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27.05.2012
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     Johannes G. Klinkmüller
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Kinder, Gärten, Krippen: Erinnerungen und Gedanken.
Weitere Themen: Kindergartenpflicht, Allgemein, Bildung

Es gibt Kinder, die im Kindergarten glücklich sind. Ich war es nicht sonderlich. Von daher ist dieser Post subjektiv gefärbt. Wie auch meine Gedanken zu den Hintergründen von Familienpolitik.

Kakao und Kindergartenklofenster

Mein erster Kindergarten, den ich besuchte, wurde von katholischen Schwestern geführt. Jeden Mittag mussten wir ein Mittagsschläfchen halten und danach gab es einen Kakao, der ein eingebautes Brechmittel enthalten musste; meine Eltern zogen schnell die Konsequenzen.

An den zweiten habe ich mehr und bessere Erinnerungen; eine betrifft Schwester Maria, eine ganz liebevolle Kindergärtnerin; im Nachhinein fast eine Muttergestalt für mich. 

Eine weitere betrifft das kleine Klo des Kindergartens. Das Wichtigste darin war das Fenster. Wenn es offenstand, konnte ich fast das Haus, in dem meine Eltern wohnten, sehen und die Sehnsucht, dort sein zu wollen, spüre ich noch heute. Ich dachte mich immer bis hin. 

Der zweite Kindergarten war jedenfalls erträglich; das Allerwichtigste aber war für mich: Meine Mutter war immer da, abends, wenn die Tür nach außen aufging.

Daran musste ich denken, als ich in dem Buch Vatermänner von Julia Onken, in dem sie ihre Vater-Beziehung aufarbeitet, las, was sie von ihrem Freund Fabian wusste:

„Du hast heimlich aus dem Klofenster gehofft, damit niemand deine Tränen sah, wenn Dich Dein Vater Sonntag für Sonntag einfach im Heim sitzen ließ.“

Ich war nicht im Heim, aber mir ging es wochentags so wie Fabian sonntags.

Ich glaube, ich brauche nicht zu kommentieren, was ich von einer Kindergartenpflicht halte.

Noch mehr drängt es mich, über einen Wort-Betrug zu schreiben:

Krippe - und wofür sie eigentlich steht

Wir sprechen von Krippenplätzen.

Übrigens gehen wir wie selbstverständlich davon aus, dass die Betreuerinnen dort ein Herz für Kinder haben. Das ist sicherlich recht häufig der Fall ... mehr möchte ich dazu nicht schreiben, sondern dazu:

Die Bezeichnung Krippe - sieht man von der etymologischen Bedeutung ab - geht ja zurück auf jene, die allweihnachtlich ins Blickfeld des einstmals christlichen Abendlandes rückt, nur:

Hier waren Maria und Josef, das Urpaar bewussten Elterndaseins, zugegen. Und Heimat ist für ein Kind immer da, wo die Eltern sind, ob in Bethlehem, auf der Flucht nach Ägypten, in einer Herberge, in einem Stall oder in einer Wohnung in Hamburg, Berlin oder München.

Krippenplätze, von denen Frau von der Leyen spricht und mit denen sie ihr politisches Schicksal förmlich verbindet, sind vater- und mutterlose Plätze. Ja, es sind Plätze. Es sind keine Familien-Räume.

Warum gibt unsere Gesellschaft so einfach den familiären Raum auf, die Bedeutung des Familientisches, familiäre Wärme und Geborgenheit?

Weil es die moderne Gesellschaft erfordert? Das Bruttosozialprodukt? Die freie Wirtschaft? 

Freiheit wozu?

Klar fühlen sich Kinder oft schon mit zwei wohl im Kindergarten und wollen gar nicht mehr nach Hause (mir ging es bekanntlich nicht so). Und in Spanien z.B. wird - wenn ich aufmerksam ferngesehen habe - mit Lesen und Schreiben, mithin mit Schule viel früher begonnen.

Kinderseelen sind flexibler als man annimmt; sie machen, was man mit ihnen macht.

