Die humane Attitüde des Totalitarismus

Über den Umgang mit „feindlichen Elementen“ damals und heute

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Jörg Hofmann, der neue Mann an der Spitze der größten Einzelgewerkschaft der Welt, droht Angestellten: „Wer hetzt, fliegt. Und das muss auch jedem klar sein.“ Mit Hetze sind alle Äußerungen gemeint, die sich kritisch mit der illegalen Einwanderungspolitik der deutschen Regierung auseinandersetzen. Die Unternehmen könnten bei solchen Entlassungen mit der Billigung seiner Gewerkschaft rechnen. Kritik an der Einwanderungsagenda werde als „rassistische Hetze“ gewertet, die „in deutschen Unternehmen nichts verloren“ habe. Jeder Versuch der Bewahrung des Eigenen wird als Rassismus verurteilt. Gegen Rassismus müsse es „null Toleranz“ geben, sagt Hofmann im Deutschlandfunk. Seit dieser Drohung sind prompt in den großen Unternehmen alle Diskussionen zum Thema der illegalen Einwanderung erstickt, eine Auseinandersetzung findet nur noch hinter vorgehaltener Hand statt. Die IG Metall hat keine Probleme damit, Menschen mundtot zu machen und sich einer rechtsbrecherischen, immer offener totalitären Herrschaft anzudienen.

Persönlicher Rückblick

1985 habe ich einen Ausreiseantrag mit einer rein politischen Begründung gestellt. Ich hatte mich damit eindeutig als Regimegegner zu erkennen gegeben. Zu dieser Zeit arbeitete ich als Entwicklungsingenieur in einem Potsdamer Betrieb. Noch am selben Tag wurde ich von der Arbeit freigestellt, und am nächsten Morgen fand ich mich im Heizhaus als Heizer wieder. Ich wurde aber nicht entlassen. Viele meiner Kollegen machten mir Mut, mich nicht unterkriegen zu lassen.

Die DDR war ein Staat, der von sich behauptete, sich menschenrechtskonform gemäß KSZE-Schlussakte von Helsinki (1975) zu verhalten. Dem Selbstverständnis nach war man eine „sozialistische Demokratie“. Die Masse der Regimetreuen und Parteigenossen sah das ebenso, diese hatten ein sehr ausgeprägtes humanistisches Selbstbild (neovulgo: „Gutmensch“). Es ergab sich, dass ich vor meinem Ausreiseantrag mit dem betrieblichen Parteisekretär auf einer Dienstreise war. Wir verstanden uns ausgesprochen gut, auch in der Beurteilung der politischen Verhältnisse. Mit vielen klugen und moderaten SED-Genossen unterschied ich mich oft „nur“ in der Position, dass ich das System im Kern für verbrecherisch hielt, was nur durch den guten Willen der Menschen gemildert würde, das Beste aus den Verhältnissen zu machen, die Genossen das System jedoch für alternativlos hielten, und dieses nur durch „feindliche Elemente“ behindert würde. Ich wollte das Zwangssystem abschütteln, die Genossen den nicht systemkonformen Menschen.

Also alles so wie heute. Gerade deutsche Erscheinungsformen des Sozialismus erheben einen hohen Anspruch, als menschenfreundlich zu gelten. DDR-Sozialisten, ja selbst einige Stasi-Vernehmer in meiner späteren U-Haft – und im Nationalsozialismus ist das nicht anders gewesen – reagierten stets empfindlich auf jeden Angriff auf ihr humanistisches Selbstbild, das ihnen als Feigenblatt vor ihrer sinistren Niedertracht diente.

Diesen Selbstanspruch der DDR stellte ich 1985 auf die Probe. Ich marschierte stracks in die Potsdamer Zentrale der Einheitsgewerkschaft (FDGB) und schilderte dort meinen Fall schikanöser Behandlung durch die Betriebsleitung. Ich erwähnte gegenüber den FDGBlern auch die offene Solidarisierung meiner Kollegen mit mir, immer wenn sie mich Kohlen schippen sahen, und fragte, ob sie noch mehr Aufsehen wollten.

Es dauerte nur eine Woche, und ich war zwar nicht wieder in der Entwicklungsabteilung, konnte jedoch bis zu meiner Ausreise als Betriebsingenieur im selben Betrieb weiterarbeiten. Ich wollte das hier nur einmal zu Protokoll geben. Das BRD-Regime scheint sich heute selbst dieser Maske zu entledigen.

Beitrag bereits im Januar 2015 im ef-Magazin erschienen

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Freigeist

Wie ist Hetze definiert? Wann beginnt Hetz und wann geht Hetze in einen anderen Begriff über. Schreiben Sie doch etwas darüber. Als Ingenieur denken Sie vermutlich sehr sehr logisch, wenn es um Realität geht.

Gravatar: Bartholomay

Wie sich so manche Biografien gleichen,und die Erkenntnis was Totalitarismus (Faschismus) ist ,und was Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.Das nach 25 Jahren der Vereinigung der beiden Systeme auf deutschen Boden,sich die Erkenntnis breit macht ,das in D. totalitäre Praktiken gegen Zielpersonen und Gruppen, oder politisch Andersdenkende, zur Machterhaltung von Altlastpateien angewendet werden.Das geht soweit,das die EU schon wie die "größte DDR aller Zeiten" regiert.Deutsche Geschichte wiederholt sich zum 3.mal innerhalb von 100 Jahren - was schon Salomo aussprach,"nichts Neues unter der Sonne" und Heine dichtete,"denk ich an Deutschland in der Nacht ..." !!

