Realpolitik oder Fundamentalopposition? – Eine Phantomdebatte in der AfD

Zuerst klang in Björn Höckes "Dresdner Rede" eine angebliche Spaltung der AfD in "Fundis" und "Realos" an. Jetzt schlägt Frauke Petrys "Zukunftsantrag" für den Kölner Parteitag in dieselbe Kerbe. Doch diese Reminiszenzen an die Grünen werden künstlich an die AfD herangetragen. Sie vergiften zudem das innerparteiliche Klima. Zeit für eine Klarstellung.

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In der bedenklichsten Passage seiner berüchtigten „Dresdner Rede“ sprach Björn Höcke von Karrieristen in der eigenen Partei, - er nannte sie auch die „Halben“ -, denen es nicht um die Sache, nicht um das Vaterland, sondern lediglich um das „Frei-Fressen“ und „Frei-Saufen“ im politischen Sündenbabel der Hauptstadt gehe. Deren korrumpierenden Reizen, so die Suggestion, seien etliche Parteifreunde schon erlegen, noch bevor das Bundestagsmandat überhaupt errungen ist. Im Kontrast dazu beschwor er das Bild der edlen Patrioten, die im Drachenblut der Vaterlandsliebe gebadet haben und seither immun sind gegen die Anfechtungen des realpolitischen Betriebs. Anstatt von schnöden Speis und Trank, so hat man sich wohl vorzustellen, nähren sie sich von Licht und Luft allein.

Problematisch sind diese Worte nicht deshalb, weil es solche Karrieristen in der AfD nicht gäbe, – nichts Menschliches ist auch uns, wie wir bekennen müssen, fremd –, problematisch sind sie deshalb, weil sie in ihrer unspezifischen Allgemeinheit einen Generalverdacht gegen alle richteten, die nicht dem „Flügel“, der „Patriotischen Plattform“ oder Höckes sonstigen Unterstützerkreisen angehören. Verdiente Parteimitglieder sahen sich daraufhin üblen Beschimpfungen solcher ausgesetzt, die das Identifikationsangebot, ein kleiner Siegfried zu sein, berufen zum Aufräumen in den eigenen Reihen, nur allzu bereitwillig – und allzu ungerechtfertigt – angenommen haben.

Die Wahrheit ist: Auch der glühendste Patriot muss essen und trinken, auch das Lager des Patriotismus ist nicht gefeit vor den Gefahren der Korruption und der Doppelmoral. Gerade weil die moralischen Maßstäbe dort so hoch hängen, ist es diesen Gefahren sogar in besonderem Maße ausgesetzt. Die Selbstverleugnung, die persönliche Aufopferung für die Sache gehören dort zum rhetorischen Pflichtrepertoire, was einer spezifisch „rechten“ Form von moralistischer Heuchelei Vorschub leistet.

Die Wahrheit ist daher ferner: Auf allen Seiten, auf der „liberalen“ wie der „konservativen“, gibt es solche und solche, gibt es Idealisten und Opportunisten. In den Individuen aller Lager kämpfen persönliche und überpersönliche Motive um die Vorherrschaft; meistens befinden sich beide in einem Mischungsverhältnis, selten dominieren ausschließlich die einen oder ausschließlich die anderen. Persönliche (Karriere-)Ambitionen sind auch so lange nicht von Übel, wie sie sich nicht gegen das Interesse des großen Ganzen wenden, sondern sich diesem harmonisch einfügen. In dieser gutartigen Form sind sie sogar unerlässlich, um die gemeinsame Sache mit der nötigen Energie voranzubringen. Bösartig wird es dann, wenn das eigene Karriere- oder Machtinteresse im Zweifel auch zum Schaden der Gesamtpartei zur Durchsetzung gebracht wird.

Als wahrer Kern in Höckes Rede bleibt festzuhalten, dass es immer wieder einer Besinnung auf die gemeinsamen überpersönlichen Ideale bedarf, um aus dem kleinkarierten persönlichen Machtkampf herauszufinden und die polemischen Energien nach außen anstatt ins Innere der Partei zu richten. Eine solche Rede muss aber, wenn sie erhebend und einigend wirken soll, an die besten Seiten in allen Mitgliedern appellieren und darf keiner Gruppe, auch keiner anonymen, von vorne herein böse Absichten unterstellen.

