Das Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) hat im August 2009 eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Frauen tendenziell eher Geistes- und Sozialwissenschaften, Lehramt oder Sozialpädagogik studieren,
während ihrer Anteil in technisch orientierten Fächern geringer ist und dass die Absolventen der weiblich dominierten Fächer im Durchschnitt schlechter bezahlt werden.
Mit zweierlei Maß?
Soweit, so uninteressant. Alle, die nicht mit fest geschlossenen Augen durchs Leben gehen, haben das auch so schon gewusst. Dass diese Art von „Erkenntnisgewinn“ auf Kosten der Allgemeinheit finanziert wird, ist zwar ein Ärgernis, aber es gibt schlimmere Fälle von Verschwendung. Das Problem sind die Schlüsse die die Autorinnen der Studie, Kathrin Leuze und Susanne Strauß, aus den von ihnen erhobenen Daten ziehen.
Schon der Titel der Veröffentlichung spricht Bände: „Mit zweierlei Maß – Studium zahlt sich für Frauen weniger aus“. Leuze und Strauß vergleichen die Männer- und Frauenanteile in verschiedenen Studiengänge und die Einkommen der Absolventen und kommen zu dem wenig überraschenden Schluss: „Die höchsten Einkommen werden in den Wirtschaftswissenschaften erzielt, gefolgt von Ingenieurswissenschaften, Rechtswissenschaften sowie Natur- und Gesundheitswissenschaften. Die Verdienste in den Fächergruppen der Geistes-, Kunst-, Erziehungs- und Sozialwissenschaften finden sich dagegen am unteren Ende der Einkommenshierarchie. Die Gegenüberstellung von mittlerem Einkommen und Frauenanteil pro Fach zeigt außerdem, dass es vor allem typische Frauenfächer sind, die mit einem geringeren Einkommen einhergehen.“
Die Autorinnen nehmen an, diese Einkommensunterschiede hätten ihre Ursache in einer gesellschaftlichen Frauenfeindlichkeit und folgern daher: „Sowohl Studienfächer als auch Berufe, die von Frauen dominiert werden, bringen also ein geringeres Einkommen mit sich.
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