Gravatar: J. Desillusioniert

......
Jörg Hofmann, der neue Mann an der Spitze der größten Einzelgewerkschaft der Welt, droht Angestellten: „Wer hetzt, fliegt........

Bestrafung ohne Gerichtsurteil?
Für Volksverhetzung gibt es Straftatbestände. Wenn die
nicht zutreffen, ist es eine freie Meinungsäußerung!
Muss man sich in der Kantine jetzt wieder umgucken wie zu DDR-Zeiten, wer vorbeigeht, wenn man sich unterhält?! Ist es wieder so weit?

Aber wir erleben es ja im Moment in jeder Beziehung:
Gesetze waren gestern.
Maastricht +. Dublin +. Schengen +. Schleuserstraftatbestände +.
Gesetze betreffs Schwarzfahren und Ladendiebstahl gelten zumindest noch für Ureinwohner.

Das Inquisitionstribunal tagt dann also -Freispruch oder Existenzvernichtung.
Selbsternannte Zensoren entscheiden dann also, ob die gemachte Äußerung noch tolerabel war - oder nicht. Bedeutungsschwer, streng blickend. Wichtig.
Ach was - allmächtig.
Der Bürger als Untertan - wehe, wenn nicht!

Eine freie Meinung können sich dann nur noch junge Leute im auswanderungsfähigen Alter leisten- wenigstens das ein Vorteil gegenüber "der DDR vor 1989". Wem es nicht passt hier, der kann ja gehen (O-Ton CDU ).
Erich Honecker war ja auch der Meinung, "auf die Republikflüchtlinge (via Ungarn und Prag u.a. ) können wir verzichten".

Wer hätte das 1989 ff. in D noch mal für möglich gehalten!? Noch dazu so zeitnah?

Gravatar: Klaus Kolbe

Die roten Internationalsozialisten spielen sich zwar als die Interessenvertreter der Arbeitnehmer auf, was jedoch wirklich davon zu halten ist, sieht man an solchen Aktionen. Unbequeme Zeitgenossen (z. B. Sarrazin, Eva Herman, Pirinçci, Buschkowsky) bzw. Kritiker der staatlich verordneten Einheitspolitik der Blockparteien in Berlin werden mundtot (Schweigespirale, wie Frau Noelle-Neumann es nannte) gemacht, aus ihren Ämtern entfernt – und ins soziale Abseits (Arbeitslosigkeit) sollen nun sogar auch normale Bürger, Arbeitnehmer gestürzt werden.

Schönes Demokratieverständnis von im Grundgesetz garantierter freier Meinungsäußerung!

Freiheit ist immer nur Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern.

Das gilt anscheinend nur solange, bis man selbst an den Schalthebeln der Macht (Regierung) sitzt.

Gravatar: Thomas Rießler

Die Welt befindet sich vollständig im Bösen. Vermutlich würde der Apostel Johannes Ihren Blog so oder so ähnlich kommentieren. Der DDR-Sozialismus ist nicht wirklich überwunden worden, sondern treibt nach wie vor munter seine Blüten und natürlich ist man aus der Sicht der Welt ein Böser und ein Außenseiter, wenn man die Dinge genau anders herum sieht wie die Lügner selbst. Das aktuelle, allgemein skandalisierte Interview mit Frau Petry sehe ich ebenfalls aus dieser Perspektive.

Zwangsläufig stellt sich dann die Frage nach dem Sinn des Lebens in dieser bösen Welt und dem richtigen Verhalten. Ich denke, die Absonderung von der Welt und damit auch die Absonderung von dem Bösen, die Sie im Zuge Ihres Ausreiseantrags aus der DDR gestellt haben, verdienen Respekt und gehen in die richtige Richtung. Letztlich kann es für einen Christen aber angesichts der nicht reformierbaren Welt nur darum gehen, die baldige Wiederkunft Jesu Christi zu erbitten, damit dieser weltliche Murks zu seinem Ende kommt.

Gravatar: Hans Dampf

Da wird die Gewerkschaft wie im alten Totalitarismus zum Instrument der Regierung.

Übrigens: "Hetze" ist das, was Politiker und Medienleute gegen Landsleute anzetteln, die einfach nur in Ruhe in ihrem Land leben wollen.
"Hetze", das ist das, womit jeden Tag Terror ausgeübt wird, in Zeitungsartikeln und Fernsehbeiträgen in der Provinz, von der Bürgerversammlung, wo die Kamera drohend in den Raum geht, Tenor:
"Wehe, Lehrer Schmidt, wenn du hier das Maul aufmachst!"

Aber sie bröckelt, die Mauer der Macht. Die Mauer des Hasses gegen unser Volk.
Hilf mit, werde Mauerspecht! :)

1. Medien kritisieren
2. Politiker kritisieren

Sie sind mitschuldig!

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