Mehr Sozialarbeiter für die armen Terroristen, bitte!

Veröffentlicht: | Kategorien: Blogs, Blogs - Empfohlen, Blogs - Lebenswelt, Blogs - Lebenswelt - Empfohlen, Blogs - Politik, Blogs - Politik - Empfohlen | Schlagworte:
von

Der Rauch hatte sich nach den Anschlägen von Brüssel noch nicht einmal verzogen, als ausgerechnet der ranghöchste Polizist des Landes, Konrad Kogler, im ORF den eigentümlichen Eindruck erweckte, Terror dieser Art sei vor allem einem Mangel an Sozialarbeit an von der Gesellschaft nicht ausreichend gewürdigten Jugendlichen mit Migrationshintergrund geschuldet – und nicht etwa Folge einer faschistoiden, religiösen Herrenmenschen-Ideologie. Die armen muslimischen Migranten, erfuhren wir da, litten in ihren tristen Wohnvierteln unter Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung, Chancenarmut und Perspektivlosigkeit, was sie entweder der gewöhnlichen Kriminalität oder eben dem Jihad gleichsam naturgesetzlich in die Hände treibe. Die unausgesprochene Botschaft dahinter: Irgendwie sind unsere Gesellschaften letztlich selbst schuld am Terrorismus, weil wir dessen „soziale Ursachen“ nicht ausreichend bekämpfen.

Die Schuld nicht bei den Tätern, sondern bei der Gesellschaft der Opfer zu verorten ist ein nach islamistischen Anschlägen beliebter Topos. Dass viele der Täter – von den Terroristen des 11. September bis zu einigen der Pariser Mörder des Vorjahres – aus dem Mittelstandsmilieu oder sozial noch höheren Schichten kommen und in der nicht muslimischen Welt ziemlich viele Menschen ebenfalls unter bedauernswerten sozialen Umständen leben müssen, ohne deshalb Terroristen zu werden, falsifiziert die These von den „sozialen Ursachen“ des Terrors zwar weitgehend, mindert deren Beliebtheit aber nicht im Geringsten.

Das dürfte nicht zuletzt an einer unter den politischen und medialen Eliten Europas weit verbreiteten Lust an der „heuchlerischen Selbstbezichtigung des Westens“ (der slowenische Philosoph Slavoj Žižek) liegen, die alle Übel der Welt lieber bei sich selbst sucht und die Anklagebank der Weltgeschichte (Kreuzzüge! Kolonialismus!) als ihre liebste Sitzgelegenheit betrachtet.

Dieser „Meaculpismus“ (Samir Khalil Samir) hat freilich den großen Vorteil, seinen zahlreichen Anhängern ein paar als unangemessen empfundene Fragen zu ersparen: etwa jene nach dem Zusammenhang zwischen dem Wesen des Islam (nein, nicht des Islamismus) und den Motiven der Selbstmordattentäter. Die nach jedem Blutbad vorgebrachte Phrase, das habe ja nichts mit dem Islam zu tun, tönt von Massaker zu Massaker hohler.

Oder die Frage, ob die monatelang von Berlin und Wien geduldete Zuwanderung Hunderttausender Menschen, deren Identität zum Großteil unbekannt war und ist, nicht zumindest die Arbeit der IS-Jihadisten erleichtert und damit zumindest indirekt einen Beitrag zum Gedeihen des islamistischen Terrors geleistet hat (in Salzburg sitzen sechs „Schutzsuchende“ ein, die dem IS nahestehen dürften).

Oder auch die Frage, warum wir eigentlich annehmen sollten, dass die Integration der seit 2015 nach Europa gekommenen Migranten aus Nordafrika, dem Nahen Osten oder aus Afghanistan besser gelingen soll als die jener muslimischen Zuwanderer, die in Brüssel Jihad-Stadtteile wie Molenbeek geformt und geprägt haben, wo die Polizei von dort Ansässigen attackiert wird, wenn sie einen Terroristen verhaften will, weil er als „local hero“ gilt.

Frankreich müsste Molenbeek bombardieren, nicht Rakka“, kalauerte nicht ganz grundlos der französische Krawall-Intellektuelle Éric Zemmour nach den jüngsten Anschlägen von Paris.

Oder schließlich die Frage, ob es der Weisheit letzter Schluss ist, nun den Inhabern türkischer Pässe die visumfreie (und damit bis zu einem gewissen Grad unkontrolliertere) Einreise in die EU zu gestatten. Immerhin hat jüngst eine Meinungsumfrage ergeben, dass 20 Prozent aller Türken der Meinung sind, dass unter bestimmten Umständen Gewaltanwendung im Namen der Religion zulässig ist.

Eine ehrliche Antwort auf all diese Fragen dürfte zu Konsequenzen führen, vor denen sich die Politik derzeit noch drückt. Deshalb werden sie verdrängt, solange es halt geht.

Beitrag zuerst erschienen auf ortneronline.at

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Diederich Heßling

Die Terroristen werden von Brüssel und Berlin gefördert, bezahlt und gleichmäßig über Westeuropa verteilt.
Nur die Osteuropäer bewahren ihre Völker (noch) vor dem Genozid.
Und Volksverräter wie Kogler sind ebenso willfährige wie dumme kleine Handlanger dieses Volksverrats.
Aber sie werden dafür bezahlen!

Gravatar: Michael Gäse

... der Terrorismus ist gewünscht, geplant und erhofft. Merkel und ihre linken Gesinnungsgenossen brauchen einen Grund, um den letzten Schritt zum EU Einheitsbrei zu vollziehen: ein wunderbares Attentat. Sie werden dann behaupten, dass das ein Land alleine nicht schaffen könne und deshalb müsse man das "Europäisch" lösen.
Meiner Meinung nach ist das der wahre Grund hinter dieser Umvolkung (ein gewünschter Nebeneffekt: diese Leute werden niemals zu dieser, unserer Gesellschaft gehören, egal wieviel Staatsknete und Sozialarbeiter ihnen ins bodenlose Faß geworfen wird. Deshalb werden sie auch nicht wählen, also auch nicht "falsch", und murren werden sie auch nicht)...
Warten wir mal ab...

Gravatar: Hans Meier

Fakt ist, in den Koranschulen müssen die Kinder der Gläubigen arabisch in Wort und Schrift lernen, die Gesetze der Scharia befolgen und ihre Schwestern bewachen.
Das macht viele extrem sauer und führt zu wütenden Abgrenzungen gegenüber der westlichen freien Individualität und Wertschätzung, die diese autoritäre Religions-Diktatur zu recht verrückt-machend findet.
Genau da liegt dann der verzweifelte Versager-Ausweg im neurotischen egoistischen Abgang mit einem ganz großen Knall, als zorniger Ausweg im „do-it-yourself-event“ quasi in der Luft dieser religiösen Sprengmeister.
Sie rächen sich für ihr persönliches Schicksal, als aktive Teufel die ihren höllischen Hintermänner nicht entkommen zu können, weil sie wie emotionale, muslimische Prinzen sind oder was sonst?
Märtyrer! Die Respekt bzw. muslimische Macht Herrschaft ausüben zu können einfordern.
Also Selbstmörder, die viele Menschen ganz ungefragt mit in den Tod mitnehmen, um ihren Hintermännern mit Bart usw. das mit der Hölle schon täglich vorzuführen, damit die grinsen können was so alles geht.

Schreibe einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang