Auf der Suche nach Antworten

Hier ein Bericht zu den „Unerwarteten Studententagen“ (Netikėtos studentų dienos) in Kaunas vom 4.–8. April von der LKSB-Generalsekretärin Sigita Ragauskaitė. Danach einige Bilder von der Veranstaltung.

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Nach einem Jahr Pause haben wir, LKSB, wieder eine mehrtägige Veranstaltungsreihe, eine Missionswoche, an einer Universität durchgeführt. Ende letzten Jahres hatten wir den Vorschlag erhalten, Peter Payne für März oder April nach Litauen einzuladen. In dieser Zeit reist er mit seiner Frau durch Europa und spricht bei Veranstaltungen von verschiedenen IFES-Bewegungen. Die Studentengruppe in Kaunas beriet sich und entschied, die Herausforderung anzunehmen. Warum Herausforderung? Bei der letzten evangelistischen Hochschulwoche bereiteten wir uns fast ein halbes Jahr vor: wir suchten Redner, planten das Programm. Diesmal hatten wir den Redner gleich, aber nur drei Monate der Vorbereitung. Die Studierenden gaben sich auch noch eine weitere Herausforderung: Veranstaltungen an allen 5 Tagen in der Woche (bisher bei diesen Wochen immer nur 4).

Bereits in der Mitte der Hochschulwoche haben wir gesehen, wie viel Nutzen das Studententeam selbst hat. Ein Studentin sagte über die Arbeit im Team: „Wir wurden untereinander noch bessere Freunde und als Team noch geschlossener.“ Ein andere Studentin fügte hinzu: „Wie gut war es, dass wir beschlossen hatten uns nicht auf Werbung über Facebook zu beschränken, sondern direkt in die Universität zu gehen und Studenten am von uns gestalteten Stand im Foyer anzusprechen. Wie viele gute Gespräche wir hatten!“ Einige Teammitglieder bestätigten, dass sie es nicht erwartet hatten, dass die litauischen Studenten so offen für Gespräch über geistliche Themen sein würden; dass sie sich so bereitwillig den gestellten Aufgaben am Stand stellten und bereit waren, Fragen zu beantworten. Jetzt fühlen sich die Studenten noch mutiger, Gespräche über den Glauben unter den Mitstudierenden zu beginnen.

An  den Vor- und Nachmittagen der Woche lud das Team an der Vytautas Magnus-Universität Studenten ein, sprach sie an, und an den Abenden hielt unser Gast Vorträge – und das zu wirklich wichtigen Themen: Glauben an irgendetwas (somethingism)?; Christentum kontra Wissenschaft?; Warum lässt Gott das Böse und das Leiden zu?;  Himmel und Hölle? (What a… Hell?). Insgesamt erreichten wir an den Abenden etwa 100 Studierende. Obwohl wir bei Veranstaltungen in der Vergangenheit auch schon mehr Teilnehmer hatten (an einem Abend in Kaunas vor ein paar Monaten kamen so viele Besucher), halten wir die Woche dennoch für einen Erfolg. Praktisch alle Studenten blieben nach den Vorträgen zu Gesprächen zurück, beteiligten sich aktiv bei Frage-und-Antwort-Runden; später gingen viele auch noch auf den Redner zu, um mit ihm zu diskutieren. An jedem Abend mussten wir den langen Gesprächen leider ein Ende setzen, damit wir den Hörsaal abschließen konnten und nicht vom Hausmeister aus dem Uni-Gebäude geschmissen wurden.

Unsere Gäste, Ehepaar Payne, hatten wir gewarnt: Sie sollten sich nicht wundern, falls die Studenten kaum Fragen haben, denn wir Litauer lernen dies erst und gewinnen erst nach und nach Mut dazu. Aber die zahlreichen Fragen und persönlichen Gespräche waren dann für uns selbst eine weitere unerwartete Sache bei den „Unexpected Student Days“. Unter den Zuhörern waren Atheisten, Agnostiker oder zweifelnde Katholiken. Mehr als einmal hörten wir von Studenten, dass sie christlich erzogen worden sind, aber in der Jugend oder später an dem zweifelten, was sie mal gelehrt wurden; ohne Antworten auf neue Fragen haben sich manche entschieden, Atheist zu werden. Aber dieser Atheismus beantwortete nicht alle ihre Fragen, so dass die Suche weiter ging. Andere Studenten sagten, dass sie sich als Christen betrachten, aber auch Zweifel haben und nicht wissen, was sie mit diesen tun sollen. Sie möchten glauben, haben aber das Gefühl, dass etwas fehlt. Peter forderte die Studenten wiederholt auf, Fragen zu stellen und nach Antworten suchen, weil das Christentum ein rationaler Glaube ist; es gibt reichlich Grund, Gott zu vertrauen. Ich denke, dass dies die Studenten ermutigte sich einzugestehen, dass auch sie Fragen haben und dass es sich lohnt, sie um Antworten zu bemühen.

Dieser Woche brachte uns als ganzem Team viel Freude. Viele offene Gespräche und neue Bekannte, die mehr über unsere studentische Arbeit erfahren, die Gespräche fortzusetzen und gemeinsam die Bibel lesen möchten. Bis zum Sommer sind es noch zwei Monate, die Arbeit geht also weiter.

Beitrag zuerst erschienen auf lahayne.lt

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