Und es gibt immer Wissenschaftler, die herausfinden, dass erstens Gewalt im Fernsehen nichts schadet und zweitens Einschulung mit drei gut tut.

Meine Intuition sagt mir anderes ...

Das Da-Sein von Vater oder Mutter ist ein Wert an sich

... und ich weiß, wie wichtig es noch für ein zwölf- oder vierzehnjähriges Kind ist, wenn es nach der Vormittagsschule heimkommt und die Mama ist da, auch wenn es diese zum Teil ignoriert. Aber einfach, dass sie da ist ...

Manchmal braucht man als Kind und auch als Jugendlicher Mama und Papa, und dann ist es wichtig, dass sie da sind. Noch kann das Handy nicht den Geruch von Vater oder Mutter weiterleiten oder eine Hand einfühlsam ausfahren, die einen berührt.

Tut mir Leid, ich bin nicht einmal für die Ganztagesschule, weil ich noch weiß, wie sehr ich es als Kind und Jugendlicher genossen habe, meine Nachmittage selbst zu gestalten, wenn wir auf dem Bornheimer Hang uns Bäume als Tore suchten, um zu bolzen, oder auf dem Boden lagen, um beim Räuber-und-Gendarm-Spiel nicht entdeckt zu werden und dabei rochen, wie die Erde riecht; ich gehöre noch zu der Generation, die weiß, wie Frühlingserde riecht und dass sie ganz schön kalt sein kann.

Ich hätte nicht in eine Ganztagesschule gewollt. 

Warum setzen sich Ganztagesschulen durch? Wegen der Unwirtlichkeit unserer Städte? Oder wegen der Unwirtlichkeit unseres familiären Bewusstseins?

Ich jedenfalls hätte meinen einjährigen Erziehungsurlaub liebend gerne verlängert ... Manchmal frage ich mich, wie fremdgesteuert das jeweilige individuelle Bedürfnis nach Verwirklichung ist und ob es bei vielen wirklich immer „Selbst“-Verwirklichung ist ... ich bezweifle das.

Es ist die Gesellschaft, die ganz viel von dem Bewusstsein prägt, das uns sagt, was wir zu wählen die "Freiheit" haben.

Wovon hängt es ab, wie Politiker sich entscheiden?

Wir erinnern uns noch an Winnenden und was dort Tragisches geschah.

In diesem Zusammenhang hörte ich am selben Tag ein Interview mit unserer Familienministerin. In ihrem ersten Satz bedauerte sie das Geschehen. In ihrem zweiten Satz ging sie darauf ein, wie so etwas in Zukunft zu vermeiden sei. Wohlgemerkt, das war wenige Stunden nach dem Geschehen. - Sorry, das kann ich nicht vergessen.

Dieses Interview hat mich total erschüttert. Ich konnte es nicht fassen, dass jemand so über die Toten und das unsägliche Leid hinweggehen konnte, wo andere noch um Worte rangen.

Kafka spricht an einer Stelle von dem gefrorenen Meer in uns. Wer sich mit der Kindheit dieses Autors beschäftigt hat und den Brief an seinen Vater kennt, weiß, woher das rührt.

Prägungen überleben gegebenenfalls das ganze Leben

Gisela Onken schreibt in ihrer Aufarbeitung: 

„Vater! Das ganze Leiden des kleinen Mädchens kreiste um ihn und immer nur um ihn. Es durchlebte Szene um Szene des väterlichen Desinteresses, seiner unbeschreiblichen Gleichgültigkeit (...) Wohin soll ein Kind mit seiner glühenden Liebe, die es für den Vater in sich spürt, gehen? Was soll es tun mit diesen Gefühlen? (...) irgendwann scheint man am Ziel angekommen zu sein, daß es sich nämlich nicht mehr lohnt, von ihm geliebt werden zu wollen oder ihn zu lieben.“

Was Politikerinnen und Politiker dazu treibt, bestimmte Worte zu sagen oder Entscheidungen zu treffen und bestimmte Lösungen zu präferieren, hängt weniger mit ihrer Ratio zusammen als mit dem, was - oft nicht aufgearbeitet - in ihnen sie beeinflusst.

