Die gefährlichen Anreize von EDIS — ein Packesel voller Risiken

Das Geld der deutschen Steuerzahler reicht der EU-Kommission schon lange nicht mehr. Sie haben es jetzt auch auf die Spareinlagen der Deutschen abgesehen. Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit plant die EU-Kommission mit der Europäischen Einlagensicherung „European Deposit Insurance Scheme“, kurz EDIS, einen Angriff auf alle nationalen Einlagensicherungssysteme.

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EDIS soll laut EU-Kommission die Finanzstabilität erhöhen. Faktisch könnte das Gegenteil der Fall sein. Zwar würde EDIS über mehr Ausstattung verfügen als ein nationales Sicherungssystem, müsste jedoch auch ein Vielfaches an Risiken abdecken. Doch gerade dies könnte gefährliche Anreize für Bankkunden, Finanzinstitute und Regierungen setzen und völlig falsche Erwartungen wecken. Folgende vier Fehlanreize sind zu erwarten:

1. Das fängt bereits bei den Kunden an. Auf normalen Märkten wählen Kunden ihre Produkte nicht einfach nur nach dem Preis, sondern auch nach der Qualität. Wer sich für eine günstigere Waschmaschine entscheidet, nimmt in Kauf, dass sie vielleicht ein paar Jahre früher den Geist aufgibt als teurere Modelle. Auch auf den Finanzmärkten sollte dies so sein. Die Preise sind hier die Zinsen und verhalten sich genau umgekehrt, aber nach dem gleichen Prinzip wie bei dem Beispiel mit der Waschmaschine. Wer sein Geld zu einem höheren Zinssatz etwa bei einer Bank in Griechenland oder Zypern anlegt, nimmt bislang eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit in Kauf. Wenn mit EDIS Sparer aus anderen Ländern im Falle einer Insolvenz einspringen, könnte sich dies ändern. Bankkunden hätten weniger Anreize, die Solidität einer Bank zu prüfen, da EDIS ja im Zweifel alle Banken rettet, auch die weniger sicheren. Das für die Marktwirtschaft essentielle Haftungsprinzip wäre ausgehebelt.

2. Entsprechend attraktiver kann es für Finanzinstitute werden, mit den Einlagen der unvorsichtigeren Kunden riskante Geschäfte zu starten, wenn andere Banken dafür über EDIS mithaften. Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf’s Eis. Wenn es zu vielen Esel zu wohl wird und alle auf’s Eis gehen, kann die ganze Eisdecke einbrechen und eine Finanzkrise auslösen. Es wäre nicht das erste Mal. Ein abschreckendes Beispiel ist die amerikanische Sparkassenkrise der achtziger Jahre. Zu ihr kam es, nachdem die Sparkassen mit Hilfe eines gemeinsamen Einlagensicherungsfonds sehr viele Spargelder anlockten und mit diesen hemmungslos zockten. In der Folge gingen zunächst die schwachen Banken und Sparkassen bankrott. Die Einlagensicherung zahlte, bis ihr das Geld ausging. Letztlich sind die Sparer der schwachen Institute mit den Geldern der starken Sparkassen gerettet worden. Aber als am Ende auch den stärkeren Instituten das Geld ausging, sprang der Steuerzahler ein. Und obwohl der Staat zweimal noch Milliarden aus Steuermitteln hinzugab, war die Einlagensicherung am Ende selber pleite – ein Misserfolg nach dem anderen.

