Wolfgang Schäuble, der bereits während der Wiedervereinigung Innenminister war, hat gegenüber der Zeitschrift “Super-Illu” eingeräumt, daß er die Stasi-Akten 1990 vernichten lassen wollte. “Ich habe dazu - genau wie Helmut Kohl - geraten, damit die Streitigkeiten der Vergangenheit nicht zu sehr den Wiederaufbau der neuen Länder und damit die Zukunft belasten”, erklärte Schäuble.
Die Vernichtung der Akten ist auf Wunsch der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer unterblieben, die sich für eine Aufarbeitung des Unrechts eingesetzt habe.
Schäuble weiter: “Viele Opfer des Systems beklagen nach wie vor, ihnen geschehe keine Gerechtigkeit. Gleichzeitig fühlen sich Stützen des damaligen Systems an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Etwas so Fürchterliches wie Teilung und SED-Diktatur wirkt leider nach, so lange Menschen leben, die dieses erlebt haben”. Dieses Bekenntnis von Schäuble ist schockierend, weil es eine unglaubliche Erosion der Rechtsstaatlichkeit dokumentiert.
Es waren Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Denn in einem freiheitlichen Rechtsstaat müssen schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesühnt und nicht unter den Teppich gekehrt werden.
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