Die Rückkehr der Realpolitik

Der von allen Moralisten, Linken und Liberalen angefeindete Donald Trump hat mit dem Befehl zum Angriff auf einen Stützpunkt der Truppen Assads in den frühen Morgenstunden des 7. April 2017 etwas gemacht, wofür wir ihm in einigen Jahren dankbar sein werden: Er hat die Realpolitik wieder zum Leben erweckt. Endlich hat das moralgetränkte Gedröhne im Stil eines G.W.Bush oder Obama ein Ende. Zwei Präsidenten, die sich näher waren, als die meisten auch nur ahnen.

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Denn beide machten Moralpolitik: Der erste im Interesse der Demokratie. Bush wollte die Iraker vom Joch des Diktators Saddam befreien, setzte dafür die schlagkräftigste Militärmacht der Welt ein und scheiterte am Ende an den Realitäten. Weil er seiner hypermoralischen Ideologie folgend die Reste der husseinschen Regierungstruppen nicht einsetzen durfte, waren sie weg, als er sie brauchte. Obama predigte Toleranz in Weltgegenden, die nicht tolerant sind und es nie waren. Seine Ideologie ließ ein Bekämpfen des Islam als Ganzes nicht zu, obwohl der Islam als Ganzes der Kern aller Probleme der Arabisch sprechenden Welt ist.
Moralpolitik heißt das Problem. Und ihr Gegenteil ist es, was der Welt seit längerem fehlt: Realpolitik. Eine Politik, die sich an den Realitäten ausrichtet, die mit klaren Vorgaben in die Welt geht und um ihre verfügbaren Machtmittel weiß. Mittel, zu denen auch Gewalt mittels Waffen gehört. Vorgaben, zu denen die Kompromisslinien mit den Gegenüber gehören. Konkret: Putin muss wissen, dass seine Interessen im Nahen Osten gewahrt bleiben können, solange Russland sie durchsetzen kann. Aber es muss auch wissen, dass ein jahrelanger Krieg, dessen Folgen Europa ausbadet, nicht akzeptiert werden kann.

Mit dem gestrigen Angriff hat Trump genau diese Signale gesendet: Er informierte die Russen vorher über den Angriff, damit russische Soldaten nicht zu den möglichen Opfern gezählt werden müssen. Sicher, ein Militär wird erwidern, die Russen hätten nun Zeit gehabt, ihre Verbündeten in die schützenden Bunker zu schicken. Aber vielleicht hat Moskau eben das nicht getan. Allein um Assad zu zeigen, dass sie, die Russen, es sind, die das Schlachtfeld beherrschen und über sein Schicksal entscheiden. Die USA machen umgekehrt deutlich: Der Spaß des risikolosen Bombens ist für Assad vorbei; Assad muss gehen und ein säkulares Regime muss ihm folgen. Also kein Demokratiezirkus mit moslemischen Brüdern auf arabischem Treibsand, sondern ein zur Not oktroyiertes System.

So und nur so handelt ein Staat, der seine Interessen vertritt. Er ist rational und setzt seine Mittel rational ein. Und dafür steht Trump. Was hierzulande als populistisch diffamiert wird, ist ein anderes Wort für Durchsetzungswille. Alexander der Große hat den Gordischen Knoten bekanntlich nicht aufgedröselt, sondern zerschlagen. Auch das war populistisch; und es war richtig. Denn die Politik des Aufdröselns führt eben oft nicht ans Ziel. Populistische Wege sind dann der einzige Weg.

Die Moralisten in Brüssel sehen das sicherlich anders. Sie werden nun ins Schwafeln über den Erhalt des Friedens verfallen. Denn sie sind zu einer solchen Politik nicht in der Lage: Nicht gegenüber Erdogan, nicht gegenüber dem Islam, nicht gegenüber den Flüchtlingen. Sie sind Produkte einer Wohlfühlkultur, deren Ergebnis man in Europa beobachten kann: Hochverschuldung im Interesse ärmerer Länder, Massenübergriffe durch Flüchtlinge als akzeptables Übel im Interesse von Flüchtlingen, islamische Eroberungen als Preis für ein tolerantes Miteinander.

