheit in der Gesellschaft vom aufklärenden Denken unabtrennbar ist“.. (S. 3). Die volle „Klarheit und Wahrheit“ ist das natürlich auch nicht.

Es wäre an der Zeit, ohne Umschweife darüber aufzuklären, wofür man eintritt: a) die traditionelle Aufklärung; b) eine reformierte „Zweitaufklärung“; c) eine postmoderne „Gegenaufklärung“. Dann wären Begriffe und Inhalte zu erläutern.

Gravatar: Dr. Alexander Ulfig

@Zwiedenk @Adorján Kovács

Ich denke nicht, dass die von Kant genannten Grenzen der Vernunft absolut sind und Ewigkeitswert besitzen, denn auch unser Gehirn entwickelt sich aufgrund der Evolution, die Sie ja erwähnen, weiter. Die Weiterentwicklung des Gehirns wird die Grenzen unserer Erkenntnisfähigkeit verschieben oder sprengen.
Ich denke, dass hier ewige Werte gemeint sind. Aber auch Werte sind nicht ewig, sie gelten nur für eine bestimmte Zeitspanne, für eine bestimmte Gesellschaftsformation bzw. Zivilisation.
Ich halte an den Werten der Aufklärung fest, die für unsere Gesellschaft immer noch grundlegend und richtungsweisend. Denken Sie an die moderne Individualität (Menschen sollten als Individuen und nicht als Repräsentanten von Gruppen betrachtet werden), an Gleichheit (nicht Gleichmacherei) im Sinne von Gleichheit vor dem Gesetz, an Freiheit, vor allem das Recht auf Meinungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit usw., an die universellen Menschenrechte.

Gravatar: Thomas Rießler

Die Lobpreisungen der Aufgeklärten hören sich heutzutage wie ein Referat Honeckers über die Errungenschaften des Sozialismus an. Manche mögen immer noch daran glauben, aber irgendwann wird der Sprung in der Platte selbst den Einfältigen zu langweilig, wenn der Bezug zur Realität abhandengekommen ist.

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