Ein neues Lied, ein besseres Lied

Nicht nur Gleichstellungsbeauftragte wollen einen neuen Text für die deutsche Nationalhymne. Auch ich habe schon früh versucht, einen neuen Text zu schreiben.

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 Das Lied der Deutschen war unsere Hymne. Doch die durfte man nicht singen. Jedenfalls nicht die erste Strophe. Das wusste ich. Soviel hatte ich schon mitgekriegt. Ich hätte die Strophe natürlich gerne mal gehört, so wie mir auch verbotene Witze immer besonders verlockend erschienen, aber ich durfte nicht.

Doch dann geschah es: Ich kriegte sie tatsächlich zu hören. Das muss … ich war damals etwa zehn Jahre alt, es muss also … so um 1960 herum gewesen sein, da kriegte ich die Hymne zu hören und erwischte gleichzeitig meine Eltern dabei, wie sie etwas Verbotenes taten. Sie hatten gerade Besuch von Verwandten, von denen sie womöglich angestiftet wurden. Sie feierten irgendwas und vergnügten sich dabei mit Käsehäppchen und mit einer Erdbeerbowle. Das gefiel mir gar nicht. Ich kannte das schon. Es hatte schon ähnliche Anlässe gegeben. Die Käsehäppchen waren mir egal, doch es tat mir in der Seele weh, dass die Erdbeeren dabei zu verboten Früchten wurden. Wie gerne hätte ich die Überreste gegessen, die am nächsten Tag aufgedunsen und traurig in dem Bowleglas schwammen wie tote Fische. Doch ich durfte nicht. Die Großen wollten nicht und schütteten sie weg. So durfte man nicht mit Erdbeeren umgehen!

Nicht in der schweren Zeit, in der es an allen Enden und Ecken fehlte. Da musste ich mich auch nicht wundern, dass sich die Großen im Zuge der empörenden Erdbeervernichtung zu weiteren strafbaren Handlungen hinreißen ließen, dass sie Witze erzählten, die nicht stubenrein waren, ihre Aufsichtspflicht vernachlässigten und wahrscheinlich dachten, die Kinder würden längst schlafen.  Ich schlief nicht. Ich lauschte.

Da hörte ich sie singen, singen und lachen, lachen und singen: „Deutschland, Deutschland unter andern ...“ mehr war nicht zu verstehen, weil es sofort im allgemeinen Kichern ersoff. Offenbar war es ein lustiges Lied. Warum war es verboten?

Es fing gut an. Die doppelte Nennung von „Deutschland“ gefiel mir sofort. Ob es politische Gründe hatte und sich auf die Teilung des Landes bezog, durchschaute ich natürlich nicht. Die Verdopplung war jedenfalls klasse, ganz große Klassse. Sie erinnerte an die Südsee und an Babysprache. Hula Hula, Happa Happa, Balla Balla, Deutschland Deutschland, Plem Plem. Vielleicht wurde deshalb so viel gelacht.

Am nächsten Morgen sortierte ich meine Briefmarken neu. Ich hatte erst vor kurzem mit dem Sammeln angefangen und die deutschen Marken in ein kleines Extra-Album gesteckt. Inzwischen hatte ich ein zweites großformatiges Album „geschonken gekraucht“, wie ich es nannte, weil mich irgendetwas daran hinderte, die korrekte Bezeichnung - „geschenkt gekriegt“ - zu verwenden.

Mein Onkel hatte mir neue mitgebracht, ausländische Marken, die noch nicht abgeweicht waren. Ich sortierte alles neu. Diesmal nach Alphabet. Es fing mit „Argentinien“ an. Deutschland kam – „unter andern“ – also unter D: „Deutsches Reich“ und „DDR“, auch „Bundesrepublik Deutschland“, selbst wenn es streng genommen mit B anfing. Die Hitler-Marken versteckte ich sicherheitshalber in einem gebrauchten Briefumschlag. Ich war nicht sicher, ob der Besitz verboten war oder nicht.

Mir war es längst klar: Wir brauchten einen neuen Text. Die Musik konnte man so lassen. Die war gut. Ich wollte es versuchen, ich wollte einen neuen Text schreiben. Ich fühlte mich herausgefordert. Ich wollte es nicht alleine machen. Ich besprach das Projekt mit meinem Vater, der mir ein paar gute Tipps gab. Berthold Brecht hat bekanntlich eine Version vorgeschlagen, die sich sehen und hören lassen kann. Bei der Stelle, an der es um die Liebe zum Land geht, bietet er an: „und das liebste mag’s uns scheinen so wie anderen Ländern ihrs“. Eine gute Lösung, fand ich, für die Problemstelle „über alles in der Welt“.