3. Nicht nur für die einzelnen Banken verringert EDIS die Anreize, über das regulatorisch notwendige Maß hinaus vorzusorgen. Auch die Vorsorge über die freiwilligen Sicherungseinrichtungen der Sparkassen, Volksbanken und privaten Banken lohnt sich mit EDIS nicht mehr. Wer zusätzlich vorsorgt, ist der Dumme. Denn wer selbst aus Eigeninitiative vorsorgt, muss erst diese Mittel verbrauchen, während derjenige, der selbst nicht vorsorgt, sofort auf die Mittel von EDIS zugreifen kann. Das hat fatale Konsequenzen. Denn ohne die freiwilligen Sicherungseinrichtungen sind alle Einlagen über 100.000 Euro nicht mehr geschützt. Einleger mit höheren Ersparnissen ziehen folglich ihr Vermögen bei bisher relativ sicheren Banken ab und verteilen sie auf mehrere, eigentlich unsicherere Banken. Konservative, stabile und risikoarme Banken werden damit doppelt bestraft: Sie verlieren Kundeneinlagen und müssen für riskantere Banken zusätzliche Kosten für die Einlagensicherung tragen.

4. Ein besonders starker Fehlanreiz durch EDIS ergibt sich in Verbindung mit der bestehenden Bevorzugung von Staatsanleihen bei der Bemessung des Eigenkapitals von Banken. Wer Staatsanleihen hält, muss dafür in der Regel kein Eigenkapital ausweisen, weil sie regulatorisch als risikolos klassifiziert sind. Die Bilanzen vieler europäischer Banken sind darum bereits voller Staatsanleihen, auch solcher von EU-Krisenstaaten. EDIS verteilt die daraus entstehenden Risiken auf alle Mitgliedsländer um. Mit EDIS öffnet sich neben der Niedrigzinspolitik und den Target-Salden im EZB-System eine weitere Hintertür (ganz abgesehen von der ESM-Vordertür), über die Staaten ihre Schulden vergemeinschaften können. Es wird für viele Regierungen noch attraktiver, den Weg der Schulden und nicht den Weg der Strukturreformen zu wählen.

Zusammengenommen zeigt sich, dass EDIS ein einziger, institutionalisierter Fehlanreiz ist. Das macht EDIS brandgefährlich, denn was mit dem durch EDIS angereizten unvorsichtigeren Verhalten von Anlegern, Banken und Regierungen beginnt, kann in Summe zu einer ausgewachsenen Bankenkrise führen. Das Fehlverhalten der verschiedenen Akteure kann sich dabei gegenseitig verstärken. Unvorsichtige Kunden, zockende Banken und tief verschuldete Staaten bilden so eine giftige Mischung.

Viel spricht somit dafür, dass die Mittel von EDIS bereits früh in Anspruch genommen werden. Wenn EDIS die Mittel ausgehen, sinkt auch das Vertrauen der Anleger. Im schlimmsten Fall kann dies selbst zu einer Bankenkrise in Deutschland führen.

Dieser Artikel zu EDIS wurde von Vera Lengsfeld als Teil einer Informationskampagne der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) im Europaparlament verfasst. Weitere Informationen finden Sie unter www.stoppt-edis.de.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl

bei der Schuldenpolitik wird sich nichts ändern , da es ja so einfach gestaltet ist und forciert wird. Strukturreformen herbeiführen ist ein steiniger Weg und nicht immer mit Erfolg gekrönt. schon daher ist die bevorstehende Bankenkriese vorhersehbar...
EDIS ?? ganz ohne "Rettungsschirm" hahaha kenn ich schon sowas...

