Putin und die Chance für Frieden in Nah-und Mittelost

Das hat es wohl auch noch nicht gegeben. Da sagt ein Vize-Botschafter mit dem Namen Frolow etwas in Tel Aviv und die ganze Welt hört zu. Er bezeichnet Israel als ein Land, gegen das Rußland keine Aggression zulassen werde. Er geht noch weiter. Nach seinen Worten werde man – neben den Vereinigten Staaten – an der Seite Israels stehen, wenn der Iran Israel angreifen werde.

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Das hat es wohl auch noch nicht gegeben. Da sagt ein Vize-Botschafter mit dem Namen Frolow etwas in Tel Aviv und die ganze Welt hört zu. Er bezeichnet Israel als ein Land, gegen das Rußland keine Aggression zulassen werde. Er geht noch weiter. Nach seinen Worten werde man – neben den Vereinigten Staaten – an der Seite Israels stehen, wenn der Iran Israel angreifen werde. Worte, die um den Globus donnern. Der Charme der Worte, die Herr Frolow an den Gestaden des Mittelmeeres äußerte, resultiert aus einem Umstand: Es geht nicht um Äußerungen auf der Hühnerleiter einer Hierarchie. Wer Herrn Frolow zugehört hat, der hat seinen Präsidenten mit Namen Putin gehört. Machtvoller hat ein Vize-Botschafter wohl selten gesprochen.
 
Ein Wahlerfolg des russischen Präsidenten Putin am 18. März 2018 bei den russischen Präsidentschaftswahlen ist die erste realistische Friedenschance in einer leidgeprüften Region.
 
Man muß sich das alles in Erinnerung rufen, was dafür eine Rolle spielt. Schon die beiden Kaukasus-Kriege der neunziger Jahre haben untere Beweis gestellt, wie die Vereinigten Staaten am weichen Unterleib der Russischen Föderation tätig waren. Die Völkerschaften des Kaukasus, die seit den Kaukasus-Kriegen des 19. Jahrhunderts die Levante-Staaten bevölkerten, wurden gegen das heutige Rußland in Stellung gebracht. Die Vereinigten Staaten – und da muß man nur dem kurzzeitigen amerikanischen Sicherheitsberater und General a.D. Michael Flynn zuhören, haben von Afghanistan bis Libyen die Gegend, die mit Fug und Recht als eine der Wiegen unserer Zivilisation bezeichnet werden kann, mit der Fackel des Krieges überzogen. Eine neue Landkarte ist das Ziel und die Hölle für die Russische Föderation.
 

Russian revival

 
Bekanntlich wachsen die Bäume nicht in den Himmel und in Berlin war man gut beraten, exzellent ausgebildeten und extrem kenntnisreichen ehemaligen DDR-Spitzendiplomaten in ihrem Urteil über diese Region zuzuhören, um die Dimension der Auseinandersetzung zu begreifen. Dabei ist die iranische Revolution Auslöser für so vieles gewesen. Auch für den Umstand, daß über diese Revolution die Vereinigten Staaten vor dem Verlust ihrer Abhörstationen für die strategischen Streitkräfte der Sowjetunion an der iranisch-sowjetischen Grenze standen und die Sowjets einen Neuaufbau dieser Stationen an der afghanisch-sowjetischen Grenze befürchteten. Dem kam man mit einem Einmarsch in Afghanistan zuvor. Seither hat dieses Ringen zwischen Moskau und Washington das Geschehen in dieser Region bestimmt und Washington hat sich nicht gescheut, die Region weitestgehend zu vernichten.
 