Als wollte sie Höckes anonymen Verdächtigungen nachträglich ein Gesicht geben, hat nun Frauke Petry für den Bundesparteitag in Köln einen sogenannten „Zukunftsantrag“ eingebracht, der in ebenso künstlicher wie schädlicher Weise einen Gegensatz zwischen „Realpolitikern“ und „Fundamentaloppositionellen“ in der AfD konstruiert. Waren bei Höcke die Fundis die Guten und die Realos die Schlechten, so sind bei Petry die Vorzeichen genau umgedreht: „Realpolitik“ hat Zukunft, „Fundamentalopposition“ führt in die Sackgasse. Die Delegierten auf dem Kölner Bundesparteitag sollen zu einer Grundsatzentscheidung zwischen angeblich unvereinbaren Positionen genötigt werden, die weder klar definiert sind, noch in dem behaupteten Ausschließungsverhältnis zueinander stehen. Eine Zumutung, der sie sich durch Nichtbefassung verweigern sollten.

Um nicht missverstanden zu werden: Es ist natürlich nicht nutzlos, sich über die erfolgversprechendste politische Strategie der AfD Gedanken zu machen. Eine solche Diskussion ist aber nur dann fruchtbar, wenn sie von persönlichen Machtkämpfen möglichst frei gehalten wird. Ein Kriterium, dem Petrys „Zukunftsantrag“ schon dadurch widerspricht, dass er mit Alexander Gauland ein prominentes Parteimitglied als Kronzeugen für die angebliche „Fundamentalopposition“ aufruft. Er tut dies zudem auf reichlich sinnverdrehende Weise, denn wenn Gauland äußerte, er habe die AfD mitbegründet, um die CDU von außen zu beeinflussen, dann ist nicht einzusehen, weshalb damit das Einnehmen „abseitiger Standpunkte“ und ein Verzicht auf solide parlamentarische Sacharbeit einher gehen müssten, wie der „Zukunftsantrag“ unterstellt.

Umgekehrt haben sich die angeblichen „Realpolitiker“ des Zukunftsantrags in der Vergangenheit zu oft „fundamentaloppositionell“ verhalten, als dass sie in der frühzeitig angenommenen staatstragenden Rolle glaubhaft wirken könnten. Frauke Petrys und Marcus Pretzells gemeinsamer Auftritt mit Marine Le Pen (Front National), Geert Wilders (Partij voor de Freihijt) und Matteo Salvini (Lega Nord) in Koblenz dürfte das „mutlose bürgerliche Klientel“, von dem der Antrag spricht, jedenfalls weit mehr „verschreckt“ haben, als etwa Alexander Gaulands Lob für Francois Fillon, den Kandidaten des bürgerlichen Establishments im französischen Präsidentschaftswahlkampf. Weitere Beispiele bleiben höflichkeitshalber unerwähnt.

Aber selbst wenn es sich bei den beiden postulierten „Strategien“ um valide Beschreibungen real existierender Strömungen in der AfD handeln würde, zeugt es von einem sehr unrealistischen Verständnis vom Funktionieren einer Partei wie der AfD, wenn man meint, ihr eine reichlich abstrakt vorgetragene Strategie per Parteitagsbeschluss verordnen zu können. Angenommen, der Parteitag entschiede sich für "Realpolitik", was hieße das dann im konkreten Fall? Wären gewisse Begriffe (z.B. „völkisch“) fortan tabu, Kritik an der Nato oder an der CDU nur noch sehr vorsichtig möglich, eine Regierungsbeteiligung bei nächster sich bietender Gelegenheit anzustreben? Allein schon, weil das niemand präzise angeben kann, weil die Deutungsspielräume solch holzschnittartiger Begriffe wie „Realpolitik“ oder „Fundamentalopposition“ viel zu weit sind, wäre die AfD schlecht beraten, sich mit einer derartigen Schlussstrich-Resolution selbst zu fesseln und das innerparteiliche Klima durch den neuen Universalverdacht „Fundamentalopposition!“ dauerhaft zu vergiften. (Von dem etwas hybrishaften Anspruch, alle äußeren Faktoren und Personen, von denen das Gelingen einer solchen Strategie maßgeblich abhängt, kontrollieren zu können, einmal ganz abgesehen.)

