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Kiffen; ein verharmlostes Problem
Weitere Themen: Allgemein

Der Konsum von Haschisch nimmt unter Jugendlichen und Studenten zu. Die Folgen dieses Konsums werden von Medien und Politik verharmolst. Ein Grund dafür ist, dass in links-alternativen Kreisen Kiffen immer noch als cool und antibürgerlich gilt.

Ich habe seit Jahren viele persönliche Kontakte zu Studenten, vorwiegend derjenigen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Dabei ist mir Folgendes aufgefallen: Sehr viele von ihnen weisen auffallende Verhaltensstörungen auf: Sie sind nicht in der Lage, sich auf eine Aufgabe über längere Zeit zu konzentrieren. In Diskussionen können sie keine klaren und schlüssigen Argumentationen vorbringen. Ihrem Denken fehlen im Allgemeinen die Fähigkeiten zu konzeptualisieren und zu strukturieren. Die betroffenen Studenten springen stattdessen willkürlich von einem Gedanken zum anderen. Darüber hinaus wirken sie sehr unmotiviert und antriebslos. Alles scheint ihnen egal zu sein. Sie sind nicht in der Lage, größere Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Nach Gesprächen mit diesen Studenten fand ich heraus, dass sie schon während ihrer Schulzeit viel gekifft haben. Die meisten von ihnen tun es immer noch, andere haben damit aufgehört, ohne dass bei ihnen die negativen Folgen ihres Haschisch-Konsums verschwunden wären.

Den Betroffenen sind diese Folgen meist nicht bewusst; sie verharmlosen völlig ihr Drogen-Problem. Dies wird auch von Medien und Politik bezüglich des Haschisch- bzw. Canabis-Konsums getan. Vorwiegend handelt es sich um politisch linke Kräfte, für die Kiffen zur alternativen Lebensform gehört; es wird von ihnen als Ausdruck von Freiheit und von antibürgerlicher Gesinnung betrachtet.

Ferner werden „medizinische Fakten“ verbreitet, die ganz offensichtlich einfachen Beobachtungen und Tatsachen widersprechen, z.B. dass nach dem Absetzen des Haschisch-Konsums seine negativen Folgen verschwinden. Dies verhindert eine breite Aufklärung, die den Betroffenen wirklich helfen würde.

Angesprochen auf ihr Drogen-Problem antworten die meisten:“Ich kenne einen, er kifft seit 20 Jahren und ist immer noch sehr kreativ“. Das erinnert an die Aussage eines Nikotinsüchtigen: „Mein Onkel Willi hat täglich 40 Zigaretten geraucht und ist achtzig geworden“. Die Millionen von Rauchern, die bereits mit vierzig an den Folgen ihres Nikotinkonsums gestorben sind, werden dabei nicht erwähnt.

Bei den Haschisch-Konsumenten handelt es sich nicht um eine kleine Minderheit. Eine ganze Generation von Schülern und Studenten ist von der Krankheit „Kiffen“ betroffen. Diese Generation muss den Kampf gegen diese Krankheit und ihre Folgen aufnehmen. Denn erst wenn dieser Kampf gewonnen ist, kann man sich den eigentlichen Kämpfen des Alltags, wie Studieren, Arbeiten und Beziehungen-Aufbauen, angemessen zuwenden.



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Kommentare (15)

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elcommentaro, 09.09.2009 01:29
Ganz klares Statement von meiner Seite: Dieser ganze Artikel ist eine subjektive Beobachtung, aus der ein undifferenziertes Conclusio gezogen wird. Ich würde mal so frei sein und behaupten, dass die Antriebslosigkeit ein allgemeines Problem des Menschen und insbesondere der aktuell studierenden Generationen ist. Ich kenne auch genug Leute, die straight edge leben aber keine Lust dazu haben, sich für Uni oder Beruf groß anzustrengen. Es ist nicht einfach ein Symptom von Drogenkonsum, sondern eine erworbene Einstellung, die zum Beispiel durch die Medien und die Werbung verstärkt wird. Im TV wird einem sugerriert, dass man idealerweise einen Ferrari hat, täglich Sex mit den heißesten Frauen und dafür nichts tut als Geld zu zählen, dass man bei einem vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Job gesammelt hat. Es ist letztlich der fortschreitende Hedonismus, der diese Probleme fördert und nicht einfach nur eine Droge (die eine Begleiterscheinung des Hedonismus ist). Klar macht Kiffen antriebslos, unentschlossen und auch ein bisschen crazy aber das hier geschilderte Problem der Antriebslosigkeit ist zu allgemein, als dass man es auf ein paar Kiffer beschränken könnte. Allein die Tatsache, dass jemand mit dem Kiffen aufgehört hat beweist bereits, dass er nicht antriebslos und faul ist. Er hat nämlich eine Aufgabe bewältigt: clean zu sein und einem fitteren, frischeren Leben entgegenzusehen. Das kann der Autor dieses Textes sicherlich nicht von sich behaupten.

