Lucke gegen Dexit, Henkel und Starbatty dafür

Bernd ‚Lucke lehnt[e] im Gegensatz zu ALFA die D-Mark ab‘, wie er auch schon zuvor in der AfD bei seiner Kritik am Euro herumeierte. Seine Begeisterung für einen Verbleib Deutschlands im Euro hat er jetzt noch einmal bekräftigt: „Warum Deutschland nicht aus dem Euro austreten darf oder Warum die Auflösung der Eurozone mit dem Austritt Griechenlands beginnen muss“.

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Zumindest wird seinen vor allem pseudojuristischen Argumenten (Deutschland dürfe gar nicht austreten und verliere deshalb seine Forderungen gegenüber der EZB und große Teile seines Auslandsvermögens, während es Entschädigungsansprüche gegen Deutschland gäbe und alles Bargeld der ganzen Eurozone umgetauscht werden müsse) diesmal von Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty widersprochen: „Ausstieg Deutschlands aus dem Euro notwendig und politisch geboten“. Bernd Lucke antwortet darauf noch einmal auf Facebook.

In der Sache bin ich ganz eindeutig eher bei den Herren Henkel und Starbatty. Schon vor knapp vier Jahren beschrieb ich hier im Blog, wie die ‚Schnelle Wiedereinführung der DM‘ möglich wäre. Persönlich halte ich inzwischen die einvernehmliche Einführung von Parallelwährungen für die beste Lösung. Auch ein Austritt Griechenlands wäre ein sinnvoller Anfang zur Abschaffung der Eurozone. Doch vermutlich wäre ein Austritt Deutschlands entgegen den Ausführungen von Herrn Lucke tatsächlich leichter und für die meisten anderen Mitglieder der Eurozone sogar besser. Auf jeden Fall könnte Deutschland deren Zustimmung erzwingen, indem es einfach nicht mehr als faktischer Sponsor des Euro und der Eurorettungspolitik auftritt.

Das wirkliche Problem ist, dass auch die nächste Bundesregierung aus rein ideologischen Gründen den Euro um jeden Preis wird retten wollen, statt deutsche und europäische Interessen zu verfolgen. Dabei schadet und spaltet der Euro Europa. Die Target-Salden sind schließlich nicht aus juristischen Gründen in Gefahr, sondern weil etliche Schuldner ausfallen könnten, was bei einem Grexit jedoch viel wahrscheinlicher ist als bei einem Dexit.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Joachim Datko

Zitat: "Das wirkliche Problem ist, dass auch die nächste Bundesregierung aus rein ideologischen Gründen den Euro um jeden Preis wird retten wollen, statt deutsche und europäische Interessen zu verfolgen."

Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir eine bürgerliche Regierung mit CDU/CSU, AfD und FDP im Bund bekommen. Damit würde sich in der Euro- und Europapolitik auch einiges ändern.

Es ist jammerschade, dass Herr Prof. Lucke und jetzt auch Frau Dr. Petry die AfD verlassen haben.

Gravatar: Hand Meier

Aus meiner Sicht ist der Euro „ein politisches Projekt“, was die Absicht hat Schulden zu vergemeinschaften.
Spätestens als die Maastrichter-Verträge gebrochen wurden, war klar, unsere Politiker sind Halunken, sie lassen es zu, die „Geldfunktionen“ des Euros, stark zu verändern.
Konkret, die „Wert-Aufbewahrungs-Funktion“ und somit die Möglichkeit „auf etwas hin zu sparen“ um das dann bar zu bezahlen, ist mit den inflationären Zielen und den Null-Zinsen - futsch.
Oder ein Barvermögen in Lebensversicherungen etc. anzulegen macht keinen Sinn mehr und die eingegangenen Verträge werden durch diese Politiker „zu Lasten der Bevölkerung angepasst“ werden.
Es besteht also eher die Absicht „ein Leben auf Pump“ zu etablieren und dahinter steht die Absicht eine „System-Abhängigkeit“ zu festigen, um nicht ausscheren zu können, um unabhängig quasi autonom, seine besseren Optionen, wie in einem Wettbewerb, um die klügeren Konzepte zu ergreifen.
Deutschland ist mit den Target-Salden von 879 Mrd. €, für die die EU-Zentral-Banken „bei der deutschen Zentralbank einen Deckel gemacht haben“ der eigentliche Bezahler des deutschen Exports in diese Südländer.
Der System-Klopps ist es, dass diese Südländer in der Abstimmungs-Runde der Zentralbanken, das gleiche Stimmengewicht haben, wie die deutsche Zentralbank.
Also die „Wirtschaftsmächte“ Malta, Zypern, Griechenland etc. verpassen der der deutschen Zentralbank ein Korsett, damit die 879 Mrd. € Target-Schulden, Bilanz-Technisch nicht aus „Versehen“ an die Eigentümer der deutschen Sparvermögen ausgezahlt werden.
Und diesem Treiben schenkt Herr Mario Draghi seinen Segen, und unsere „Experten“ in der Politik trauen sich nicht die Wahrheit zuzulassen.