Superlative sind heikel – das „liebste“ kann man als Superlativ durchgehen lassen. Darauf soll es nicht ankommen. Es kommt auf etwas anderes an: Erst dadurch, dass die „anderen“ mitbedacht werden und die Möglichkeit besteht, dass es sich sowieso nur um „Schein“ handelt, wird die Sache verträglich.

Der Superlativ ist fast immer eine Gefahrenstelle. Schon der Komparativ kann eine sein; denn mit dem „Vergleich“ kommt das „Übel“ in die Welt, und dieses Übel befeuern solche Hymnen, wenn sie einen auffordern, nicht nur gut für sich selbst zu sein, sondern besser als andere zu sein.

Ich habe mir also Gedanken über einen neuen Text gemacht. Ich würde gerne den Anfang der ersten Strophe so lassen wie gehabt, und es sollte dann so weitergehen: 

 

Deutschland, Deutschland

Deutschland, Deutschland unter anderen

Ländern dieser weiten Welt,

die gemeinsam unterwandern,

was sich für was Bess’res hält.

 

Weiter bin ich noch nicht. Aber inzwischen kommen mir schon Zweifel, ob ich der Richtige für den Job bin.

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: karlheinz gampe

Nur geistig Erkrankte wollen alte Texte verändern und auch Orte umbenennen, denn sie sind nicht richtig im Kopp, was übrigens der SED Kanzlerin auch nach gesagt wird. Wenn Idioten ständig Bewährtes verändern und krankes linkes merkelsches Neusprech einführen, wird die Welt geistig ärmer und kommenden Generationen wird der Blick in alte Zeit erschwert. Bsp. Byzanz, Konstantionopel ,heute islamisch Istambul. Gleichstellungsbeautragte sind über und kosten nur Steuergeld. Kriminelle Parteien schaffen damit auf Kosten der Steuerzahler Pöstchen für ihre Klientel. Wer wählt solche kriminellen Parteien ?

Gravatar: Ercan Aslan

<Satire>

"Deutschland, Deutschland über alles,
über alles wächst mal Gras!
Sind wir erst einmal darunter,
sagt (die USA, die Merkel, die Antifa, der Deutsche Michel, die NWO usw.usf.), "Tja, das war's!""

</Satire>

Gravatar: Ede Wachsam

Ab sofort singe ich nur noch die 1. Strophe und nicht mehr die Letzte unserer Nationalhymne. Ich lasse mir doch nicht von einer durchgeknallten Gender Tusse vorschreiben mit welchem Text unsere Hymne gesungen werden darf und welche nicht.
Die erste Strophe lautet immer noch:

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,**
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

*Diese ersten und letzten Zeilen werden immer mißverstanden, denn Hoffmann v. Fallersleben hatte damit nicht gemeint, dass Deutschland über alles in der Welt herrschen sollte, sondern uns Deutsche sollte unser Vaterland über alles gehen und das ist auch ganz ok so, denn alle anderen Nationen handeln in ähnlicher Weise, sie lieben ihr Land und drücken es auch mit ihren ganz spezifischen Hymnen aus. Da ich kein Nazi war oder bin, können die mich zwar gerne so betiteln es ist mir völlig schnurz piepe und egal. Aber was heute hier an Vernichtungswillen unserer Identität und Nation durch die eigene Regierung abläuft, hat meinen Widerstand herausgefordert.
Mich Nazi zu nennen ist mir genauso wurscht wie wenn man andere Dinge die nicht stimmen über mich erzählt oder zu mir sagt. Erst wenn es stimmt was man mir evtl. vorwirft, werde ich mich damit auseinander setzen, ansonsten geht mir das irgenwo voll vorbei.

Gravatar: B.Kohnke

esatto, exakt.

Gravatar: die Vernunft

Die vollständige Vernichtung des deutschen Volkes ist längst beschlossene Sache. Bald ist dieses Land im Bürgerkrieg, der afrikanisch- arabische Mob wird es regieren. Wir Deutsche, die liebend gerne unser Land dagegen verteidigen wollen und dagegen sind, sind alle Nazis! Ein neues Lied für ein neues Volk!

Die Regierung spricht es doch offen aus!!! Heute kloppen sich Türken und Kurden, morgen gehen sie gemeinsam gegen uns vor. Wehe uns bei dieser Führung!

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