Bedenklich, 07.09.2009 01:51
Ich finde es wirklich sehr interessant, welche Argumente immer wieder gegen Drogen hervorgeholt werden... jeder muss gleich gut sein wie die Anderen, jeder muss sich unserer Normgesellschaft anpassen, jeder muss sich in unsere immer oberflächlicher werdende Gesellschaft einordnen... den Horizont immer ganz eng auf das fixiert, was einem vorgegeben wird. Ja nie aus der Reihe der Gesellschaft tanzen... Aber vielleicht wollen das ja gar nicht alle ? Vielleicht denken nich alle in so einem beschränkten Ausmass ? Da finde ich es völlig verständlich, wenn sich gewisse Leute halt so einen Ausweg oder eine Lebenshilfe verschaffen. Natürlich gibt es auch viele die nicht damit umgehen können... aber wo ist das nicht so ? Oder sind zb. alle Strafgefangenen oder andere Leute die ihr Leben nicht in den Griff bekommen haben drogenabhängig ? Nur weil gewissen Leuten vorgegeben wurde Drogen sind schlecht und böse heisst das noch lange nicht, dass sie andere dafür verurteilen sollten wenn sie sich nicht an das super tolle Gesellschaftsvorbild halten.....

Markus, 20.08.2009 20:25
Oberflächiger Journalismus; ein verharmlostes Problem.

Joachim, 20.08.2009 11:34
Ich habe eine langjährige "Kifferkarriere" hinter mir mit all den negativen Folgen (Psychose) und muss Dr.Ulfig leider Recht geben. Kiffen zerstört nicht nur die kognitiven Fähigkeiten, sondern auch die Persönlichkeitsstruktur der Konsumenten. Cannabis ist 1000mal gefährlicher als Alkohol.Es dauert sehr lange,bis man vom Alkohol verblödet (20-30) Jahre. Beim Kiffen dauert es viel schneller, ein paar Jahre. Zu den medizinischen "Beweisen": In 5 oder 10 Jahren werden neue Untersuchungen kommen, die die bisherigen falsifizieren werden. Das kennen wir doch aus der Medizin. Jährlich erscheinen Untersuchungen zu irgendwelchen Krankheiten, die die vorherigen verwerfen. Was soll dieser Bezug auf die Medizin? Schaut Euch um, denkt selber nach und lasst die Finger weg von diesem Dreck.
@ frank frei: Freiheit bedeutet nicht sich selbst zu zerstören!!!


frank frei, 20.08.2009 08:57
Ich lese ständig davon das der Cannabis-Konsum - vor allem von Linken - verharmlost wird. Allein, wodurch? Es wäre vielleicht der Sache dienlich diese sogenannten Verharmlosungen einmal klar aufzuzeigen.

Wenn aber jede Kritik am Verbot und an der Repression - über die sich doch sachlich diskutieren lassen sollte - sogleich als Verharmlosung aufgefasst wird, bin ich damit nicht einverstanden.

