Mit Verlaub, ich formuliere wie ich will

Rainald Becker hat’s getan, und peng! sofort springt die Empörungsmaschine an.

Veröffentlicht: | Kategorien: Blogs, Blogs - Politik, Blogs - Politik - Empfohlen, Blogs - Empfohlen | Schlagworte: Rainald Becker, Gutmenschen, Formulierung, Skandal, Tagesthemen, Keyword
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In einem Kommentar in den ARD-„Tagesthemen“ benutzte er den Terminus „Grüne und linke Gutmenschen“. Und die sind nun alle ganz empört über das „wording“. „Gutmensch“, das ist fast so schlimm wie „gesunder Menschenverstand“ oder – jetzt Ohren zuhalten – „Autobahn“. Die geht gar nicht, wie wir durch Johannes B. Kerners längst vom Winde verwehte Show einst erfahren haben. Ich persönlich finde ja, in einer freien Gesellschaft sollte jeder Mensch selbst entscheiden können, wie er formuliert – Journalisten sowieso. Das eigentlich Erstaunliche ist aber, dass sich unter den besonders Empörten in diesem Fall viele Menschen befinden, die nichts dagegen haben, eine staatliche Förderung für Familien mit Kindern als „Herdprämie“ oder „Verdummungsprämie“ zu bezeichnen, und die sich lachend auf die Schenkel klopfen, wenn engagierte Mütter als „Heimchen am Herd“ beleidigt werden. Denn merke: Gleich heißt im modernen Deutschland noch lange nicht gleich! Die PC-Wächter wollen entscheiden, wie man zu formulieren hat. Tun wir ihnen diesen Gefallen nicht!

Beitrag erschien auch auf: denken-erwuenscht.com

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Klartexter

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die unterschiedlich entwickelten politischen Lager und ihre Kultur derb aufeinander prallen. Spätestens ist das der Fall, wenn die Kultur der Zuwanderer als nicht oder niemals kompatibel mit der europäischen Kultur und den Werten erkannt wird. Dieser Zusammenprall betrifft dann auch linke und grüne Gutmenschen. Übrigens, die Pressefreiheit wurde bereits abgeschafft, als sich das sozialistische Lager aufgelöst hat und man nicht mehr die Freiheitsdenker und Handler spielen musste. Und das GG besteht nur aus Papier, was geändert und beschrieben werden kann, ohne das Staatsvolk zu fragen.

Gravatar: Gernot Radtke

Wenn man den Zustand des Mainstreams mit drei Worten beschreiben wollte, bietet sich, einem derzeit in Deutschland sehr erfolgreichen Film entnommen, nicht ganz zufällig die Bezeichnung ‚Honig im Kopf‘ an: der Mainstream als alter veralzheimernder Mann, dessen letzte Kulturleistung darin besteht, sich in den eigenen Kühlschrank zu pissen. – Es gibt Bilder und Analogien, die geradezu genial sind, weil sie genau zum richtigen Zeitpunkt auftauchen und uns einen Spiegel vorhalten, der alles auf den Punkt bringt. In dem sieht man, daß der ‚Honig im Kopf‘ keineswegs das Privileg der Alten ist, sondern inzwischen schon auf die Jungen übergegriffen hat, nachdem ihn die Politik zur deutschen Staatsräson erhoben hat. Deutschland 2015 – das Sommermärchen vom Honig im Kopf. Von (fast) allen Medien in Endlosschleifen immer wieder erzählt.

Gravatar: Gerd Müller

Da braucht man nicht viel zu tun.
Deutsch sprechen und schreiben, wie man es in der Schule als Muttersprache gelernt hat und dabei alle deutschen Worte benutzen, das reicht !

Lasst diese völlig überdrehten, hirnrissigen Gaga-Spinner ruhig ihre eigne Sprache sprechen, die nimmt so wie so kein normal denkender Mensch mehr ernst.
Oder kann man Menschen die allen Ernstes verlangen z.B. einen männlichen Dozenten mit "Frau Professor Klaus Mustermann" anzureden, noch ernst nehmen ??

Gravatar: Stephan Achner

Genauso. Mich haben diese ganzen aufgeblasenen Begriffsdiskussionen in Deutschland ohnehin noch nie interessiert. Deshalb kaufe ich auch weiterhin "Negerküsse" und "Zigeunersoße" und lasse all die "Gutmenschen-Zeitungen" links im Regal liegen.

Interessanterweise gibt es diese mit linksgrünem Fanatismus in Deutschland geführten Diskussionen z.B. in Frankreich oder in Großbritannien kaum. Das wäre auch mal ein Beitrag wert, warum solche öffentlichen Diskussionen in ihrer linksgrünen Verbissenheit mit Schützengraben-Niveau nur in Deutschland geführt werden.

Gravatar: Gernot Radtke

@ Gerd Müller
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Herr Müller, ich teile Ihre Zuversicht hinsichtlich der Inpraktikabilität der Gaga-Sprache. Sprache ist zwar nicht immer genau, aber selten logisch umständlich. Genau dies, nämlich immer erst zu überlegen, wie Artikel, Kasus und Anrede politisch korrekt zu bilden sind, läßt die Gaga-Hochsprache ohne Chance. Außerdem müßte sie noch in die 'Kanaksprak' übersetzt werden, damit deren Nutzer nicht auf dem Weg zum Weltfortschritt ungleichgestellt werden. Die sollen ja alle mal gute Gender-Deutsche werden. 'Kanaksprak' hat, vor dem Hintergrund des Schöndeutschen, übrigens durchaus poetische Valenzen. Ich muß sogar manchmal laut lachen, z.B. wenn ich 'Hänsel und Gretel' in Kanaksprak lese (s. Internet!). Einfach schön. In Genderdeutsch ist so was nie hinzubekommen. Da steht aller Pragmatismus und nicht nur die Idiotie des Landlebens dagegen.

Gravatar: Herwig Mankovsky

Die PC-SPRACH-GESTAPO ist nun mal (national)sozialistisch geprägt, das ergibt sich aus ihrer Geschichte.
Ob Vegetarier Hitler und Goebbels, ob Tierschützr Himmler - die Urahnen der Grünen&Sozn lassen grüßen....

Gravatar: siggi

Interessant daran ist, dass sich die Zivilgesellschaft - Helldeutschland - ein neues Ruderdeck gegeben hat. Verfassungsschutz brauchen wir nicht mehr, machen es wieder Bürger, spielen den Denunzianten. Judikative wird ausgeschaltet, der Richter ist der Mainstream, der mit "shitstorm" Unliebige verfolgt. Nennt man Mobbing, wird jedoch von deutscher Justiz nicht geahndet. NGO´s übernehmen Beamtenarbeit der Integration von Migranten. Überall neue gesellschaftliche Vereine, die wie ein Krebsgeschwür in die Gesellschaft dringt. Irgend wann ist BRD ein großes offenes Gefängnis, GG war dann gewesen. Ziviler Widerstand gemäß GG ist hier geboten, das Wort ist die Stärke des zivil Couragierten.

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