Gravatar: Hand Meier

Wir wären die erste Generation, die keinen Zusammenbruch unserer Währung erleben würde, falls es gut ausginge, und der Euro ohne Schaden bestehen könnte.
Das kann aber gar nicht passieren, denn die Club-Med-Länder haben bei der Deutschen-Bundesbank, die sozusagen die deutsche Oberbank ist angeschrieben und einen Deckel gemacht der rund 1 Billion an Schulden hoch ist. Denn alle Exporte in diese Länder wurden auf Kredit getätigt. In diesen Ländern ist die eigene Wirtschaftsleistung so gering, dass die ihre Schulden in den nächsten Generationen nicht begleichen können werden.
Darum redet man vornehm, von dem Ziel es mal zu versuchen, also von Target-Salden.
Eigentlich müssten diese Schulden bei der Europäischen Zentralbank in der Bilanz stehen und nicht bei der deutschen Zentralbank.
Es wird allerdings dazu kommen, dass die rund 4 Billionen Ersparnisse der Deutschen, mit der einen Billion an nicht mehr hereinzuholenden Billion von Schulden verrechnet werden. Das ist auch ganz einfach, per Beschluss möglich, denn in der Währungs-Konferenz der EU hat die deutsche Zentralbank zwar die 80 Millionen an Bevölkerung und deren Bruttosozialprodukt hinter sich, hat aber ein Abstimmungs-Gewicht wie so Leichtgewichte ala Malta, Zypern, Portugal, Griechenland usw.
Was uns bevorsteht ist allemal klar, wir werden von politischen Ganoven geplündert werden. Der deutschen Zentralbank wird die Freigabe der Sparvermögen an die Eigentümer per Mehrheitsbeschluss untersagt werden. Und das ist dann die Enteignung der deutschen Sparer, die uns bevorsteht.
Also liebe Leute, bring euer Erspartes in Sicherheit, sonst habt ihr nur Verträge in den Händen, mit verlorenen Ansprüchen, weil euer Geld weg ist.
Schafft euch Realwerte an, die existieren auch noch nach der Währungskrise.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

… „Das Geld der deutschen Steuerzahler reicht der EU-Kommission schon lange nicht mehr. Sie haben es jetzt auch auf die Spareinlagen der Deutschen abgesehen. Weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit plant die EU-Kommission mit der Europäischen Einlagensicherung „European Deposit Insurance Scheme“, kurz EDIS, einen Angriff auf alle nationalen Einlagensicherungssysteme.“ …

Hatten es die DWN in ihrer Ausgabe vom 11.06.2014 etwa nicht genauso beschrieben und damit angekündigt?

„Ein enger Vertrauter von Angela Merkel hat die Enteignung der deutschen Sparer als notwendig bezeichnet, um die Euro-Zone zu stabilisieren. Zwar räumt die CDU ein, dass die niedrigen Zinsen das Problem nicht dauerhaft lösen. Doch Merkel lässt keinen Zweifel daran, dass die finanzielle Repression gegen die Bürger fortgesetzt wird.“ … https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/11/cdu-lobt-draghi-enteignung-der-deutschen-sparer-ist-notwendig/

Will die Göttin nicht vor Allem auch deshalb unbedingt weiterhin Bundeskanzlerin bleiben???

Gravatar: hen

Seit 1850 existiert der Plan den Emporkömmlich D als Mitbewerber oder Wettbewerber der drei Imperien BG/UK RF und USA fertig zu machen. Um 1900 war D das erstragsstärkste Wirtschafstland, das erfolgreichste Industrie-Innovations-gebiet, hatte die meisten Patente und Verfahren, die beste Qualität und einen starken funktionierenden Staat. Der ww1 und WW2 waren die erste und zweite Abrechnung- doch beidesmal hat e snicht geklappt, trotz aller Bremsen, Einhegungen, Verluste, Diebstahl an Vermögen und Fachleuten gelang es den Imperien nicht D zu zerschlagen auf EWIG ( der Plan). Nun erleben wir den dritten Krieg, als Hbris-Krieg der Banken und Finanzwelt gegen D via dem Zusatz-Waffenarsenal EU: Ziel ist: looting out whatever possible! Diesmal kriegen wir sie, denn sie haben nichts gelernt, sie sind wie Schafe und glauben immer noch an den Frieden und ihr Geld. Dabei ist ihr Geld unser geld und wir werden uns alles holen, jeden Pfennig wird D berappen müssen bis dieses verfluchte Land endlich klein beigibt. .... keine Pahntasie, das ist der Plan und alle Indikatoren ( Terrorismus, Migration, Bankenkrise, ESM, EDIS, EU, EZB, NATO, Dax-Konzern-Konzentration USA+Feindesgeld, u.a.m) weisen den Weg zur baldigen, finalen Vernichtung; ganz speziell weil wir eine Chefin dulden, die Hochverrat übt..

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