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11.02.2012
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Die Fetten Monate sind vorbei
Weitere Themen: Autoindustrie

Was von der Abwrackprämie bleibt? Zwei Millionen glückliche Neuwagenbesitzer - sonst nichts.

längst hinter uns gelassen haben.

Wie gehts nun weiter?

Vorhin beklagte sich im Fernsehen ein Schrotthändler darüber, dass er den ganzen Hof voller fahrtüchtiger Autos stehen hätte und die eigentlich laut Abfallgesetz gar nicht verschrotten dürfte - eben weil sie fahrtauglich und kein Müll wären und er doch schon per Gesetz dazu angehalten wäre, Müll um jeden Preis zu vermeiden und wann immer möglich zu recyceln. Das Recyceln eines fahrtüchtigen Autos kann nun aber ja eigentlich nur bedeuten, es wieder auf die Straße zu bringen…

Keine Ahnung, ob die Gesetzeslage wirklich so ist, wie der Händler meint (würde es wen wundern? Nö, oder?) - mit dem gesunden Menschenverstand ist der Unfug, der da in den vergangenen Monaten abgelaufen ist, aber auf jeden Fall kaum zu fassen. Während jede Energieverschwendung durch drakonische Steuern sofort bestraft wird und Sparsamkeit bei allen möglichen Gütern wie zum Beispiel sauberer Luft oder Trinkwasser nicht nur aus finanziellen, sondern oft auch aus moralischen Gründen als politisch korrekt gilt, hat hier eine steuerfinanzierte Ressourcenverschwendung sondergleichen stattgefunden, die - Orwells Neusprech lässt grüßen - von der geliebten Bundesregierung überflüssiger Weise auch noch offiziell Umweltprämie getauft worden ist, eine beispiellose Hysterie ausgelöst.

Ich habe in meinem persönlichen Umfeld erlebt, wie funktionierende und an sich auch optisch noch absolut ordentliche Fahrzeuge zum Spaß demoliert worden sind, weil der Neue bereits ausgesucht und bestellt war und der (gar nicht mal so) Alte aber natürlich nicht verkauft werden sollte.

keinen Neuwagen zu kaufen. “Ach so - dein Alter ist erst acht Jahre alt? Oh man, Pech gehabt, tut mir echt LEid für Dich, hätte ich dir gegönnt!”

Und immer wieder habe ich gleichzeitig erlebt, wie das Instrument Abwrackprämie - obwohl gerne genutzt - als sinnloses Instrument und reinster Wahnwitz verspottet wurde.

Was werden wir wohl nun künftig erleben?

Da die Nachfrage nach Autos künstlich angeheizt und offenbar auch erfolgreich befriedigt worden ist, wird natürlich erstmal die Zahl der Autokäufe abnehmen. Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhärt denn das wäre sowieso passiert - ohne die Prämie vielleicht etwas früher aber das macht die Sache an sich ja erstmal weder besser noch schlechter.

Es haben aber auch Leute Autos gekauft, die sich nicht alle zwei Jahre ein Neues kaufen und bei denen die Neu-Anschaffung vielleicht erst in zwei oder vier Jahren angestanden hätte. Deren ehemals künftige Nachfrage hat man nun ganz plötzlich dem Markt entzogen. Die Beschäftigten in der Auto-Industrie hatten natürlich auf diese Weise immerhin einige Monate zu tun, also einen Job, also ein ordentliches Einkommen.

Dass aufgehoben aber nicht aufgeschoben bedeutet und Überkapazitäten sich auf Dauer höchstens durch dauerhafte Subventionen künstlich am Leben erhalten ließen, die zum Glück (bis jetzt jedenfalls…) scheinbar nichtmal die sonst um kein Konjunkturmaßnahmenplacebo verlegene SPD haben will, werden wir alle nun wohl ziemlich schmerzhaft zu spüren kriegen. Sofern das Kalkül der Regierung aufgeht zwar vielleicht erst nach der Wahl - aber dass bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern und Händlern in allernächster Zukunft gewaltige Umwälzungen anstehen, dass ahnt doch mittlerweile jedes Kind.

Ökonomisch nicht nachvollziehbar ist es, dass man den Unternehmen ihre Neuausrichtungen mit 5 Milliarden Euro einst von ganz normalen Menschen sauer verdienten Steuergeldes schwerer als nötig machen musste. Sozial zu rechtfertigen ist es ohnehin nicht - die große Masse der Neuwagenbesitzer dürften eher nicht zu den Ärmsten der Armen gehören und diejenigen, die nun halt ein bisschen Später ihren Job verlieren, werden sich vermutlich auch nur verhalten über die irgendwann aus der kommenden Absatzkrise resultierenden Entlassungswellen freuen können.

schonmal angedeutet habe: Profitiert haben werden allenfalls die zwei Millionen Neuwagenbesitzer und ganz vielleicht die Bundesregierung, respektive ihre zugehörigen Parteien.

Der Industrie, den Händlern und übrigens auch all denen, die früher alte Autos in ihren Werkstätten gegen Bares gerne wieder fit gemacht haben und mit alten Autos tendenziell mehr Geld verdient haben, als mit neuen, all diesen Unternehmen mit ihren Mitarbeitern werden die fünf Milliarden Euro ab heute jedenfalls nichts mehr bringen können.

Düstere Aussichten sind dass. Hoffen wir also alle miteinander, dass ich Unrecht habe und die Deutschen auch im kommenden Jahr wie die Blöden den Autohänderln ihre Buden einrennen werden…



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