Die Westlinke am Rande des Nervenzusammenbruchs

Es ist unglaublich, was in den ehemals bürgerlichen Blättern Welt und FAZ anlässlich des Tages der Deutschen Einheit zu lesen war. Die störrischen Ossis, die sich die Freiheit, die sie sich 1989 erkämpft haben, nicht schon wieder zugunsten einer Einheitsmeinung einer Altparteienkoalition und der mit ihr verbündeten Einheitsmedien nehmen lassen wollen, werden zu Migranten im eigenen Land erklärt.

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Auch nach 27 Jahren hätten sie noch nicht begriffen, wie sie sich wessimäßig an den Mainstream anzupassen haben, damit es keinen Widerspruch zum Gutmenschentum mit Weltniveau mehr gibt.

Der Schriftsteller Klaus Rüdiger Mai reagiert auf den nicht als Satire gemeinten Artikel in derFAZ mit einer offenen E-Mail:

Sehr geehrter Herr Steltzner,

ist der Artikel von Herrn Bollmann der Beitrag der FAZ zur deutschen Einheit? Dann hätte sich die FAZ aus ihrer Tradition gelöst, denn was Herr Bollmann schreibt, ist nicht nur falsch, es ist auch von erschütternder Arroganz. Oder hat Herr Bollmann unter Gefahr für Leib und Leben 1989 in Leipzig, in Dresden, in Halle, in Berlin demonstriert, um Freiheit und Demokratie zu erkämpfen?

Ich bin kein Freund davon, die ewige Unterscheidung von ostdeutsch und westdeutsch ad infinitum zu verlängern, zumal das Wahlergebnis keine rein ostdeutsche, sondern eine gesamtdeutsche Angelegenheit ist. Aber während den Westdeutschen – und es sei ihnen von Herzen gegönnt – die Demokratie geschenkt wurde, haben sie die Ostdeutschen erkämpft. Sie kamen nicht in den Genuss des Marshall-Planes, sondern mussten der Demontage der Industrieanlagen und deren Abtransport nach Sibirien zusehen. Als sie 1953 den Aufstand wagten, wurde der von Panzerketten niedergewalzt. Ich muss das nicht in Erinnerung rufen. Sie kennen die Geschichte.

Was soll ich nach Bollmanns Artikel machen? Mich als Ostdeutscher empfinden, wo ich in den letzten 27 Jahren das Ossi-Wessi-Gerede immer abgelehnt habe? Mich als „Migrant im eigenen Land“ sehen, als jemand, der noch nicht ganz solange hier lebt oder in Bollmanns Diktion „dabei ist“? „Wobei“ eigentlich? Ist die Bundesrepublik ein Verein, bei dem man ist? Mir wird wohl nichts anderes mehr übrig bleiben – das ist das Verdienst der FAZ am Tag der deutschen Einheit. Gratulation!

Der Direktor für Kommunikation und Medien der Erzdiözese Köln Ansgar Mayer twitterte zum Wahlausgang: „Tschechien, wie wär‘s: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen?“ Der SPIEGEL – Journalist Hasnain Kazim«Höre, ich solle Ostdeutsche ‹ernst nehmen›. Ihr kamt 1990 mit dem Trabbi angeknattert und wählt heute AfD – wie soll ich euch ernst nehmen?»

Es ist beschämend, dass sich eine Zeitung wie die FAZ in diese Phalanx stellt. Aber schon in dem Moment, in dem ich das tippe, weiß ich um die Nutzlosigkeit, denn ich vermute, dass Sie über diese Zeilen hinweggehen werden, auf eine Antwort brauche ich nicht zu hoffen, und schon gar nicht auf die Möglichkeit einer Entgegnung, obwohl das mehr als angebracht wäre.

So bedanke ich mich dafür, wieder etwas gelernt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Rüdiger Mai

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Lucki

Sie werden ein schmerzhaftes Erwache erleben. Ein Bonmot des wohl bekannten Friedrich Nietzsche:

„Noch ein Jahrhundert Zeitungen –
und alle Worte stinken.“
(F.Nietzsche, Fragmente. Sommer–Herbst 1882)

Er hatte recht. Es hat etwas mehr als 100 Jahre gedauert aber dafür ist der Gestank umso penetranter.

Gravatar: Otto nagel

Wenn es mit der "Umvolkung" durch die Große Vorsitzende weitere 4 Jahre "alternativlos" weitergeht, wären wir Sachsen glücklich, wenn wir nach Tschechien emigrieren können. Unsere Freunde nehmen uns mit offenen Armen auf, bringen wir doch unser Sachsen mit.
Und der Atommüll wäre in Berlin viel besser aufgehoben bei der Quotenphysikerin im Kanzleramt.