Und lassen wir uns nicht davon blenden, wie viel Kinder sie haben, wie sehr sie gestylt sind in ihrem Äußeren und ihren Worten.

Ein kleiner Exkurs in Sachen „Liebe“

Wir alle haben unsere Biografien und fast immer hängen wir an Vater und Mutter, obwohl die Wirklichkeit unseres elterlichen Zuhauses womöglich keineswegs so liebevoll war, wie wir es uns glauben machen wollen, gilt es doch, den Begriff von Liebe zu hinterfragen, der unser Leben prägt. Was unsere Eltern als Liebe bezeichnen, das übernehmen wir zunächst und oft ein ganzes Leben lang.

Nicht zwei Menschen, die über Liebe sprechen, meinen jedoch dasselbe.

Wenn die wahre Liebe wie eine Orgel mit all ihren möglichen Klaviaturen, Registern, Manualen und Pedalen ist, so spielen doch viele ihr Leben lang nur in dem Bereich einer einzigen Oktave auf einer einzelnen Klaviatur der Liebe, und das manchmal nur auf den weißen oder schwarzen Tasten.

Dennoch glauben sie in aller Regel, sie wüssten, was Liebe ist.

Wenn aber einer kommt, der von Liebe spricht und spürbar ist, er weiß, wovon er spricht, dann bringen  - so geschehen vor 2000 Jahren - die Menschen ihn lieber um; dann ist man das Problem los, vor Augen haben und spüren zu müssen, woran es gälte zu arbeiten.

Meine Eltern waren im Übrigen sehr religiös und - wenn ich mir diese persönliche Bemerkung erlauben darf - ich habe lange gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass sie die Tatsache, dass ihnen Liebe weitgehend fehlte, bestens damit kaschierten, dass sie immer von der Liebe Gottes sprachen. 

Nicht, dass ich das verallgemeinere, und ich bin im Übrigen meinen Eltern dankbar für das, was sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten für mich getan haben.

Mein Einblick in ihre Elternhäuser lässt mich erahnen, warum sie waren, wie sie waren, und heute, da sie nicht mehr leben, lebe ich mit ihnen im Frieden, auch wenn hin und wieder Schrapnelle der Kindheit explodieren bzw. entschärft werden müssen, Verletzungen meines inneren Kindes.

Warum ich darüber schreibe: 

Ur-Sachen für politische Entscheidungen

Die Politikerinnen und Politiker, die Entscheidungen treffen über die Erziehung von Kindern, über Kindergartenpflicht, Ganztagesschule, Krippenplätze und anderes mehr, sind nur in dem Maße frei, in dem sie ihre Abhängigkeiten und (einstigen) Unfreiheiten kennen. Wer um diese weiß, tritt viel demütiger und bescheidener auf als viele unserer Abgeordneten, die vorgeben, sie wüssten genau, was Kinder brauchen.

Sie sollten auch demütiger sein im Hinblick auf die Bedeutung von Familie. Immer nur können sie deren Bedeutung beurteilen auf dem Hintergrund dessen, was sie erlebt haben. Da aber bleibt manche sogenannte heile Welt als mehr oder weniger großes Unheil bestehen, vergeblich auf Enttarnung wartend.

Abschied von der Familie

Im Grunde leben wir in einer Zeit, die Abschied nimmt von der Familie; wir sollten sie genießen, so lange es geht; so makaber das klingt. Die diversen Events sind heute wichtiger als eine Runde Mensch-Ärgere-Dich-nicht am Familientisch. Nach der Formel-I-Übertragung kommt sonntags die Sportschau, der Weltspiegel und dann der Tatort.

Und unter der Woche sind die Kinder versorgt. Ganztägig.

Okay, nachts sind sie noch zu Hause. 

Aber das lässt sich auch noch regeln ...



