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04.02.2012
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     Marc Schmidt
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Cash for Clunkers - Abwrackprämie auf amerikanisch
Weitere Themen: Finanzkrisen, Autoindustrie

Ja, ich weiß, das Thema Abwrackprämie ist ausgelutscht…aber in den USA scheint man das noch nicht zu wissen. Hier beginnt gerade die zweite Runde in Sachen Verschrottung von Volksvermögen.

Unter dem Motto “Cash for Clunkers” (in etwa: Bargeld für Schrottkarren) wurden noch kurz vor der Sommerpause weitere 2 Mrd. Dollar in das anfangs nur mit 1 Mrd. Dollar ausgestattet Programm gesteckt. Die noch ausstehende Zustimmung des Senats gilt als sicher. Offiziell nennt sich das Programm CAR Allowance Rebate System (CARS) und auf der Website cars.gov kann man sich detailiert über das abwracken jenseits des Atlantiks informieren.

Werfen wir einen Blick auf die Details, denn so einfach, wie in Deutschland ist es nicht. Je nach Fahrzeug und Verbrauch sind Prämien zwischen 3.500 und 4.500 Dollar möglich. Wichtig sind dabei allerdings nur bedingt absolute Verbrauchswerte, sondern lediglich niedrigere Verbrauchswerte im Vergleich zum Altauto. Der Einfachheit halber will ich aber die wichtigsten Werte kurz und verständlich darstellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mpg die Abkürzung für miles per gallon, also den Kraftstoffverbrauch, ist. Näheres zur Umrechnung findet man bei Wikipedia.

Bedingungen an Altwagen

Mind. Verbrauch von 13,1l/100km (18 mpg oder weniger)
Fahrzeuge nicht älter als Baujahr 1984

Bedingungen an Neuwagen

Einfache Pkw
Max. Verbrauch von 10,7l/100km (mind. 22 mpg)
Kaufpreis unter 45.000 Dollar
Prämie von 3.500 Dollar: Verbesserung des Kraftstoffverbrauch um 4 mpg
Prämie von 4.500 Dollar: Verbesserung des Kraftstoffverbrauch um 10 mpg

Kleines leichtes Nutzfahrzeug (Small Light-Duty Trucks)
Max. Verbrauch von 13,1l/100km (mind. 18 mpg)
Prämie von 3.500 Dollar: Verbesserung des Kraftstoffverbrauch um 2 mpg
Prämie von 4.500 Dollar: Verbesserung des Kraftstoffverbrauch um 5 mpg

Großes leichtes Nutzfahrzeug (Large Light-Duty Trucks)
Max. Verbrauch von 15,7l/100km (mind. 15 mpg)
Prämie von 3.500 Dollar: Verbesserung des Kraftstoffverbrauch um 1 mpg
Prämie von 4.500 Dollar: Verbesserung des Kraftstoffverbrauch um 2 mpg

Wie man sieht, hat man dort doch etwas mehr Freiheit in der Fahrzeugwahl. Darüber freuen sich selbstverständlich vor allem auch amerikanische Autohersteller wie Ford, die bereits im letzten Monat davon profitiert haben. So konnte Ford seinen Absatz um 2,3 Prozent auf 165.279 Fahrzeuge steigern. Bereinigt um die zum Verkauf stehende Marke Volvo stieg der Absatz der verbliebenen Marken Ford, Lincoln und Mercury um 1,6 Prozent auf 158.838 Fahrzeuge. Besonders sparsame Modelle wie der Ford Fusion (+66,0 Prozent) und der Ford Focus (+43,6 Prozent) erfreuten sich großer Beliebtheit. Aber auch die größeren Fahrzeugen wie etwa der Ford Escape (+94,2 Prozent) oder der Ford Ranger (+64,5 Prozent) konnten punkten.

Und hier wird auch schon der größte Unterschied zu Deutschland deutlich: In den USA werden weiterhin große Fahrzeuge verkauft. Zwar sinken auch bei Ford die Absatzzahlen der automobilen Riesen der SUV- und Kleinlaster-Klasse, allerdings scheint auch hier eine Bodenbildung stattzufinden. Somit wird auch in Zukunft keine Armada von Klein- und Kleinstwagen über die Route 66 rollen. Interessant ist am Fall Ford, dass die Amerikaner eher zu selbständigen, gesunden Konzernen gehen, denn zu den kriselnden Wettbewerbern GM und Chrysler. Diese mussten einen Absatzrückgang um 19 Prozent auf 189.443 Fahrzeuge bzw. 9 Prozent auf 88.900 Fahrzeuge hinnehmen. Die Marktführerposition von GM wird damit von Monat zu Monat zurückgedrängt. Wenngleich es bis zu einer Dominanz von Ford noch etwas Zeit benötigt.

Ebenfalls erfreuliche Zahlen legte der europäische Marktführer VW vor. Hier stieg der Absatz um 0,7 Prozent auf 20.590 Fahrzeuge. Auch hier wirkte sich die Abwrackprämie stützend aus. Besonders die Modelle Jetta und Touareg konnten in den sparsamen Varianten gut verkauft werden. Bei Daimler ging der Absatz dagegen um 24,2 Prozent auf 17.646 Fahrzeuge zurück. Auch der Kleinwagen Smart verkaufte sich hier deutlich seltener (-44,6 Prozent) als im Vorjahr. Auch BMW konnte nicht überzeugen. Hier sank der US-Absatz um 26,7 Prozent auf 21.253 Fahrzeuge. Auch hier konnte die Kleinwagenmarke Mini nicht hervorstechen. Der Absatz ging hier um 3,8 Prozent zurück. Interessanterweise konnten aber auch die japanischen Hersteller keine positiven Zahlen vermelden. Bei Toyota ging der Absatz um 11,4 Prozent auf 174.872 Fahrzeuge und bei Honda um 15,8 Prozent auf 106.028 Fahrzeuge zurück. Die oft genannte „Buy American“-Klausel scheint sich zumindest anhand dieser Zahlen zu bewahrheiten.



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