Bitcoins sind nichts für Laien

„Heute beginnt eine neue Zeitrechnung am Finanzmarkt“, denn es werden erstmals Futures auf Bitcoins an der Börse gehandelt. Das dürfte zum jüngsten Hype beigetragen haben. Bitcoins sind sehr stark im Wert gestiegen, allein in diesem Jahr von 1.000 US-Dollar auf über 15.000 US-Dollar. Zugleich sind sie volatil, schwanken also stark im Wert und könnten demnächst jäh abstürzen. Es gibt klare Anzeichen für eine Blasenbildung.

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Doch die gibt es angesichts der Null- und Negativzinsen für sehr viele Anlageklassen. Vor allem weiß man selbst bei einer eindeutigen Blase nicht, wann und bei welchem Kurs sie platzt. Bitcoins könnten also erst noch weiter steigen, man darf nur den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg nicht verpassen.

Den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg hat man hingegen schon verpasst. Zumindest Laien sollten jetzt von Bitcoins die Finger lassen, gerade weil die Massenmedien darüber berichten und das Interesse in breiten Bevölkerungskreisen steigt. Auch die langfristige Kursentwicklung ist unsicher. Es könnte sein, dass Bitcoins ganz verschwinden, weil sich entweder eine andere Kryptowährung durchsetzt oder staatliche Regulierer den Markt austrocknen. Letzteres würde ich übrigens keineswegs befürworten. Der Markt soll entscheiden, wozu allerdings auch der kritische Hinweis gehört, dass Bitcoins nicht für alle Marktteilnehmer geeignet sind. Außerdem könnten Kriminelle Bitcoins zu unsicher machen, zumindest wieder für Laien.

Schließlich handelt es sich um keine echte Währung, dazu werden die Geldfunktionen zu schlecht erfüllt. Insbesondere taugen Bitcoins nicht als einigermaßen stabiler Wertmaßstab. Auch für die Wertaufbewahrung sind Bitcoins zu unsicher. Sie sind eher ein Spekulationsobjekt, welches für bestimmte Arten von Transaktionen Vorteile bietet, die die meisten Laien aber auch nicht vornehmen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: karlheinz gampe

Es gibt nun auch Krypto Katzen mit denen man handeln kann. Sie werden wie Bitcoins künstlich von einem Algorithmus (Programm) erzeugt also aus der Luft gegriffen. Auch Gebündelte Tripple AAA Papiere waren angeblich wertvoll aber enthielten viel heiße Luft und wenig Werthaltiges was zur Finanzkrise führte. Solange man Dummköpfe findet, die mehr bezahlen als man selbst bezahlte, kann man mit Bitcoins handeln.

Gravatar: Denkster

Endlich mal ein halbwegs differenzierter Kommentar zum Bitcoin! Was man heute an Bitcoin-Bashing vernehmen muss, zeugt davon, dass sich unsere Geldexperten einfach nicht auskennen mit der neuen Technologie, auf der Kryptowährungen aufsetzen: die Blockchain. Sie garantiert, dass eben keine zentralen Dunkelmächte im Hintergrund an den Strippen ziehen und die Dinge zu ihren Gunsten manipulieren können. Blockchain bedeutet: dezentrale Struktur, verteilte Information über das gesamte Netz weltweit. Und fast noch wichtiger: Open Source. Es sind viele Tausend Entwickler weltweit beteiligt, unmöglich, die alle "zu kaufen". Wenn da irgendwo was nach Manipulation riecht, wird das sofort bekannt gemacht. Die überwachen sich nämlich alle gegenseitig. Das muss man begreifen, bevor man über Kryptowährungen urteilt. Fazit: "Keine Macht für niemand!"

Gravatar: Jana

Was der Bitcoin-Preis macht ist mir recht egal. Mich interessiert nur die Technologie die dahinter steht. Und durch die Blockchain-Technologie sind z.B. soziale Netzwerke möglich, die sich vollkommen den Zensurmaßnahmen des Heiko Maas entziehen! Um Finanzen können wir uns streiten, wenn wir es geschafft haben die Meinungsfreiheit in Deutschland zu retten! Das soziale Netzwerk, das mich in dem Zusammenhang am meisten interessiert heißt Steemit.
https://steemit.com/created/deutsch

Gravatar: Andreas Berlin

Bei allem Respekt, aber eines sollte man nicht vergessen: alles, was ich an der Börse kaufen kann, dient nur einem einzigen Ziel und das ist PROFIT. Vor 150 Jahren hat Karl Marx schon darauf verwiesen, dass das Kapital für 100% Profit alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß stampft und es bei 300% Profit kein Verbrechen gibt, was es nicht bereit ist, zu begehen. Auch wenn ich kein Komminist bin, hat mich mein Leben gelehrt, dass Marx recht hat. Eine soziale Einrichtung wird die Börse niemals werden und ob zehn oder tausend Wissenschaftler daran arbeiten: käuflich sind sie alle! Warum wohl schaffen wir Menschen es seit tausenden von Jahren nicht, einfach in Ruhe friedlich und gleichberechtigt miteiander zu leben? Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Gravatar: Udo Stemmer

„Bitcoins sind nichts für Laien“
O.K.
Autos sind auch nichts für den Laien und trotzdem hat jeder zweite Deutsche eins.
Keiner der ein Auto nutzt muss das Auto bis ins Detail verstehen und bei Bitcoins ist das auch so.

„Sie sind eher ein Spekulationsobjekt, welches für bestimmte Arten von Transaktionen Vorteile bietet, die die meisten Laien aber auch nicht vornehmen.“

Einfach mal 20, 50, 100 oder 200€ in Bitcoin umwandeln und 1, 4 oder 52 Wochen abwarten.

Zumindest die Blockchain-Technologie wird in den nächsten Jahren so gut wie alle Lebensbereiche durchdringen, das kann keiner aufhalten.

#

Hallo Denkster,
Sie sind einer der wenigen die den Grundgedanken der Blockchain-Technologie und letztendlich auch von Bitcoin erstanden haben.

Alles 100% O.K.
was Sie am 12.12.2017 - 09:32 geschrieben haben
und auch 100% Zustimmung.

Gruß

Gravatar: Christian Dirk Bähr

In Zeiten von finanzieller Repression, Bargeldobergrenzen, Kapitalverkehrskontrollen etc. eine der wenigen Möglichkeiten des Smart Money, anonymerweise dem De-cashing und dem Zugriff durch Big Brother zu entgehen.

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