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Kommentare (9)




 
  Kommentare (9)

schueler, 30.09.2009 20:33
genau meine vorstellung... ein kind muss viel mehr zeit mit familie verbringen. ich kann nur aus miener erfahrung sagen, dass ich mcih, als kind, gefreut hätte, hätte ich eine ganze familie gehabt, doch leider haben sich meine eltern schon früh getrennt.
zu mienem vater hatte ich so selten kontakt, der von jahr zu jahr immer weniger wurde, was ich seeeehr bedauer.
super text!


Rodríguez, 29.09.2009 08:48
Ich komme aus Spanien und wohne seit 2006 in Deutschland. Ich bin keine Expertin in dieser Thema aber ich bin der Meinung jeder müsste eigentlich die Freiheit haben um selbst entscheiden zu konnen, ob Sie Ihr/e Sohn/Töchter in der Krippe oder/und im Kindergarten anmelden will.
Ich habe selbst einen Sohn und ich wollte weiter arbeiten. Wenn man dieser Meinung ist, muss man viel kämpfen. Nicht nur gegen der Meinung anderer Leute, sondern auch um einen Krippenplatz zu bekommen. Die Warteliste sind unendlich lang und es ist ein Glückspiel einen Platz zu bekommen. Die Elterninitiativen sind nicht besser. Man muss auch Glück haben um zu einer bestimmter Zeitpunkt alle Ihre Voraussetzungen zu erfüllen.
Ich habe an der Universität studiert und ich könnte mir einfach nicht vorstellen den ganzen Tag zu Hause zu bleiben. Mir mach meine Arbeit Spaß, und ich verstehe nicht warum kann man nicht gleichzeitig eine Familie und sein Beruf behalten. Ich kann jetzt sagen, dass ich Glück hatte. Ich habe einen Krippenplatz bekommen, nicht stadtlicher, aber mindestens einen Krippenplatz, und ich kann weiter arbeiten, wie ich immer wollte. Ich fühle mich keine schlechte Mutter, oder wie hier in Deutschland einige Leute sagen, "Rabenmutter". Mein Sohn ist sehr zufrieden und ich sehe sein Gesicht jeden Tag, ich weiss dass er glücklich ist. Ich verbringe meine Freizeit mit ihm und wir unternehmen auch vieles.
In Spanien kenne ich auch die Situation, da ich zwei Nichte dort habe. Es gibt auch nicht genügende städtliche Krippenplätze, aber ab 3 Jahre alle die Kinder gehen auf der Schule (städliche, wenn Sie wollen). Dort lernen sie viel, und es schadet Ihnen nicht.
Ich respektiere der Meinung andere Leute, aber ich finde man müsste die Möglichkeit haben um selbst zu entscheiden.
Beide Mutter und Vater sind sehr wichtig für ein Kind. Nicht nur die Mutter muss zu Hause bleiben, weil Sie die Mutter ist.
Aber das ist nur meine Meinung...


