Das also ist Populismus

Die Bertelsmann-Studie definiert ihn als Anti-Establishment-Haltung - Dann sind 29 Prozent der deutschen Wähler Populisten und damit Wählerpotential für die AfD – Weitere 34 Prozent stimmen diesem Populismus teilweise zu – Ausweis lebendiger Demokratie - Hinter dem Populismus-Vorwurf steckt die Angst vor dem Volk - Schlägt auch bei der Bundestagswahl die Stunde dieser „Populisten“?

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Das also ist Populismus: „Anti-Establishment-Haltung, die sich in Kritik an politischen Parteien, Institutionen und Medien ausdrückt“. So jedenfalls sieht ihn die Bertelsmann-Stiftung zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap, und so ist es in der diesbezüglichen Studie nachzulesen. Sie beruht, wie es heißt, auf drei repräsentativen Online-Befragungen des Instituts. Repräsentativ mögen sie in der Tat sein, man wünschte nur, es gäbe in Deutschland in diesem Populismus-Sinn weit mehr Populisten. Denn diesen so definierten Populismus haben sich die politischen Parteien, viele Institutionen und Medien, weiß Gott, redlich verdient. Redlich? Nein, unredlich. Bitte hier weiterlesen

Kommentare zum Artikel

Gravatar: Emmanuel Precht

Schlägt auch bei der Bundestagswahl die Stunde dieser „Populisten“?

Ich glaube nein.

1. In Buntland kann man einen Stock in den Boden stecken, Buntpartei dranschreiben, dann wird der Stock gewählt.

2. "Huch, ich bin ein Populist" sagen sich jetzt einige die nun endlich "wissen" was damit "gemeint" ist. Sie werden also alles dagegen tun und sich der völligen Verbuntung hingeben.

Es ist wie bei einer Hypnose: Man könnte sich wehren, aber es ist so viel leichter es nicht zu tun.

Wohlan...

Gravatar: Hans-Peter Klein

Und wieder treffe ich auf das seltsam unerklärliche Phänomen:

Geht's mal nicht explizit um Energiewende/Klimawandel-Themen, kann ich mich Ihren gesellschaftspolitischen Analysen und Positionen weitgehend anschließen.

Von Anfang an hatte ich das Gefühl, das es den Gegnern der Energiewende bei PV-Windenergie-Effizienz etc. nicht wirklich um Technik, Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz usw. geht:

Es ist ein Machtpoker. Aber wer sind die eigentlichen Strippenzieher?

Diese Technologien werden von ihren Gegnern zum einen deshalb so vehement abgelehnt, bisweilen gehasst, weil es die Grünen waren, die diese gefordert, forciert und für alle sichtbar zum Erfolg geführt haben.

Da ist auch das uneingestandene Eingeständnis, diese Entwicklungen in den '80ern verschlafen, nicht mitgetragen, sogar bekämpft zu haben aus machtpolitischem Interesse seitens der Fossil-Kernenergie Lobby.

Dieser Knoten im Kopf ließe sich durch einen Perspektivwechsel auflösen, indem man die Energiewende auch als patriotischen Akt der Selbstbefreiung interpretiert, getragen vom Willen und dem freiheitlichen Streben nach weitestgehender Autonomie und Unabhängigkeit durch heimische Energiequellen und durch eigens entwickeltes Know-How.

Die Grünen haben anfangs genau damit geworben, haben dadurch und über das Thema Ökologie einen großen Teil der naturwissenschaftlich-technischen Intelligenz unseres Landes auf ihre Seite gezogen, damals, wie ich finde, auch gerechtfertigt.

Viel zu lange unbemerkt hatten sie aber parallel Ihre eigentliche (!), Linke (!) Agenda im Visier und haben diese durchgesetzt. Dies gilt es zu durchschauen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Fazit:
Der Energiewende-Keil ist unnötig und kontarproduktiv, er nützt denen, die ein Interesse daran haben das wir zerstritten sind, uns gegenseitig die Kräfte aufzehren, das die deutsche Gesellschaft auseinander fällt.

Würde sich die AfD an diesem Punkt bewegen, stünde ihr ein riesiges zusätzliches Wählerpotenzial in Aussicht.

War diese Analyse nun ebenfalls populistisch?

