Lesen, lesen, lesen

Lesefähigkeit macht auch zukunftsfähig - Wo und wie Kinder lesen lernen - Damit Deutsch für Deutsche nicht zur Fremdsprache wird – Weihnachten und die Zeit "zwischen den Jahren" sind auch Lesezeit

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Wir alle wissen: Bildung bedeutet Zukunftsfähigkeit. Sie ist das unerlässliche Fundament eines Staatswesens, einer Gesellschaft, die bestehen bleiben, die weiterkommen will. Es gibt in Thomas Manns Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ eine schöne diesbezügliche Stelle. Es ist jene, wo Felix Krull eine längere Mußezeit vor sich liegen sieht, weil er darauf warten muss, ob er seinen Militärdienst abzuleisten hat, oder ob er davonkommt und ob er dann gleich nach Paris reisen kann, wo er das Hotelfach lernen soll, was sein Pate Felix Schimmelpreester so fürsorglich-praktisch vorgeschlagen und, ohne mit Widerspruch zu rechnen oder ihn zu dulden, wenn er denn gekommen wäre, in die Wege geleitet hat. Wir, die wir das Buch kennen, wissen, Felix Krull kommt davon, er selbst aber weiß es an dieser Stelle noch nicht. Er hängt herum und sinnt darauf, sich die Warte- und Mußezeit, „wie sie“ – so lesen wir – „dem höheren Jüngling zu stillem Wachstum so willkommen, so notwendig ist“, zu vertreiben. Und eben dann folgt jener Satz, über den ich ins Nachsinnen geriet und den ich Ihnen nun nicht vorenthalten will. Bitte hier weiterlesen

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Jomenk

In meiner Kindheit war lesen etwas selbstverständliches.
Es es gab auch nicht diese vielen Ablenkungen, der die heutigen Kinder unterliegen. Es gab keine Computer, kein Internet, keine Play Station, kein Smartphone, usw. Auch das Fernsehprogramm war eher limitiert. ARD, ZDF und ein drittes Programm, das war´s. Ich hatte in meiner Kindheit eine grosse Bibliothek an Karl May Romanen. Die habe ich regelrecht verschlungen. Später habe ich sie verschenkt. Wahrscheinlich verstauben sie auf irgendeinem Dachboden. Auch im Studium musste noch viel gelesen werden. Man hat so manche Stunde in der Unibibliothek verbracht und nächtelang an den Kopierern gestanden. Heute hat man Google. Rin Klick und man hat alles auf dem Rechner. Wenn ich ehrlich bin, beneide ich die heutigen Studenten um diese Recherchemöglichkeit. Die hätte ich auch gerne gehabt.

Gravatar: H.Roth

Ich bin auch mit den Karl-May-Romanen aufgewachsen. Allerdings mußte ich mir diese Abenteuer hart erarbeiten, weil meine Mutter es nicht gerne sah, wenn ich mit einem Buch "untätig" herumsaß. Da waren manche Verstecke und "Nachtsschichten" nötig, um den Lesehunger zu stillen. Meine Eltern besaßen keine Bücher.

Mittlerweile habe ich schon einiges Geld in eine eigene, umfangreiche Bibliothek investiert. Ich bin auch froh, dass unsere Kinder sehr gerne lesen. Dabei achten wir allerdings auf die Qualität. Und das bieten die Klassiker, denn sie sind zum einen nicht so ideologisch gefärbt und auch sprachlich auf einem viel höheren Niveau als aktuelle Kinderbücher. Wir haben natürlich keinen Fernseher und Filme gibt es nur am Wochenende. Und das einzige "elektronische Spielzeug" im Kinderzimmer, ist ein CD-Player, auf dem Hörbücher/Hörspiele laufen.