Lang Waltraud, 25.09.2009 10:44
Ich habe den Artikel gelesen und kann nur sagen B R A V O ! Bravo, dass es noch Menschen gibt, die unsere Kinder nicht als "seelenlose" Wesen sehen, denen man erst etwas beibringen muss, damit sie einmal in unserer Gesellschaft funktionieren!
Wen interessiert das schon, wie es einer kleinen Kinderseele geht, wenn sie stundenlang von der Mutter getrennt ist, noch nicht "denken" kann, sie kommt ja wieder. Tagtäglich muss sich das Kind mit dem Verlust der Mutter auseinandersetzen, keine Kindergartenbetreuung kann diese Symbiose mit der Mutter ersetzen, die in den ersten Lebensjahren wichtig ist. Das "stumme" Weinen eines Kindes, das sich den Gegebenheiten anpassen muss, ob es will oder nicht. Und wir sind ja auch noch stolz darauf, wenn unsere Kinder klaglos sich anpassen um damit den Vorstellungen der Eltern gerecht zu werden. Wen interessieren die Stimmen der Menschen, die dann in späteren Jahren mit den "Resultaten" dieser frühen allzulangen räumlichen Entfernung von der Mutter, dem fehlenden Körperkontakt, den Zuwendungen der Bezugsperson, von der man "unter dem Herzen getragen" wurde, entrissen wird.
Nicht die sind "arm" dran, die sich auch nach 40 Jahren noch an das emotionale Erleben ihrer Kindheit erinnern, sondern die, die den Zugang dazu verloren haben. Denn die wissen in ihrem Herzen nicht mehr, was der Seele eines Kindes Leid zufügt. Es geht dabei nicht um das "Herumgraben" in Vergangenem sondern das Erinnern. Aber wer sich nicht daran erinnert, was der eigenen Seele als Kind gut getan hat und was nicht, wie will er dann glauben machen, dass er aber weiß, was für das Seelenwohl eines Kindes wichtig ist. Es geht hier nicht um den äusseren Rahmen, in dem ein Kind aufwächst.
Leider ist es in unserer Gesellschaft gang und Gebe, das "Erwachsenenwerden" eines Kindes vorwiegend daran festzumachen, wie "brauchbar" es für die Gesellschaft ist, ungeachtet dessen, zu welchem Zeitpunkt man versucht, ein Kind "brauchbar" zu machen.
Schauen wir uns doch unsere "Ellenbogengesellschaft" an: Wie rücksichtsvoll/einfühlsam gehen wir im Alltag miteinander um? Wir regen uns auf, wenn man uns bei unserem "Alltagsgeschehen" ausser Acht lässt, egal ob in Familie, in Beruf, ob die Politik uns übergeht.... Wir sind zutiefst entsetzt über Menschen, die anderen Leid zufügen und wollen nicht sehen, wie maßgeblich Jeder Einzelne dazu beiträgt.
Wir "setzen" dieses Verhalten der späteren Erwachsenen in der ersten Zeit des Erdendaseins, wo wir ohne Rücksicht auf die Seele des Kindes, ohne zu hinterfragen, was wir mit dieser machen, wenn wir es "erziehen" und in die "Richtung schieben" zu der wir "glauben", dass es sich entwickeln soll, ohne zu sehen, ob das Kind schon dafür bereit ist, weil es ja lernen muss, sich unserer Gesellschaft "anzupassen" dann, wenn uns das Kind als Bezugsperson am meisten braucht. Dann finden wir es "toll", wenn es klaglos über sich ergehen lässt, dass wir es in "fremde" Hände geben. Und wenn es nicht auf Anhieb klappt, finden sich sicher Erwachsene, die dem Kind "irgendwie beibringen" (subtil, agressiv......) dass es sich anzupassen hat und "irgendwann" ergibt sich ein Kind einem Schicksal, weil es sich gegen die Macht der Erwachsenen nicht wehren kann. Und die sind dann auch noch "stolz" darauf, dass sie es ja "gewußt" haben, dass das Kind sich schon daran "gewöhnen" wird. Ob eine kleine Kinderseele resigniert hat, weil es mit seinem inneren Erleben alleingelassen wurde .... die Hauptsache ist doch für den Erwachsenen, dass es sich nun in die Gegebenheiten einfügt, die er vorgegeben hat.
Und es ist ja auch so "toll", die Mütter wieder in den Berufsalltag zurückzuführen. Emanzipation ist 2wichtig“, ein gewisser Lebensstandard muss aufrechterhalten werden.... man hat ja so viele Argumente, mit denen man rechtfertigt, dass das Kind im frühkindlichen Alter von seiner eigentlichen Bezugsperson entfernt wird. Wen kümmert auch dass die Mütter überfordert sind (nicht alle können sich eine Haushaltshilfe leisten, wie die, die, welche diese "Politik" propagieren). In einer Zeitschrift fand ich einen Artikel ...


steff, 24.09.2009 11:28
Ulrike F. meint:
"Kindertagesstätten (privat oder staatlich) bieten ein Angebot an, dass auf die Bedürfnisse unsere Kleinsten abgestimmt sind (Pikler- oder Monntessori-Pädagogik). Eine Mutter kann das nicht leisten! Die Kinder sind in Gesellschaft vieler andere Kinder und lernen u.a. soziale Verhaltensweisen"

Aber es muss wohl so sein, dass auch Frau F. ihre persönlichen Erfahrungen verallgemeinert. Denn: Ich weiß, dass erstens längst nicht alle Krippen eine auf die Bedürfnisse unserer Kleinsten abgestimmte Pädagogik anbieten - schon allein der Personalschlüssel spricht in der Regel dagegen - und zweitens kenne ich viele Mütter, die ihre Kinder in der besten Weise in ihrer persönlichen Entwicklung fördern.