Ich denke niemand - nicht einmal die extremsten Kiffer - wollen das Kinder Rauschgift konsumieren, aber selbiges wird einem automatisch unterstellt wenn man die derzeitige Repressions-Politik hinterfragt.
Niemand wird bezweifeln das der Missbrauch von Betäubungsmitteln - ob Alkohol, Cannabis oder was auch immer - nicht gut für Körper und Psyche ist. Beim Alkohol wird hier allerdings zwischen Ge- und Missbrauch unterschieden - dem Cannabiskonsumenten wird dieses aber pauschal abgesprochen. Hier wird jeder Bürger der mal einen Joint zur Entspannung oder gegen seine chronischen Schmerzen raucht sofort zum süchtigen, minderjährigen Kind abgestempelt, zu dumm selber zu entscheiden was gut für ihn ist.
Millionen erwachsener Menschen rauchen aus freier Entscheidung gelegentlich Cannabis. Teils wegen der medizinischen Notwendigkeit, teils einfach zum Spass - oder zur Entspannung. Wie man einen guten Wein zum Essen trinkt, oder einen Schnaps zur Verdauung. Ich sehe nicht ein mich aus purer Unwissenheit mit 14-jährigen Dummbeuteln in einen Topf werfen zu lassen nur weil der Vergleich für den Autor so praktisch ist. Ich vergleiche auch keinen 50-jährigen Weinliebhaber mit dem Penner vorm Supermarkt oder mit einer 12-jährigen Schnapsleiche.
Nichts gegen Kritik, aber dieses Sinnlose, mit Beleidigungen und Verallgemeinerungen gespickte Pamphlet scheint mir doch ausschließlich zur Festigung der eigenen Vorurteile dienlich zu sein, da ist auf jeden Fall nichts konstruktives, neues oder gar sinnvolles dabei. Schade.


schmitt, 19.08.2009 22:01
@chrisv: Ich habe nicht behauptet, dass Alkohol harmlos wäre, ganz im Gegenteil: Alkohol ist eine der gefährlichsten Drogen und wenn man alkoholbedingte Gewalt mitrechnet (wahrscheinlich aber sogar wenn man das nicht tut), die Droge, die mit Abstand die meisten Toten fordert. Sich mit sauberen Besteck fünf Jahre lang hochwertiges Heroin zu spritzen ist für den Körper weniger schädlich, als in der selben Zeit täglich eine Flasche Schnaps zu trinken. Die ständige Alkohol vs. Cannabis-Diskussion geht aber am Kern der Sache vorbei: Es geht um die Verharmlosung des Kiffens nicht die Alkoholproblematik. Bei beiden Substanzen ist ein verantwortungsvoller Umgang möglich, aber schwierig. Ob so ein Umgang auch mit Crack oder Crystal Meth möglich ist, weiß ich nicht, bezweifle es aber. Dennoch stellt die Freigabe von Alkohol die sonstige Verbotspolitik gegenüber Drogen in Frage

chrisv, 19.08.2009 21:35
offenbar fällt es aber gerade Kiffern schwer, ihren Konsum in Grenzen zu halten

Alkoholikern fällt es deutlich schwerer, sowohl die absolute als auch die relative Anzahl problematischer Konsummuster (bezogen auf die Anzahl der Konsumenten) liegen beim Alkohol deutlich über denen von Cannabis. Als relativ sicher gilt nach meinem Wissensstand (ich bin kein Mediziner), dass bestimmte charakterliche Eigenschaften, die sog. "Suchtpersönlichkeit" begünstigend wirken; wonach entsprechend gefährdete Personen süchtig werden spielt dagegen eher eine untergeordnete Rolle und hängt von Umständen, gesellschaftlicher Schicht etc. ab. Nicht ganz so klar ist wohl, inwieweit diese Veranlagung genetischer Natur ist und welche Rolle Prägung, Umfeld etc. dabei spielen.

wie hier richtig erkannt, ist Kiffen oft für psychische Störungen verantwortlich

Das kann man so nicht sagen; Cannabiskonsum kann zwar tatsächlich Psychosen auslösen, dafür ist aber eine bestehende Veranlagung dazu mit entsprechender Vorgeschichte erforderlich. Ein gesunder Mensch, der diese Voraussetzung nicht erfüllt, wird durch Kiffen keine Psychose erleiden:
http://www.web4health.info/de/answers/add-hash-psychosis.htm


schmitt, 19.08.2009 11:51
Natürlich gilt auch für THC: Die Dosis macht das Gift. Wer einmal im Quartal einen Joint raucht, wird deswegen nicht untergehen, offenbar fällt es aber gerade Kiffern schwer, ihren Konsum in Grenzen zu halten. Das Problem wird zwar nicht in der Medizin, wohl aber in den Medien oft verharmlost, wie hier richtig erkannt, ist Kiffen oft für psychische Störungen verantwortlich. Verbote von Drogen ziehe ich grundsätzlich in Zweifel, frage mich aber, ob die Kosten von Drogenkonsum und daraus resultierenden Krankheiten wirklich der Solidargemeinschaft aufgebürdet werden sollen