MfG, HPK

Gravatar: Franz Horste

Jeder denkende Mensch in Deutschland, der sich nicht gefangen nehmen läßt von Mainstream-Verfechtern, jeder, der seine eigene Meinung hat, gilt als Populist. Populisten sind für die guten Medien, d.h. Reschke, Restle, Hayali etc., einfach nur BÖSE! Wer nicht als BÖSE gelten will, hat sich gefälligst auszuliefern an Links-Grün-Gestrickte, die auf unserer Kosten, die ganze Welt retten wollen, auch wenn sie uns damit in den Untergang stürzen. Ich will aber kein Lemming sein und ich will meine eigenen Meinung behalten. Solange es noch keinen Zwang zur Wahl einer Einheits-SED gibt, darf jeder wählen, was er will. Wer die Tierschützer-oder Autofahrer-Partei wählen will, darf das auch!
Der "großartige" Schauspieler Bruno Ganz schwadronierte heute im rechtschaffenen Gutfernsehen über die Leute und die Demokratie. Er meinte früher hätten die Leute über Demokratie diskutiert. Heute hätten sie bloß noch eine MEINUNG, und die ist einfach blöde und häßlich und gemein! In meinen Ohren klingt das folgendermaßen: " Die Leute sollen bloß nicht selber denken, sondern die Meinung der Gutherren-Menschen, wie er einer ist, einfach das "Gute Denken" übernehmen, wenn wir nicht als BÖSE gelten wollen. Nun ist also auch Bruno Ganz für mich gestorben, wie schon Herbert der Grölemeier. Ich kann diese merkelschen Hofschranzen nicht mehr ertragen. Wann ist endlich Schluss damit? Polpulismus, ist das, was das Volk will. Deutschland ist das Land des deutschen Volkes und nicht das von Wichtigtuern, die sich gerne selbst über andere erhöhen, um sich besser zu fühlen. Komischerweise fühlen sie sich nicht erhaben über Araber, die kleine Mädchen begrapschen, junge Frauen vergewaltigen und ermorden und deren Freunde mit Pistolen bedrohen, selbst wenn das nur täuschend echte Nachahmungen sind--die Angst bleibt! Und es soll mich auch kein Gutherziger als Angsthase hinstellen, der bloß nicht gewillt sei, all die Hassadeure näher kennenzulernen. Ich möchte nicht wissen, von wem Anis Amri oder der Messerstecher in Hamburg bei der Ankunft in München so seine Bärchen und Küsschen bekam, und ich will nicht wissen, was diese Verbrecher in dem Moment über diese Verrückten dachten. vielleicht haben sie gedacht: "Warte nur balde, stirbst auch Du!"
http://wort-woche.blogspot.de/2016/11/waru-ich-das-wort-populismus-nicht-mehr.html

Gravatar: Catilina

@Hans Horste: ist es nicht wahrscheinlicher, daß Herr Amri sich bei dem grausamen Attentat auf dem Breitscheidplatz gerade in Frankreich aufhielt? Er muß sich erschrocken die Augen gerieben haben, als plötzlich verkündet wurde, daß im Führerhaus sein Paß gefunden wurde und er somit als tatverdächtig galt. Dann versuchte er wohl, sich in Sicherheit zu bringen und wurde "auf der Flucht erschossen". Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren, uns wird lediglich mitgeteilt, was wir glauben sollen.

Gravatar: Max Moritz

@ Catalina

Durchschaut:
Ich vermute ebenfalls, das es längst schwarze Listen von "Idealkandidaten" wie diesen Amri gibt, die auf Bedarf "herhalten" müssen mit dem einzigen Ziel uns immer weiter zu polarisieren, zu destabilisieren bis hin zu Bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen bei denen wir am Ende, einmal gegeneinander gehetzt, Alle nur verlieren werden.

Bei unterentwickelteren Ländern funktioniert das seit Jahren prima über die Religion(en).

Aber hier, in den entwickelten Industriestaaten, befinden wir uns in einem Medienkrieg gegen die autochtonen Völker Europas.
Und am Ende, wenn die Anarchie ausbricht, kommt der Zeitpunkt der externen Machtübernahme.

Diesen Schleier zu lüften ist dann heutzutage das Merkmal wahlweise von "Verschwörungstheoretikern" oder eben "Populisten".

MM

Gravatar: Dirk S

Vor allem bezieht sich Bertelsmann auf die nicht sonderlich intuitive Populismusdefinition des Extremismus- und Populismus-Forscher Cas Mudde (Zitat aus der Studie S14):

"Der Populismus-Forscher Cas Mudde definiert Populismus als „eine Ideologie, welche die Gesellschaft letztlich in zwei homogene und antagonistische Gruppen
unterteilt, ‚das reine Volk’ gegen die ‚korrupte Elite’, und die argumentiert, dass Politik ein Ausdruck des volonté générale (des allgemeinen Willens) des Volkes sein sollte“ (Mudde 2004: 543, übersetzt aus dem Englischen). Im Zentrum dieser Populismus-Definition steht das „Volk“ (Englisch: „the people“) und die
Forderung nach seiner direkten und unmittelbaren Herrschaft, der sogenannten „Volkssouveränität“ (Mair 2002; Meny und Surel 2002). Sie ist die zentrale Idee
des Populismus.
Ein zweiter Aspekt ist die Kritik an politischen Eliten, dem „Establishment“, wie beispielsweise den etablierten Parteien und Politikern als den typischen politischen Eliten, die der Populismus als korrumpiert ansieht (z. B. Müller 2016).
Ein dritter Aspekt ist die Vorstellung von Homogenität, sowohl der politischen Elite als auch des Volkes, die jeweils als Einheiten ohne Differenzierung nach
Gruppen oder Individuen gesehen werden (z. B. Müller 2016; Mudde 2007). Populismus begreift gesellschaftliche Auseinandersetzungen als Konflikte zwischen dem „einen“, guten Volk und dem „einen“, korrupten Establishment."

Das kann man machen, besonders, wenn die Definition nach Mudde in der Forschung die übliche ist (was ich nicht weiß).
Aber hat dennoch die der Studie zu Grunde liegende Definition des Populismus wenig mit dem zu tun, was der Bürger weitläufig darunter versteht und was und die Politik so weiß machen will.

Also kurz: Studie für die Rundablage P. Ist halt von Bertelsmann.

Populismusfreie Grüße,

Dirk S

Gravatar: R. Avis

"Vox populi vox dei", lateinisch für "Volkes Stimme ist Gottes Stimme".
Was gegen das Volk, die Bevölkerung geht, ist das Werk des Antichristen, oder wie immer man diese unnatürliche Ordnung nennen mag.

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