Die Rechnung wurde ohne den Wirt aus Moskau gemacht


Die Vereinigten Staaten mit ihrer aus England und Frankreich bestehenden "immerwährenden Kriegsallianz" haben sich weder um Völkerrecht noch um Schutz des Kulturgutes aus fünftausend Jahren geschert, als sie zwischen Kabul und Tripolis die Region heimsuchten. Bei Moskau war das anders, wie die Unterstützung Moskaus für die legitime syrische Regierung zeigte. Eigentlich ging es nach dem Putsch des Jahres 2014 in Kiew zugunsten Washington Schlag auf Schlag zugunsten russischer Handlungsfähigkeit in Nah- und Mittelost. Iranische, israelische und saudische Staatsspitzen gaben und geben sich in Moskau die Klinke in die Hand. Präsident Putin kann mit allen, obwohl und gerade weil er an der Seite einer legitimen Regierung in Damaskus steht. Zeit gewinnen, das ist immer eine diplomatische Maxime. Zeit für den Frieden zu gewinnen, bedeutet eines: dem russischen Präsidenten die Daumen für eine Wiederwahl zu drücken.
 
Die westliche Schmach dabei ist, daß zwar die Vereinigten Staaten für jeden Krieg, aber keinesfalls für den Frieden zu haben sind. Vielleicht kann man beim derzeitigen Präsidenten Trump eine´Ausnahme machen und sollte vielleicht gerade das tun. Das Auftreten seines Sicherheits-Generalberaters, McMasters in München hat allerdings deutlich gemacht, daß er von Pentagonisten eingemauert zu sein scheint. Wie anders ist das Bild, das der russische Präsident Putin vermittelt.
 

Und Israel?


Putin könnte liefern, Trump möchte vielleich liefern und will Tel Aviv "die Hose runterlassen"? Wir sollten uns alle in Erinnerung rufen, daß vor dem Ausbruch des Krieges in Syrien ein Abkommen zwischen Tel Aviv und Damaskus zur Lösung der Golan-Probleme und damit das Ende jahrzehntelanger Auseinandersetzungen anstand und der Vollzug dieses Abkommens an einer Sinnesänderung Israels scheiterte. So etwas nennt man Verantwortung. In Tel Aviv wird man einschätzen, was von den strammen Aussagen von Herrn Frolow zu halten ist. Man wird sich auch fragen müssen, ob man jemals wieder eine so glaubhafte Bekundung der Friedensmöglichkeit bekommen wird, wie es aus diesem russischen "Donnerhall" entnommen werden kann? Auch Israel wird Entscheidungen treffen müssen, nicht nur Teheran.
 
Willy Wimmer 20. 2. 2018

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: R. Avis

Die Situation ist, mild gesagt, unübersichlich. Meines Wissens hat der Iran noch nie einen seiner Nachbarn militärisch angegriffen. Auch die Kriegsrethorik gegenüber Israel erschöpft sich in verbalen Attacken.
Herr Wimmer hat recht, Auslöser des nun schon über 40 Jahre währenden Unfriedens war die islamische Revolution in Persien, für die in der westlichen Welt alle Studenten auf die Straße gegangen sind - angestachelt von den pseudo-intellektuellen Berufslinken.
Wie immer passierte etwas, womit man so nicht gerechnet hatte. Iran blieb ein starkes, unabhängiges Land, unter dem Verlust seiner inneren Freiheit. Inzwischen ist ein geopolitischer Riegel entstanden von der persischen Ostgrenze zu Afghanistan über Syrien bis zum Libanon: ein zusammenhängendes schiitisch kontrolliertes Gebiet vom Himalaya bis ans Mittelmeer. Das eröffnet die Möglichkeit von Pipelines und einer südlichen Seidenstraße, wobei das kurdische Gebiet davon ein wichtiger Bestandteil ist.
Es bleibt zu hoffen, daß Präsident Trump alles über die aktuellen Akteure und deren Motive erfährt. Ich fürchte, daß die globale NWO-Mafia, die im weißen Haus sehr viele Fäden in der Hand hat, den Präsidenten von wichtigen Information abschirmt und ihn so vor der Welt blamieren will. Präsident Putin könnte dem Donald Trump einige Tatsachen kurz und nüchtern erklären.
"In der Politik passiert nichts zufällig" heißt es. Das mag wohl so sein, aber auch hier gilt: zuviele Köche verderben den Brei und inzwischen rühren zuviele Zauberlehrlinge im Nahost-Konflikt. Dabei kann schnell etwas herauskommen, was nicht ganz zufällig gar nicht dem gewünschten Menü entspricht.

