Nun bekommen wir also eine neue Koalition aus CDU/CSU und FDP. Was bereits in vielen Flächenländern Realität ist, hat sich nun auf der Bundesebene - wenn auch erst im dritten Anlauf - durchgesetzt. Erleben wir jetzt einen Richtungswechsel in der Politik?
Die Hoffnungen vieler Unternehmer richten sich auf die Liberalen. Sie sollen für die Sanierung unseres hochverschuldeten Staates sorgen. Ich bin gespannt, wie viel FDP im Koalitionsvertrag stecken wird. Die Liberalen sind jedenfalls inhaltlich gut vorbereitet, um in der neuen Regierung als Antreiber und wirtschaftspolitisches Gewissen zu wirken. Die Union weiß ebenfalls, wie Deutschland aus der Krise geführt werden kann. Von ihrem Arbeitnehmerflügel hoffen wir, dass er tatkräftig mithilft, den Karren wieder flott zu bekommen, den wir Familienunternehmer und die Arbeitnehmer gemeinsam ziehen. Wenn dieser Karren endlich mal entlastet wird statt uns immer noch mehr draufzupacken, dann schaffen wir gemeinsam auch mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze.
Wir werden sehen, ob die schwarz-gelbe Bundesregierung beim nächsten Wirtschaftsaufschwung der Versuchung widersteht, die dann steigenden Steuereinnahmen zu verteilen, wie das die große Koalition getan hat, anstatt damit den Haushalt zu sanieren. Das allein wird aber nicht reichen, um wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Die wichtigste Frage wird sein, wie wir mehr Arbeitsplätze schaffen können. Denn bisher werden die Rentner, die Kranken und die Arbeitslosen über Abgaben finanziert, die von unseren Mitarbeitern erwirtschaftet werden. Mit zusätzlichen Arbeitsplätzen wird die Finanzierung unserer Sozialversicherungen leichter.
Mehr Arbeitsplätze gibt es aber nur mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum. Die neue Regierung wird sich an die Weisheit jedes verantwortlichen Familienvaters halten müssen: Man kann nur das ausgeben, was man zuvor erwirtschaftet hat. Eine Regierung, die wie bisher einfach Schulden macht, belastet ja gerade diejenigen, die den Karren unserer Gesellschaft ziehen. Denn die Schulden von heute sind die Steuern von morgen. Die Sanierung unseres Landes wird nicht einfach. Aber jeder noch so lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Unternehmer und Arbeitnehmer werden genau beobachten, ob die neue Regierung sie entlastet. Die Chancen dafür sind gut.