Darüber hinaus drängt sich mir der Verdacht auf, dass Frau F. in dem Bereich Kindererziehung ohne weitreichende Lebenserfahrung ist, sonst hätte sie wahrnehmen können, dass die verlässliche Nähe der Mutter/des Vaters zu den allerersten Bedürfnissen unserer Kleinsten gehört.


Ulrike F., 23.09.2009 12:42
1. Man kann nicht seine persönlichen Erfahrungen, die länger als 40? Jahre zurückliegen, verallgemeinern und auf die heutige Zeit übertragen.

2. Kindertagesstätten (privat oder staatlich) bieten ein Angebot an, dass auf die Bedürfnisse unsere Kleinsten abgestimmt sind (Pikler- oder Monntessori-Pädagogik). Eine Mutter kann das nicht leisten! Die Kinder sind in Gesellschaft vieler andere Kinder und lernen u.a. soziale Verhaltensweisen.
Viele Kinder sind bei Ihren Eltern schlecht aufgehoben und werden von diesen nicht gefördert. Diese Kinder sind aus familiären Gründen benachteiligt da sie u.a. nicht in der KITA sind. Diese Benachteiligung zieht sich dann durch das ganze Leben. Wollen sie das mit Ihrer Aufforderung erreichen?
3. Heutzutage ist die Erzieherin Bezugsperson für das Kind (fast wie eine Mutter). Darauf wird in guten Kitas viel Wert gelegt. Bezüglich Gruppengröße und Erzieher/Kindschlüssel sind Verbesserungen notwendig. Ebenso eine Verbesserung der Ausbildung der Erzieherinnen hinsichtlich unter 3 Jährige.

Heutzutage ist es bei der Erziehung unserer Kinder mehr denn je wichtig das Kind fit für die Zukunft zu machen, damit es in zukünftigen Zeiten knapper Energieressourcen, hoher Arbeitslosigkeit und ggfs Kriege gut überleben kann. Damit ist jede Mutter überfordert. Es gibt Pädagogische Konzepte dem Kind z. B. Selbstvertrauen bei zu bringen. Mit Selbstvertrauen schaffen sie jede Kriese, auch die Puppertät. Wissen Sie wie das geht?
Von den alleinstehenden Müttern, die Geld zum Lebensunterhalt verdienen müssen, will ich erst gar nicht reden ...

Die zeiten haben sich nunmal geändert! Und ich behaupte, dass unsere Kinder in einer Kita gut bis sehr gut behütet und gefördert werden. Besser als es die meisten Mütter können!


Alwis, 12.09.2009 11:38
Danke für diesen Beitrag.
Ich hatte eine Kindheit ohne Krabbelstube und Kindergarten.
Weil ich eine sehr glückliche Kindheit hatte, kämpfe ich seit Jahren gegen die zunehmende Tendenz zur Verstaatlichung unserer Kinder.
Wer sich dafür interessiert - bitte hier nachschauen:

http://wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?f=1&t=13


Karin Pfeiffer-Stolz, 11.09.2009 15:07
Mit Freude gelesen!

familienwehr.de, 11.09.2009 13:47
Immer wieder rührend, diese Geschichten von Sklaven, die in Ketten auf und ab gehen und Selbstgespräche mit ihrem Herrn führen.
Sklave!
Kinder von Sklaven gehören ihrem Herrn!
Du sollst arbeiten und nicht denken!


Heti, 11.09.2009 09:57
Danke.


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