Gravatar: Hannelore

@ R. Avis

Der Iran unterstützt Terrorgruppen auch finanziell.
Es sind dies Hisbollah und Hamas, vermutlich noch andere.
Und alle kämpfen gegen Israel.
Der Iran ist gefährlich.

Gravatar: R. Avis

@ Hannelore: Sie haben recht, der Iran ist sehr gefährlich und man tut gut, ihn nicht zu unterschätzen. Die Perser sind ein altes Kulturvolk und waren unter dem Schah fast so weit, sich endlich vom islamischen Joch wieder zu befreien. Es ist das einzige orientalische Land mit top wissenschaftlichen Einrichtungen, Hochschulen, Krankenhäusern und einer schlagkräftigen, modernen Armee - alles aus eigener Kraft aufgebaut.
Nur die unheilige Allianz von den Saudis, Seite an Seite mit Israel und den USA, war der Grund für eine iranische Unterstützung von Hisbollah und Hamas. Das alles hat sich über Jahrzehnte aufgeschaukelt. Es geht um Rohstoffe und deren Vermarktung, um Kontrolle der Handelswege, nicht zuletzt um ideologischen Imperialismus.
Um eine andere Sicht auf die Situation zu bekommen, nur zum Vergleich zu dem, was uns hier so an Nachrichten serviert wird, empfehle ich die Seite voltaire.net . Die meisten Beiträge dort gibt's in deutscher Übersetzung.

Gravatar: Walter G.

Tja in Russland gibt es kaum übersehbar die klügeren Köpfe.
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Diese Aussage offenbart die Russische Position recht eindeutig.
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Russland strebt im Nahen Osten nicht nach Grossmachtpolitik resp.
Militärbündnispolitik wie die USA, sondern nach Ruhe und Frieden in der Region.
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Ein wichtiges Element ist die Wiederherstellung der Syrischen Souveränität.
Ganz offenbar haben die Russen den Kern der Sache richtig verstanden.
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Wenn der nahe Osten kollabiert.... dann Fliegen gewaltige Trümmer in Richtung Russland UND Europa.....den Amis ist das vollkommen egal !!!

Gravatar: Walter G.

Es ist unverständlich, daß die FRIEDLICHE WELTGEMEINSCHAFT keine Mittel findet.
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Die USA....DAS IMPERIUM DES BÖSEN, das für zahlreiche, wenn nicht alle Kriege, wohlgemerkt völkerrechtswidrige verantwortlich sind, endlich in die
Schranken zu weisen!?
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Denn es wird immer klarer, ohne die USA und ohne NATO gäbe es wahrscheinlich eine friedliche Welt!!!

Gravatar: Walter G.

Die Ölvorräte der USA sind bald am Ende und daher haben sich die wahren Herrscher der USA (Soros, Rothschild & Co) entschlossen den Nahen Osten unter Mithilfe der US-Militärs und der NATO zu erobern.
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Die UNO-Botschafterin Albright der USA sagte vor einigen Jahren: WAS MACHT UNSER ÖL IN DER ARABISCHEN ERDE !?!?!?
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Fast alle Politiker in den USA und Europa sind von ihnen gekauft, ihnen gehören fast alle Medien in USA und Europa.
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Sie sponsern die ganzen NGO´s die den Flüchtlingen helfen nach Europa zu kommen, denn es ist ihre Absicht den Nahen Osten weitgehend zu entvölkern und Europa durch Vermischung als Konkurrent auszuschalten.
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Alle Altparteien sind von ihnen gesteuert, allen voran natürlich CDU und SPD, usw...wie man ja seit ein paar Jahren zu spüren bekommt.
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Dem Volk wird durch die gekauften Medien und Politiker beigebracht wie human und wichtig es doch ist diese Flüchtlinge aufzunehmen und alle abweichenden Meinungen werden als rechtsaußen oder gar als NAZIS deklariert.
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Diesen Elementen ist es vollkommen egal wie es den einheimischen Bürgern geht, wobei die Familienarmut, die Kinderarmut und die Rentnerarmut ständig wächst und die Renten sollen ja auch nicht auf das Niveau der Beamten steigen...nur 48 % !!
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Uns bleibt nur die Boykottierung dieser westlichen KRIEGS- und VERNICHTUNGSPOLITIK mit allen Mitteln der Bürger....NATÜRLICH NIEMALS ALTPARTEIEN WÄHLEN !!!