Der mit dem Zukunftsantrag erhobene Führungsanspruch erweist sich bei genauerem Hinsehen als Symptom einer Führungsschwäche. Eine Parteiführung, die auf die konkreten politischen Einzelfragen, die sich ihr tagtäglich stellen, in Stil und Inhalt getreu dem Programm und dem Geist der Partei souveräne Antworten gibt, hat es gar nicht nötig, eine abstrakte Strategiedebatte vom Zaun zu brechen. Diese erweist sich – mit einem alten Bonmot von Karl Kraus – als diejenige Krankheit, für deren Therapie sie sich hält. Ihre Urheber müssen sich die Frage gefallen lassen, ob bei ihnen ein strategisches Denken, wie es sich in persönlichen Machtkämpfen herausbildet, nicht in unguter Weise die Führung der Gesamtpartei zu überformen beginnt. Und zwar bis zu dem Grad, dass die gesamte Strategiedebatte vielleicht nur strategisch vorgeschoben ist...

Dabei ist der Erfolgsweg der AfD für jeden Klarsichtigen vorgezeichnet: Sie muss in eine harte, in vielerlei Hinsicht „fundamentale“ Opposition zur Politik der herrschenden Kartellparteien treten und ohne übertriebenen Strategismus ihre Positionen treu und ehrlich verteidigen. So wird sie die anderen Parteien zwar „vor sich hertreiben“, sie zur (Pseudo-)Übernahme der eigenen Positionen zwingen, aber zugleich damit selbst an Attraktivität und Glaubwürdigkeit nicht verlieren, sondern gewinnen. Das Ziel ist – ganz „realpolitisch“ – natürlich die Regierungsverantwortung, und zwar möglichst in der Rolle des Seniorpartners. Wann es allerdings so weit sein wird, das wird keine erklügelte „Strategie“, das werden nur der unkontrollierbare Gang der politischen Ereignisse und schließlich der geschichtliche Kairos erweisen. Die weise Führung muss sich für diesen offen halten – und inzwischen dafür sorgen, dass die Mitglieder einig sind und bereit für den neuen Schritt, wenn es so weit ist. Wer das Fell des Bären verteilt, bevor er erlegt ist, droht am Ende mit leeren Händen dazustehen.

 

 

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Hans Meier

Ich denke es steht der AfD gut an, wenn die entschiedenen seriösen Personen eine absolut wählbare Partei präsentieren.
Da steht Frau von Storch für, Herr Prof. Dr. Meuthen und sicher noch viele mehr.
Mir sind die Fakten, die eine frische, mutige Opposition vorträgt wichtig, die einen anderen, und besseren Regierungs-Kurs vorschlägt.
Man sollte die Zuspitzung auf Personen und auf Emotionen eher hinten anstellen und sich auf die Themen konzentrieren.
Die etablierten Altparteien, haben nämlich keine Argumente mehr, sie haben sich als völlig inkompetent gezeigt, denn ihre Programme waren warme Luft von Diäten-Verzehren mit reichlichem Übergewicht.

Es geht um ganz klare programmatische Grundlinien, wie Ende mit GEZ, Direktwahlen, Volksabstimmungen zu grundlegenden Entscheidungen, die dem Wähler seine Ersparnisse rauben usw.

Es geht um die Opposition gegen den Block aus Altparteien die ihre Versorgungs-Tröge mit allen aggressiven Hinterhältigkeiten behaupten wollen.
Es braucht eine geschlossene Front und keine Profilierungen von Personen, wenn es um die Sache an sich geht.
Wir haben viel an Freiheit und echter Demokratie zu verteidigen und noch viel mehr zu gewinnen.
Die gute Zuversicht haben wir als die frischen und Unverbrauchten schon von Natur aus, weil wir gegen erschöpfte Versager in die Auseinandersetzung gehen, die diese um jeden Preis verhindern wollen.

Gravatar: Klaus Peter Krause

Marc Jongen bringt es auf den Punkt. Die Einteilung der AfD-Mitglieder in „Realpolitiker“ und „Fundamentaloppositionellen ist - so meine Quintessenz seiner Argumentation - Unsinn. Jongens Begründung sitzt. Frauke Petry wird wohl erst jetzt merken, wie nahe sie mit ihrem "Zukunftsantrag" Björn Höcke gerückt ist, den sie aus der Partei doch ausschließen lassen will, was ihr ohnehin nicht gelingen wird. Ihr Antrag wird auf dem Bundesparteitag in Köln abgelehnt werden (müssen).