Gravatar: Hand Meier

So lange, wie nicht verstanden wird, dass die Rationalität eine objektive menschliche Vernunft ist, die der menschlichen Emotionalität hilft, nicht die persönliche Balance, im Alltag zu verlieren, ist kein festes Ufer vorhanden.
Wo diese klare Sichtweise am Gehirn der Betroffenen scheitert, ist nichts mehr zu reparieren.
Man muss Fakten als solche akzeptieren, auch wenn, und weil, es Realismus ist.

Gravatar: Helena

Und wie repräsentativ ist Frau Dr. Angela Dorothea Merkel geb. Kasner und gleichgesinnte Ostdeutsche für _die_ Ostdeutschen, die unter Gefahr für Leib und Leben 1989 in Leipzig, in Dresden, in Halle, in Berlin demonstriert, um Freiheit und Demokratie zu erkämpfen?

Wie repräsentativ ist dann auch ein FAZ - Bollmann für _die_ Westdeutschen.

Warum werden eigentlich immer die jahrelangen, jahrzehntelangen erbrachten Leistungen Westdeutschlands und Westdeutscher Politik außer acht gelassen, die auf eine Wiedervereinigung Deutschlands hingearbeitet haben. Auch ich habe das als in den 1980'er vom Kind zur jungen Erwachsen entwickelnde selbst miterlebt, das politisch daraufhingearbeitet wurde.

Und auch 1989 bei euren Demonstrationen im Osten war auch uns im West bewusst, mir als junge Studentin, von dem was wir mitgekriegt haben, dass ihr Öffentlichkeit, Weltöffentlichkeit braucht, damit das nicht mehr von eurem Regime gewaltsam niedergeschlagen werden kann. Wir haben uns besonnen, auch bang und hoffend, gespannt aufmerksam verhalten, für Weltöffentlichkeit gesorgt.
Und wir waren auch für euch betend in der Kirche und nicht in der Sauna , zu der Zeit.

Gravatar: Reinhard Rogosch

Der Bollmann war lange bei der "taz", also ein linker Kampfpinscher. Die FAZ hat ihr bürgerliches Profil längst verloren.

Gravatar: Werner N.

Die einst angesehene „Welt“ und „FAZ“ verkamen zu unseriösen propagandistischen Schmierenblättern mit einem dürftigen intellektuellen Niveau. Der einzige Trost – wie bei allen Springer–Blättern sinkt die verkaufte Auflage dramatisch. Friede Springer lässt sich ihre Nibelungentreue zur Kanzlerin etwas kosten.

Überdies werden Kommentare blockiert, die an der Regierung Kritik üben. Mit fadenscheinigen Mitteln unterbindet man das Anmelden und Registrieren: „Ihre Email–Adresse ist bereits vorhanden – geben Sie eine andere ein“. Die angeschriebene Redaktion antwortet nicht. Mangel an Demokratieverständnis kommt hinzu.

Gravatar: Woodruff

@Otto nagel

ich komme mit nach Tschechien oder in die Slowakei !!!

Gravatar: Helena

Waren es wirklich und ausschließlich die Westlinken, die dafür gesorgt haben, dass das Gedenken des 17 Juni, 17.Juni 1953 mittlerweile unter den Tisch fällt oder mit irgewas mit rechts verunglimpflichendn negativ konnotiert wird ?
Trotz Westlinker, 68'er und RAF - Symphatisanten war der 17.Juni jahrzehnte lang ein Feiertag und Gedenktag bei uns in der Bundesrepublik Deutschland. Mein Vater hat mir selbst von dem 17 Juni 1953 erzählt, der war nämlich ein junger Mann dabei gewesen, bei denen die aufgestanden sind.

Wann ist das anders geworden mit dem ehrenden Gedenken des 17 Juni, seiner Opfer, der Mauertoten, sowie vielen weiteren die Opfer der DDR - Diktatur.

Hier wäre einmal mehr das Zusammenwirken von Westlinken und DDR-Elite (Bonzen) zu hinterfragen.

Gravatar: Unmensch

Die linke Elite hält sich für die einzig wahren Repräsentanten der Menschlichkeit (d.h. Humanismus) und aus den von ihnen besetzten Positionen in Politik und Medien diktieren sie dem Volk, was menschlich sei und was nicht. Selbstverständlich im Namen der Demokratie - aber alles, was sich ihrem Diktat entgegen stellt, ist unmenschlich, und undemokratisch.

Gravatar: Hans

Die "Westlinge" am Rande des Zusammenbruchs!

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