Eine realistische Politik löst das Problem Erdogan, indem sie die Beziehungen abbricht, Einreiseverbote ausspricht und Wirtschaftssanktionen verhängt; sie zeigt der Gegenseite die Machtmittel auf und unterbindet damit weitere Provokationen. Eine realistische Politik löst das Problem Islam durch Verbote, falls nötig flankiert durch neue Gesetze; sie zeigt den Moslems die hiesigen Regeln oder verweist sie des Landes. Eine realistische Politik baut Mauern oder schickt die Flüchtlinge postwendend in ihre Heimatländer zurück; das klingt hart, ist aber weitaus weniger hart, als das Dauersterben in den Gewässern zwischen afrikanischer und europäischer Küste. Afrikas Probleme müssen die Afrikaner in Afrika lösen. Das ist Realpolitik.

Fast auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 6. April 1917, traten die Vereinigten Staaten an der Seite der Triple Entente in den Ersten Weltkrieg ein und mit ihr wurde Moral ein dominierendes Moment politischen Handelns. Damals begann, was als Moralpolitik viel Schlechtes bewirkte. Heute, am 7. April 2017, hat diese Politik mit dem Angriff der Vereinigten Staaten gegen Assads Luftwaffe vielleicht ein erstes Ende gefunden. Geht Trump nun auf Putin zu und markieren beide Mächte dabei ihr Terrain, dann wäre sehr viel gewonnen. Ein Stück Realpolitik hätte Einzug gehalten in die Weltpolitik und Europa könnte davon einiges lernen.

Dass ausgerechnet der geschmähte Trump dafür sorgt, wird im Rückblick zu den großen Ironien dieser Tage gehören. Denn auch darin irrt die Verleugnerpresse ein weiteres Mal: Trump hat nicht aus übertriebenem Mitleid mit den Opfern des Gasattacke gehandelt. Es ging ihm als erstes darum, die USA als ernstzunehmenden Machtfaktor zu reinstallieren. Liberale und Linke sollten daher besser nicht weiter frohlocken. Und die offenbar große Sorge der Anhänger Trumps, ihr Held stünde plötzlich im anderen Lager, ist unbegründet. Trump ist und bleibt auf der Seite der Populisten. Er macht Realpolitik.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Anne Bell

Danke für diese ungewöhnliche Analyse, abseits der festgefahrenen Narrative! Sehr bedenkenswert.

Gravatar: Lorbas Habedank

"Die Präsidenten G.W. Bush und Obama machten Moralpolitik. Der erste im Interesse der Demokratie, Obama predigte Toleranz."
Jo mei, wo lebt denn dieser Mensch Wolfgang Hebold oder besser gefragt, von wem wird er bezahlt?
Dieser Artikel ist jedenfalls der größte Stuss, den ich jemals auf den Seiten der "Freien Welt" gelesen habe!

Was Trump wirklich veranlasst hat, den Raketenangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt anzuordnen, wird sich erst noch herausstellen müssen. Der Nahost-Experte Wolfgang Lüders jedenfalls bezweifelt vehement, dass Assads Truppen dafür verantwortlich zu machen sind.
Wer, wie Herr Hebold einen völkerrechtswidrigen Angriff als Realpolitik bezeichnet, offenbart damit vor allem seine verzerrte Geisteshaltung!

Gravatar: Hans-Peter Klein

PROTEST !
Was Sie hier propagieren ist nicht Realpolitik sondern schnöde Machtpolitik mit dem vermeintlichen Recht des Stärkeren am Drücker, Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung von Partikularinteressen.
GW Bush soll ein Moralapostel gewesen sein?

Realpolitik heisst doch nicht einfach Fakten schaffen und hinter her schauen was mit dem Rest noch anzufangen ist.