Gravatar: Wolf Köbele

Eine solch stringente Analyse kommt hoffentlich nicht zu spät!

Gravatar: Dr.Bernd Büdenbender

Vielen Dank,sehr geehrter Herr Jongen,für diesen klaren
Standpunkt.Dem ist eigentlich nichts mehr hinzu zufügen.Die politisch interessierten und wegen der desaströsen,nicht vorausschauenden Politik der etablierten Parteien besorgten Bürger können nicht nachvollziehen,wie der Bundesvorstand der AfD persönliche Animositäten vor das Wohl unserer Republik stellt.Denn eins ist sonnenklar,nur eine absolute Kehrtwende in der Ausrichtung der katastrophal gescheiterten Politik der Eurorettung,der illegalen Masseneinwanderung sowie eine die Subsidiarität wesentlich mehr stärkende Agenda kann uns ein friedliches Europa der Vaterländer erhalten.De Gaulle und
Adenauer sind nach wie vor die großen Vorbilder.Sehr viele Menschen wollen eine solche Kehrtwendung,und hatten ihre Hoffnung auf das gute Programm der Partei gerichtet.Das müßte doch allen im Bundesvorstand klar sein!Welch ein Signal könnte mit einer geeinten Handlungsweise in die Bevölkerung ausstrahlen.Seht her,
hier gibt es tatsächlich eine dringend notwendige Alternative.Über irgendwelche Konstellationen zu fabulieren,ist doch zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfehlt!Noch ist Zeit,daß sich hoffentlich die Einsicht bei allen Verantwortlichen einstellt:unser Land ist wichtiger als innerparteilicher Zwist,den die Gegner hämisch beklatschen,nur eine programmatisch geschlossene und offensive AfD hat die Chance,eine neue und so dringend notwendige Politik Schritt für Schritt zu erreichen.

Gravatar: Wolfgang Prabel

Ein paar Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, die sich in den Grabenkämpfen noch nicht verschlissen haben, würden der AfD gut zu Gesicht stehen.

Gravatar: freerob

Eines vorneweg, "Seniorpartner" in Regierungsverantwortung, ein Begriff den Petry auch schon verwendet hat, ist mit Verlaub ziemlich utopisch angesichts fallender Umfragewerte.
Das geben Deutschlands Wähler auch nicht her, immerhin ist die Hälfte der Leute links/grün verortet.
Eine AFD in der Opposition, die die anderen Parteien vor sich her treibt, ist doch mehr als genug, die Alternative zu den "Block-Parteien"!
Petrys Vorstoß ist letztlich nicht mehr als der Versuch die "freien Radikalen" einzufangen, die den Organismus AFD gefährden. Das ist legitim, Höcke und Co sind für bürgerliche Wähler keine Option.
Eine "Häutung" ist unumgänglich, ein ewiger Konflikt zwischen den Lagern, halten Partei und Protagonisten nicht aus. Und die potenziellen Wähler der AFD haben ein Recht zu erfahren wo die Reise hingehen soll.
Petry zu verlieren, kann man sich eigentlich nicht leisten, zumal das nur der Anfang eines Dammbruchs wäre.
Die "Vernünftigen" müssen zusammenhalten und das Schiff AFD durch diese Untiefen führen.

Gravatar: Max Moritz

Wenn die Anzahl der Parteien im Bundestag überschaubar bleiben soll, also keine Weimarer Verhältnisse, dann gilt es in JEDER Partei einen gehörigen Spagat aushalten zu können und zu müssen und damit auch in der AfD, schließlich wählten bis kurzem die Allermeisten noch eine der Alt-Etablierten.

Im Moment gilt es vordringlich, dass Schiff AfD in den Bundestag zu bugsieren und eben nicht schon vorher durch die eigene Mannschaft zum kentern zu bringen.

Das nenn ich dann Realpolitik unter Einbindung rechter Flügel die auch meinem Politik-Verständnis nicht unbedingt entsprechen müssen.

Im Übrigen hat ja wohl Jeder von Allem etwas, ich mehr Realo weniger Fundi, bei anderen umgekehrt.