Gravatar: R. Avis

@Britta: wenn ich das Wort "Assad-Regime" lese, weiß ich schon woher der Wind weht.
Man muß wirklich vorsichtig sein mit seiner Wortwahl und seinen Wertungen. Tatsache ist, daß seit dem israelischen Angriff auf Libanon, dem damals "blühenden Schweiz des Ostens", die christliche Mehrheit im Land zu einer verfolgten Minderheit geworden ist. Tatsache ist auch, daß sich die USA in grenzenloser Naivität mit der Muslim-Bruderschaft verbündet hat (Präsident Eisenhower 1965). Es gibt nirgendwo ein einheitliches Lager, keine klaren Fronten. Wenn die USA meint, daß die Mehrheit der Afro-Amerikaner ihre ethnischen Wurzeln in Nigeria hat und Nigeria deshalb zu einem amerikanischen Bundesstaat werden sollte, dann ist das eben so. Jeder weiß, daß es nur um die Ölvorräte dort geht.
Wenn Israel meint, daß es mit den arabischen Emiraten auf den Iran losgehen muß, dann wird sich schon ein Grund dafür finden. Und wenn der dicke Siggi in Teheran zu de-eskalieren versucht (die Stadt hat 23 Mio Einwohner!), dann beweist er mehr Verstand als ich ihm zugetraut hätte.
Es kommt auf den eigenen Standpunkt an, Objektivität ist in diesem Fall nicht möglich.

Gravatar: Ben

R. Avis

Die Drohungen gehen niemals von Israel aus.
Niemals.
Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten ist von
Feinden umgeben, die es vernichten wollen.
Der Zünder ist nicht nur der Iran, aber aber einer der
Hauptschuldigen.

Wie heißt es wahrheitsgemäß so richtig. Wenn die
Moslems die Waffen niederlegen, dann
ist Friede, wenn Israel die Waffen niederlegt, ist es
verloren.

Und selbstverständlich, halten wir, der Westen zu
Israel. Das muss sein.
Israel ist gemeinsam mit uns der Westen.
Wir teilen die Grundlage der Kultur.

Und am Libanon sind auch die Moslems Schuld.
Natürlich, doch nicht Israel!!!

Gravatar: R. Avis

@Ben: da muß ich leider widersprechen. Es ist für den Iran lebenswichtig, eine pipeline bis zum Mittelmeer zu bauen und sowohl die Saudis, als auch Israel und die USA wollen das mit allen Mitteln verhindern. Der ganze Mummenschanz mit sog. Rebellen, moderaten Rebellen, IS, Hamas usw. ist nur vorgeschoben. Die vielen Toten und Entwurzelten, die Traumatisierten, Radikalisierten, Vergewaltigten, Vertriebenen, Verstümmelten, Geköpften usw. interessieren bei diesem Gezerre um Macht und Einflußnahme niemanden. Dabei ist das amerikanische Militär eher gegen vermeidbare Angriffe, die Kriegstreiber hinter den Kulissen der Regierung wollen dagegen Furcht und Chaos verbreiten. Es gibt Israelis, denen ist das Ganze zuwider, aber das Land braucht die Solidaridät mit den USA und diese braucht den Petro-Dollar, genauso wie Saudi-Arabien. Die Konkurrenz aus dem Iran wollen sie alle nicht mit am Tisch haben, deswegen das Getöse.
Dabei habe ich die Rolle Rußlands und der Türkei nicht einmal erwähnt.

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