Gravatar: Jomenk

@H.Roth

Sehr konsequent. Aber ist das auch der richtige Weg?
Wir leben im digitalen Zeitalter. Ist es richtig, die Kinder vor dieser Tatsache so zu isolieren. Sollte man ihnen nicht eher behilflich sein, vernünftig mit diesen Dingen umzugehen. Wäre es nicht besser, den goldenen Mittelweg zu finden. Sie erziehen ihre Kinder zu Sonderlingen. Das kann doch nicht in ihrem Sinn sein.
Wie sollen sie später in der realen Welt zurechtkommen?
Nehmen sie doch die Computer. Im späteren Berufsleben werden sie mit diesen Geräten zweifellos in Kontakt kommen. Und das immer mehr. Auch im Privatleben wird die Digitalisierung immer mehr unseren Alltag bestimmen. Darauf müssen sie die Kinder vorbereiten. Kaufen sie einen Computer und lassen sie ihre Kinder eine Programmiersprache lernen. Sie sollen Programme selber entwickeln. Das ist ein absolut kreativer Vorgang.
Machen sie nicht den Fehler und erziehen sie ihre Kinder zu "Digitalidioten". Letztlich schaden sie ihnen nur.

Gravatar: H.Roth

@ Jomenk

Unser ältestes Kind ist gerade 9. Es darf am Computer hin und wieder auf Kinderseiten (z.B. Tierlexikon) herumstöbern und hat keine Probleme damit, ein Smartphone zu bedienen. Allerdings nur zum Telefonieren. Unsere Verwandten wollten dem Kind ein eigenes Smartphone schenken, damit es mit den Kusinen chatten kann. Wir haben das abgelehnt, wei wir es für sinnvoller halten, dass zuerst einmal die Schreibkompetenz auf Papier geübt und gefestigt wird, indem Briefe geschrieben (und gemalt) werden. Ich nehme an, dass einfach noch nicht die Reife da ist, um maßvoll mit solchen Geräten umzugehen. Chatten kann zur Sucht werden. Und meine persönliche Definition von "Digitalidioten" ist: das sind Menschen, bei denen "nichtdigitale" Kompetenzen verkümmert sind.

Aber vielleicht meinen Sie mit "Digitalidioten" eher solche Menschen wie mich, die erst mit 22 gelernt haben, mit einem Computer umzugehen, und sich bis heute weigern Facebook und WhatsUp zu nutzen! ;-)

Gravatar: Johannes Klinkmüller

@H.Roth

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche, wenn sie Interesse an etwas haben, sich in unglaublich kurzer Zeit in etwas einarbeiten. Dass Ihre Kinder also Defizite davontragen, darüber machen Sie sich zurecht meines Erachtens keine Sorgen.

Unglaublich wichtig dagegen ist, dass Kinder über das Lesen die Bllder der EIGENEN Seele abrufen und das, was sie lesen, über Bilder dort integrieren. Und wenn es dann noch gesunde Bilder sind, gibt es kaum etwas Wertvolleres für Kinder. Gerade in jungen Jahren bilden Kinder den Helden in sich; früher geschah das vor allem über die Lektüre von Märchen und Sagen und bekannten Jugendbüchern wie Lederstrumpf und anderen.
Diesen Helden in sich benötigen Menschen später in schwierigen Situationen; das ist ihr Vermögen durchzuhalten, zu kämpfen, Verantwortung zu tragen.

Man darf ja nicht vergessen, dass das eigentlich Schlimme an dem medialen Konsum ist, dass die Bilder der eigenen Seele zugeschüttet werden und nicht zur Entfaltung kommen; dass also ständig Fremdgesteuertes im Inneren dominiert. Ein Zustand, an den sich Kinder, ohne es zu merken, gewöhnen und zunehmend als normal empfinden
Mit jedem fremden Bild entfernt sich das Kind von sich selbst; gravierend ist das, wenn es in zunehmender Ausschließlichkeit geschieht.

Natürlich haben Twitter und Facebook und andere Dienste auch ihre Vorteile.
Wenn man nicht zu viel Zeit liegen lässt.
Ich möchte lieber nicht wissen, wie viel wertvolle Lebenszeit Facebook Tag für Tag den Menschen wegfrisst. Es ist wirklich eine Kreation der Grauen Herren - Michael Ende lässt grüßen.

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