Unter dem gemeinsamen Dach "Deutschland wieder einen und nach vorne bringen" sollten gerade Patrioten in der Lage sein Ihre internen Querelen zivilisiert zu lösen.

MM

Gravatar: Joachim Mader

Eine gute Analyse von Marc Jongen. Festzuhalten bleibt, daß 1. dieser Antrag unnötig, schädlich und spaltend ist und 2. er zu dieser Zeit keinen vernünftigen Sinn ergibt. Diese jetzt zur Unzeit losgetretene Diskussion wirkt in hohem Maße provokativ auf weite teile der Mitglieder. Was soll dieser Antrag bringen? Wählerstimmen etwa? Wer das glaubt, hat das Ohr nicht am Wahlvolk. Denn das will eine einige und geschlossen auftretende Partei mit klaren Aussagen. Alles andere wirkt abschreckend.

Gravatar: P. Feldmann

DANKE, Marc Jongen für dieses Plädoyer!
Manchmal muß man die die Begriffe nur in ihren Kontext rücken, um zu realisieren, daß Strohmannargumentationen und Phantasmen zwar fast real klingen, aber nur wenig mit den realen Notwendigkeiten zu tun haben!

Die AfD ist entstanden aufgrund realer Notwendigkeiten, denn leider erwiesen sich die real existierenden Parteien als in Phantasmen verfangen!

Die Stärke der AfD liegt in ihrem Realitätskontakt, der sich u.a. auch in der Vielfalt der Berufswege und Bildung ihrer Mitglieder spiegelt

Manchen mag es erschütteren, aber es geht in der Politik nicht um das "Heil", nicht um Armagedon (Fr.Merkel!), sondern es geht um die positive Gestaltung unserer Identität als Gesellschaft.

Nochmal Dank an Jongen!

Gravatar: Marlies Wildberg

Auch ich stimme den Ausführungen von Dr. Jonge vollumfänglich zu. Die AfD darf sich auf keinen Fall der Gefahr einer Grundsatzdiskussion ausliefern (der politische Gegner würde sich freuen), sondern ihr wirklich gutes Programm umsetzen. Gute Kandidaten hat sie allemal und ist auch die einzig ernstzunehmende demokratische Alternative. Leider fallen immer wieder Parteimitglieder auf die ausgelegten Fallen der etablierten Parteien herein. Diffamierung, Lügen, aus dem Zusammenhang gerissene Satzpassagen und immer wieder die Moralkeule des Nationalismus und Rechtspopulismus zermürben natürlich die Führungspersonen. Da ist es umso wichtiger, sich inhaltlich geschlossen zu positionieren, das Programm bietet die Basis dafür! Die historische Chance auf eine echte Opposition im Bundestag darf nicht verspielt werden.

Gravatar: RisingEuropeAgain

Sehr guter Text, Hr. Jongen, dem ich praktisch nichts mehr hinzuzufügen habe!(Außer: Sollten die Delegierten am WE am besten genauso sehen und entsprechen (nicht)handeln!)
Anderes Thema -aber damit eng verwandt-:
Petry fällt als "Spitzenperson" für die BTW'17 also aus.
->Was braucht die AfD also ab dem kommenden WE: Eine neue Spitzenperson//ein neues Spitzenteam, das die AfD glaubhaft nach außen und innen vertreten kann und der AfD -mit etwas Glück/Kairos- auch zusätzlich etwas mehr Zustimmung in der Wahlbevölkerung(%) einbringen wird, als die AfD bisher in diesem Wahljahr bekommen hat.

Mein Wunschkandidat für die Hauptposition:
Hr.Dr. Meuthen! ->Gründe: Er wirkt sympathisch (auch auf breite Wählerschichten) und ist doch auch kämpferisch, wenn es darauf ankommt. - Er ist medial sehr gewandt und sprachlich ebenso. - Wichtig: Er "kann" offenbar genauso gut mit Leuten vom liberalen wie vom bürgerlichen wie vom patriotischen Flügel.->Wäre der perfekte "Vereiniger"/"Moderator", den es jetzt bräuchte, um die Gräben zuzukippen!
--Falls Sie Einfluss auf Hr. Meuthen haben, Hr. Jongen, bitte, nutzen Sie diesen weise! Danke!--

Falls daraus nichts werden sollte!(=schade) Dann würde ich mich alternativ noch freuen über einen anderen, sympathischen männlichen Vertreter, z.B.:
Herr Holm, Hr. Pazderski...

