In Berlin wirft die Opposition immer wieder dem rot-roten Senat vor, ein eiskaltes Einsparprogramm auf dem Rücken der Schüler durchziehen zu wollen und die Axt an das geheiligte gegliederte Schulwesen legen zu wollen. Alle zeigen mit dem Finger aufeinander: “Ihr Bösen im rot-roten Senat!
Ihr wollt Schule, Bildung und Jugendarbeit kaputtsparen!” So passt es ins Bild, dass Friedrichshain-Kreuzberger Jugendstadträtin Monika Herrmann (Grüne) gegen die Politik des eigenen Bezirksamtes, gegen die von der Landesregierung geforderte Provatisierung von Einrichtungen der Jugendarbeit demonstriert! Denn die Übertragung der Jugendzentren an freie Träger ermöglicht Einsparungen im 6-stelligen Bereich.
Die Retourkutsche des Senats lässt nicht auf sich warten: “Selber böse! Ihr Bösen von der CDU und von der FDP und von den Grünen wollt die Spaltung der Gesellschaft vertiefen!”
Freunde, arkadaşlar, Kanzlerin Merkel hat einmal im Gespräch mit Anne Will gesagt: “Die Bundesregierung ist kein Kindergarten. Sie können den Leuten nicht das Handy verbieten.” Damit meinte sie im Klartext: “Ein Kindergarten ist leichter zu führen als ein Bundeskabinett. Denn im Kindergarten kann man den Kindern etwas verbieten.”
Ich meine: Berliner Landes- und Bezirkspolitik gleicht über weite Strecken einem schimpfenden Kindergarten mit wechselseitiger Schuldzuweisung. Es fehlt vielen Politikern offenbar an grundlegender Kita-Bildung. Meine Bitte: Berliner Landes- und Bezirkspolitiker aller Parteien, bitte holt eure Kita-Bildung nach! Ich kenne tolle Kitas, wo man das Gefühl für Eigenverantwortung erlernt! Statt immer nur auf andere loszuschimpfen.
Ich kenne die Melodie, ich kenne die Herren und auch die Damen. Die Melodie geht so: Der Staat soll alles machen: Ängste nehmen, Freizeit organisieren, kostenlose Jugendreisen für die Benachteiligten aller Klassen und aller Bezirke. Alles, alles, alles soll das Land Berlin in die Hand nehmen. Und von Mutti Bundesrepublik holt das ungebärdige, schlecht erzogene Bundesland Berlin sich das benötigte Kleingeld. Statt es selbst zu erwirtschaften.
Frische Ideen fehlen. Mut fehlt. Werteorientierung fehlt. Quer durch alle Parteien. Überall sehen wir blühende Versprechungen.Selbst die Bundesregierung kannd a nciht nachstehen: Sie schreibt lächelnd ein Betreuungsgeld alle jenen Eltern ins volkseigene Schuldenkonto, die ihre Kinder zuhause erziehen wollen.
Ich behaupte: Bessere Bildung mit weniger Geld ist möglich! Bessere Grundschule auch mit größeren Klassen ist möglich! Es liegt nicht am Geld! Hört doch auf, immer nur den schwarzen Peter den anderen zuzuweisen. Das Bundesland Berlin hat mit die höchsten Sozialausgaben, die höchsten Bildungsausgaben, die höchsten Jugendhilfeausgaben aller Bundesländer pro Einwohner - und dennoch in vieler Hinsicht und in manchen Bezirken mit die schlechtesten Sozialdaten bundesweit! Trotz - oder gerade weil?!
Hier kommt Lesefutter für unser Politiker-Kita. Was meint ihr? Hat der Blogger Johannes Hampel mit seinen maßlosen Vorwürfen recht? Verteidigt euch! Lest und diskutiert in überparteilichen Arbeitsgruppen folgende Artikel:
“Nicht ohne meinen Jugendtreff.” zitty Berlin, Das Hauptstadtmagazin, Nr. 22-2009, 22. Okt.-4. Nov. , S. 26-27
“Der Bund agiert in höchstem Maß unsolidarisch.” Tagesspiegel, 27.10.2009