Ich sehe hinter der Aktion vor allem eins:
Konzeptionslosigkeit gepaart mit alter Denke.

Es ist mir unverständlich wie ein solcher Artikel hier veröffentlicht werden kann.
Bedenklich !
MfG, HPK

Gravatar: Bernt Graßmeyer

Dem Artikel widerspreche ich in toto ! Wie kommt so ein Artikel auf diese unabhängige Seite?

Der jüngste Luftangriff der Amerikaner war - wie alle ihre zerstörerischen Staatenbombardements der letzten 20 und mehr Jahre - absolut völkerrechtswidrig. Damit ist alles gesagt. Da gibt es nichts zu verhandeln. Wenn Völkerrechtsbrüche nonchalant als Nebensache eingeordnet und die grünen Kriegstreiberziele als Maxime verkauft werden, dann ist etwas oberfaul. Wie dieser Artikel oben.

Gravatar: Wim Holsteren

Widerspreche ausdrücklich!

Ich habe die Kriegstreiberei satt bis oben hin. Die Amis haben das Modell "Gleiwitzer Sender" als Grund für ihre Kriegsüberfälle perpetuiert und überhöht: Schon der Vietnamkrieg ging mit der dreisten Lüge von einem angeblichen Angriff auf den US-Zerstörer "Maddox" im Golf von Tonking aus. Und im Irakkrieg mussten dann drei Hausnummern draufgelegt werden: Massenvernichtungswaffen wurden frei erfunden und führten zum US-Überfall.

Jetzt wurde ganz fixxe und ungeprüft dem Assad die Alleinschuld an Chemiewaffen in die Schuhe geschoben - und der Autor oben findet das auch noch gut, samt dem infantilen Trump'schen Sherriff-Gebaren.

So geht es einfach nicht. Der Autor sollte bei der "Huffington-Post" oder "Blöd" und "Welt" weiterschreiben, nicht hier.

Gravatar: gert müller

ich schließe mich dem PROTEST gegen den Artikel
der drei kritischen Vorrednern voll an.
eine BLAMAGE für die freiwelt
oder es zeigt ein wahres Gesicht hinter einer Fassade
das wäre sehr erschreckend für die ganze alternative Bewegung


[ Anm. d. Redaktion: Danke für Ihre offene Kritik. Die Meinungen der Kolumnisten und Blogger entsprechen nicht immer unbedingt den Meinungen in der Redaktion. Aber wir sind ja eine freie Welt mit offener Diskussion. ]

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Er hat die Realpolitik wieder zum Leben erweckt. Endlich hat das moralgetränkte Gedröhne im Stil eines G.W.Bush oder Obama ein Ende.“

Vergaß Herr Hebold ´aus Versehen` auch die heilige Merkel zu nennen, die von ihren Eltern - scheinbar in biblischer Weitsicht - „Angela“ (Bote Gottes, die vom Himmel Geschickte, Engelhafte) „genannt“ wurde???

Doch lag ihr Vater - der „Rote Pfarrer“ - etwa richtig, als er sein Engelchen „im Namen des Herrn“ z. B. zu Aktionen erzog, die als für jeden erkennbare Lügen schon in der Vergangenheit von vorherein zum Scheitern verurteilt waren?

Wäre da nicht auch der m. E. besonders perfide Versuch zu nennen, mit welchem der Friedensnobelpreisträger & Co. versuchten, die Legende zu errichten, Präsident Putin hätte die Schuld am Flüchtlingsstrom und dem Chaos in Syrien? http://politikparadox.blogspot.de/2015/09/usa-wollen-ernsthaft-putin-als-den.html

Ergänzte die Kanzlerin etwa deshalb Obamas Losung „Yes we can“ mit den Worten „Wir schaffen das“???

Allerdings stellt sich zumindest mir nun die Frage: War deren „Gott“ etwa besoffen, als er ihnen derart durchsichtige Aktionen befahl???