Man hört/liest im FB-Netz, dass Alice Weidel als "Spitzenfrau" gehandelt wird. - Das wäre auch eine Option, aber meiner Ansicht nach nur, in einem Team, wo noch ein männlicher, eher bürgerlicher oder patriotischer Vertreter vertreten ist! Andernfalls wird sich die Basis&Wählerschaft(=angeblich >70% männlich, weiß, konservativ ;) ) nicht wirklich gut repräsentiert fühlen durch diese "neue AfD". ->Cave!!!

Gravatar: Herbert Lachenal

Unser Land braucht keine rechtsnationale Partei! Figuren wie Herr Gauland, Herr Poggenburg oder gar Herr Höcke haben im Westen unserer Republik keinerlei Akzeptanz.
Gebraucht wird eine konservativ bürgerliche Kraft, die als Volkspartei neue Heimat von Millionen enttäuschter CDU- und SPD-Wähler in unserem ganzen Land wird.

Gravatar: Rolo

Überaus bedauerlich, wie sich die die AfD so kurz vor der Bundestagswahl zerlegt und durch interne Machtkämpfe und Auseinandersetzungen sich bundesweit für immer weniger Wähler zu einer echten Alternative für Deutschland erweist, wie fallende Umfragewerte zeigen! Den Nutzen daraus, ziehen vor allem CDU/CSU und die SPD, der politische Gegner! Anstatt gemeinsam, auf einer Linie die vielfältig getroffenen Fehlentscheidungen der Altparteien in den letzten 5 Legislaturperioden und die Folgen für Deutschland zu benennen, anstatt die verfehlte Europapolitik zugunsten von Lobbyisten und gegen die europäischen Bürger anzuprangern, ergießt sich Björn Höcke, wieder und wieder in Aussagen und Reden, die der politische Gegner und dessen Staatsmedien beglückt aufnehmen, um die Neue politische Alternative in eine Schublade zu stecken, aus der diese, den in Jahrzehnten gewachsenen politischen Establishment nicht wirklich gefährlich werden kann. Und auch Herr Gauland, entblödet sich nicht, der Fußballbegeisterten deutschen Nation, kaum 2 Jahre nach dem Erringen des Weltmeistertitels zu sagen: „ Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Wieder eine Steilvorlage für die Altparteien! Die Kanzlerin kommt in die Umkleidekabine der deutschen Nationalmannschaft, macht Selfies und diese werden gepostet! Association – Verband- ein Bild der Suggestion öffentlicher Verbundenheit, Gemeinschaft und Zusammenhalt! Darin sind Merkel und Co geübt, fast perfekt! Sie wissen um die Macht der Bilder und der leeren Worte! Angesichts der Tatsache Herr Gauland, dass sich mindestens 85% der deutschen Bevölkerung, eine Villa oder Wohnung in München Grünwald, finanziell gar nicht leisten könnten und sich von daher für die breite Masse der Bevölkerung, das Problem Jerome Boateng als Nachbarn zu haben vollkommen ausschließt – dennoch währen hunderttausende Fußballfans darüber glücklich - war diese von Ihnen in einem Interview gegenüber Printmedien abgegebene Aussage nicht nur kontraproduktiv, Ihrer Partei gegenüber sondern ausgesprochen dämlich! Bei dem politischen Gegner der CDU / CSU der SPD und den Grünen rieb man sich lachend die Hände! Dämliche Politiker, sogenannte Volksvertreter haben wir im Deutschen Bundestag aber schon zuhauf! Deutschland braucht nicht mehr sondern weniger davon! Warum gießen Höcke und Gauland auch noch Öl in das vom politischen Gegner entfachte Feuer? Man kann vieles denken, doch wer politische Ambitionen hat, sich um Wählerstimmen bewirbt, sollte in der Lage sein abwägen zu können, was man öffentlich sagen kann, ohne dem Politischen Gegner zu nutzen und sich selbst zu schaden! Die Aussagen Höckes und Gaulands schaden der AfD, sie verprellen ein großes Potential an Wählern die sich von den Altparteien betrogen fühlen dennoch aber keinesfalls in Verbindung mit extrem rechts gebracht werden wollen! Wie wäre es mit Aussagen „ Ich will das deutsche Steuergelder, deutschen Bürgern zu Gute kommen. Das aus dem deutschen Sozialsystem nur jene profitieren, die darin einbezahlt haben? Wir wollen keine Veränderung unserer Traditionen und Werte, im Gegenteil, wir wollen diese die unsere Kultur ausmachen stärken! Wir wollen eine Familienpolitik, die junge Menschen unterstützt, damit sie eine Familie gründen können und endlich wieder mehr deutsche Kinder geboren werden! Wir stehen für Steuergerechtigkeit, anständige Löhne, sichere anstatt prekärer Arbeitsverhältnisse, damit eine Zukunftsperspektive gerade für junge deutsche Bürger entsteht. Wir wollen keine europäische Schuldenunion usw?