Je eher wir aus diesem „Währungs-Projekt eines Euros“ austreten desto weniger werden wir durch den Kakao gezogen.
Alle Südländer haben eine lange Erfahrung mit ihren eigenen Währungen, die immer wieder abgewertet wurden, weil sie zu viele Nullen durch Inflation angesammelt hatten.
Alle Südlandbewohner wohnen in Eigentümern, weil sie Alles was „teurer wird“ lieber aus Erfahrung vermeiden, bzw. auf Pump schonmal kaufen, und falls sie noch Bares haben, in anderen Ländern mit „härteren Währungen“ anlegten.
Der wirtschaftlich Starke, kann seine Stärke nur dann verteidigen, wenn er sich nicht „zum Hanswurst“ machen lässt, in dem man ihm z. B. seine „Nationalität abspricht“.
Ihm seine Kultur bestreitet, und seine Tugenden für nebensächlich erklären möchte, so wie es „Personen-Kult-Politiker“ in einer destruktiven Art bei uns vorführen.
Denn sie vertuschen die sachliche Fakten-Ebene der nüchternen Zusammenhänge, sie wirbeln Staub auf, um zu vernebeln und die getäuschte Bevölkerung weiter wie einen Wirtsorganismus auszubeuten.

Es ist das „Alte Spiel“ mit einer Währung aus einer Zeit der Monarchen, wo es um die personifizierte Macht des Adels ging und die „Leibeigenen, die Untertanen“ wurden regiert, wo der „Landlose“ ein unbedeutender Knecht blieb, weil er auf heutige Verhältnisse übertragen, weder monatliche Mieten von den Ämtern für eine Flüchtlings-Intensivhaltung überwiesen bekommt, noch erhebliche Pachteinnahmen für Windmühlen, oder Maismonokulturen und Solarparks zum „Klima-Rettungs-Strom“ vergüten, als Öko-Strom-Parasit, einer Merkel-Ära verdankt.
Das Konzept der heutigen Berufsfunktionäre ist vielschichtiger Opportunismus, weil jede direkte Demokratie sie hinwegfegen würde.

Gravatar: P.Feldmann

"Auf jeden Fall könnte Deutschland deren Zustimmung erzwingen, indem es einfach nicht mehr als faktischer Sponsor des Euro und der Eurorettungspolitik auftritt. "

Der Moment, in dem D die Stützung des euro streicht, ist der Moment, an dem diese sogen. "Währung" ins Bodenlose stürzt.
Man kann darüber diskutieren, ob D erst den euro abstürzen lassen und dann austreten sollte, oder ob es andersherum besser wäre.

In summa sollte man sich jedoch eingestehen, daß alle Gelder, die zur künstlichen Stützung genutzt wurden (inkl. der Target 2 Salden) für den deutschen Staat verloren sind- so oder so!

Aus meiner Sicht ist die Frage wesentlich, will man einen chaotischen Zusammenbruch oder eine geplante Aufgabe, bei der man wirklich noch regulierend eingreifen kann.

Gravatar: Christian Dirk Bähr

@ Hand Meier

Richtig, Steuerzahler und Sparer finanzieren die Target2-Forderungen der Bundesbank gegen das EURO-System. Die anderen 50% der "Wahrheit" bedeuten jedoch, dass Deutschland brummt und wir die niedrigste Arbeitslosenquote -mit weitem Abstand- in Europa haben. Bissl teuer, aber immerhin sozialer Frieden mit Arbeitsbeschaffungsmassnahmen.