Gibt der Fakt, dass Bush, Obama & Co. unter der in der christlichen Hierarchie „weit über ihnen" stehenden göttlichen Leaderin, Angie, scheinbar auch gar nicht lernfähig sein „wollen“, nicht sogar erheblich zu denken??? https://deutsch.rt.com/international/48899-geschichte-false-flags-immer-wieder/

Ist es aber auch möglich, dass es sich bei der heiligen Merkel und ihren entsprechend gestrickten Freunden Bush, Obama & Co. um Antichristen handelt? https://de.wikipedia.org/wiki/Antichrist

Sollte ich meinen mir angeborenen Atheismus da nicht schon deshalb zumindest als „segensähnlich“ empfinden, weil das Zusammentreffen von „Fanatischen“ der verschiedenen Glaubensrichtungen scheinbar grundsätzlich Krieg bedeutet???

Hängen die Führer der westl. Welt, die uns nach eigenen Aussagen überwiegend im Namen Gottes regieren, etwa nicht fanatisch an der Macht???

Gravatar: Markus Evers

Nach Lesen der ersten Sätze habe ich mich noch gefragt, ob dies Satire ist... Dann zu Ende gelesen und gemerkt, der Herr Hebold meint es doch ernst! Unglaublich. Auch von meiner Seite absolute Ablehnung dieser Meinung. Trump ist Marionette des Rothschild-Clans und arbeitet nun in Fortführung der zuvor eingesetzten Statthalter. Dieses Mal sogar, ohne vorher den Kongress zu fragen. Komplett widerrechtlich, dieser Einsatz.

Gravatar: Charlotte

Bush ein Moral-Politiker?
Ich habe nicht zuende gelesen. Hier übt sich einer in Satire, der es noch nicht kann.

Gravatar: Klaus Kolbe

Ohne der kriegerischen, völkerrechtswidrigen Imperial-Politik der Nato-Führungsmacht das Wort reden zu wollen, gilt es doch, sich über den Begriff Realpolitik klar zu werden.

Realpolitik heißt, unter den gegebenen Umständen, d. h. zu berücksichtigenden Machtverhältnissen, das Optimale für seine Ziele zu erreichen.
Nichts anderes ist unter dem Begriff Realpolitik zu verstehen.

Die Geschichte der Menschheit kennt viele Beispiele dafür. Um Moral, Menschenrechte o. ä. ging es dabei nie, sondern nur um nackte Machtinteressen.

Es ist zwar nicht direkt vergleichbar, aber auch Bismarck war, wenn man es so will, auf seine Weise ein Realpolitiker. Die für ihn geopolitisch günstigen Umstände der damaligen Zeit ausnutzend und mit glasklarem Verstand immer darauf achtend, der damaligen Nr. 1, dem Britischen Empire, das zu der Zeit geopolitisch andere Sorgen hatte, nicht auf die Füße zu treten, gepaart mit einer strategisch äußerst klugen Bündnispolitik, gelang es ihm, das Zweite Deutsche Reich, leider ohne die Habsburger mit einzubeziehen, zu errichten. Moral und Gefühlsduselei wären da völlig fehl am Platz gewesen.

Trump hat lediglich in Erinnerung gerufen, gezeigt, daß die USA zwar nicht mehr als der unumschränkte Herrscher (eher als wankende Supermacht), jedoch aber immer noch als äußerst ernst zu nehmende Großmacht für die eigenen Interessen zu agieren in der Lage und auch willens sind. Das Völkerrecht hat die Herrschenden, die Machthabenden, bis heute noch nie davon abgehalten, eigene Interessen, notfalls auch mit Gewalt, ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz durchzusetzen.

Was 1919 auf europäischem Boden mit dem Versailler Diktat seine vorsichtigen Anfänge nahm, unterlegene Kriegsgegner unter vorgeschobener doppelter Moral nicht mehr wie Gegner, sondern wie Kriminelle und Verbrecher zu behandeln, das steigerte sich noch einmal rapide in der Zeit nach 1945.

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