Gravatar: Günter Hesse

FRau Dr. Petry stellt richtigerweise fest, dass rassistische oder nationalsozialistische Äußerungen von Personen wie Björn Höcke die Erfolge der sachorientierten Politik der Realisten in der AfD wieder zunichte machen. Beispiel für Herrn Höckes bizarren Rassismus: Erklärung der Geburtenhäufigkeit afrikanischer Frauen als Resultat einer r-Strategie, wie sie z.B. von Fischen praktiziert wird. Herr Höcke fordert eine 180 Grad Wende in der Erinnerungskultur, also eine Hinwendung zum Nationalsozialismus.
Herr Höcke und seine Unterstützer und Schützer schaden der AfD. Eine grundsätzliche Klärung der Strategie der AfD ist dringendst geboten. Ein Bundesparteitag ist dafür der richtige Ort.

Gravatar: Rainer Schmid

Natürlich gibt es Fundis in der AfD - und wenn man Höckes Reden betrachtet, geht es schon in die Richtung eines polit-religiösen Fundamentalismus inklusive der Visionen ("51 %"), des Moralismus und des Totalitarismus ("verzehrt euch") wie sie bei entsprechenden Gruppierungen/Sekten zu finden. Wer Visionen hat, sollte aber dem Rat Helmut Schmidts folgen, und sich nicht in der Politik versuchen, sondern zum Arzt gehen - und das heißt vor allem, Wähler (ob in Parteien oder allgemein) sollten sie meiden. Und meiden sie auch jenseits der Ränder und im nicht-linken Lager.
Und es ist natürlich ein kategorialer Unterschied, ob sich fundamentaloppositionelle Elemente einer Strategie oder eines Verhaltens aus solch einer Weltanschauung speisen, quasi wesensimmanenter notwendige Artikulation eines (politreligiösen) Eifers ist, oder ob sie sich aus einer vernünftigen, lösungsorientierten Analyse von Sachverhalten aktuell ergibt. Und wer diesen Unterschied verschleiert indem er - wie Jongen - Äpfel mit Birnen vergleicht oder aber auf die Gemeinsamkeiten oder zumindest Tolerierbarkeiten auf programmatischer Ebene abhebt, oder wer die Wortführer dieser ideologischen Fundis - ob aus Überzeugung oder als Mittel im innerparteilichen Machtkampf - protagiert, der hat Anteil daran, die AfD bei 5-10% einzufrieren oder sogar - sofern sich die Eiferer mehr durchsetzen, nach außen sichtbarer werden - an die 5 % zu führen. Integration und Einigkeit ist wichtig. Die vor- und außerparlamentarische Zurückdrängung der linksgrünen kulturellen Hegemonie ist wichtig - ebenso aber, schnell und nachhaltig in der Lage zu sein, Regierungsverantwortung denen eigenen Maßstäben gemäß zu übernehmen, denn in der Tat wir haben nicht so viel Zeit wie die Grünen. Die Aufgabe der Delegierten wird darin bestehen, beidem Rechnung zu tragen und sowohl Petry in ihre Schranken zu verweisen, als auch zu vermeiden, dass das Irrlicht und der Fundi-Prophet bzw. -Guru Höcke "Nazidemo-Gröler" Ladig dadurch gestärkt wird. Oder anders gesagt: wenn die AfD oder eine Person mehr Probleme mit Petry sieht und hat als mit Höcke, dann geht der Weg zu Republikanern 2.0 - oder NPD 3.1.

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