Gravatar: Ede Wachsam

Solange Merkel & Co regieren werden wir immer weiter enteignet. Da sind sich die Frau Legrand vom IWF und die Merkel schon längst einig oder hat noch Niemand gemerkt dass die Preise vor allem die Energie und Lebensmittelpreise immer höher klettern? Die Butter ist um sage und schreibe 60 Prozent erhöht worden, Sonderangebote der Supermärkte gibt es nicht mehr und der Grund ist planwirtschftliches Handeln statt freiem Wettbewerb. Die größte Unverfrorenheit aber ist, dass wir Deutsche den maroden Euro dadurch retten sollen, obwohl auch heute noch locker 80 % dieses verdammte Kunstgeld liebe heute als morgen los wären.
O-Ton IWF:
Inflation: Deutsche Sparer sollen Enteignung hinnehmen
Diese Forderung des Internationalen Währungsfonds hat es in sich: Die Deutschen sollen sich trotz Nullzinsen auf steigende Preise einstellen – für längere Zeit. Nur so sei eine Erholung der Euro-Zone möglich.
Für viele deutsche Sparer ist das ein Schock: Sie sollen sich trotz Nullzinsen mit stärker steigenden Preisen abfinden – und zwar für längere Zeit. Dies fordert niemand Geringeres als der Internationale Währungsfonds (IWF). Die Institution aus Washington hatte bereits Anfang des Jahres klar gemacht, dass in ihren Augen manche Mitglieder der europäischen Währungsunion eine Inflationsrate von mehr als zwei Prozent bräuchten.
Nun wird der IWF in seiner Forderung noch brutaler: Länder wie Deutschland müssten Inflationsraten von mehr als zwei Prozent über einen „anhaltenden Zeitraum akzeptieren“, so der Fonds. Für die deutschen Sparer ist das eine Katastrophe: Ihr Vermögen würde auf Grund der Minizinsen stark schrumpfen – und das möglicherweise über viele Jahre. Doch möglicherweise ist dies unausweichlich. Laut dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger sei nur durch stärkere Preissteigerungen in Deutschland eine Erholung in der ganzen Währungsunion möglich.
Quelle: WELT24 vom 17.06.2017

Gravatar: Hand Meier

@ Christian Dirk Bär,

ich denke „unsere Arbeitslosigkeit“ ist viel „geschönter“, als in den südlicheren EU-Ländern.
Unsere Parallel-Gesellschaften harzen überwiegend, betreiben nebenbei Gebrauchtwagenhandel und sind mit der Polygamie und den Ämtern von wo die Kohle kommt, voll beschäftigte „Familien-Unternehmen“, die statistisch durch alle Raster gleiten, denn wer will sich schon Ärger im Amt einhandeln, wo einzig geschmeidige Anpassung nach oben führt.

Glauben Sie die Merkel-Gäste würden normale, Werte schaffende 8-Stunden-Jobs, jemals akzeptieren bei der Sozialisation, bei dem Brauchtum aus dem die auf Erlebnis-Abenteurertum aufbrachen, und man redet von 1,5 Millionen Streunern?
Ich sehe da keinen Realismus, denn die Unzivilisierten und Unkultivierten, werden immer gesellschaftliche „Störfälle“ bleiben, weil sie permanent verunglücken, in allem was sie anfassen, isso Tatsache, da hilft auch keine Kriminalitäts-Statistik.
Was da helfen kann, ist kann weg, und geht mit Schiff – einfach zurück!

Was „brummt ist diese Bräsigkeit“ einer westdeutschen Naivität.
Schauen Sie, ich fragte 1978 wieso man in den vorhergehenden Generationen die Erfahrung in Deutschland machte, sein Erspartes zu verlieren und warum ich eine andere Wahrscheinlichkeit erwarten sollte?

Die Kollegen hielten mich für einen bekloppten Ing.
Als es darum ging den Abschied von der DM gut zu heißen, habe ich die Riesenunterschiede der wirtschaftlichen und steuerlichen Eigenarten der Teilnehmer an der Euro-Währung, für die logische Konsequenz gehalten, die nun sichtbar geworden ist.
Die EU-Währungs-Politiker „verarschen uns Deutsche“!
Ok, ich habe mein Bares in diesem Jahr verbaut und trage nun einen „Verlustvortrag“ vor mir her, um nicht auch noch für meine Zusatz-Einnahmen von diesem Staat, der die falsche Regierung hat, geschröpft zu werden.
Ich habe den Wertzuwachs meines Vermögens betrieben, und wenn man mir wieder Steuern auf mein Zusatzeinkommen androhen will, dann bin ich weg, bzw. habe auch eine LCL in Delaware, so wie unsere Parlamentarier, die glauben man könne ihnen nicht auf die Schliche kommen.
MfG

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