Seehofer verzichtet auf das Amt des Ministerpräsidenten

Horst „Seehofer tritt nicht wieder an“, und zwar als bayerischer Ministerpräsident. Als CSU-Vorsitzender will er dagegen in zwei Wochen noch einmal antreten. Gerade um das abzusichern und nicht alles zu verlieren, sondern von München nach Berlin zu wechseln und dort Bundesminister zu werden, verzichtet er darauf, sich morgen in der bayerischen CSU-Fraktion zur Wahl zu stellen, wenn es um die Nominierung des Ministerpräsidenten-Kandidaten der CSU bei der bayerischen Landtagswahl nächstes Jahr geht.

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Der Kandidat könnte auch schon vorher Ministerpräsident werden, da Herr Seehofer angeboten hat, bereits Anfang nächsten Jahres diesen Posten zu räumen, wenn er dann nach Berlin wechseln kann. Auf seine Nachfolge spekuliert vor allem und schon lange der bayerische Finanzminister Markus Söder. Doch auch Innenminister Joachim Herrmann könnte kandidieren, würde dann allerdings wahrscheinlich verlieren, zumal nun doch allein die Fraktion entscheiden soll und nicht der CSU-Parteitag.

Mittelfristig dürften die Ämter wieder vereint werden. Wenn die Landtagswahl nächstes Jahr wider Erwarten gut ausgeht für die CSU, wird der neue Ministerpräsident sehr stark sein. Geht sie hingegen erwartungsgemäß schlecht aus (aber nicht zu schlecht), kann der neue Ministerpräsident dafür weniger verantwortlich gemacht werden als der langjährige CSU-Vorsitzende, der die letzten Jahre bundespolitisch viel angekündigte, um dann nichts gegen Frau Merkel durchzusetzen. Auch in den Jamaika-Sondierungsverhandlungen war er zahnlos. Am Schluss musste die FDP CSU-Forderungen verteidigen bzw. ganz hinschmeißen, weil er dazu nicht in der Lage war. Ob Herr Söder irgendwann als CSU-Vorsitzender mehr leistet, bleibt abzuwarten. Als Ministerpräsident muss er das hingegen gar nicht, sondern darf ohne Konsequenzen auf Berlin und die Preußen schimpfen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Jürg Rückert

Er kroch zu Merkel, um noch ein Ämtlein erhalten zu können.
Die CSU ist fürs Erste mal ganz CDU geworden.
Wer im kommenden Jahr CSU wählt, wählt Merkel.

Gravatar: meier

Das System ist ganz einfach:
Es ist jemand da, der stellt nur Forderungen, tut aber nichts, beruhigt damit die Bürger und soll den Schaden bei Wahlen minimieren. Nach einer gewissen Zeit glauben ihm die Bürger nicht mehr, sie fordern den Rücktritt. Um Zeit zu gewinnen, wird der Rücktritt ein bisschen verzögert. Wenn es nicht mehr geht, dann kommt der Retter. Hoffnungen entstehen, Erwartungen sind da. Der Neue macht dasselbe wie der alte. Nach vier, fünf Jahren ist auch der Neue verbraucht. Dann kommt wieder ein Neuer. Die Bürger checken es einfach nicht, sie denken positiv und glauben jedesmal, es wird anders. Inzwischen sind FAKTEN geschaffen worden und es gibt kein Zurück mehr.
Wenn man das System einmal verstanden hätte, würde es NICHT mehr funktionieren, aber Vorsicht, die neue Generation muss es auch erst einmal verstehen, die Weitergabe müsste durch die alte Generation erfolgen, sonst beginnt das Spiel von vorne. Die Deutschen scheinen, was kollektive Intelligenz betrifft, leider nicht sehr intelligent zu sein.
FINIS GERMANIA.

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