Windwähler, 19.08.2009 11:43
Nicht mit Kiffern zu diskutieren ist sicherlich keine Eigenheit auf die man stolz sein kann. Es ist schon auffällig, dass man garnicht mal versucht, meine Argumente zu behandeln. Es ist ja auch erheblich schwerer zu beweisen, dass es keine wissenschaftliche Begründung gibt, als einfach einen Link zur entsprechenden Studie zu posten. - Eure Diskussionsethik ist im Eimer. Vielleicht kifft ihr ja zu viel...^^ - Mit freundlichen Grüßen

chrisv, 19.08.2009 11:37
Einen wissenschaftlichen Be- oder auch nur Hinweis für dauerhafte organische Veränderungen durch Cannabiskonsum liefert Herr Dr. Ulfig in seinem Artikel nicht. Dies ist jedoch nicht besonders erstaunlich, wurden doch seit den Anfängen der Cannabisprohibition um 1920 Millionen an Steuergeldern auf der Suche nach solchen Beweisen ausgegeben, ohne je belastbare Ergebnisse vorweisen zu können. Die Geschichte des Cannabisverbots und die fragwürdigen Kampagnen hierzu sind überhaupt ein recht interessantes Thema für alle an der Freiheit Interessierten, unabhängig davon wie man persönlich zum Cannabiskonsum steht. Einen guten Einstieg liefert die folgende Seminararbeit: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/96469.html

Ansonsten ist es selbstverständlich richtig, dass übermässiger und exzessiver Cannabiskonsum negative (wenn auch nicht organisch irreversible) Folgen hat. Das ist jedoch -hier ist die Suchtforschung schon seit Jahrzehnten deutlich weiter- keine Frage der Droge, sondern eine Frage des Konsummusters. Genau wie beim Alkohol ist gegen einen gelegentlichen Joint nichts einzuwenden, problematisch wird es aber dann wenn Drogen (oder auch an sich ebenfalls harmlose Freizeitbeschäftigungen wie z.B. Computer- oder Glücksspiele) zum einzig bestimmenden Lebensinhalt oder zum Ersatz für andere Bedürfnisse werden.

Staatliche Verbote können jedoch keinesfalls zur Lösung dieser Problematik beitragen, denn zum einen ist es in der Geschichte der Menschheit noch nie gelungen, solche Verbote auch durchzusetzen, nicht einmal mit den drakonischen Massnahmen wie der Todesstrafe, wie in Teilen Südostasiens. Zum anderen ist es natürlich aus prinzipiellen Gründen völlig unakzeptabel, der Mehrheit der Konsumenten, die keine problematischen Konsummuster aufweisen ein solches Verbot aufzuzwingen.

Nicht zuletzt macht Verbieten das Verbotene speziell für Jugendliche erst interessant, da es ja zur normalen Entwicklung in der Adoleszenz gehört, sich gegen Eltern und Ältere abzugrenzen und gegen Regeln und Konventionen aufzubegehren. In diesem Kontext muss man auch den bereits angesprochenen Trend zum "Komasaufen" sehen: Dabei handelt es sich um nichts weiter als eine Reaktion auf eine (oft im Namen des "Jugendschutzes") zunehmend regulierte und reglementierte Welt, gegen die ein Aufbegehren auf anderen Wegen (anders als 1968) nicht oder kaum noch möglich erscheint. Cannabis, um zum Thema des Artikels zurückzukommen, spielt hierbei nach dem Drogenbericht der Bundesregierung übrigens nur eine untergeordnete Rolle, der Konsum ist seit Jahren rückläufig.




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